Abriss IBA Bauten (Ungers) / Dibag Neubauten

  • Abriss IBA Bauten (Ungers) / Dibag Neubauten

    Investor reißt prominente Siedlung am Lützowplatz ab
    Tiergarten: Häuser erst 23 Jahre alt - Mieter kämpfen um ihre Wohnungen


    Zitat

    Die Weihnachtsvorfreude der Bewohner vom Lützowplatz 2-18 ist getrübt. Per Rundschreiben hat der Vermieter ihnen mitgeteilt, daß der Abriß der Wohnungen vorbereitet wird. Dabei sind die Häuser erst 23 Jahre alt, gebaut mit Senats-Fördermitteln in Höhe von 15 Millionen Euro zur Internationalen Bauausstellung (IBA). Das Besondere: Alle Wohnungen haben Garten oder Terrasse, 63 der 86 Wohnungen sind Maisonetten mit vier Zimmern.
    ...


    Zitat

    Der Eigentümer, die Münchner Dibag AG, plant eine Neubebauung des exklusiv zwischen Potsdamer Platz und West-City gelegenen Areals. Die Interessengemeinschaft Lützowplatz (IG) befürchtet, daß für Normalverdiener dann kein Platz mehr sein wird. "Mit dem Abriß würde uns ein Stück Heimat genommen", sagt Claudia Kleiner, Sprecherin der Interessengemeinschaft. Die Mieter wollen um den Erhalt ihrer Wohnungen kämpfen.


    http://morgenpost.berlin1.de/c…11/29/bezirke/795190.html


    hat jemand Bilder?

  • Hauptaugenmerk dürfte wohl auf den Büros liegen:


    "Nach dem Abriss sollen auf dem Grundstück zur Straße hin ein siebengeschossiges Bürohaus und im hinteren Teil ein Wohngebäude entstehen. Geplant sind auch ein 18 Meter breiter Grünstreifen zwischen den Gebäuden und eine Tiefgarage mit 200 Stellplätzen."
    (Baunetz)


    und da der Lütwowplatz vis-a-vis des Köbis dreiecks und gegenüber der CDU-Zentrale liegt, dürfte das wohl sehr lukrativ werden....
    1982 fast Stadrrand, 2005 super Innenstadtlage....;)

  • @Ungers-Gebäude am Lützowplatz: Es ist in erster Linie schade um die Wohnungen, da mit derartig angelegten Terrassen nicht allzuviele erschwingliche in Berlins Innenstadt zu haben sein dürften. Das Gebäude an sich ist höchstens mittelmäßig, aber zumindest relativ eigenständig für Wohnbauten.
    Da wurde dem Architekten übrigens auch ins Handwerk gepfuscht (minderwertige Fenster eingesetzt und mehr verputzt als geplant, an sich sollte mehr Backsteinwand zu sehen sein).


    Das neue Modell scheint nach der mittlerweile doch sehr langweiligen Blaupause für stinknormale Berliner Wohn/Bürogebäude gefertigt zu sein.


    Wenigstens will die Dibag eine Mieterbefragung durchführen, um ihre Wünsche herauszufinden (wahrscheinlich ein Feigenblatt, aber Hoffnung für die Mieter muss ja drin sein).

  • Das stimmt. Vor allem waren sie aber auch als Wohnbauten eine Katastrophe. Niemand weiß so recht, was sich Ungers dabei gedacht hat, die unteren Geschosse so weit einzurücken, dass ja kein Sonnenstrahl die Wohnungen reicht. Dass die jetzigen Bewohner gegen den Abriss protestieren (obwohl keiner von ihnen einfach so auf die Straße gesetzt wird) zeigt hier wieder mal deutlich, dass das neumodische Bürger-Geschrei weniger in der Sache begründet liegt, als viel mehr dem Unvermögen geschuldet ist, mit Veränderungen umzugehen.

    Warum heißt es eigentlich neuerdings "Ungers-Bauten"? Das ist doch im Prinzip nur ein Riegel.

  • Der rückwärtige Teil des Gebäudes (der durch einen kleinen Fußweg von dem vorderen getrennt wurde) ist inzwischen bereits abgerissen und das Gelände freigemacht. Der vordere Teil ist (noch) unangetastet.


    D.

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    Dabei scheint es wohl erstmal zu bleiben denn das Berliner Landgericht wies zuletzt die Räumungsklage des Investors zurück. Grund: die bisherigen Planungen des Investors seien zu wage um auf Vorrat kündigen zu können. Zudem wurde keine Revision zugelassen.


    Meldung MieterMagazin

  • Ob die Unger Häuser am Lützowplatz schon vollständig bezahlt sind ? Weniger als 30 Jahre nach deren Fertigstellung dürfte das fraglich sein. Das Ensemble erhielt Zuschüsse aus der Wohnungsbauförderung.Vom Bund als auch von Berlin.
    Die Maisonettenwohnungen mit grossen Balkonen / Terassen und dem grünen Band im Hof waren bei den Mietern sehr geschätzt,trotz zahlreicher Baumängel.


    Die Häuser am Lützowplatz wurden als Teil eines "grünen Stadtarchipels" in den 70er Jahren geplant.Ungers hatte seinerzeit einen Lehrauftrag an der TU und hatte sich eingehend mit der Situation des zu der Zeit schrumpfenden West Berlin befasst.
    Herausgekommen sind die IHMO häufig zu Unrecht angefeindeten Häuser.Beim Abriss und Neubau geht es wohl eher um Flächen und Gewinnoptimierung,denn um städtebauliche Veränderungen.


    Die Visualisierungen lösen bei mir ein Gähnen aus.

  • Die Visualisierungen lösen bei mir ein Gähnen aus.


    Wie wahr! Das ist - wieder einmal - Stangenware!
    Dabei ist der Standort doch durchaus interessant und die Tiefe des Grundstücks würde interessante Kombinationen von Arbeiten und Wohnen zulassen.
    Wo bleibt die Kreativität?

  • Abriss der Ungers-Häuser

    Das mit der Gewinnoptimierung stimmt sicher, dürfte aber für die meisten Gebäude seit die Menschen mit dem Bauen begonnen haben zutreffen.


    Diese Bauten fand ich schon immer schrecklich vorstadtmäßig und der Hinweis auf das schrupfende West Berlin passt zu dem Eindruck ziemlich gut. Die Situation der Stadt hat sich ja zum Glück grundlegend geändert und das diese Bauten abgerissen werden, kann ich nicht als Velust ansehen. Ich finde den Entwurf ^sogar ganz passabel und die Verdichtung angezeigt.


    Hoffentlich kommt es in den nächsten Jahren zu einer Umsetzung des Innenstadtplans an der Urania mit dem geplanten Straßenrückbau und der Nachverdichtung, so dass diese Lage zwischen Tauentziehn und Tiergarten endlich als Innenstadt wahrnehmbar und aufgewertet wird. Eine zu begrüßende Entwicklung!

  • Hier ein paar Bilder kurz vor dem Abriß bzw. von den beginnenden Abrißarbeiten, außerdem eine schöne Übersicht über die anderen IBA-Bauten.
    Schade um das Haus, hoffentlich wird in Zukunft bewußter mit dem IBA87-Erbe umgegangen. Gegen die pinkfarbige Sanierung des Hejduk-Turms in Kreuzberg gab es ja vor einiger Zeit eine erfolgreiche Kampagne.


    http://www.architectureinberlin.com/?p=409

  • Abschiedsfoto


    Shot at 2012-02-19


    Ich habe es mir heute wohl zum letzten Mal angeschaut und dabei etwas genauer hingeguckt. Einen großen Verlust finde ich den Abriss nicht, auch wenn das Haus sichtlich einen gewissen architektonischen Anpruch hat.
    Der Abbruch nach nur gut 20 Jahren ist natürlich durch die Veränderungen in der Stadt begründet. Wenn nun das Areal um die Urania aufgewertet wird mit Reaktivierung des Phillips-Hochhauses und Neubauten, so begrüße ich das sehr.