Leipziger Kaffeeklatsch (plaudern, träumen, ankündigen)

  • Leipzig: Baugrube am Burgplatz

    Hallo alle miteinander, schon seit einigen Monaten lese ich regelmäßig in diesem Forum und freue mich auf ebensoviele begeisterte Leipziger zu treffen.


    Ein Thema über das sich in Leipzig viele Gerüchte rumtreiben, ist der Verbleib der Baugrube am Burgplatz. Weiß jemand etwas genaueres hierzu und vllt. ob es dazu Pläne gibt?


    Im Internet findet sich nicht viel hierzu, nur dass ursprünglich geplant war den Petersbogen bis dahin auszuweiten, aber weshalb der Baustopp? Und wieso noch die Bauzäune auf denen die brit. Investorengruppe "amec" steht?


    In letzter Zeit hab ich dort auch des Öfteren Baufahrzeuge und ähnliches langfahren/arbeiten sehen. Die sind jetzt aber auch alle wieder weg.


    lg

  • johndoe, willkommen in forum!
    nach jahrelangem hin und her gehört das gelände nun tatsächlich amec. die hatten auch schon verschiedene planungen (kino, hotel, ...), aber noch nix konkretes. vorgaben der stadt sind die verlängerung der petersbogen-passage zum burgplatz und (zumindest gewünscht) schrägdach zur platzseite.
    was und wann etwas gebaut wird, steht noch in den sternen.


    die baufahrzeuge standen im zusammenhangmit dem city-tunnel.

  • Das mit dem Grünzug, find ich auch okay. So richtig Park ist das aber auch nicht, eher ne Art Fahrradhighway. Liegt vermutlich an der geringen Größe, dass sich niemand wirklich drin aufhält. Sollte tatsächlich eine neue Kirche an dieser Stelle gebaut werden, wäre dies sicher auch ganz gut für den ich nenns mal Park, schon weil durch den Abriss der Schule dann mehr Platz zur Begrünung wäre. Meinetwegen könnte man die drei Plattenbauten an der Fr Ebert (im Bild ganz oben links) auch noch zur Grünfläche erklären.


    Was auch noch ganz schön wäre: Bis in die 1870er floß hinter den jetzt nicht mehr vorhandenen Villen die alte Pleiße. Weiterer Verlauf: nordwestl Teil des Johannaparks (kann sein dass einer der beiden Wege die dort dicht nebeneinderliegen das alte Flußbett ist) weiter an der Lutherkirche entlang, im Verlauf der Schreberstraße und dann in etwa dort wo die Schreberbrücke ist in die damals alte elster (heute elstermühlgraben) Ich hab keine Ahnung ob es für eine Freilegung dieses Wasserlaufs irgendeiner Planung gibt. Vielleicht weiß ja jemand mehr. Eine Freilegung wäre aber, denk ich als Laie zumindest, durchaus machbar, zumindest dann wenn man das Flußbett im Bereich Weststraße ein Stück nach Norden verschiebt und wenn, was ja ohnehin schon im Gespräch ist, die relativ breite Schreberstraße verkehrsberuhigt werden würde. Wäre sicher ein guter Impuls fürs Viertel. Und man könnte bis vors Neue Rathaus paddeln. Mal abgesehen von der technischen Machbarkeit ist das aber sicher eine Idee für den Haushalt 2022+.

  • Wenn die Trinitatiskirche mal wieder stehen sollte, so könnte der Platz, wo jetzt die Grundschule steht, könnte ein kleiner Marktplatz mit Springbrunnen entstehen.


    Die Weststraße könnte man entweder als Straße mit Asphalt wieder herstellen, oder ein gepflasterter Belag (Hain- oder Nikolaistraße), historische schwarze Laternen und schon hat man wieder eine schöne historische Gegend aus der Zeit, als das verlorene Westviertel noch stand. Die Parkverbindung zwischen Johannapark und Neues Rathaus könnte weiterhin bestehen bleiben, begleitet von Wiesen, Sträuchern und Bäumen.


    Ein Stück "Verlorenes Westviertel" steht wieder auf ;-)

  • Forum Stadtentwicklung Leipziger Westen

    Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau informiert:
    Forum zur kooperativen Stadtteilentwicklung im Leipziger Westen am 8. Juli


    Um kooperative Stadtteilentwicklung im Leipziger Westen geht es bei einem Forum, das am 8. Juli, von 18 bis 21 Uhr in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses stattfindet. Alle interessierten Leipzigerinnen und Leipziger sind dazu herzlich eingeladen. Kulisse und thematischer Hintergrund ist die Ausstellung „URBAN II im Leipziger Westen“, die noch bis zum 25. Juli in der Unteren Wandelhalle gezeigt wird. Wie die Ausstellung zieht das Forum zunächst eine Bilanz der Entwicklung des Leipziger Westens seit 2001, als der Stadtteil Programmgebiet der EU-Gemeinschaftsinitiative URBAN II wurde.


    Anliegen der Veranstaltung ist die Weiterführung des gebündelten Engagements von Politik, Verwaltung, Bürgerschaft, Vereinen und Unternehmen, das eine unerlässliche Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung war. Die Teilnehmer des Forums werden darüber diskutieren, was im Leipziger Westen weiter geschehen kann und soll. Zum Auftakt der Veranstaltung spricht der Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW), Karsten Gerkens, über URBAN II. Anschließend stellt Dr. Frank Dietze, Abteilungsleiter West/Südwest/Altwest im Stadtplanungsamt, das Quartier „Am Karl Heine-Kanal“ als eines der beispielgebenden Stadtentwicklungsprojekte vor. Nach einer Pause gibt Norbert Raschke, Programmsteuerer URBAN II im ASW, gibt einen kurzen Ausblick auf Perspektiven der Stadterneuerung im Leipziger Westen bis 2013 und leitet über zum Schwerpunkt des Forums, einem Podiumsgespräch zur kooperativen Stadtteilentwicklung mit Andreas Schötteler (spreadshirt – sprd.net AG), Christina Weiß (Lindenauer Stadtteilverein und Nachbarschaftsgarten e.V.) Jan Apitz (Westbesuch), Fritjof Mothes (Haushalten e.V.), Karsten Gerkens (Leiter des ASW) und Roman Raschke (Bürgerverein Leutzsch). +++


    PM: Stadt Leipzig - Bin vielleicht da ;-)


  • ein Bild, wo man sicher genauer vorstellen kann, wo einst die gesprengte Trinitatiskirche stand. .... Die unteren gelben Rechtecke sind damalige Villen an der Weststraße mit Barockgärten.


    ....Wenn man selbst anfängt zu malen, sollte man aufpassen, dass man die wesentlichen Strukturen auch trifft. :) Früher ging das mit Papier und Stift jedenfalls zielsicherer. ;)
    Die Kirche stand übrigens symmetrisch bezogen auf die Straßengabelung Weststr. und Rudolfstr. Ich bin einfach gespannt, was da für eine neue Kirche bei rauskommen wird.


    Die kleinen Gärten der klassizistischen Villen von 1850f. waren natürlich keine Barockgärten, diese gab es in der Westvorstadt vor der Bebauung von ca. 1700 bis 1850 und diese waren sehr viel großzügiger.
    Apels Garten: Dorotheenplatz/Manetstr./Elsterstr., Mittelachse Kolonandenstr., zwei von ehemals vier barocken Figuren blieben am Dorotheenplatz (als Kopien) erhalten
    Gerhards Garten: Mittelachse Lessingstr., begrenzt durch Naundörfchen, Diebesgraben (heute verfüllt, heute hinter Hauszeile in Gottschedstr.) bis Elsterstr., das Poniatowskidenkmal stand ehemals in dem Garten, das klass. Pavillion in Clara-Park und das Rokokotor des Gohliser Schlösschens blieben erhalten
    Kleinbosescher Garten (auch Lehmanns Garten, Mittelachse Bosestraße, die barocken Fechterfiguren auf dem Nikischplatz blieben (wiederum als Kopien) von ihm).


  • Die Kirche stand übrigens symmetrisch bezogen auf die Straßengabelung Weststr. und Rudolfstr. Ich bin einfach gespannt, was da für eine neue Kirche bei rauskommen wird.


    wie? gibt es da jetzt schon definitive planungen zur wiedererrichtung?

  • Als die Kirche 1954 gesprengt wurde, zumindestens der Rest nach dem Zweiten Weltkrieg, plante man eine neue Kirche. Dazu gab es verschiedene Entwürfe, einige sind im o.g. Buch "Das verlorene Westviertel" zusehen.


    leipziger - Sorry, auf Papier ist wirklich besser. Sie lag zwischen der Rudolph- und Weststraße, wie Du bereits schriebst. Auch lag vor dem Haupteingang der Kirche eine Straße.

  • macht es überhaupt Sinn, eine Kirche wiederaufzubauen, wenn es keine Gläubigen gibt, die sie besuchen? Oder sind die Leipziger mittlerweile wieder so fromm? ;)


    Die verlorene Kirche hatte doch nicht gerade solche symbolische Bedeutung, wie meinetwegen die Dresdner Frauenkirche. Also wäre ein Aufbau hier doch gar nicht angemessen, außer man macht eine Rekonstruktion zum Selbstzweck?

  • natürlich wird die kirche nicht wieder aufgebaut.
    seit 1982 steht die neue katholische probsteikirche st. trinitatis am rosental. (prominentestes gemeindemitglied: wolfgang tiefensee.)


    (es gab in den letzten jahren mal überlegungen, statt deren sanierung einen neubau wieder in zentrumsnähe zu errichten. das wäre dann wohl auf den ehemaligen standort der johanniskirche hinausgelaufen. aber das nur am rande und ohne weitere kirchenreko-phantastereien anzetteln zu wollen.)

  • @ necrokatz


    Es geht darum ob die katholische Kirche ihr Plattenbaudomizil aus den 70ern? (hat eigentlich jemand ein Bild davon?) im Waldstraßenviertel sanieren oder ob es einen Kirchenneubau geben wird. Ersteres dürfte mittlerweile generell vom Tisch sein. Als Standortmöglichkeiten für eine neue Kirche gelten nun u.a. der Johannisplatz, Matthäikirchhof und eben die ehemalige Weststr. An allen drei Stellen standen einst bedeutende Kirchen. Das Gelände an der Weststr war dabei der Standort der ersten katholischen Kirche Leipzigs (nach der Reformation natürlich, eingeweiht 1847). Das Areal wurde der Stadt von Karl Heine nur unter der Bedingung überlassen, dass an dieser Stelle nie ein anderes Gebäude als eine Kirche errichtet werden darf. Keine Ahnung, ob im Kleingedruckten etwas zu Schulhöfen stand. Ich persönlich halte eine Reko allerdings für eher unwahrscheinlich, obwohl es natürlich sehr schön wäre.


    ja, eigentlich hat ja DJ Tinitus gerade schon alles gesagt und er war bedeutend schneller

  • Ohne jetzt hier weiter träumen zu wollen:
    Wenn die Katholische Kirche wirklich eine neue Kirche benötigt und sie auch zahlt, wieso keine Rekonstruktion? Rein vom Äußeren her, gefällt sie mir persönlich wesentlich besser als die Paulinerkirche. Diese vielen kleinen Türmchen und Spitzen sehen sehr stilvoll aus. Und für das Stadtbild und somit auch Leipzig, wäre es auf jedenfall ein Gewinn, das kann keiner bestreiten.

  • Dann nehm ich auch noch mal darauf Bezug:


    Sicher machen Kirchenrekonstruktionen in der heutigen Zeit zumeist keinen Sinn, jedenfalls nicht, wenn man eine kirchliche Nutzung beabsichtigt.
    Aus diesem Grund wäre oft schon sehr viel getan, würde man lediglich die Kirchtürme wiedererrichten - so wie dies ja nun auch vorerst bei der Potsdamer Garnisonkirche geschehen soll.


    Der markante Teil der Sakralbauten wäre somit wiederherzustellen und es bedarf keiner aufwendigen Reko der Chöre oder ornamentreicher Innenräume.
    Das Stadtbild gewinnt dadurch unheimlich und es bieten sich Möglichkeiten der Nutzung als Aussichtspunkt, für Glockengeläute oder schlicht als Mahn- und Denkmale.
    Und auch den rein ästhetischen Nutzen sollte man dabei nicht verkennen.


    Ohnehin war ja der (in Richtung 'Gott' strebende) Kirchturm der architektonische und strukturelle Höhepunkt des sakralen Äußeren, die Langhallen, Chöre usw. sind in der Regel eben von eher zweitrangiger Bedeutung - zumindest, so lange man nur von der städtebaulichen Wirkung spricht.


    Oder was meint ihr?

  • Finde diese Kriche vom Erscheinungsbild her nicht SO toll. Fände es aber auch eine gute Idee, wenn schon nicht die Kirchen rekonstruiert (was ich aufgrund der gesunkenen Nachfrage verstehen kann), wenigstens die Türme als Landmarken und Denkmäler auf die heute oft leeren Plätze wieder aufbauen würde. So z.B. auch bei der Berliner Petrikirche (einst höchster Kirchturm der Stadt) oder die Dorotheenstd. Kirche, deren ehem. Standort heute halb Parkplatz, halb Unkrautwüste ist.

  • meines Wisen soll es 2008 noch losgehen mit dem Bau.
    Ich habe in einem Investitionsbericht über Leipzig und deren Einkaufslagen die Petersbogenerweierung gelesen. Auchim IHK Ivestitionsregister steht die Erweiterung für 2008 drin.
    Mal sehen was da dran ist. Eventuell gehts Ende des Jahres los nach dem die 2. Röhre gebohrt ist, hoffenlich verschwindet das Loch dann.

  • In der Printausgabe der LVZ war heute ein Interview mit dem Geschäftsführer des berühmten Kabaretts "Pfeffermühle" abgedruckt. Nachdem die Pfeffermühle jüngst wegen der Vergrößerung des Bach-Archivs (Info) aus dem Bosehaus ins Interim Haus Kosmos umziehen musste, verriet Dieter Richter der Zeitung, dass derzeit Verhandlungen mit einem Investor liefen, in zwei Jahren in ein neues, endgültiges Domizil innerhalb des Innenstadtrings zu ziehen. Ein Vertrag stehe kurz vor der Einigung, solange aber nichts unterschrieben sei, möchte Richter nichts konkreteres dazu sagen.


    Wollen wir wetten abschließen, dass die Verhandlungen mit der mfi laufen, und die Pfeffermühle in zwei Jahren in die Höfe am Brühl zieht?

  • Besser noch wäre natürlich eine Unterbringung im ehemaligen Hotel de Pologne, inkl. der Sanierung, war ja auch einmal mit der Stadtbau AG im Gespräch, aber ich glaube das ist vom Tisch.


    MfG
    Steve

  • einen umzug in die höfe am brühl hatte die stadt der pfefermühle ja vorgeschlagen. damals hiess es noch, man wolle nicht "zwischen teppichläden" ziehen. der speisesaal des ehem. hotel de pologne wäre wiederum für ein kabarett eigentlich fast zu schade.
    am ende wird sicher der preis entscheiden.