Sonstige Bauprojekte außerhalb der Wallanlagen

  • Zu #596:


    An dem Grundstück ist jetzt eine große Tafel zu finden, die den neuen Lidl ankündigt - und darunter eine Zeichnung des standardisierten Einheitssupermarktes, wie er überall sonst auch zu finden ist... Ehrlich gesagt war auch nichts anderes zu warten, ein Konzern wie Lidl wird sich hüten, auch nur einen Cent extra in ein Gebäude zu stecken, wenn es nicht unbedingt nötig ist...


    Mal sehen wann auf dem freien Grundstück zwischen Ökohaus und Westbahnhof ein Aldi eröffnet... :rcain:

  • Dekra-Dienstleistungszentrum an der Borsigallee


    Ich glaube das hatten wir noch nicht. In der Borsigallee in Höhe Seckbach wird direkt vor dem Park&Ride Parkplatz Kruppstrasse ein Dienstleistungszentrum der Dekra (meines Wissens Dienstleister rund ums Auto - TÜV/HU etc.) gebaut. Hatte mich schon die ganze Zeit gefragt, was die da machen. Mittlerweile ist man schon über das Fundament und die Keller hinaus und arbeitet langsam aber sicher am Erdgeschoss.


    Heute morgen im vorbeifahren mit der U-Bahn habe ich erstmals das (doch recht imposante) Bauschild sehen können. Leider bin ich im Bildereinstellen noch nicht weiter, aber wenn mal jemand vorbeikommt...:)

  • Grundsteinlegung für Moschee-Neubau in Frankfurt-Hausen

    In diesem Strang wurde in den Beiträgen 380 und 514 über die Baupläne für die Hazret Fatima Zehra Moschee berichtet.
    Der Trägerverein legt für die Moschee, das Wohn- und Geschäftshaus den Grundstein am 13.06.2009 und beziffert die Baukosten mit 3 Mio. €.
    Geplanter Fertigstellungstermin: Ende 2010.


    Quelle: HK vom 27.05.2009

  • Update: Johannes-Kepler-Residenz (Nordend)

    Zunächst der Hinweis auf die Informationen und Links in Beitrag #499. Ein Werbevideo zu diesem Projekt gibt es hier.


    Einige Fotos, entstanden bereits vor vier Wochen:



    Geschlossen wird eine schon sehr lange vorhandene Baulücke an der Keplerstraße:



    Die Bauteile im Blockinnern werden passgenau in den Gebäudebestand eingefügt:



    Insgesamt werden drei Bauteile errichtet (Lageplan):



    Blick zurück nach Süden zur Keplerstraße:



    Bilder: Schmittchen

  • @ ryosuke


    Auf diesem Bild handelt es sich in der Tat um die Front zur Gebeschusstrasse hin. Links erkennt man knapp die neue Tiefgarageneinfahrt, die von der Michael-Stumpf-Strasse dorthin verlegt wurde. Das ist ungefähr auf der Höhe des ehemaligen Seiteneingangs. Links davon schließen sich dann die Turnhallen an, die nur saniert und nicht abgerissen wurden. Das Gebäude ist nun wesentlich kleiner, da es nicht mehr die riesigen Leerflächen wie im alten Gebäude gibt. Aber schön ist etwas anderes, da geb' ich Dir Recht. Der neue Haupteingang zur Michael-Stumpf-Str. (erstes Bild) ist wiederum ganz ok geworden.

  • Wandel im Nordend

    Derzeit sind in der Stadt zwei Trends besonders stark zu bemerken: Erstens, haben in den letzten Jahren die großen beliebten Wohnviertel wie Nordend, Sachsenhausen oder Bornheim eine besonders starke Magnetwirkung entfaltet, die besonders auf zahlungskräftige junge Familien, Rentner, Akademiker und Singles abzielt. Man möchte in der Nähe von Parks, Mainufer, Kultur, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten sein, also eine Infrastruktur, die viel eher in Großstädten zu finden ist. Zweitens, erfährt verdichtetes Bauen und Bauen im Bestand einen großen Zuspruch. Man sucht bewusst die Nähe zu Altbauten und sucht vornehmlich nach Lücken oder Ramsch-Immobilien. Dies betrifft somit besonders den Stadtteil zwischen Alleen- und Anlagenring (Eschersheimer Landstr und Sandweg), also das Nordend.


    Wie wirken sich diese zwei Trends derzeit aus?
    Es findet eine regelrechte Umwandlungswelle in Eigentumswohnungen statt. Derzeit befinden sich viele der rund 15.000 Altbauten in der Stadt im privaten Eigentum, meist ein bis drei dieser Häuser in längerer Familientradition. Viele der Erben verkaufen diese Immobilien derzeit, weil die Renovierung der Häuser zu teuer wird (neues Erbschaftssteuergesetz und diverse Energiesparverordnungen der Bundesregierung erfordern meist hohe Investitionen, die durch Mieterhöhungen nicht aufgefangen werden können). Immobiliengesellschaften kaufen diese meistens auf, häufig mit dem Ziel: Umwandlung in Eigentumswohnungen. Somit geht attraktiver innenstadtnaher Mietwohnraum ein Stück weit verloren, aber es werden baufällige Ecken aufwändig restauriert und prominente Architekten geben sich mit aufwendigen Projekten durchaus Mühe. Man wird abwarten müssen, ob sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch weiter verstärkt.


    Guter Artikel hierzu in der FR: http://www.fr-online.de/frankf…rankfurt/?em_cnt=1766716&


    Prominente Beispiele der Eigentumswelle im Nordend:
    Die bekanntesten Beispiele wurden in diesem Forum schon detailliert vorgestellt. Das ehemalige Altenpflegeheim "Hofgarten" (85 Eigentumswohnungen - Jo.Franzke Architekten- Richard-Wagner-Straße) ist sicherlich das prominenteste Beispiel. Auch die "Johannes Kepler Residenz" (Post #603) mit 20 Eigentumswohnungen und 4 Penthouse Wohnungen von Stefan Forster Architekten oder das "Frankfurter Westsight" (Post #596) an der Hansaallee, Ecke Holzhausenstraße mit 41 Eigentumswohnungen sind weitere wertige Großprojekte, die in diese Richtung zielen. Hinzu kommen die 200 Passiv-Häuser (50 davon als ETWs) entlang der Hansaallee ("Hansaallee Westend"). Insgesamt eine spannende Entwicklung, man darf gespannt sein, welche weiteren "Immobilien-Juwele" in kommenden Jahren noch geschliffen werden.


    Weitere Beispiele der Eigentumswelle im Nordend:
    Wielandstraße 3, Architekten Jo Franzke, als das neue Domizil des früheren PR-Beraters Hunzinger entworfen. Vier Etagen hoch samt auffälligem Erker mit Sandstein Fassade. Artikel hierzu: http://www.fr-online.de/frankf…d-Der-Lueckenfueller.html


    Holzhausenstr 29 (mehrere ETWs)
    Sicherlich eine exklusive Lage mit Katzensprung zum Holzhausenpark, daher keine Verwunderung. Nebenan steht übrigens ein ehemaliges Bürogebäude, das zum Wohnen umfunktioniert wurde.


    Wohnbebauung Eckenheimer Landstraße/Zeißelstraße (Eckenheimer Landstraße 66 und Zeißelstraße 50)
    Zur Abwechslung auch mal 25 Wohnungen zur Miete - Auch in Post #597 gezeigt. Hier ist ein schneller Baufortschritt zu verzeichnen.


    Bornheimer Landstr 30 (5 Eigentumswohnungen - Abriss und Neubau eines Gründerzeit-Hauses)
    Seitdem diese Bilder gemacht wurden, sind schon 2 Etagen entstanden.


    Residenz Scheidswaldstr
    Streng genommen in Bornheim gelegen. Neubau mit 6 Eigentumswohnungen.


    Aufwertung von Gebäuden an der Schleiermacherstr (in rot) und auch an der Bornheimer Landstr (im Bau)


    Quelle: Alle Bilder wurden mit meiner Kamera geschossen.


    Weitere aktuelle Beispiele in Bornheim:
    Berger 334 mit http://www.berger-334.de/ und 160 Wohnungen (85 Miete/ 55 ETW) im bereits fertig gestellten Campo Passivhaus Bauprojekt (samt Eisenbahn Depot Rewe).

  • Noch ein paar Eindrücke von Franzkes Haus in der Wielandstraße:





    Bilder: Miguel


    Ich halte das Haus für ziemlich gelungen, außer beim Dach: da bin ich zwiegespalten. Einerseits fehlt einfach ein richtiges Dach, um sich in die umgebende Bebauung einzufügen. Andererseits macht es der Erker in der Betrachtung von der Straße aus - zumindest, wenn man direkt davorsteht - wieder einigermaßen wett, dass da oben ein richtiger Abschluss fehlt. Dazu kommt, dass man mit einem Flachdach natürlich eine herrliche Dachterrasse realisieren kann, was hier anscheinend auch gemacht wurde: man beachte die Bepflanzung auf Bild 2...

  • ^ "... aber es werden baufällige Ecken aufwändig restauriert und prominente Architekten geben sich mit aufwendigen Projekten durchaus Mühe"


    Schön wär's... Von den oben gezeigten Beispielen kann mich nur das Projekt aus der Wielandstr. überzeugen. Der Rest mag innen sehr komfortabel sein, aber außen?? Besonders ärgerlich finde ich das Projekt "Holzhausenstr 29": gerade diese feine Adresse hätte etwas anderes verdient, als diesen Investorenklotz (auch dann, wenn damit ein noch häßlicheres Bürogebäude verschwunden ist).

  • Renditeschachteln sehen aber schon etwas eintöniger, banaler und einfallsloser aus als oben gezeigt. Da sind so manche Neubauten in Riedberg, Rebstockviertel oder auch City-West deutlich passendere Beispiele. Ebenso klar ist, dass das Nordend als "Insel der Glückseligen mit ewig niedrigen Mieten in großzügigen Altbauwohnungen und allen anderen Vorteilen" nicht zu erhalten ist. Dafür ist die Nachfrage nach Wohnraum zu sehr ausgeprägt. Nur in München dürfte in Deutschland Wohnraum noch schwerer erhältlich sein.

  • Es braucht nicht viel...

    ...um gute Architektur zu machen. Ähnlich wie beim Kochen bedarf es guter Zutaten aus der Region, liebe zum Produkt und das gewisse Etwas um eine schmackhafte Mahlzeit zu bereiten. Hier ist das in architektonischer Form umgesetzt worden.Der gelungene Eingangsbereich, die ageschrägten Fenstrbrüstungen, die schmalen Fensterschlitze und der schöne Erker erfreuen das Auge.

  • wenn ihr mich fragt, finde ich die architektur auf den zuletzt gezeigten fotos völlig daneben!


    das haus gliedert sich kein bisschen in die umgebung ein, sondern sticht durch die scharfen kanten und das fehlende dach total hervor.


    außerdem mag das irgendwie dem zeitgeist entsprechen, aber für mich sieht es eher aus wie ein gefängnis im rohbau. ich glaube, in zwanzig jahren wird man hier gerne die abrissbirne schwingen! :nono:


    gruß ;)



    ps: wenn es auch dem artikel in der fr-online nach zu urteilen im inneren recht exquisit zu sein scheint!

  • Unterordnung und Anpassung

    sind in der Architektur genau so unangebracht, wie in der Gesellschaft. Dieses Gebäude ist neu, es wäre ein anachronismus, wenn man es historisierend baut. Die Gliederung ist klassisch dreiachsig mit Erker und schmalen Fenstern. Die Gründerzeitbebauung, in die sich solche Gebäude "einpassen" sollen, ist doch auch oftmals zutiefst uneinig. Mal Neogotik, mal Neobarrock und dazwischen etwas Neorenaissance! Hier hat ein Architekt behutsam und mit viel Liebe zum Detail gebaut und trotzdem kann es einigen wieder nicht genügen, sehr schade.

  • Bauen im Bestand ist eine wahre Tragödie in Frankfurt. Die letzten wirklich überzeugenden Projekte dieser Art waren an der Freiherr-von-Stein-Straße im Westend und die Villa Kennedy. Das auf den oben gezeigten Bildern hingegen ist einfach durchweg erbärmlich. Da fügt sich absolut gar nichts in die jeweilige Altbauumgebumg ein - verglichen mit anderen Projekten zwängt sich auch überdeutlich der Eindruck von typischer "Investorenarchitektur" auf. Wenn ich dann auch schon wieder lese "Abriss und Neubau eines Gründerzeithauses" und die Visualisierung dazu sehe steigt der Hass in mir. Wenn man mit sowas die ganzen Nachkriegsbausünden ersetzen würde, ok. Aber für einen Gründerzeitler ist das kein würdiger Ersatz.
    Ganz mies find ich aber auch Das an der Wielandstraße (bezüglich der Holzhausenstraße bin ich sogar völlig sprachlos aufgrund Entsetzens). Dass Franzke es auch besser kann zeigt er ja an der Metzlerstraße in Sachsenhausen (sieht man mal vom auch dort fehlenden Dach ab). Aber hier korrespondieren die klobige monolythische Kubatur ohne Dach, Fensterformate und Geschosshöhen einfach nicht im Geringsten mit der Umgebung. Wobei die Architektur grundsätzlich noch nicht mal schlecht ist. Im Europaviertel beispielsweise würd sich Derartiges sicher ganz gut machen, aber für Frankfurts eh schon mehr als genug geschundenen Altbauquartiere ist das absolut die falsche Architektur! Sehr bezeichnend in diesem Zusammenhang auch die Worte von Alf Haubitz, Redakteur beim HR: als "braungraues Ausrufezeichen ragt es aus der benachbarten Gründerzeitlangeweile heraus" (klick)... einfach unfassbar! :nono:

  • genau meine meinung


    ich denke gelungene architektur verfolgt das ziel, eine schöne umgebung zu schaffen, nicht etwa nur "toll an sich" zu sein. und dazu denke ich reicht es nicht, ein paar vorschriften der bauaufteilung zu befolgen. was ist mit dem dach? was ist mit der steinfarbe? so hellen stein in klaren formen würde ich in dubai vermuten oder wie Rohne sagte im Europaviertel. Die Fenster sind ja keinesfalls wie bei den umliegenden Häusern: Viel schmäler und ohne Unterteilung. Und die Geschosshöhe ist auch nicht dieselbe. Insgesamt fehlt für mich jeglicher Bezug
    (wenn man mal von dem "Erker" und der absoluten Höhe absieht ^^)


    aber über geschmack lässt sich ja streiten :lach:


    wo aber meiner meinung nach der entwurf stimmt: in der zeißelstraße (s. S. 40)

  • ^Welche Geschoßhöhe hättens denn gern? Die vom linken oder die vom rechten Nachbarn? Nicht ganz so einfach also, an dieser Stelle dem Anspruch an eine für den Straßenzug einheitliche Geschoßhöhe und damit durchgängigen Fensterfront gerecht zu werden. Ups, 'einheitliche Geschoßhöhe', das klingt nach Langeweile. Ist dann vielleicht der Begriff der 'Gründerzeitlangeweile' doch nicht so weit hergeholt?
    Und sollte nicht ein Gebäude auch die Ansprüche der Nutzer erfüllen? Ist es Sinn und Zweck eines Gebäudes einfach den Betrachter zu erfreuen?
    Gibt es da nicht noch weitere Kriterien?
    Was spricht gegen Dachterassennutzung in einem gewachsenen Wohngebiet? Die Ansprüche der Bewohner ändern sich. Und wenn Dachterasse, warum diese verkleiden und verbergen hinter Schrägdachblenden?
    Auch mich schmerzt der Abriss jedes Gründerzeitlers. Der Bestand sollte unbedingt erhalten werden. Allerdings habe ich etwas gegen Ergänzung des Bestandes durch Fake-Gründerzeitler. Wie soll denn so etwas aussehen? Jede Zeit hat ihre Ansprüche, die es zu erfüllen gilt. Was ja wohl auch zu der Entscheidung führt, überhaupt einen Neubau zu beginnen und warum sollte der dann Kompromisse hinsichtlich seiner Nutzung und damit der Erfüllung eigener Ansprüche machen?

  • ^Welche Geschoßhöhe hättens denn gern? Die vom linken oder die vom rechten Nachbarn?


    Es ist wohl ein Unterschied, ob sich die Geschosshöhen marginal um ein paar Zentimeter unterscheiden, was für willkommene Abwechslung sorgen kann, oder ob auf eigentlich drei Geschosse vier Geschosse hingequetscht werden. Dies sorgt in der Regel für Missästhetik.


    Zitat


    Und sollte nicht ein Gebäude auch die Ansprüche der Nutzer erfüllen? Ist es Sinn und Zweck eines Gebäudes einfach den Betrachter zu erfreuen?
    Gibt es da nicht noch weitere Kriterien?


    Richtig, es gibt noch weitere Kriterien. Aber eben auch jenes, den Betrachter nicht zu beleidigen. Die eigene Freiheit endet immer dort, wo sie die Freiheiten anderer einschränkt. Deswegen gibt es zuweilen auch Gestaltungssatzungen, welche die Ansprüche der Nutzer zum Wohle der Allgemeinheit einschränken können. Solche Gestaltungssatzungen wünschte ich mir auch für die Gründerzeitviertel in Nord-, Westend und Sachsenhausen.


    Zitat


    Was spricht gegen Dachterassennutzung in einem gewachsenen Wohngebiet? Die Ansprüche der Bewohner ändern sich. Und wenn Dachterasse, warum diese verkleiden und verbergen hinter Schrägdachblenden?


    Vielleicht weil es das Auge des Betrachters erfreuen würde? Und ja, es gibt tatsächlich wunderbare und hübsch anzusehende Dachterassen und Belvederchen auch auf Gründerzeitbauten. Warum sich nicht mal dort inspirieren lassen? Es muss nicht immer neuteutonische Betonbaukunst sein.

  • ich bin raffaels meinung.


    im übrigen: viele reden hier von der wirren gründerzeit, die irgendwie auch langweilig ist. das passt nicht zusammen! :headscratch:
    ich finde jedenfalls solche älteren straßenzüge meistens recht schön anzusehen. ich kann mir aber bei weitem nicht eine ganze straße in dem stil vorstellen, in dem dieses neue gebäude hier gebaut wurde.. da würde man ja depressiv werden.


    natürlich hat jede zeit ihre berechtigung, da stimme ich zu, aber das heißt nicht, dass man deshalb jedes gesamtbild außer acht lassen sollte.


    übrigens: vermutlich würde mich das gebäude gar nicht in seiner andersheit stören, wenn es interessant und innovativ oder wenigstens dezent wäre. aber es gefällt mir (außen) wenig: es sieht langweilig aus, wie ein bunker, gar nicht kreativ. :Nieder:


    mich wundert nur, dass das hier keiner hören will. das darf doch jeder finden wie er will, oder ist hier jemand mit dem architekten befreundet? ^^


    gruß! :)

  • An Frankzes Haus ist leider etwas festzustellen, was mir schon ein paar mal aufgefallen ist...


    Freundlicherweise bedient man sich nun des Sandsteins, was an sich sehr gut ist, in jedem Fall besser als Sichtbeton, Blech, Kunststoff, Glas oder was man sonst noch alles auf Fassaden zu hängen pflegte in den letzten 60 jahren. Allerdings hat man immernoch die hier besonders ausgeprägte Strenge der Formen wie sie leider nach wie vor typisch ist für die Moderne. Im Vergleich zu den umgebenden Gründerzeitlern fehlen die auflockernden Elemente. Die daraus resultierende monumentale Ästhetik ist leider einem Stil sehr ähnlich, der in Deutschland vor allem zwischen 1933 und 1945 gepflegt wurde...


    Wenn heutige Architekten so einen Eindruck vermeiden wollen, müssen sie entweder wieder "klassisch" modern bauen, oder den Stil im traditionellen Sinne weiterentwickeln, um weniger erdrückend monumental zu wirken. Man könnte sich durchaus Inspirationen beim Jugendstil holen, dort hat man es auch sehr gut geschafft, traditionelle (Sandstein) und moderne Baumaterialien (Stahl, Glas) harmonisch zu kombinieren.


    Edit: Könnte die Person die meint, ich würde hier "mit der Nazikeule andere Meinungen diffamieren" mir bitte erklären wo ich das getan haben soll? Ich habe meinen subjektiven Eindruck wiedergegeben, sonst nichts. Habe ich damit jedem, der das Haus toll findet, gleich unterstellt, ein böser Faschist zu sein? Ich liebe dieses Bewertungsystem, wirklich....

    Einmal editiert, zuletzt von Fachwerkhaus () aus folgendem Grund: ohne Worte...

  • Bionic
    Ich habe nicht behauptet, daß ein ganzer Straßenzug Gründerzeitler langweilig wäre. Ich habe davon geschrieben, daß ein ganzer Straßenzug mit durchgängig einheitlichen Geschoßhöhen und damit durchgängigen Fensterbändern langweilig ist.
    Dieser Bau ist als Lückenbau entwickelt worden. Nur in solch einer Situation stapelt man vier Räume einer Wohneinheit übereinander. Wenn man einen ganzen Straßenzug zu bauen hätte, würden die Gebäude anders aussehen. Deine Aussage zur Depressionserwartung werte ich als Polemik. Genauso den Vergleich mit einem Bunker. Zeige mir einen Bunker mit solch hohem Glasanteil.
    Mir fällt das Gebäude zuallererst mal auf. Du legst Dich schon fest, daß Dich das Gebäude stört. Es mißfällt Dir nicht nur, es stört Dich sogar :confused:
    Und es ist nicht die Zeit die ihre Berechtigung hat, sondern es sind unsere Zeitgenossen, welche Ansprüche an ihren Wohnraum, an ihr Zuhause haben und diese auch gerne umsetzen möchten, wenn sie schon viel Geld in einen Neubau stecken. Und da rangiert der äußere Auftritt eines Gebäudes nicht mehr an oberster Stelle. Er hat sich heute anderen Ansprüchen unterzuordnen und es ist auch nicht mehr die Pracht das zu Erreichende, sondern andere Wirkungen, bspw. Coolness, Wertigkeit, Sachlichkeit, Distanz, ... Dem Gebäude die Kreativität abzusprechen (eigentlich ist ja der Architekt der Kreative und der Bauherr), halte ich allerdings für anmaßend. Hast Du den verlinkten Artikel in der FR dazu gelesen? Da wurde die Kreativität eben nicht in die Ornamente um den Fenstern und sonstige Stuckanteile der Fassade gesteckt, sondern dahinein, was für den späteren Bewohner wirklich wichtig ist. Raumaufteilung, Lichteinfall, Erreichbarkeit der Räume usw.


    Raffael
    Es wurden nicht auf gleiche Höhe vier statt drei Etagen gequetscht, sondern es wurde der Vorzug eines ebenerdigen Zuganges zum Gebäude erkannt und umgesetzt. Damit sackt das Ganze gegenüber den Nachbargebäuden natürlich optisch nach unten. Um das zu verhindern müßte man das Erdgeschoß höher gestalten als die Regelgeschosse (ungenutzter Raum, welcher evtl. die Dachterasse wegen Höhenbegrenzung verhindert oder ein Stockwerk weniger erlaubt) oder Hochparterre bauen mit dem Verlust der Ebenerdigkeit.


    Komischerweise scheint es niemanden zu stören und wird sogar begrüßt, daß eine komplett sandsteinverkleidete Fassade in diesem Straßenzug untypisch ist oder daß der Erker die Fenster des Nebengebäudes verschattet? Stattdessen wird gleich der erste Eindruck wiedergegeben, welcher durch die Andersartigkeit sofort negativ bewertet wird. Passt nicht, Bunker, langweilig, ... und damit hat sich die Diskussion dann scheinbar erledigt, bis zum nächsten geposteten Foto oder es werden Argumente gebracht, welche diesen negativen Ersteindruck untermauern sollen. Gerade so, als ob es in einer Diskussion Gewinner und Verlierer zu geben habe.
    Ich dachte das ist hier ein Architektur-Forum :confused:


    Mein erster Beitrag zum Thema anonym bewertet: "es gibt auch moderne architektur die sich einfügt! da brauchst du auch nicht mit solchen dämlichen rechtfertigungen kommen." - soviel zum Thema Sachlichkeit