Sonstige Bauprojekte außerhalb der Wallanlagen

  • Spener- / Mechtildstraße

    epizentrum meldete hier den Vollzug des umstrittenen Abrisses des Gebäudes in der Spener- / Mechthildstraße. Die angefressene Hälfte des Gebäudes gibt es bei Street View zu sehen.

    Ein Foto des Bestands und die Vorgeschichte fasst dieser Artikel in der FNP gut zusammen:

    https://www.fnp.de/frankfurt/stre…e-91361464.html

    Ich bin heute zufällig in der Straße gewesen und habe zwei schnelle Bilder vom gerade entkleideten Neubau gemacht:

    IMG-0055.avif

    IMG-0056.avif

    Wenn der Neubau keine Mahnung ist, das Viertel wenigstens unter Ensembleschutz zu stellen, dann weiß ich auch nicht.

  • Vorgestellt vor gut 5 Jahren in Beitrag #1254 von Schmittchen und zuletzt vor einem Jahr in Beitrag #1672 von Micha81:

    Inzwischen sind die Gerüste an allen Seiten gefallen, daher hier einige Bilder

    Blick Ecke Schwarzburgstraße/Lortzingstraße

    Lortzingstraße: Blickrichtung Glauburgplatz


    Glauburgplatz


    Schwarzburgstraße


    Blick Schwarzburgstraße Richtung Osten


  • Ist das Sichtbeton, dem noch Klinker fehlen oder eine fertige, graue Natursteinfassade in der Spener- / Mechtildstraße? Muss man jedenfalls erst mal schaffen, mit eigentlich gern gesehenen Materialien wie Backstein so ein grotesk, hässliches Ergebnis abzuliefern. Sehr schade für das Viertel!

  • Sieht aus, als hätte man hier eine Autobahnbrücke recycelt. Unfassbar, wozu sich manche Bauherren und Architekten berufen zu fühlen scheinen. Da muss ein angenehmer intakter, harmonischer Straßenzug auf Biegen und Brechen und gegen den erbitterten Widerstand der Anwohner verschandelt werden und es gibt keine Handhabe. Das kann und will man nicht verstehen.

  • Beruhigt euch wieder. Geschmack- und Ansichtssache, würde ich sagen. Mir gefällts, klare und symetrische Gliederung, angenehme Farbe. Nur schade, dass der schöne Klinker nicht über die ganze Fassade gezogen wurde, aber das könnte auch eine Preisfrage gewesen sein. Selbst mit dem Dach kann ich leben, da hat man sich wenigstens etwas überlegt, es geht halt natürlich um nutzbare Fläche. Und fügt sich sogar noch ganz gut in die zu sehende Nachbarbebauung (unteres Bild) ein.

    Einmal editiert, zuletzt von skyliner (13. November 2024 um 07:47) aus folgendem Grund: Grammatik

  • Irgendwo solitär auf der grünen Wiese oder in einem der vielen Bürogetthos oder Plattenbausiedlungen hätte es niemanden gestört, vielleicht sogar eine Aufwertung bedeutet. Hier ist aber ein ensembleprägender Altbau grundlos abgerissen worden für diesen sich nicht im geringsten einfügenden Schuhkarton, und daher absolut inakzeptabel. In der Tat ein Mahnmal, und die Stadt sollte schleunigst dafür sorgen die weitere Verschandelung ihres eh schon schwer genug geschundenen Stadtbildes durch solche Egomanen durch entsprechende Satzungen zu verhindern!

  • So ist es: Wenn das Gebäude eine Brachfläche gefüllt hätte, würde ich die Architektur immer noch etwas gewöhnungsbedürftig finden, da sie irgendwie klobig wirkt und seltsame Proportionen hat. Doch zumindest handelt es sich nicht um eine seelenlose WDVS-Kiste, und die Fassade zeigt einen gewissen Gestaltungswillen. Wenn man aber weiß, was dort dafür ohne jede Notwendigkeit weichen musste ist es einfach nur zum Schreien.

  • Die Spener-/Mechtildstraße passt in ihrer Gestaltung gar nicht in dieses Viertel – wenn überhaupt in irgendeinen Teil Frankfurts. Es fehlt ihr jegliche lokale Verankerung, und die Architektur wirkt brutalistisch, ästhetisch abweisend und anonym, typisch für viele "moderne" Bauwerke. Die oft geäußerte Behauptung, dies sei „Geschmackssache“, verharmlost die Problematik solcher Neubauten. Unzählige Studien zeigen, dass die Mehrheit der Bürger modernistische Architektur dieser Art nicht schätzt. Das beweist auch die Aufregung hier im DAF. Die auffällig unpassende Erscheinung des Gebäudes stört die Harmonie des Viertels erheblich – und genau das sorgt hier für den Unmut der Bewohner und DAF-Autoren.

    Die große Frage ist, was sich gegen diese Entwicklung tun lässt. Persönlich bin ich kein Befürworter strikter Bauverbote und Vorschriften, aber vielleicht ist dies eine Möglichkeit, um solche Tendenzen einzudämmen. Es wäre zu wünschen gewesen, dass Architekten ihre Bauherren hier besser hätten beraten und von harmonischeren, lokal verwurzelten Entwürfen überzeugen können. Für mich offenbart diese Entwicklung vor allem eine kulturelle Armut und die mangelnde Fähigkeit, das Schöne und Harmonische vom bloß Beeindruckenden zu unterscheiden. Schöne Architektur ist meiner Ansicht nach lokal verankert und folgt bestimmten Prinzipien und ästhetischen Standards. Die modernistische Architektur jedoch, wie sie hier zum Ausdruck kommt, scheint vor allem den Fantasien einzelner Architekten und den wechselnden Moden der Bauwelt zu entsprechen. Das neue Gebäude hätte genauso in Dubai oder China entstehen können.

    Wenn wir heute mehr herausragende Architekten wie Patzschke oder Sebastian Treese hätten, gäbe es sicher weit mehr Möglichkeiten für überzeugende, schöne Bauprojekte. Unsere Architekten müssen besser werden. Viele scheinen nur noch in der Lage zu sein, solche Projekte zu entwerfen – stets den einfachsten Weg zum Ziel. Doch Kunst und Schönheit erfordern Hingabe und Einsatz. Die Antwort liegt wahrscheinlich in erster Linie in der Ausbildung. Eine stärkere Betonung auf Ästhetik, kulturelle Verwurzelung und handwerkliche Raffinesse könnte Architekten dazu befähigen, Projekte zu entwerfen, die Schönheit und Identität bewahren.

  • Leimenrode 29 (Nordend-West)

    Ein Update des Bauvorhabens in der Nähe des Oeder Wegs, das Serendip noch in der Tiefbauphase an dieser Stelle vorstellte.

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    Der Neubau liegt faktisch im Blockinnern, nahe der Nachbarbebauung, weswegen Fotografieren schwierig ist. Oben die zur Eschersheimer Landstraße gelegene Seite und unten eine Aufnahme von der Straße Leimenrode. Die Stichstraße zweigt vom Bornwiesenweg ab und endet am Neubau Leimenrode 29.

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    Bilder: Schmittchen

    Die räumlichen Verhältnisse werden durch eine Luftaufnahme von 2022 besser verständlich, die noch das im Zuge des Vorhabens abgerissene Bürohaus zeigt (gelbe Markierung). Links davon das Areal Eschersheimer Landstraße 28, weiterhin bebaut mit einem ehemaligen Kfz-Betrieb und dem früheren Hauptsitz des Kreativzentrums "Massif Central". Dazu dieser Beitrag. Hier hat der Bauherr Swiss Life den Baubeginn (aus den sattsam bekannten Gründen) zurückgestellt.

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    Bild: © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main (2022) / Markierung: Schmittchen

  • Beim BV Haeberlinstraße (zuletzt hier) sind die Gebäude bereits fertiggestellt und werden zum Teil schon bezogen. Die Außenanlagen sind noch in Bau.

    Was den Bäumen an Grün fehlt bringt die fertige Fassade mit:

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    Nicht ganz so grün ist der westlich gelegene Neubau:

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    Einmal editiert, zuletzt von Batō (23. November 2024 um 18:05)

  • Das Bauvorhaben BV Marbach 310 ist durchaus ein ansehnliches Projekt – wären da nicht die Fallrohre, die ins Auge stechen, als hätte man vergessen, ein Teil des Baugerüsts zu entfernen. Ebenso wenig tragen die dezentralen Lüftungskästen zur Ästhetik bei, deren Gestaltung man bestenfalls als wenig ansprechend bezeichnen könnte. Dieses gestalterische Missgeschick tut regelrecht in den Augen weh und ist ein perfektes Beispiel dafür, wie das Feingefühl in der heutigen Architektur verloren gegangen ist.

  • ^ Alle reden davon, Bauen sei zu teuer, müsse vereinfacht werden, zu viele Regeln, Normen usw. Die Regenrohre nicht auf der Wand zu führen heißt was? Sie verdeckt zu führen. Dafür musst du senkrechte Nute im Mauerwerk oder in der Aufputzdämmung vorsehen oder sie gar im Innern führen Schon länger ist als ein feature zur Reduzierung von Baukosten die Führung von Leitungen auf Putz identifiziert. Das gilt insbesondere dann, wenn viele Terrassen, Balkone und Flachdächer zu entwässern sind. Gerade die Entwässerung solcher Flächen über Abläufe, die nicht äußerlich verlaufen, hat sich als schadenanfällig erwiesen. Kosten einsparen heißt u. U. auch, sich von Errungenschaften und Standards zu verabschieden - das wäre für mich so ein Fall.

    Und von wegen heutige Architektur: zeig mir mal ein gründerzeitliches Gebäude (Börse, Städel, Hbf., Alte Oper) an dem die Fallrohre nicht vor der Wand verlaufen. In der Blockrandbebauung hat man sie gelegentlich in Rücksprüngen der Brandwände "versteckt".

  • Ich kenne keinen Gründerzeitler an dem die Regenrinne mitten über die Fassade läuft, die werden in Ecken oder am Gebäuderand versteckt, auch hier hätte man die Regenrinne über eine Zusammenführung z.b. rechts und links in der Nische des Eingangs führen können. Es sieht halt so aus das die Regenrinnen nicht Teil der Planung waren und erst am Ende irgendwie ans Haus gedengelt wurden. 3 Abflüsse im Abstand von 4-5m sind grusselig. Das ist m.E nicht den Baukosten geschuldet (bei den Verkaufspreisen wenn überhaupt der Gewinnmaximierung des Bauträgers) sondern schlechte Planung.

  • Neubau Sankt Markus Koptisch-Orthodoxe Kirche (Bockenheim)

    Die 1975 gegründete St. Markus Kirche ist die älteste koptische Gemeinde Deutschlands. Zunächst in Ginnheim ansässig, erwarb sie 1998 das ehemalige Käthe-Kollwitz-Haus an der Lötzener Straße (Industriehof, Stadtteil Bockenheim). Danach wurde das 1963 von der städtischen Saalbau als Bürgerhaus errichtete Gebäude zur Kirche umgebaut.

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    Bild: Schmittchen

    Im Zusammenhang mit dem (einstweilen) gescheiterten Neubau eines katholischen Gymnasiums auf dem benachbarten Areal der 2020 profanierten Kirche Sankt Raphael und dem zugehörigen Gemeindezentrum wurde Sankt Markus schon einmal im Forum erwähnt.

    Nun soll der Bestand abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Ersatzbau wird seit 2023 von dem in Sakralbau erfahrenen Büro Wandel Lorch Götze Wach, Frankfurt und Saarbrücken, geplant. Das Projekt erhielt im April eine Finanzierungszusage der GLS Bank, im Juli wurde Bauantrag gestellt. Derzeit läuft das Baugenehmigungsverfahren.

    Der Entwurf besteht aus einem dreischiffigen Kirchenbaukörper, einer Mittelzone und dem Gemeindezentrum. Visualisierung:

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    Innenraum mit offenem Holzdachstuhl:

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    Bilder: Wandel Lorch Götze Wach GmbH / St. Markus Koptisch-Orthodoxe Kirche Frankfurt e.V.

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    Nochmal ein Blick auf das Projekt "Schwarzburgstraße 25-27", zuletzt abgelichtet von Serendip #1711. Ob das in der Visualisierung gezeigte Café zum Glauburgplatz noch kommt, war nicht zu erkennen (Delom).

    Das Gebäude könnte auch im Marbachweg stehen (Fotos von Bato #1721), nur dass die Fallrohre in Nischen an der Fassade verlegt wurden (s.o. links im Bild, sowie auf den Fotos von Serendip #1711).

  • Das stimmt. Die Fallrohre sind hier im BV schöner gelöst, aber dafür zeigt sich eine andere Unart.

    Weil der Bauherr das EG nicht erhöhen oder als Belle Etage höher legen, aber dennoch den Effekt eines großzügigen Erdgeschosses als Sockelgeschoss erzielen möchte, hat er die EG Verkleidung noch über die Hälfte des ersten OGs gezogen. Hier ist dieser Trick offensichtlich und den Proportionen des Gebäudes nicht zu- sondern eher abträglich.

    Ausgehend von der Funkantenne auf dem Dach dürfte es sich aber nicht um Wohnungen der höchsten Güteklasse handeln. Demnach muss man dankbar sein, für das, was man bekommt. Die Dankbarkeit bezieht sich vorliegend auf das Dach/die Dachlandschaft, welche ansprechend und hochwertig ausgeführt worden ist-

  • Neubau Mietlager-Gebäude "MyPlace Frankfurt Nied" Mainzer Landstraße 693 | Upgrade

    In den anderthalb Jahren seit Schmittchens Ankündigung in Beitrag #1657 und dem guten Jahr seit Main1a's Beitrag #1666 zur Baugrube hat sich das Projekt inzwischen wohl fast bis zur Rohbaureife entwickelt.

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    Ansicht der westlichen Gebäudefront

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    Ansicht zur Mainzer Landstraße, am besten wohl mobil von StraBenbahn oder Auto zu bewundern ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von Serendip (4. Dezember 2024 um 22:22)