Leipziger Kaffeeklatsch (plaudern, träumen, ankündigen)

  • AndyJa: diese Planung dürfte noch älter sein. Seit ich mich entsinnen kann, ist dieses am Wilhelm-Leuschner-Platz geplant. > Genau dort, wo die lieben Katholiken ihre Kirche hinbauen wollen.


    Die Quelle vom Naturkundemuseum II stammt aus einer Zeitschrift namens "Waldstraßenviertel". Von welchem Verlag jedoch, kann ich nicht sagen. Bin erst nächsten Mittwoch wieder dort. Dann gibt's weiteres zulesen. Siehe Aussichtsturm im Stadthafenbecken. Aber der dürfte sicher bekannt sein.

  • ^ Der Originalbericht war hier vor Kurzem schon mal Thema, wenn mich nicht alles täuscht. Die Lobhudel mag ihren wahren Grund haben, wie stark die Zentren um Leipzig die Kaufkraft abziehen zeigt aber die Tatsache, dass die Zentralitätskennziffer in Leipzig laut statistischem Bundesamt/LVZ Printausgabe 109,89 beträgt (übrigens betrug sie 2007 noch 110,33), Dresden allerdings 111,43 und in Hannover (!) 137,37. Das zeigt, was der Artikel explizit verschweigt: das da noch einiges aufzuholen ist. Höfe am Brühl und Citytunnel sowie die Neubebauung des Leuschnerplatzes werden die Zahl in den nächsten 5 Jahren aber sicherlich ordentlich nach oben schrauben.


    Anderes Thema: Studenten der Uni Darmstadt haben die größten im 2. Weltkrieg zerstörten Synagogen Deutschlands virtuell rekonstruiert, darunter auch die Synagoge in der Gottschedstraße. Interessante Bilder auf jeden Fall.

  • Spontan reagiert: so etwas lohnt eigentlich auch den Wiederaufbau. Das jüdische Leben in Leipzig war sehr wichtig und bedeutend für diese Stadt und, wie schon woanders erwähnt, gibt es immer noch Stimmen, die behaupten, in Leipzig seien zu DDR-Zeiten so wenig Altbauten abgerissen worden, weil diese alter jüdischer Besitz sind.
    Das alles hinge aber natürlich ab von einer starken jüdischen Gemeinde in unserer Stadt, insofern ist es nur ein Hirngespinst mit dem Wiederaufbau.

  • Schöner Fund, Dase. Die jüdische Synagoge war ein bemerkenswerter Bau. Gerade die Innenansicht im islamisch-maurischen Stil sagt mir sehr zu. Ob die jüdische Synagoge rekonstruiert werden soll oder nicht, sollte der jüdischen Gemeinde überlassen sein. Erfahrungsgemäß entscheiden sich die jüdischen Gemeinden gegen eine Reko der zerstörten Synagogen.


    Im Vergleich zu Berlin und anderen Städten lebten in Leipzig vergleichsweise wenig Juden. Die jüdische Gemeinde zählte vor der NS-Zeit gerade einmal 13.000 Mitglieder. Bei einer Bevölkerung von über 700.000 Ew. lag ihr Anteil gerade mal bei 1,8 Prozent. Heute stellt die jüdische Gemeinde Leipzig mit 1200 Mitgliedern die größte in Sachsen dar.


    http://www.irg-leipzig.de/

  • Die Synagoge der jüdischen Gemeinde befindet sich übrigens in der Keilstraße 4 und wurde 1904 eingeweiht. Unter http://www.hagalil.com/archiv/2007/11/leipzig.htm kann man sich dazu einige Informationen anhören.
    Da sie bereits Anfang der 90er Jahre saniert wurde, könnte ich mir vorstellen, daß sie für die mittlerweile sicher gewachsene Gemeinde zu klein sein könnte, auch wenn das natürlich reine Spekulation ist. Nur zum Vergleich: Die lediglich halb so große Gemeinde in Chemnitz hat einen modernen Neubau errichtet (http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/59.html?gemeinde=53), hatte vorher aber auch wesentlich schlechtere räumliche Bedingungen als das Pendant in Leipzig.

  • ^ Die Neubauten (auch in Dresden) beherbergen aber meistens noch das Gemeindezentrum, Begegnungsräume, etc. In Leipzig wurde dafür ja das Ariowitsch-Haus in der Hinrichsenstraße, ein ehemaliges jüdisches Altersheim, saniert und erweitert. M.E. eine sehr gute Lösung, die für die (wenn auch wachsende) Gemeinde für eine ganze Weile ausreichend sein sollte. Das Mahnmal in der Gottschedstrasse finde ich jedenfalls gut, mich hat auf den oben verlinkten "virtuelle Reko"-Bildern erstaunt, dass früher auf dem Gelände des Parkplatz' nebenan scheinbar ein kleiner Platz war. Ich dachte bisher, das Gelände wäre bebaut gewesen.

  • Markthalle Leuschnerplatz kommt bis 2012

    Da es bisher hier noch keine Erwähnung gefunden hat: die Markthalle am Leuschnerplatz, die die Leipziger Stadtbau AG errichten soll, könnte laut Baubürgermeister zur Nedden bis 2012 kommen, diesen Zeitraum hält er für realistisch, berichtet die LVZ. Ansonsten kam beim Streitgespräch Architektur wohl nichts handfestes raus, über eine Platzierung des Einheitsdenkmals am Leuschnerplatz wurde diskutiert (wa sich ja für die städtebaulich beste Lösung halten würde), ebenfalls über die Zukunft des Bowlingtreffs. Wann ein erneuerter städtebaulicher Rahmenplan veröffentlicht wird, stand nicht im Artikel. Rein theoretisch sollte man ja langsam ma damit anfangen, damit man 2012 schon ein bisschen mehr als "nur" die Markthalle und eine sanierte Stadtbibliothek zu bieten hat. Wenn man sich überlegt, wie lange vorhe rin anderen Städten entsprechende Pläne publik gemacht werden, ist es doch um die recht großen und städtebaulich bedeutsamen Areale am Leuschnerplatz und am Bayrischen Bahnhof viel zu still.


    Noch zwei Infos unter ferner liefen: nach dem HFC und Dynamo Dresden, überlegt jetzt auch Hertha BSC, 2 Heimspiele plus evtl. ein internationales Qualifikationsspiel im Zentralstadion auszutragen. Grund ist die zeitgleich stattfindende Leichathlektikweltmeisterschaft im Berliner Olympiastadion.


    Desweitern hatte ein leserbriefschreiber eine ganz interessante idee für die geplante Erweiterung des Naturkundemuseums - er schlug vor, das Ringmessehaus zu nutzen. Erstmal ziemlich abwegig, aber von den Räumlichkeiten her sicherlich ganz gut geeignet. Für nur eine Nutzung ist das Gebäude eh viel zu groß. Was sagt das Forum?

  • liebe gemeinde, ich war ja beim treffen anwesend und hatte versprochen, mal einen abriß über das ganze zu geben.
    hier das ganze eher in steno.


    herr hoquel hat in gewohnter angenehmer art und weise gelassen und etwas schräg moderiert und auch die ausfälle einzelner selbstdarsteller(innen) im saale gut abgewiegelt.


    der herr fahrenkamp der stadtbau ag hat mit wenigen worten, dafür umso präziser sein vorhaben die markthalle wieder am angestammten standort zu errichten unterstrichen. der saal war insgesamt definitiv für das vorhaben.


    herr Winfried Sziegoleit hatte ja ende der 80er jahre den kopfbau des bowlingtreffs entworfen und in recht knappen worten seine dankbarkeit dafür ausgesprochen, dass dieses einzigartige bauwerk nun doch wieder einer verwendung zugeführt werden könnte.


    ein wenig antipathisch meldete sich dann Prof. Dr. Eckert, Chef des Zeitgenössischen Forums zu wort. in vielen vielen schlenkern erzählte er die lange und wichtige geschichte um das einheitsdenkmal. bis herr hoquel dann einschnitt ;) laut ihm wäre der augustusplatz am besten geeignet und der blöde brunnen vor der oper könnte doch dafür verschwinden.
    (hier mal eine eigene anmerkung des protokollanten: dieser brunnen zählt für mich mit zum besten beitrag zur verbesserung der urbanität in der leipziger innenstadt, neben dem kleinen thomaskirchpark. was sich da sommerlich an menschen drin tummelt... den zu beseitigen, um dafür weißwerwas für ein undenkmal hinzusetzen...auweiauwei)
    hier jedenfalls war sich der saal einig, dass der augustusplatz so schick genug ist (man könnte ja evtl auch ein paar sachen wieder entfernen ;p cafe augustus, metallüberdachungen etc) und dannn den ehemaligen königsplatz insgesamt in ein einheitsdenkmal integrieren.
    er mahnte auch an, dass eine katholische kirche, eine markthalle und ein einheitsdenkmal dazwischen doch nicht wirklich zusammenpasste. die reaktion des saales (und wirklich des gesamten saales!) war: na klar! das ist doch das schöne leipziger allerlei. bunt durchmischt und nicht nach reißbrett sortiert.


    martin zur nedden wischiwaschte ein wenig undeutlich etwas zur zukünftigen entwicklung des areals. zum einen wird definitiv der alte plan aus dem jahre 1992 verworfen, da nun citytunnelhaltestelle und diverse investorenanfragen eine "historisch angelehnte" struktur wieder für denkbar machen würden. im rahmen des konjunkturpaketes wird da derzeit eine neue ausschreibung vorbereitet an der wieder büros...und so weiter. langsam mahlen die mühlen der verwaltung.


    übrigens saß der frühere baubürgermeister leipzigs (den namen habe ich leider gerade vergessen) mit im saal und hat dann mal kurz die umstände des 92er rahmenplanes erläutert: anfang der neunziger schoß eine wahre investorenflut auf das rathaus ein und eine menge ansätze und entscheidungen mussten zwangsläufig in höchster eile getroffen werden. dieser entwurf ist in zwei tagen während eines workshops entstanden. laut seiner eigenen aussage ist er aber nicht unglücklich darüber, dass er bis heute nicht umgesetzt worden ist.


    herr zur nedden erwähnte auch nebenbei einen satz von großer bedeutung: jeder der sich mit ideen zum denkmal und seinem platz einbringen möchte, kann das mit einem brief zu seinen händen machen. damit hatte er der tatsache nachdruck verliehen, dass man im rathaus alles andere als rat im haus hat. also, frischen mutes voran die herren. mein schreiben ist fast fertig ;)


    ich habe schon überlegt, ob ich teile davon hier mal zum diskurs stelle. interesse?


    euer protokollant mit verspätung

  • ^ Ein paar Ergänzungen:


    - Stadt und Kulturstiftung bemühen sich um eine Unterschutzstellung des Eingangsbauwerks des ehemaligen Bowling-Treffs (die unterirdischen Anlagen stehen bereits unter Denkmalschutz), das Landesamt sträubt sich wohl noch, Begründung: das Gebäude sei zu jung (!) für eine Unterschutzstellung
    - genaueres zum Nutzungskonzept des geplanten Kulturzentrums Mitte wurde nicht gesagt


    - zur Nedden will bis Ende des Jahres einen neuen Rahmenplan für das Gebiet des ehemaligen Königsplatzes und Umfeld erarbeiten lassen, geplant sei ein Workshopverfahren, evt. auch ein städtebaulicher Wettbewerb mit einigen eingeladenen Büros (vgl. Westseite Hauptbahnhof, Lindenauer Hafen)


    - der Vertreter der Stadtbau AG machte relativ unmissverständlich deutlich, dass er von der bisherigen Zusammenarbeit mit der Stadt enttäuscht sei, insbesondere die lange Bearbeitungszeit für den neuen städtebaulichen Rahmenplan könne er nicht nachvollziehen
    - Gormsen (Stadtbaurat a.D.) warf in diesem Zusammenhang dann später ein, dass für die Ausarbeitung des derzeitigen Rahmenplans den Büros damals nur zwei Wochen Zeit gegeben werden konnte und die Ergebnisse trotzdem von hoher Qualität gewesen seien


    - zur Markthalle: die geplanten Standmieten seien auf die finanziellen Möglichkeiten der regionalen Händler zugeschnitten, Fressbuden soll es möglichst wenige geben, geplant sei auch ein größerer Supermarkt und eine größere Anzahl von PKW-Stellplätzen
    - die Keller der alten Markthalle sollen wieder verwendet werden, bezüglich der Architektur wollte sich der Stadtbau-Vertreter nicht festlegen, moderne oder traditionelle Architekturzitate des alten Licht-Baus seien aber denkbar, Hoquel sprach sich sogar für eine Reko aus


    - da der Vertreter der katholischen Kirche nicht anwesend sein konnte, gab es diesbezüglich auch nicht viel Neues, Hoquel stellte zur Nedden lediglich die Frage welche Möglichkeiten er sieht, das geringe Bauvolumen mit dem exponierten Standort in Einklang zu bringen
    - zur Nedden entgegnete darauf, dass das Bauvolumen nicht entscheidend sei, es gäbe genügend Beispiele die zeigen würden, dass sich auch eine kleine Kirche im Umfeld großer Bauten behaupten könne, als positives Beispiel nannte er die Donaucitykirche in Wien

  • noch ein nachtrag: im kurzen plausch nach der veranstaltung meine herr fahrenkamp zu mir persönlich, dass ihm eine fassadenrekonstruktion sehr lieb wäre, unter der berücksichtigung moderner energetischer maßnahmen. die jedoch könnte man "ja sehr gut verstecken", meinte er mit einem lächeln.
    nach meiner meinung ein sehr angenehmer zeitgenosse.


    zur donaucitykirche: puhpuh, wenn das die "interessanten akzente" sind, die zur nedden vorschweben, dann ruhe und friede dem zukünftigen platze...

  • Das Referat Medien, Kommunikation und Stadtbüro informiert:


    Oberbürgermeister lädt zur thematischen Sprechstunde
    „Konjunkturpaket“


    Auf seiner Sitzung am 18. März verabschiedete der Leipziger Stadtrat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur lokalen Umsetzung des Konjunkturprogramms II. Enthalten sind über 100 Einzelmaßnahmen mit einer Gesamtinvestitionssumme von rund 79,5 Mio. Euro, davon mehr als 17 Mio. Euro Eigenanteil der Kommune. Den Vorgaben des Bundes folgend fließen rund 65 Prozent in Bildungs- und 35 Prozent in die sonstige Infrastruktur der Stadt Leipzig. In seiner Sprechstunde informiert Oberbürgermeister Burkhard Jung über das Konjunkturprogramm und gibt Auskunft zu den einzelnen Vorhaben. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zur Sprechstunde eingeladen.



    Termin: Dienstag, 7. April
    17:00 Uhr


    Ort: Stadtbüro
    Katharinenstraße 2 / Ecke Markt


    Teilnehmer: Oberbürgermeister Burkhard Jung +++


    PM: Stadt Leipzig

  • Am 9. April trifft sich das Stadtforum mit unserem Herrn zur Nedden. Das Stadtforum hat folgende Themenwunschliste, die in einem offenen Brief (bin im Verteiler) in Umlauf ist:


  • ^ Schön, dass das Stadtforum den Finger in die wunden Punkte legt, die wir hier im Forum teilweise auch bereits identifiziert haben. Gerade der Bereich Richard-Wagner-Platz/"Hainspitze"/Matthäikirchof sollte nicht ob fehlender kurzfristiger Investoren sich selbst überlassen bleiben. Gerade der fehlende Druck ermöglicht, hier bereits Workshops analog Leuschnerplatz, Plagwitz, etc. durchführen zu lassen, um daraus städtebauliche Leitlinien für diesen Bereich zu formulieren. Dass insbesondere der Matthäikirchhof im momentanen SEKo nicht vorkommt, wurde ja bereits desöfteren vom Stadtforum kritisiert.


    A propos Leuschnerplatz - kann man von der doppelten Erwähnung im Newsletter davon ausgehen, dass vom Stadtforum der Standort Leuschnerplatz favorisiert wird? Geht mir ja, gerade aus städtebaulicher Sicht, wie hier auch schon geäußert, genauso. Ich hoffe, dass die ewiggleichen Nörgler, die sich im LVZ-Forum und anderswo tummeln, sich mit ihrer nihilistischen Gegen-Alles-Strategie nicht durchsetzen und sich Leipzig deutschlandweit lächerlich macht, weil man erst auf einen Anteil am Einheitsdenkmal bestanden hat, diesen dann politisch auch durchgesetzt hat und nun das Ganze zerredet.


    Danke auch an baukasten und ungestalt dafür, dass ihr die Infos aus dem Streitgespräch Architektur nochmal ao ausführlich dargelegt habt, der LVZ-Artikel dazu war ja lächerlich gehaltlos. Schön jedenfalls, dass die Markthalle, ob nun als Reko, historisch angelehnt oder modernes Gebäude, wohl relativ sicher ist.


    ungestalt: das mit dme Augustusplatzbrunnen sehe ich ähnlich, nicht nur weil er ein schönes Fotomotviv abgibt. Der sollte keinesfalls weg.


    baukasten: den Zwergensarg Donaucitykirche, gelegen inmitten von Hochhäusern, als Beispiel für gelungenes Behaupten kleiner Bauten aufzustellen, halte ich für äußerst bedenklich. Von Seiten der Stadt war hie rimmer von einer Landmarke die Rede, bei diesem Anspruch sollte es auch bleiben.

  • Unter der Überschrift Petershof für immer leer? berichtet die Bild Leipzig über die bisher vergeblichen Versuche, den Petershof an den Mann zu bringen. Ein Sprecher der Commerz Real AG gibt zu, dass die Fläche von 9000m² die Zahl der potentiellen Mieter sehr einschränke.


    Da die großen Modehäuser größtenteils bereits in der Innenstadt vorhanden sind und die übrigen wie Hallhuber in Leipzig wohl eher keine Klientel finden würden, sehe ich eigentlich nur 3 Möglichkeiten:


    • eines der ausländischen Mode- oder Kaufhausunternehmen (Marks&Spencer, El Corte Ingles, etc.) expandiert (wieder) nach Deutschland und entdeckt Leipzig für sich - Chance gleich null
    • die Höfe am Brühl kommen nicht und der Mediamarkt geht in die Petersstrasse
    • ein Designeinrichtungshaus wie Stilwerk mietet sich ein und füllt nach und nach die Etagen mit Markenshops - fraglich, ob hier das Käuferpotential besteht, für Leipzig wäre dann wohl eher eine Fabriketage in Plagwitz praktikabel - wäre mir an diesem Ort, auch aufgrund der Architektur, aber persönlich am liebsten
  • Montag, den 30. März 2009
    http://www.immobilienbrief-berlin.de/
    Deutsche Grundstücksauktionen AG erzielte mehr als 10,7 Millionen Euro für Immobilien aus gesamtem Bundesgebiet


    Am gestrigen Sonntag beendete die Deutsche Grundstücksauktionen AG (DGA) ihre diesjährigen Frühjahrsauktionen. Im Berliner Rathaus Schöneberg wurden 129 von 175 aufgerufenen Immobilien (74 Prozent) für 10,7 Millionen Euro versteigert. ...


    - versteigert wurden 31 der insgesamt 38 Immobilien aus Sachsen
    - darunter 18 Wohn- und Geschäftshäuser in Leipzig
    - um einen Plattenbau im Leipziger Stadtteil Reudnitz-Thonberg (Mindestgebot 75.000) entbrannte ein echtes Bietergefecht. Ergebnis: 260.000 Euro
    - zwei attraktive Mehrfamilienhäuser in Möckern: 350.000 (Mindestgebot 295.000 Euro)
    - nicht versteigert wurde ein Fabrik- und Schulungsgebäude in Leipzig-Mölkau (Mindestgebot 95.000 Euro)



    Ergebnisse der Frühjahrs-Auktionen N° 320-322 vom 27., 28., und 29. März 2009
    http://www.immobilien-auktione…f/dga-katalog-320-322.pdf
    http://www.immobilien-auktionen.de/de/letzte_ergebnisse.html


    Nr Objekt Auktionslimit in € Auktionserlös in €
    1. Leipzig Witzgallstraße 9, 11, 13 75.000,00 260.000,00
    2. Leipzig Eisenbahnstraße 25 38.000,00 68.000,00
    3. Leipzig Stegerwaldstraße 6 18.000,00 26.000,00
    4. Leipzig Riesaer Straße 53 22.000,00 22.000,00
    5. Leipzig Bautzmannstraße 13 5.000,00 13.000,00
    7. Leipzig Wurzner Straße 65 8.000,00 10.000,00
    8. Leipzig Ludwigstraße 64 12.000,00 25.000,00
    9. Leipzig Clara-Wieck-Straße 36 12.000,00 21.000,00
    11. Leipzig Böttgerstraße 13 9.000,00 36.000,00
    12. Leipzig Pfeilstraße 1 8.000,00 19.000,00
    13. Leipzig Klingenstraße 49 8.000,00 16.000,00
    14. Leipzig Holteistraße 4 3.000,00 8.000,00
    15. Leipzig Bornaische Straße 219 15.000,00 38.000,00
    16. Leipzig Ölhafenstraße 5 12.000,00 30.000,00
    17. Leipzig Wielandstraße 2 15.000,00 34.000,00
    18. Leipzig Baumannstraße 14 45.000,00 74.000,00
    19. Leipzig Klingenstraße 57 35.000,00 35.000,00
    21. Leipzig Georg-Schumann-Straße 177 und 179 295.000,00 350.000,00


    Nicht versteigerte Objekte
    Nr Objekt Auktionslimit in €
    10. Leipzig Gutberletstraße 9 95.000,00
    20. Leipzig Klemmstraße 12 45.000,00

  • Architektur-Gespräch und Vortrag von Wolfram Günther


    Dienstag, 14. April 2009 um 19 Uhr in der Alten Nikolaischule, Aula. Thema: Hieronymus Lotter. Der Mann, der das Alte Rathaus nicht baute. Moderation führt Wolfgang Hocquél.

  • In der Tat ist der Verein Johanniskirchturm e.V. in einer recht schwierigen Lage. Mehr Mitglieder würden es uns ermöglichen, unsere Position offensiver zu vertreten.
    Also alle, denen unser altes Leipzig am Herzen liegt, sind hiermit aufgerufen, bei uns Mitglied zu werden. 20 EUR Jahresbeitrag sollten da nicht zu viel sein. Für nähere Infos http://www.johanniskirchturm.de.
    Besonders gefragt sind Ideen zur Spendenaquise und zum Nutzungskonzept.


    Kai-Uwe Arnold
    Joahnniskirchtum e.V.


    Um nochmal auf diesen Beitrag zurückzukommen, auf den zu meinem Bedauern bislang leider keinerlei Resonanz gefolgt ist:


    Zunächst einmal vielen Dank an Kai-Uwe Arnold, hier von einem aktiven Mitglied des Vereins zu hören! Klasse! So muss das im Zeitalter des Internets sein!


    Wenn ich mir so die Geschichte der Erstellung des Luther-Melanchton-Denkmals so anschaue, so wird die besondere Beteiligung und Mitwirkung der Leipziger Bürger zur damaligen Zeit deutlich. Daher sollte das Ziel klar sein. Nichts desto trotz wäre interessant zu wissen, inwiefern sich die Stadt Leipzig finanziell beteiligen würde, um diese Ecke aufzuwerten? Schließlich profitiert sie u.a. auch aus touristischer Sicht ja direkt von einer weiteren Rückgewinnung von verloren gegangener städtischer Identität. Das wäre schon ein neues touristisches Highlight, sollte der Johannisturm (+ später nach und nach dann die Kirche mit weiteren Spenden?) und das Luther-Melanchthon-Denkmal wieder aufgebaut werden. Auch in Verbindung mit der Sanierung der Nürnbergerstraße 1, Pragers Biertunnel.


    Bzgl. Nutzungskonzept für die Johanniskirche kommt in erste Linie natürlich die kirchliche Funktion in Betracht. Aber wahrscheinlich besteht hier derzeit kein Bedarf. Was bliebe sonst? Aus touristischer Sicht käme ein Informationszentrum über die Hintergründe des Luther-Melanchthon-Denkmals sowie die Zerstörungen der Johanniskirche in Betracht. Eventuell auch eine Dauerausstellung über verloren gegangene Gebäude durch Krieg und DDR. Zeitlich begrenzte bildliche "Ausstellungen" finden sich ja derzeit meines Wissens nach nur an den Plakatwänden der City-Tunnelbaustellen in der Stadt (finde ich übrigens eine sehr gute Idee).


    Thema Mitgliedschaft und "mehr Mitglieder":


    Ich weiß ja nicht wieviele Mitglieder beide Vereine (Luther-Melanchthon-Denkmal e.V. Leipzig / Johanniskirchturm e.V.) bislang haben, aber ob nun 100 oder 200 ist sicher auch irrelevant. Ein paar Tausend (besser Zehn-) wären da zwar eine andere Hausnummer, aber wohl Wunschdenken. Wobei meiner Meinung nach Mitgliedsbeiträge generell abschreckend wirken, um die große (anonyme) Masse zu bekommen. Auch wenns nur 20 EUR sind. Davon abgesehen denke ich jedoch, dass es nicht unbedingt heißen muss "mehr Mitglieder = schnellerer Erfolg und Wiederaufbau". So gesehen kommt es viel mehr auf die wirklichen Aktivisten an, Personen mit guten Kontakten und/oder Ideen und/oder dem nötigen Kleingeld. Ich denke da z.B. an das "Leipziger Völkerbrot", welches vom Verein Völkerschlachtdenkmal e.V. initiiert wurde.


    Vor allem Inhaber der umliegenden Geschäfte am Johannisplatz (ja ich weiß, da gibts heute leider nicht mehr so viele) müssten doch ebenso ein (wirtschaftliches) Interesse an einer Wiederaufwertung dieses einst wunderschönen Platzes haben. Aus städtebaulicher Sicht wäre das Verbauen des megahässlichen Wogetra-Riegels sicher am sinnvollsten.
    Gut das der soweit hinten steht. So wäre in gewissem Maße genug Platz für eine Wiederherstellung der historischen Straßenfluchten ohne irgendetwas erst abreißen zu müssen. Dieser Bereich wird durch die Sanierung des Salomon-Hauses in naher Zukunft ohnehin eine enorme Aufwertung erleben.


    Viel wichtiger erachte ich eine stetige und aktive Präsenz gegenüber den Leipziger Bürgern. Wenn ich mich nicht selber intensiv für das Thema interessieren würde und nicht durch Zufall auf beide Vereine aufmerksam geworden wäre, wüsste ich leider bis heut noch nichts davon. Meiner Meinung nach auch ein Versäumnis der Stadt Leipzig selber, ihre Bürger besser (vor allem eher und strategischer) in die bauliche Entwicklung der Stadt einzubinden und zu befragen. Ähnlich so wie jetzt beim Einheitsdenkmal; find ich sehr gut. Wobei das mir persönlich auch wieder alles viel zu spät/kurzfristig und zu undurchsichtig ist. Inwiefern werden entsprechende Ideen analysiert und berücksichtigt? Was wir bis zum heutigen Tage bei baulichen Projekten meist erleben ist doch, dass die Bürger vor vollendete Tatsachen bzw. schon selektierte Entwürfe gestellt werden. Grundsatzfragen werden vorweg entschieden.


    Zu guter letzt und weils so schön ist (war), noch ein paar zahlreiche Eindrücke einstiger Pracht:


    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/bb045094.jpg
    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0030302.jpg
    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/bb046967.jpg
    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/bb047030.jpg
    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0001313.jpg
    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0001314.jpg
    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0009279.jpg
    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0030354.jpg
    http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0001472.jpg

  • das projekt des wiederaufbaus des johanniskirchturms wäre sicher beschleunigt worden, wenn der neubau der kath. kirche an dieser stelle in angriff genommen worden wäre.


    so jedoch bleiben die fragen nach spendenaquise und nutzungskonzept, die auch ich nicht beantworten kann. wenn man aber die frage stellt, welches öffentliche gebäude derzeit in leipzig fehlt, dann gehört ein würdiges standesamt wohl zu den richtigen antworten.