Wilhelmsburg (ehem. IBA 2013)

  • Das Abendblatt berichtet heute: Die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße soll doppelt so teuer werden wie zunächst angegeben. Jetzt wollen Anwohner klagen.


    Zitate aus dem Artikel:


    Die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße kostet nach neuesten Zahlen nicht mehr 67,4 Millionen Euro - vielmehr verdoppeln sich die Investitionen auf nun 136,3 Millionen Euro.


    Noch vor dem Wahltermin am 20. Februar könnte die Bürgerschaft ebenfalls zustimmen und so den Weg für ein offizielles Planfeststellungsverfahren frei machen


    Nach dem bisherigen Zeitplan soll in diesem Jahr die Detailplanung ausgearbeitet werden. 2012, so die Hoffnung der Planer, könnte dann mit dem Bau von Teilabschnitten begonnen werden. Zur den beiden für 2013 geplanten Ausstellungen in Wilhelmsburg, Gartenschau (IGS) und IBA, soll dann die neue Straße weitgehend fertig sein.


    Zitate Ende


    Zum letzten Satz: Schoen waere es ja - allein, mir fehlt der Glaube! Neubau der Strasse u n d Rueckbau der bisherigen Reichstrasse bis 2013 unter Dach und Fach zu haben waere zwar ein Traum - aber ob das klappt?

  • Das ist doch blanker Hohn, 136 Millionen Euro um eine Straße zu verlegen, aber für die Stadtbahn soll kein Geld da sein ... Was gerade mal 15 Millionen im Jahr wären ...

  • ^^
    Werfe nicht zwei verschiedene Dinge in einen Topf.


    Die Idee, die Straße und die Bahntrasse zu bündeln ist sehr gut.
    Viele Dinge, besonders der Lärmschutz, die jetzt bei der Verlegung anfallen würden, würden auch so anfallen.


    Aber was man jetzt wieder beobachten kann ist sehr traurig aber scheint sich in Deutschland immer weiter zu verbreiten.
    Egal welches Großprojekt angestoßen wird, es findet sich immer eine Dagegen-Fraktion. Wird auf deren Kritik eingegangen, sprich es wird nachgebessert, kommen die gleichen Leute wieder und beschweren sich über die dadurch explodierenden Kosten.


    Als alter Wilhelmsburger würde ich mir eine konstruktive Kritik vor Ort wünschen, etwa das die Anschlussstelle Wilhelmsburg an die Ost-Westachse Neuenfelder Straße verbleibt, stattdessen Totalblockade und irreale Wünsche.


    Langsam freue ich mich schon darauf, das die Reichstraße ohne Ersatz für die Zeit der IGA gesperrt wird. Das zu erwartende Chaos sollte den Kritikern dann eine Lehre sein.

  • LevHam, es bringt doch nichts, dass Du bei der Abwaegung der Kosten nur danach gehtst was DEIN persoenliches Lieblingsprojekt ist. Bitte beschaeftige Dich einmal etwas mehr mit den Dingen und versuche zu einem differenzierteren Urteil zu kommen. Hamburg hat unterm Strich nichts davon, wenn man versucht zwei sinnvolle und notwendige Projekte gegeneinander auszuspielen...


    Die Reichstrasse ist nebenbei eine Bundesstrasse. Fuer Bau und Finanzierung ist demnach mehrheitlich der Bund zustaendig und nicht Hamburg (gleiches gilt fuer die Hafenquerspange). Anders ist es bei der Stadtbahn, welche ein kommunales (bzw Laender-) Projekt ist. Ohne die Verlegung der Strasse wird sich Wilhemsburg langfristig nicht wie gewuenscht entwickeln koennen.


    Ich gebe Dir jedoch in sofern recht, als dass das finanzielle Argument gegen die Stadtbahn untragbar ist, da nicht zwischen Investitionshausalt und Betriebshaushalt unterschieden wird. Investitionen (natuerlich muss man das Geld erstmal aufbringen) sind im Pronzip haushaltsneutral und...


    a) die Strassenbahn wird langfristig mehr einsparen als sie kostet


    b) die Strassenbahn hat ein positives Kosten-Nutzen-Verhaeltnis bestaetigt bekommen


    c) derjenige der gegen die Stadtbahn ist, muss dann auch sagen wie die zukuenftigen HHer Verkehrsbedarfe ohne Stadtbahn gedeckt werden sollen und wieviel das kostet. (alle ansatzweise machbaren alternativen Loesungen sind wahrscheinlich am Ende teurer als eine Stadtbahn)

    2 Mal editiert, zuletzt von Midas () aus folgendem Grund: Typos

  • 100% Zustimmung!


    Mod: Bitte schreibe doch etwas mehr in deinen Beitrag! Bloße Zustimmung/Ablehnung ist noch kein richtiger Beitrag (siehe Gebote des DAF). Bitte in Zukunft beachten, danke! Gruß, Dykie!


    Edit: ich stimme dem unteren Teil zu. Da du genau erkannt hast - Midas - wie wichtig und Sinnvoll die Stadtbahn für Hamburg ist ist es ja nicht nur und mehr mein persönliches Lieblingsprojekt.

  • BSU befindet sich im Bau.



    Quelle: Sauerbruch Hutton



    Quelle: Sauerbruch Hutton



    Quelle: Sauerbruch Hutton


    Zurzeit erfolgen die Herstellung der Baugrube und die Bohrpfahlgründung, ab März 2011 Beginn der Rohbauarbeiten.


    Kosten : 210 Millionen €


    44.721 m² (BGF)

  • Das Abendblatt bietet heute eine Zusammenfassung der als naechstes anliegenden IGA/IBA-Projekte.


    Fußgängerbruecke, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), neue Neuenfelder Straße, Blockheizkraftwerk, neuer Park f=ue die Gartenschau, Sport und Ausstellungshallen, Garten- und Wasserwelten, Hybrid Houses, Smart Price Houses, Water Houses...

  • Hat zwar nicht direkt etwas mit der IGS/IBA zu tun, aber gestern hat der Senat die Verlegung der Reichsstraße auf die Bahngleise beschlossen.
    Diese soll insgesamt fast 140 Millionen € kosten. Davon allen über 35 Millionen für Lärmschutzmaßnahmen.


    Hier die Reaktion der "Engagierten Wilhelmsburger":


    http://www.zukunft-elbinsel.de…/2011/PM-09022011-WRS.pdf


    Gestern noch hat der Harburgteil des HA von der Infoveranstaltung am 8.2. auf der Veddel berichtet. Dabei hat die Stadtentwicklungssenatorin diese Engagierten Wilhelmsburger wohl ziemlich alt aussehen lassen, in dem sie die Veranstaltung mit einem Zitat begann, das aus einem Dokument stammt, an dem die meisten Kritiker mitgewirkt haben.


    Als alter Wilhelmsburger hoffe ich, dass die Straße noch bis zur Eröffnung der IGS fertig wird. Ansonsten droht Wilhelmsburg in der Zeit ein Verkehrschaos.
    Aber dann würden auch die Kritiker einsehen, dass es ohne leistungsfähige Reichsstraße nicht geht!

  • Aus dem Hamburg-Magazin: Die =5519&no_cache=1"]Bauarbeiten für die 3 km lange Kanustrecke durch das Gartenschaugelände im Wilhelmsburger Inselpark schreiten voran: Von März 2011 bis voraussichtlich September 2012 wird die 1,3 km lange Nord-Süd-Verbindung vom Bürgerhaus Wilhelmsburg zum Kuckucksteich gebaut.


    Ausserdem will eine Gruppe von Barkassenbetreibern die =5518&no_cache=1"]IGA/IBA per Schiff anbinden.

  • Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse Wilhelmsburger Mitte


    Quelle: IBA Hamburg GmbH / Visualisierung bloomimages



    Ärztehaus und Haus der InselAkademie
    Investor: Hamburger Immobilien, Projekt- und Entwicklungsgesellschaft mbH (HIPE)
    Architekten der Schwimm- und Sporthalle: Bolles+Wilson, Münster

    Quelle: IBA Hamburg GmbH / Bolles+Wilson, Münster

    Credits

    Quelle: IBA Hamburg GmbH / Bolles+Wilson, Münster




    Schwimmhalle
    Investor Schwimmhalle: Bäderland Hamburg GmbH



    Quelle: IBA Hamburg GmbH / Allmann Sattler Wappner Architekten, München



    Quelle: IBA Hamburg GmbH / Allmann Sattler Wappner Architekten, München




    Pflegewohnen, Pflegeschule und Kita
    Investor: KerVita-Gruppe


    Quelle: IBA Hamburg GmbH / feddersenarchitekten, Berlin

  • Wenn das hier (Abendblatt) stimmen sollte, dann kriege ich langsam mit meiner Heimatstadt das kalte Kotzen!


    Nach Abendblatt-Informationen soll eine Seilbahn ab 2013 St. Pauli mit der Internationalen Gartenschau Hamburg in Wilhelmsburg verbinden.


    >Die Seilbahn soll von Anfang 2013 St. Pauli mit der IGS verbinden.
    >Die Firma Doppelmayr und die Stage Entertainment wollen dieses Projekt gemeinsam realisieren.
    >Strecke: 5,2 Kilometer
    >Investitionsvolumen: EUR 50 Mio


    Es waere einfach ein Hohn und ein Schlag ins Gesicht jedes rational denkenden Hamburgers, wenn so ein unnoetiges Pipifax-Projekt mit einem Investionsvolumen von 50 Mio Euro realisiert wird, waehrend gleichzeitig der neue rueckwaertsgewandte Verkehrs- und Wirtschaftssenator im selben Atemzug das sinnvollste OePNV-Projekt Hamburgs der letzten 20 Jahre (die Stadtbahn) mutwillig zerstoert!


    Angeblich will die 'neue' Behoerde ja nicht mal die bereits bezahlte und groesstenteils fertige Planfestellung fuer die Tram zu ende Bringen, sondern das Verfahren abbrechen. Warum? Nur um ja die Chance im Ansatz zu ersticken, dass zukuenfitge Regierungen das Prokjkt wieder aufgreifen koennen ohne bei Null anfangen zu muessen.


    Ich kann nur hoffen, dass diese bescheuerte Seilbahn durch Eingaben, Einspueche oder Volksbegehren schleunigst zerschossen wird. Eigentlich bin ich kein Freund der ewigen Anti-Haltung, aber wenn in Hamburg Sinnloses inzwischen vor Sinnvollem kommt, dann sollte man der neuen Regierung schleunigst gleich zu Beginn die groebtsen Dummheiten austreiben!

  • Ich selbst finde das Projekt auch etwas abwegig, allerdings sehe ich dabei kein Problem; die privaten Unternehmen wollen ihr privates Geld verbraten und das sei ihnen auch mit Kusshand gestattet. Solange der Hamburger Haushalt damit nicht belastet wird, ist mir das egal.


    Ich bin unbedingter Befürworter der Stadtbahn und finde die jetzige Entwicklung mit dem Planungsabbruch grotesk, aber die beiden Projekte kann man nicht recht gegeneinander aufwiegen.


    Interessant ist aus meiner Sicht eher die Frage, wie die Öffentlichkeit das Projekt annimmt und ob es auch Proteste gegen die Seilbahn geben wird, weil sie als unnötig oder als Prestigeprojekt eingestuft wird. Das Kostenargument zieht ja in diesem Falle nicht.


    And now for something completely different:
    Ich war unlängst auf dem IBA-Dock und habe mir dort die Wettbewerbsbeiträge für den Eingangsbereich der igs angeschaut (vgl. das vorletzten Posting). Interessanterweise gab es für den Wettbewerb, das heißt von der Ausgabe der Planunsgaufgabe bis zur Juryentscheidung, nur etwa einen Monat Zeit, und leider sieht man den Entwürfen auch sehr deutlich an, dass sie ziemlich übers Knie gebrochen wurden. Ein Entwurf der Bjarke Ingels Group stach ein wenig heraus, war allerdings auch für BIGs Verhältnisse recht konservativ.


    Ich finde, dass es ziemlich peinlich ist, dass für den Eingangsbereich einer zum Teil auch der Baukunst gewidmeten Ausstellung (Bauausstellung in der Bauausstellung mit den verschiedenen Smart Thingy Häusern) im Schnellverfahren irgendwelche Entwürfe zusammengezimmert werden. Ich verstehe durchaus, dass man die Gebäude noch bis zur Eröffnung der igs fertig haben will, und ich weiß auch, dass die Organisation des Wettbewerbs und der Realisierung erst relativ kurzfristig von der igs an die IBA übergeben wurde, aber man hätte ja vielleicht nicht erst fünf vor zwölf mit der Organisation anfangen können... ich meine, das Konzept war ja nicht erst seit gestern bekannt...

  • Als ich von der Seilbahn gelesen hab, dachte ich kurz, es sei mal wieder der 1. April...


    So unsinnig und überflüssig ich dieses Projekt auch finde, immerhin wird nicht - wie von Dir vermutet - quasi das "gesparte" Stadtbahngeld investiert, sondern das privater Investoren. Mich erinnert das aber ein wenig an diese Gummienten, die Mario Mettbach von der Schillpartei mal an Kränen über den Spielbudenplatz hängen wollte, als er Bausenator war. Hoffen wir, dass die Seilbahn das gleiche Schicksal ereilt...