Karl-Liebknecht-Straße 14 - Büro am Alex

  • Was tut sich denn da genau? Ich sehe nur einen "Gabenzaun". Keine Kritik an deinem Beitrag, es ist mir nur wirklich rätselhaft was an diesem verhexten Alexanderplatz nicht stimmt, dass hier kein nennenswertes Projekt an Fahrt aufnimmt. Dagegen ist das Anschutz Areal ja das reinste Dubai.

  • ^ Was sich genau tut, weiß ich auch nicht. Hinter dem 20 Km/h-Schild kann man (nicht sehr gut) einen Arbeiter erkennen, zudem Arbeitsgerät. Offenbar wird das Grundstück entbuscht, was, da es schon länger abgesperrt ist, ein wenig auf relevantere Bauvorbereitende Arbeiten hoffen lässt. Da diese Brache sehr hervorgehoben ist, dachte ich, das könnte hier interessieren.

  • ElleDeBE Es sind wahrscheinlich Beschneidungsmaßnahmen. Ich hatte vor einiger Zeit mit der App des Ordnungsamts eine verwahrloste Fläche gemeldet, die völlig zugewuchert war. Anscheinend hatte das behördliche Amt Erfolg beim Investor. 😉

  • Der nächste coole Schubladenbau an der Ecke. Für mich wirkt das total seelenlos. Eine Verbesserung des gegenwärtigen Hinterhofdaseins aber insgesamt doch ziemlich schwach. Schade das man sich nicht mehr an den goldenen 20ern orientiert!

  • ^ Ich denke nicht, dass das gebaut wird, Batō spricht nur von einem Entwurf und in der Tat finden sich auf der verlinkten Seite keine weiteren Angaben. Meiner Erinnerung nach wurde auch noch keine Baugenehmigung erteilt. Würde das realisiert werden, wäre aber auch ich unzufrieden. V.a. vermisse ich einen wie auch immer gearteten Versuch der Anknüpfung an die Umgebung, insbesondere an die, ja nicht eben unbedeutende, Marienkirche.

  • Schön ist es nicht. Aber ehrlich: Da war 30 Jahre lang nichts, oder? Am Alex ist doch alles besser, als nichts. So leid mir das selbst tut. Aber der ganze Platz, die ganze Gegend, ist hässlich non-stop.


    Wenn die Baulücken mit modernen, gesichtslosen Gebäuden gefüllt werden und damit wenigstens Leben und Kaufkraft ins Zentrum zurückkehrt und gleichzeitig endlich die geplanten Hochhäuser gebaut werden, könnte zumindest die schiere Baumasse am Alex als urbanes Zentrum der Hauptstadt überzeugen.

  • Aber ehrlich: Da war 30 Jahre lang nichts, oder?

    Nein, da war 75 Jahre lang nichts.
    Und wenn rundherum auch nur häßliche Architektur ist - dann wäre das doch ein besonderer Grund, etwas Schönes dortin zu setzen. :saint:

  • ^^ Da stand seit 1945 nichts mehr. An der Stelle befand sich ja eine der Hallen des Berliner Zentralmarktes. Das Panorama-Haus hatte somit auch zuvor an der nordwestlichen Seite keine Fenster, da es direkt an die Halle anschloss. Den Namen verdankt es übrigens wie der Stummelrest der Straße nebenan dem "Sedan-Panorama" (hier auf der Karte unten zu sehen), das am Sedantag 1883 im Beisein von Kaiser, Bismarck und Moltke eröffnet wurde und auf 15m Höhe und 115m Länge fotorealistische Sedan-Schlachtengemälde des Hofmalers Anton von Werner enthielt. Die Flächen vor dem Rundbild waren wohl mit Sträuchern, Wällen und echten Waffen drapiert, über einen mechanischen Musikautomaten wurde Marschmusik eingespielt.

    sedan_1b9j17.png

    sedan_232kos.png

    Aus: Zentralblatt der Bauverwaltung, 1884 - ganz zu lesen hier.

    Nach Abriss des "Sedan-Panoramas" 1908 entstand ein Geschäftshaus, die Panoramenbilder wanderten in den Privatbesitz des Kaisers und gelten als verschollen.

  • Nein, da war 75 Jahre lang nichts.
    Und wenn rundherum auch nur häßliche Architektur ist - dann wäre das doch ein besonderer Grund, etwas Schönes dortin zu setzen. :saint:

    Hässlich ist ein unwürdiges Wort. Es liegt doch im Auge des Betrachters und zum Glück ist Berlins Architektur vielfältig. Genau das macht es doch so lebendig und abwechslungsreich. Es ist anders und deswegen "außergewöhnlich" mit der Chance auf ein urbanes Zentrum mit Hochhäuser, Neu & Bestandsbauten, die vielleicht auch erweitert oder aufgestockt, umgebaut werden. Die "Memiplatte" könnte zum Beispiel im Dialog & Absprache mit den Anwohnern zum Wohnturm mit Sockel umgebaut werden, die MieterInnen könnten im Neubau zu moderaten Preisen wieder einziehen. Bezahlbar, fair. So stelle ich mir zukünftige Entwicklungen rund um den Alex vor.

  • Ich glaube nicht, dass das so gebaut wird. Stutzig macht mich auch die Visualisierung. Die stimmt in den Proportionen so gar nicht mit dem zu bebauenden Grundstück überein. Die Seitenverhältnisse stimmen einfach nicht.

  • Das Alea 101 gegenüber ist schon ein architektonischer Tiefpunkt, aber diese Hotelkiste schlägt dem Fass den Boden aus. In beiden Fällen hätte man besser die schönen DDR-Freiflächen erhalten und aufwerten sollen.

  • Architektator so schlecht ist die Architektur ja auch wieder nicht, es fehlt noch etwas mehr "spektakulär", ansonsten eigentlich nicht uninteressant.

  • Stutzig macht mich auch die Visualisierung. Die stimmt in den Proportionen so gar nicht mit dem zu bebauenden Grundstück überein. Die Seitenverhältnisse stimmen einfach nicht.

    Das ist halt eine extreme Weitwinkelperspektive, um die Gestaltungs-Idee des Entwurfs hervorzuheben: Betonung der Horizontalen bis zum geht-nicht-mehr. Und genau die Idee ist das Problem: Der historische Teil des Blocks ist von der Vertikalen geprägt. Direkt nebeneinander passt das wie Faust aufs Auge. Ich hoffe sehr, dass es bei diesem Projekt nicht bleibt.

  • EILMELDUNG (um es etwas spannender erscheinen zu lassen):

    Die Genehmigungsliste für Februar (!) ist mit großer Verspätung raus. Demnach ist für die Karl-Liebknecht- Straße 14 tatsächlich der Neubau eines Bürogebäudes genehmigt. Könnte also sein, dass der von Batō hier #25 gepostete Entwurf zum Zuge kommt.


    Der Name des Strangs sollte nun von "Hotel am Alex" in "Bürogebäude am Alex" umgeändert werden.

  • ^^ Da stand seit 1945 nichts mehr. An der Stelle befand sich ja eine der Hallen des Berliner Zentralmarktes. Das Panorama-Haus hatte somit auch zuvor an der nordwestlichen Seite keine Fenster, da es direkt an die Halle anschloss.

    1953 stand da wohl noch ein Teil der Markthallen. Die wurden offenbar mit dem Neubau der Schneise Karl-Liebknecht-Straße abgerissen.

    https://interaktiv.morgenpost.de/berlin-1953-2016/

    So gut eine Bebauung dieses Grundstücks auch ist sollte man sich grundsätzlich überlegen ob diese Straße in der Breite weiter bestehen soll und daran die Bebauung ausrichten.