Hauptsitz Börsenverein des Deutschen Buchhandels (realisiert)

  • Hauptsitz Börsenverein des Deutschen Buchhandels (realisiert)

    Erwartungsgemäß bleibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit seinen 320 Arbeitsplätzen in Frankfurt. Er zieht in den nächsten Jahren vom Großen Hirschgraben in das heutige Stadtgesundheitsamt (Foto) in der Braubachstraße 14-22 sowie in das Gebäude Berliner Straße 27. Die heutige Zentrale des Börsenvereins sowie das Bürohaus der Buchmesse an der Reineckstraße werden verkauft. Im Herbst soll die detaillierte Umbauplanung für die neu zu beziehenden Gebäude beschlossen werden. Mehr in der Rundschau.

  • Angeblich war Leipzig und Berlin im Gespräch, wie ernsthaft kann ich nicht beurteilen. In der vergangenen Woche war aber bereits zu lesen, dass es auf den Verbleib in Frankfurt hinauslaufen würde und hier noch mehrere Standorte geprüft würden. Aufgrund der jetzigen Planung wird die Bindung an Frankfurt sicher langfristig sein. Auch für die Buchmesse wird eine langfristige Zusage erwartet.


    Der aktuelle Sitz am Großen Hirschgraben:



    Bild: Schmittchen

  • ^ Danke, da hatte ich schon den richtigen Riecher gehabt. Berlin hätte mich jedoch sehr stark gewundert, und die Stadt Leipzig hatte im Prinzip auch schon in den 90er-Jahren eine Absage bekommen, als sie dem Börsenverein den roten Teppich ausrollte (auf dem Gelände der Alten Messe in Leipzig befindet sich noch ein Grundstück, das dem Börsenverein gehört). So wie es jetzt ist, ist es wohl am Besten, schließlich richtet der Börsenverein jedes Jahr zwei fantastische, unterschiedlich ausgerichtete Buchmessen aus.

  • Das ist ja interessant. Ich habe in meinem Archiv noch ein Bild gefunden, auf dem die beiden Häuser einigermaßen gut zu erkennen sind (links im Bild kein Raumschiff aus Independence Day, sondern nur das Technische Rathaus):



    (Klicken zum Vergrößern)
    Quelle: Selber fotografiert, keinerlei Ansprüche meinerseits.


    Beide Gebäude stammen laut der Denkmaltopographie der Stadt aus dem Jahr 1926. Beim rechten kann man gut erkennen, dass vor nicht allzu langer Zeit Fensterläden entfernt worden sind, mit denen das Haus eigentlich schon eher nach 30er denn nach 20er Jahren aussah.


    Wenigstens beim linken ist ziemlich offensichtlich der ursprüngliche Giebelaufbau zerstört und durch eine Flachaufstockung der Nachkriegszeit ersetzt worden, beim rechten bin ich mir über die ursprüngliche Dachform nicht ganz sicher, ursprünglich ist alles aber wohl auch hier nicht mehr. Ob man hier die Chance für eine denkmalgerechte Reparatur der Dachlandschaft nutzt? Denkmalgeschützt dürften die Häuser ohnehin alle sein...

  • Unwahrscheinlich, das man die Dächer wieder herstellt. Schließlich würde dadurch ein Geschoß wegfallen. Zudem, obwohl manche Häuser welche unter Denkmalschutz stehen und ein bestehendes Dach haben, zuweilen entkernt werden und übrig bleibt nur die Fassade welche wie ein Hemd um das neue Glas- und Betonbürohaus im inneren stehen bleibt. So gesehen beim Eckhaus Rathenauplatz und Kalbächer Gasse (Fressgass) und beim Eckhaus Goetheplatz und Steinweg. Beide sehen nach dem Umbau aus wie ein schlechter Witz, meiner Meinung nach. Speziell das Haus am Goetheplatz wo jetzt die Hauptpost drin ist.

  • Generalabrechnungen dieser Art sind aber auch nicht gerade hilfreich. Außerdem hatten wir bereits eine Diskussion über den Jean-Nouvel-Bau am Goetheplatz, Ecke Steinweg.


    Zurück zum Börsenverein: Schon vor ein paar Jahren war ein Umzug ins Stadtgesundheitsamt geplant. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde das Vorhaben aber damals von den sparsamen und nicht gerade besonders einmütigen Mitgliedern gestoppt. 2003/04, vor dem Stopp, wurde bereits ein Realisierungswettbewerb ausgetragen, den das Frankfurter Büro Scheffler + Partner gewinnen konnte. Sollte an diesen Architekten festgehalten werden, dann ist davon auszugehen, dass der Wettbewerbsentwurf überarbeitet wird. Auch wenn es so nicht umgesetzt werden sollte, dürfte das damalige Wettbewerbsergebnis interessant sein:





    Bilder: Scheffler + Partner

  • "Eine großartige Entscheidung für die Buchstadt Frankfurt"

    Ganz frische Pressemeldung der Stadt:


    [INDENT]Mitgliederversammlung stimmt zu: Börsenverein des Deutschen Buchhandels zieht in die Braubachstraße


    (pia) Kulturdezernent Felix Semmelroth begrüßt den heute getroffenen Beschluss zum Umzug: 2011 wird der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seinen Hauptsitz in die Frankfurter Braubachstraße verlegen.


    "Die Mitglieder des Börsenvereins haben sich auf der heute außerplanmäßig einberufenen Hauptversammlung eindeutig für den Standort in der Braubachstraße ausgesprochen. Darüber freue ich mich sehr", so Kulturdezernent Felix Semmelroth. "Das Votum für den neuen Standort im Herzen unserer Stadt ist ein deutliches Bekenntnis zu Frankfurt als Stadt der Buchmesse, des Buchpreises und des Friedenspreises. Das trägt zur Profilierung Frankfurts als Kulturstadt entscheidend bei."


    Die beiden bisher genutzten Gebäude, das der Frankfurter Buchmesse in der Töngesgasse und das Buchhändlerhaus am Großen Hirschgraben, hätten wegen ihrer technischen Überalterung einer aufwändigen Sanierung bedurft. Das städtische Grundstück in der Braubachstraße ist ein ökonomisch sinnvoller Standort für die Börsenvereinsgruppe und bietet eine optimale Alternative für die bisher genutzten Grundstücke.
    [/INDENT]© Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt

  • Nachdem sich Ex-Verlagschefs Günter Berg sowie 80% der 130 Beschäftigten gegen den eventuell bevorstehenden Umzug des Suhrkamp-Verlags ausgesprochen haben, stehen die Chancen für einen Verbleib in Frankfurt am Main von Deutschlands einflussreichstem Verlag nun schätzungsweise bei 50:50, zumindest jedoch besser als noch einige Wochen zuvor.


    Zitat vom Ex-Verlagschefs Günter Berg: "Ein Umzug bedeutet die ganz bewusste Entscheidung gegen den Fortbestand einer einzigartigen verlegerischen Tradition - nicht mehr und nicht weniger"


    Suhrkamp will in Kürze eine Entscheidung über einen Verbleib in Fankfurt am Main oder einen Umzug nach Berlin bekanntgeben.


    Quelle: http://www.kurier.at/kultur/291911.php


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    Anmerkung Mod: Nach einem FAZ-Bericht soll die Stadt Suhrkamp den jetzigen Sitz des Börsenvereins angeboten haben.

  • Wettbewerbsentwurf in #7:
    Diese Neugestaltung ist eine gute zusätzliche Chance die Braubachstrasse im historischen Flair aufzuwerten. Jetzt schon, natürlich abgesehen vom TR-Bereich, ist die Braubachstraße ein für Frankfurter Verhältnisse seltenes und kostbares Kleinod, was zu pflegen und auszubauen ist. Dessen ist man sich auch im Römer in den letzten Jahren bewusst geworden. Die angesiedelten Geschäfte und Galerien tragen dazu bei.

    Es ist sehr zu wünschen, dass die Fassade doch etwas historischer gestaltet wird als auf diesem Entwurf. Das Dach geht in Ordnung, aber so ein glasumrandetes "Penthaus" und so ein durchgehendes Fassadenweiß geht schon mal gar nicht.

  • Ende vergangener Woche waren die rückwärtigen Anbauten der Braubachstraße 18-22 bereits vollständig abgerissen.



    Offenbar wird der erstplatzierte Entwurf von Scheffler + Partner aus dem Wettbewerb 2003/2004 (wer sich gruseln möchte, kann hier die Plätze 2 und 3 ansehen) weitgehend unverändert umgesetzt. Sowohl im aktuellen planen + bauen Herbst 2009 als auch auf der Website der Architekten sind nämlich immer noch dieselben Visualisierungen zu sehen. Daher kann auf Beitrag #7 oben verwiesen werden.


    Neuer Sitz der rund 320 Mitarbeiter des Börsenvereins werden demnach drei bestehende, grundlegend zu sanierende Gebäude. Hinzu kommen verbindende, neu zu errichtende Nebengebäude im Hof dazwischen, darunter ein sechsgeschossiger Querriegel (siehe Plan in #7).


    Zunächst das Gebäude Braubachstraße 18-22, Baujahr 1926, Architekt P. Paravicini:



    Mitgenommene Dekoration (keine Spuren abgenommener Fensterläden):



    Dann die Braubachstraße 14-16, ebenfalls 1926 erbaut, Architekten F. Roeckle und H. Senf:



    Und schließlich die Berliner Straße 27, in den 1950er-Jahren nach Plänen des Architekten Otto Apel gebaut:



    Bilder: Schmittchen

  • Oho! Berliner Straße 27 ist mir bis heute nie aufgefallen. Ein wahres 50er-Jahre Kleinod. Naja, besonders klein ist das Gebäude nicht. Ich muss mal wieder zu Fuß durch die Stadt laufen...

  • Die Schefflersche Visualisierung des Innenhofs mit dem Neubau links hatten wir hier noch nicht:



    (Bild: Scheffler + Partner, www.scheffler-partner.de)


    Die mit einer "Kostenschätzung" beauftragten Dobberstein Architekten haben auf ihrer Webseite www.dobberstein-architekten.de sogar einen - sicher nur exemplarischen - Grundriss der vier Gebäude veröffentlicht:



    (Bild: Dobberstein Architekten)


    Falls er gültig ist, geht aus dem Plan nicht nur hervor, dass das Gelände dreiseitig durchquerbar sein wird, sondern auch, wie der Börsenverein selbst (BÖV), seine Marketing- und Verlagsservice des Buchhandles GmbH (MVB) und die Buchmesse-Betreiberin Ausstellungs- und Messe-GmbH (AuM) über die Gebäude verteilt sein werden. Der Neubau scheint auf seiner Färbung mit Sitzungssälen und ähnlichem gemeinschaftlich genutzt zu werden.


    Die rückseitige Ansicht des Apel-Gebäudes an der Berliner Straße 27 hatten wir auch noch nicht. Als letztem verbleibenden Objekt im Innenbereich geht es dem flachen Annex nun an den Kragen:



    (Bild von mir)


    Bald wird gebuddelt und gebaut.

    Einmal editiert, zuletzt von epizentrum () aus folgendem Grund: abload mag mich heute nicht

  • Danke für die Recherche. Ich erwarte auch nicht, dass der auf der Dobberstein-Seite gezeigte Grundriss umgesetzt wird. Vor allem weil dort der verbindende Querriegel an der Rückseite der beiden Braubachstraßen-Altbauten fehlt (Plan mit Riegel). Dieser ist auf dem Rendering des Innenhofs aber zu sehen, und zur Verbindung der Altbauten wird er kaum entbehrlich sein.


    Wie auch immer - am 7. Juni 2010 um 13.30 Uhr ist offizieller Spatenstich (Quelle). Anzunehmen, dass es zu diesem Anlass mehr Informationen geben wird. Der Umzug von MVB und AuM in den neuen Baukomplex wird in der verlinkten Meldung bestätigt. Das gibt hoffentlich eine Perspektive für eine Neuentwicklung des garstigen jetzigen Gebäudes der Buchmesse an der Reineckstraße, gleich südlich des Bienenkorbhauses.

  • Zum offiziellen Spatenstich am 7.7. werden jedenfalls schon ein paar Pfähle im Boden stecken. So sah es heute abend aus:



    Vom flachen Annex ist nur noch wenig übrig:



    (Bilder von heute abend, von mir)


    Die kleine weiße Mauer in der Mitte ist mit "bleibt 1,50" beschriftet. Die Außenmauern wären sicher auch schon weggerissen, wenn der Annex komplett abgebrochen werden sollte. Was will uns das sagen...? Das in Beitrag #17 gezeigte Konzept dürfte überarbeitet worden sein. Der Plan in Beitrag #7 passt deutlich besser zum jetzigen Stand.

  • Heute war der Spatenstich - und es gibt neue Pläne und Grafiken. Zunächst aber ein Foto mit Spaten:



    Bild: Claus Setzer


    Von links nach rechts: Juergen Boos, Geschäftsführer der Ausstellungs- und Messe GmbH, Karlheinz Bührmann, Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Frankfurt am Main, Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, und Ronald Schild, Geschäftsführer der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH


    Vier zusammenhängende Gebäude zwischen Braubachstraße und Berliner Straße werden im Herbst 2011 neuer Standort der Börsenvereinsgruppe. Die Räume werden für kulturelle Veranstaltungen geöffnet. Blick von der Kruggasse:



    Bild: Scheffler + Partner


    Ansicht vom Innenhof, dort liegt künftig der Haupteingang des Börsenvereins:



    Bild: Scheffler + Partner


    Im Gebäudeensemble der Börsenvereinsgruppe findet unter anderem ein Restaurant der Köchin Sarah Wiener Platz. Dem Lageplan und dem Projektbeschreibung im nächsten Beitrag zufolge im Erdgeschoss der Braubachstraße 18-22, mit Terrasse im Innenhof. Die anderen ebenerdigen Räume zur Braubachstraße hin werden vermietet.


    Die bereits bekannte Visualisierung in hoher Auflösung:



    Bild: Scheffler + Partner