Stadtgespräch

  • Real Corp im Zollverein-Kubus

    Wenn Planer die „inneren Werte“ preisen im WAZ-Portal über die Entwicklung in Essen, was jedoch für jede Stadt im Ruhrgebiet gelten könnte. In Essen fand das viertägige Treffen der Stadtplaner Real Corp statt, was für die Redakteure des Printerzeugnisses Grund genug ist, die Stadt in eine Reihe mit Wien und Barcelona zu stellen. (Die genaue Kausalität des Einreihens verraten sie leider nicht.)


    Der Planungsdezernent Hans-Jürgen Best berichtete über die in etlichen Städten des Ruhrgebiets unaufhaltsame Bevölkerungsschrumpfung (Düsseldorf knackt gerade die 600-Tsd.-Marke und Köln wurde zum ersten Mal seit der Ausgemeindung Wesselings Millionenstadt, aber so weit reichte der Blick aus dem Kubus nicht). In diesem Zusammenhang wurde diskutiert, ob die die Gäste begeisternde Grünflächen geopfert werden müssen, damit eine "gedeihliche Zukunft" der "wachsenden Stadt" garantiert wird. Auch in diesem Fall verschliesst sich mir die Kausalität, warum in der Zeit der überall beobachteten Rückkehr in die City das Schrumpfen der Bevölkerung bedeuten muss, dass die Stadt stark in die Fläche geht. Best beantwortet die Frage mit einem klaren "Jein", mit dem er zwar Zersiedlung "im großen Stil" ausschließt, aber davon Ausnahmen "in geringem Umfang" in Anspruch nimmt. Mit dem Satz "wer Kleingärtner quält, wird abgewählt" wird die politisch motivierte Unantastbarkeit der Kleingartenanlagen veranschaulicht.


    Im Treffen fiel noch das Wort "Innenentwicklung", die die Stadt jedoch nicht garantieren könne, weil die Grundstücke Privateigentümern gehören. Diese werten größere Brachflächen auf, indem sie sich selbst dort ansiedeln: Thyssen-Krupp im Krupp-Gürtel, RAG Montan Immobilien auf Zollverein, RWE an der Altenessener Straße. Ob dies die angestrebte Innenentwicklung sein soll (in meinen Augen liegen alle diese Gebiete abseits), formuliert der Artikel nicht aus.


    Im letzten Absatz ist davon die Rede, dass Stadtteile mit intensivem Wohnungsbau die Bevölkerungsanzahl halten und dass dieser durch die Verdichtung der Quartiere "statt auf der grünen Wiese" erfolgen soll.

  • Hochtief

    ACS hat jetzt Mehrheit an Hochtief im WAZ-Portal. Das Management verkündete gestern, dass ACS 50,16% der Hochtief-Aktien besitzt. ACS gibt an, die Abhängigkeit vom krisengeplagten heimischen Markt verringern zu wollen.


    Bereits auf der letzten Hauptversammlung Hochtiefs im Mai setzte ACS die eigenen Kandidaten für den Aufsichtsrat durch. Mehrere Gegner der Übernahme wie der einstige Konzernchef Herbert Lütkestratkötter haben gekündigt. Über den neuen Chef Frank Stieler schrieb die WAZ Anfang Mai Neuer Chef Frank Stieler will die deutsche Identität von Hochtief halten. Zuvor hat Stieler die Europa-Aktivitäten des Konzerns geleitet und war dadurch für 15 der weltweit 70 Tsd. Mitarbeiter verantwortlich.

  • EON Ruhrgas

    Vielleicht wird die Konzernzentrale von Düsseldorf nach Essen verlagert, oder man bündelt dort die neu zu schaffende Gesellschaften ???

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    Auch Der Westen berichtet. Der Eon-Ruhrgas-Standort Essen soll geschlossen werden und auch das Gasgeschäft von der Eon-Konzernzentrale in Düsseldorf aus gesteuert werden. Ruhrgas wird wohl 2011 etwa eine Milliarde Euro Verlust machen. Allerdings müssen die Pläne noch durch den Aufsichtsrat.

  • Fraglich ist, was eine Schließung von Ruhrgas bringen sollte. Die Verluste entstehen mutmaßlich durch die aus heutiger Sicht ungünstigen Lieferkonditionen mit der russischen Gasprom. Würde eon, Ruhrgas auf sich selbst verschmelzen, würden diese langfristigen Verträge nicht automatisch aufhören zu existieren. Eon müsste sie stattdessen selbst bedienen.
    Vollkommen unabhängig davon, ob eon die Gasaktivitäten jetzt nach Düsseldorf holt (wohin eigentlich? Man wird ja wohl die meisten Mitarbeiter aus Essen weiterbeschäftigen müssen) oder eon selbst nach Essen (die alte Zentrale gibt ja immer noch und sie steht nahezu leer) sieht, kann ich keinen wirtschaftlichen Sinn dahinter entdecken.

  • ..an einen Umzug nach Essen glaube ich nicht.. Auch wenn die Türme in Essen sicherlich attraktiver als die Zentrale in Düsseldorf sind und liegen, denke ich, dass nach dem ThyssenKrupp Umzug seitens der Stadt Düsseldorf alles getan wird, damit Eon nicht umzieht.. Mal abgesehen davon, müsste Eon auch erst einmal wollen :-)


    Vielleicht übernimmt Gazprom ja auch einfach Ruhrgas.. Die wollen sich doch viel mehr auf dem deutschen Markt engagieren und wären das einzige Unternehmen, dass nicht unter den ungünstigen Lieferverträgen zu leiden hätte..

  • Ich denke der Westen hat das ganze mal wieder nur falsch interpretiert, ich könnte mir Vorstellen, dass man das Gasgeschäft als eigenes Unternehmen dicht macht, da man dort eh nur von Gazprom abhängig ist und die Leute aber in Essen belässt nur dann unter der Prämisse, das sie dort kein eigenes Unternehmen sind sondern "nur noch" ein Geschäftsbereich von e.on.

  • - Die Essener FAKT.AG hat die ehemalige Eon Ruhrgas Hauptverwaltung am Elisabethkrankenhaus in Huttrop erworben und scheint das Gebäude mit einem neuen Vermietungskonzept erhalten zu wollen. [Quelle: Radio Essen]


    - Das RWI hat seinen Umbau anscheinend abgeschlossen und nun die obersten Stockwerke mit großen Glasfassaden neu hergerichtet. [Quelle: WAZ]

  • Neuer Architekturführer

    PM: "Das Grillo-Theater, das Aalto-Theater und die Philharmonie Essen gehören zu den architektonisch herausragenden Gebäuden im Ruhrgebiet. Ein neuer Architekturführer gibt nun erstmals einen kompakten Überblick zur Baugeschichte und Architektur der drei großen Häuser, die zur Theater und Philharmonie Essen gehören. Ergänzt werden die Texte, die von Dr. Frank Maier-Solgk verfasst wurden, und Bernadette Grimmensteins Fotos durch Grundrisse der Häuser und einen Block mit Fakten und Informationen für Besucher.Erschienen ist der 68 Seiten umfassende Band (Format 11 x 16 Zentimeter) im Stadtwandel Verlag in der Reihe „Neue Architekturführer“. Er ist ab sofort für 5,- Euro im Buchhandel, im TUP-TicketCenter oder an den Theaterkassen (Aalto-Theater, Grillo-Theater, Philharmonie) erhältlich."


    Quelle: Neuer Architekturführer über Grillo-Theater, Aalto-Theater und Philharmonie liegt vor - essen.de

  • Stimme zur Marktkirche und zum Domhof

    Der Umbau der Marktkirche datiert bereits 2006, daher schreibe ich es hier im lockeren Stadtgespräch-Thread. Beim Vorbeigehen fand ich die Tür mit Variationen zum Kreuz-Thema sehr gelungen - modern und doch was fürs Auge:





    Unpassend fand ich hingegen den geradezu schreienden Westchor aus blauem Glas, der wie Fremdkörper wirkt:





    In Essen ist nur ganz wenig von den geschichtsträchtigen Bauten übrig geblieben - schade, wenn die ganz wenigen auch noch verunstaltet werden. Am Alt/Neu-Kontrast kann kein Mangel herrschen - eher am selten gewordenen Alten. In dieser Hinsicht fand ich diese Ansicht des Domhofs gelungener:





    Die bronzene Tür mit Figurenschmuck entstammt zwar der Nachkriegszeit, braucht sich aber vor den früheren nicht zu verstecken. Texte auf dem Glas schaffen guten Ersatz für den sonst vorhandenen Fassadenschmuck. Die verputzte Fläche passt farblich zu den Säulen.


    Alle drei Fotos von mir.

  • Deckel Messeparkplatz P2/ehemaliger Güterbahnhof

    Die Messe Essen hat das Gelände des Güterbahnhofs Rüttenscheid von der Hopf-Gruppe erworben. Bei dieser Gelegenheit habe ich mich gefragt, was eigentlich aus den Überlegungen einer Deckelung der Parkfläche geworden ist.


    Die Logistikflächen für die Messe blieben erhalten, verschwänden aber aus dem Stadtbild. Wertvolle Flächen für Wohnungen und Gewerbe in Rüttenscheid würden geschaffen. Die Idee hat meiner Meinung nach Potential. Von allen Widrigkeiten mal abgesehen.


    http://www.igruettenscheid.de/Bahnhof.htm


    http://www.igruettenscheid.de/IMAGES/KZA/KZADSC08540-A.JPG


    "Die Deckelung vor dem Girardet Haus bis Wittekindstraße ermöglicht im Anschluss an die Rüttenscheider Brücke die Anlage eines großzügigen Platzes, der städtebaulich wichtige Akzente für Rüttenscheid bieten würde, denn es fehlt an Plätzen.
    Die bereits vorhandene umfangreiche Gastronomie, die auch im Hopf-Gebäude weitere, hochwertige Akzente erfahren wird, sowie die Nähe von Messe und Hotels bietet die Gewähr für eine intensive Nutzung, die vor dem Girardet Haus schon heute gegeben ist."


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  • positive Bevölkerungsentwicklung

    Zum ersten mal seit 22 Jahren hat die Bevölkerung in Essen wieder zugenommen. 2012 lebten 571.000 Menschen in der Stadt, rund 1000 Menschen mehr als im Jahr zuvor. Dies ist vor allem dem Zuzug junger Erwachsener zu verdanken.


    Quelle

  • Ratssitzung live im Internet

    Morgen, am Mittwoch den 30.1.2013 findet die erste Sitzung des Rates der Stadt Essen statt. Dese Sitzung wird erstmals auch live im Internet unter www.essen.de/ratssitzungen zu sehen sein. Zu den Themen der öffentlichen Sitzung gehören unter anderem das Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens zur Ertüchtigung der Messe Essen, sowie der Strategieprozess Essen.2030. Beginn des Live-Streams ist 15 Uhr.


    Quelle: Stadt Essen

  • Guten Tag allerseits,
    kann mir jmd weiterhelfen? Ich suche für eine größere Veranstalltung einen Saal in Essen in den ca 70 bis 100 Leute passen
    und den man (am besten günstig) mieten kann. Kennt sich hier vl irgendwer mit sowas aus?
    Besten Dank schon vorab!


    Mod: Bitte direkt per PM an Garfield beantworten! Danke. nikolas

  • Vor 100 Jahren wurde der erste ALDI in Essen eröffnet

    PM: "1913 wurde in Essen der Grundstein für den international agierenden Discounter gelegt. Aus dem Backwarenladen von Karl Albrecht und dem kleinen Lebensmittelgeschäft Anna Albrechts entwickelten sich unter der Leitung der Brüder Karl und Theo Albrecht nach 1945 zwei eigenständige Unternehmensgruppen. Als Pioniere führten sie in den 50er Jahren das Selbstbedienungs-Konzept ein. Ab 1962 stellten die beiden Brüder ihre Filialnetze auf das Discount-Prinzip um. Heute betreibt ALDI Nord mit Sitz in Essen nach eigenen Angaben deutschlandweit rund 2.500 Filialen, ALDI Süd (Mülheim), mehr als 1.800. Hinzu kommen beinahe ebensoviele Läden im Ausland. Zusammen beschäftigen die Diskounter im In- und Ausland nach Unterehmensangaben mehr als 190.000 Mitarbeiter."


    Quelle: idr

  • Streit um Baupläne in Essens Süden

    Die WAZ berichtete gestern, dass ein Politiker der Grünen in der für Kettwig, Werden und Bredeney zuständigen Bezirksvertretung aus seiner Partei ausgetreten ist, weil er meint, man würde dort zu viele Flächen bebauen - was seine Partei mittrage. Im Artikel wird u.a. erwähnt, die Grünen hätten einen SPD-Antrag abgelehnt, neue Flächen zu finden, wo urbanes Wohnen möglich sein sollte.
    Dieses Anliegen halte ich persönlich für einen Widerspruch - Urbanität findet nicht auf Grünen Wiesen, sondern in gewachsenen Zentren statt. Im Ruhrtal sollte man lieber den Rest der Natur schonen.