Karl-Liebknecht-Straße 14 - Büro am Alex

  • Auch wenn das ein typischer Skyscraper-Fan Kommentar ist - die Höhe des Gebäudes erscheint mir angesichts der Lage unangemessen. Es wirkt wie eine gedrungene Scheune, die da vor dem Fernsehturm hingerotzt wird. Das Gebäude würde deutlich spannender wirken, wenn ab der jetzt geplanten Höhe, ein kleiner Solitär weitere 8 Stockwerke darüber hinaus ragen würde - mein Vorschlag wäre am Eck zur S-Bahn hin.

  • Es gab da mal diesen Entwurf von Langhof der mir weit besser gefallen hätte:


    https://www.langhof.com/project/panoramastrasse/


    Aber ganz ehrlich? Dass sich überhaupt Gebäude zu beiden Seiten des Fernsehturms befinden halte ich für eine mittlere städtebauliche Katastrophe. Insbesondere beim Winkel Fernsehturm/ Panoramahaus kriege ich ohne Übertreibung OCD-Zustände.


    Man muss sich fragen - warum hat die DDR-Führung da nicht Tabula Rasa gemacht um eine richtig große Geste hinzulegen?


    Hätte hätte ... da der Abriss von Cubix und Panorama-Haus wohl extrem unwahrscheinlich ist, kann jedes Gebäude dass die Lücke füllt nur eine Verbesserung sein.


    Marco :)

  • die schönen DDR-Freiflächen

    Interessant! Mit anderen Worten: Man hatte den Abriss des Panoramahauses geplant, es aber letzlich nicht gemacht (Das Panorama-Haus ist älter als der Fernsehturm).


    Der Ist-Zustand ist jedenfalls total verbaut. Möglicherweise könnte man die Sitution auch verbessern, indem man den Sockel des Fernsehturms der Umbauung anpasst (sprich: zumindest die Osthälfte abreißen und durch etwas weniger solitäres ersetzen). "Wenn der Prohpet nicht zum Berg kommt, ..."


    War nicht mal so eine Aktion im Gespräch?

  • ^ Danke, interessant. Mir ist nicht klar, warum die funktionslos gewordenen Reste des Markthallen-Anliefergleises (S. 25) erhalten blieben. Auch dem Planwerk Innere Stadt zufolge ist kein Abriss vorgesehen. Das finde ich auch deswegen bedauerlich, als diese Reste einer prinzipiell möglichen (aber eben nicht geplanten) Randbebauung um die neue Markthalle (heute: Kaufland) im Wege stehen. Und das ist schade, weil diese Ecke unmittelbar gegenüber dem geplanten Büro am Alex sowie die nordwestliche Verlängerung der Gontardstraße und auch die Rochstraße gegenüber dem Kaufland gegenüber der sonstigen Umgebung in jeder Hinsicht abfallen.

  • Zeitgleich mit der Genehmigung eines Neubaus (siehe #39) wurde im Februar 2020 der Bauantrag für den Neubau eines Bürogebäudes mit 7 oberirdischen Geschossen, einem Technikgeschoss mit Dachterasse, ca. 15.500 qm Geschossfläche, 12 PKW-Stellplätzen im UG gestellt.

  • Eine grundsätzliche Frage an die Mitforisten: Ich hatte bislang angenommen, dass zuerst der Bauantrag eingeht (und dies in der Liste der Bauanträge aufscheint), dann die Genehmigung erfolgt, aber hier zumindest war es umgekehrt. Zuerst kam die Genehmigung, danach der Bauantrag. Wie aus den entsprechenden Listen (Genehmigungs-, und Bauantragsliste von Februar 20) ersichtlich wird, sind die Daten der Genehmigungsliste früher (Eingang: 3.9.2019), Dat.Ab. (Datum Abschluss?): 3.2.20. Der Bauantrag ist dagegen erst am 13.2.20. eingegangen. Kann mir das jemand eklären? Was wurde am 3.2. genehmigt? Und was geschieht, wenn der am 13.2.20 bestellte Bauantrag genehmigt wird? Wird sich dieses Projekt dann erneut in einer Genehmigungsliste finden? :/

  • ^

    Ich tippe auf Änderung der ursprünglichen Entwurfsplanung. Sofern es hierfür schon eine Genehmigung gab musste die Änderung (Büro- anstatt Hotelnutzung) abermals beantragt werden.

  • ^ Danke, das klingt plausibel. (Da diese Genehmigung erfolgt ist, sollte der Titel des Strangs entsprechend in "Büro am Alex" od. etw. dergl. geändert werden...)

  • ^ Danke, ich habe mich tatsächlich neugierdehalber für die Videokonferenz übernächste Woche, am 22.6., angemeldet.

    Man bekommt dann als angemeldeter Gast einen Link zu einem YouTube Kanal. Wer das auch erwägt, sollte sich beeilen: Als ich mich vor fünf Minuten anmeldete, waren von 100 verfügbaren Plätzen nur noch 99 frei :-)

  • Interessant – muss man dafür ein Einwohner von Berlin sein?

    In der Anmeldung steht keine Postadresse aber ich würde ungern ohne es zu wollen in ein bürokratisches Fettnäppfchen treten.

  • Baukollegium 22. Juni 2020


    Ich habe heute (trotz verwirrender Links) online dem Baukollegium beigewohnt und kann – wahrscheinlich zur Freude vieler hier, aber zur sichtbaren Unfreude der Architekten - berichten, dass das Projekt ziemlich auseinandergenommen wurde.


    Zunächst einmal handelt es sich bei dem obigen Entwurf wirklich um das Projekt, was heute vorgestellt worden ist. Es soll Bezug nehmen zum das Alea, weißt aber ein Stockwerk mehr als das Panorama-Haus nebenan auf. Dies führt dazu, dass die Ansicht von der Gonthard-Straße sehr kurios aussieht. Der Bezug zum Alea wurde gänzlich in Frage gestellt da letzteres ein Solitär darstellt, erstes aber eine Ergänzung des Panorama-Hauses darstellt . In einem Nebensatz wurde gesagt, dass die "horizontalen Formgebung eher an die Peripherie einer Stadt gehören würde, als mitten in ihrem Zentrum".


    Was man in den Entwurfsbildern nicht sehen kann: Über die Gontardstraße soll eine Passage zum Innenhof führen, damit die Apotheke und der Lebensmittelladen des Panorama-Hauses bedient werden können. Ansonsten besteht aber der Innenhof wiederum aus einem Lichthof ins Untergeschoss, wo ringsherum Büroflächen und Radparkplätze vorgesehen sind. Zum Innenhof im Untergeschoss ist eine kurvige Fahrrad-Brücke geplant, die sich den ganzen Lichthof entlangschlängelt. Das ganze Konzept schien etwas unstimmig und das Bezirksamt will nochmal mit dem Nachbar vermitteln, ob es wirklich nötig ist, die Geschäfte im Panorama-Haus über einen zugänglichen Innenhof anzubinden. Zu dem gibt es wohl auf Grund des Rechtsstreites ein sehr schwieriges Verhältnis.

  • Das wurde geschlachtet :o

    Vielleicht läuft das auch immer so. War mein erstes Mal...


    Einige weitere Kritikpunkte:


    -Das Obergeschoß optisch zu klein wegen der "Beton-Blende"

    -sollte im Hinblick auf einen möglichen Abriss des Panoramahauses bzw. die Entwicklung zu einer einheitlichen Immobilie wesentlich besser zum Panoramahaus passen (Geschosshöhe, Materialität)

    -Nutzungskonzept zu wenig bereit für neuartige Office-Konzepte und Nutzungsmischungen

    -Erdgeschoß soll öffentlicher sein

    -Innenhof mit öffentlicher Nutzung wurde auch deswegen bemängelt da das Umfeld ein sozialer Hotspot ist.

    -Unentschiedenheit bei der Materialwahl.


    Die Architekten waren merkbar verschnupft.


    Da darf man gespannt sein was da raus kommt.

    Freuen würde ich mich über die angeregte vertikalere Gliederung, die wirklich besser wirken würde.

    Auch das mit dem zu gedrungenen Erdgeschoß teile ich und bin auch immer für eine bunte, offene Straßenzone zu haben.


    Aus Angst vor dem rauen gesellschaftlichen Klima am Alex das Gebäude weniger attraktiv machen zu wollen finde ich allerdings erschreckend defätistisch. Wie wäre es stattdessen mal mit einem intensiven Brainstorming, wie man die Ecke weniger Aggro machen kann?


    Wohnnutzung können sich die Architekten auf Anfrage nicht vorstellen - zuviel Materialkosten für Lärmschutz.

    Hier frage ich mich immer: Warum ist Lärm (oder Gerüche, etc.) so eine Hürde? Es müsste doch viele Leute geben die einfach gerne in eine Ecke ziehen die eine hohe Energie ausstrahlt bzw. so gerne in der Innenstadt wohnen dass sie da ein Auge zudrücken. Es zwingt ja keiner die Leute da hin zu ziehen...

  • Es zwingt ja keiner die Leute da hin zu ziehen...

    ..und du führst dann als Vermieter alle drei Monate einen neuen Rechtsstreit mit einem der Mieter, die gerade keine Lust haben "ein Auge zuzudrücken" und sich durch Lärm, Kriminalität, Gestank ect. belästigt genug fühlen, um die Miete zu mindern? Ich wohne ja auch nicht gerade in der leistesten Ecke, aber an dem Standort machen Wohnungen wirklich überhaupt keinen Sinn.


    Ansonsten kann ich dem Baukollegium hier im Grunde nur zustimmen, was eine Premiere darstellt.

  • Wohnnutzung können sich die Architekten auf Anfrage nicht vorstellen - zuviel Materialkosten für Lärmschutz.

    Hier frage ich mich immer: Warum ist Lärm (oder Gerüche, etc.) so eine Hürde? Es müsste doch viele Leute geben die einfach gerne in eine Ecke ziehen die eine hohe Energie ausstrahlt bzw. so gerne in der Innenstadt wohnen dass sie da ein Auge zudrücken. Es zwingt ja keiner die Leute da hin zu ziehen...

    Das Zauberwort heißt Mindestschallschutz und ich glaube nicht, dass du ein Wohnhaus ohne diesen abgenommen bekommst.

  • Zitat von Berlinier

    und du führst dann als Vermieter alle drei Monate einen neuen Rechtsstreit mit einem der Mieter

    Mit 'Auge zudrücken' meinte ich schon eher eine Art vertragliche Bindung dass man nicht anfängt zu meckern - zugegebenermaßen eher eine politische Vision als irgendwas anderes...

    Aber die Innenstädte brauchen halt Leute!

    Zitat von BLaine

    Das Zauberwort heißt Mindestschallschutz

    Dachte ich mir, dass da vielleicht ein Gesetz hintersteht. Das ist natürlich (im Grunde glücklicherweise) schwer zu umgehen...

  • Ein sachlicher und informativer Beitrag zur Projekthistorie und der Baukollegiums-Sitzung von Montag ist heute in der Berliner Morgenpost erschienen.


    Ich habe mir die Baukollegiums-Sitzung auch angeschaut und muss sagen, dass das Ganze, leider, leider!, denkbar unglücklich verläuft, was angesichts der exponierten Lage mehr als traurig ist. Daran trägt, wohlgemerkt, nicht Frau Lüscher und nicht das Baukollegium Schuld, die im Gegenteil sehr kompetent, deutlich, fest, aber auch zugewandt und lösungsorientiert argumentiert haben, sondern die zerstrittenen Streitparteien Investa vom Anlieger und die jetzigen Projektträger. Wir haben hier einen Streit, der aus folgenden Gründen in einen worst case zu enden droht:

    1. Wir haben hier einen Anlieger (die Investa als Eigentümer des „Panorama Business Center“), der das Projekt jahrelang auf dem Klageweg sabotierte und ohne dessen Kooperation auch jetzt eine für alle gute Lösung nicht zustanden kommen kann.
    2. Wir haben einen aktuellen Entwurf, der den wohl obligaten Zugang zu den bestehenden Geschäften gerade noch gewährleistet ansonsten eine aberwitzige Fahrradrampe plant, so dass ein enger Innenbereich ohne jede Qualität entstünde (und was auch noch durch eine trostlose Fassadengestaltung im Innenhofbereich mit billigeren Materialien unterstützt würde). Das wirkt so, als ob dieser Entwurf der Innenbereiche als Druckmittel zur Durchsetzung einer besseren Lösung gegenüber dem renitenten Nachbarn entworfen worden wäre. (Das Büro ließ übrigens durchblicken, dass sie damit rechnen, dasss die bestehenden Läden nicht mehr lange vor Ort bleiben werden, was immer das für das Projekt bedeutet.)
    3. Wir haben schließlich einen enormen Zeitdruck, denn die Baugenehmigung läuft nur noch bis 2022 (glaube ich verstanden zu haben), und wenn nicht bald eine Lösung gefunden wird, würde das bereits genehmigte Hotel gebaut, für das es aber wenig Bedarf gibt und dessen architektonische "Qualität", aber schon dieser Ausdruck ist ein Euphemismus, noch einmal um Längen schlechter ist als der jetzige Entwurf.

    Es sieht also, mit anderen Worten, so aus, dass hier die Investa durch nachhaltigen Boykott auch den jetzigen Bauträger zermürben und zur Aufgabe zwingen will, dass dieser nach juristischem Sieg mit einer Lösung droht, die die Interessen von Investa maximal beschädigen würde und dem Baukollegium, das den dadurch enstandenen Murks nicht durchwinken will, mit einer Alternative droht, die für alle die Schlimmste wäre und erst recht niemald wollen kann.

  • Hallo zusammen, ich bin heute mit der S-Bahn zum Alex gefahren und habe gesehen, dass sich auf dem Grundstück was tut. Ein Bagger war dort zugange und hat dort den Wildwuchs beseitigt und Bodenplatten entfernt. Ich glaube auch, dass der Zaun erneuert wurde. Macht der der Investor womöglich nun ernst und fängt an...?

  • ^ Ich kann nur inständig hoffen, dass es sich um einen Bluff handelt, um noch einmal Druck auf den offenbar äußerst unkooperativen Nachbarn sowie auf die Stadt auszuüben. Denn NIEMAND kann wollen, dass dieses armselige Hotel, das m.W. bewilligt wurde, nun tatsächlich gebaut würde. Abgesehen von der nicht vorhandenen architektonischen Qualität wäre dieses Nichts direkt neben der Marienkriche regelrecht trostlos.