Bedford - eine durchschnittliche englische Kleinstadt

  • Bedford - eine durchschnittliche englische Kleinstadt

    So, es wird wirklich Zeit, dass ich mich als Schmarotzer in diesem Forum endlich auch mal mit ein paar Fotos revangiere ;) . Da ich zurzeit meinen Zivi in England mache, gibts jetzt mal ein paar Eindruecke aus meinem derzeitigen Wohnort Bedford, schaetzungsweise 50 km noerdlich von London. Die Stadt ist nichts Besonderes, hat ne ganz nette "Altstadt" (d.h. ab dem 18. Jhd, nichts Mittelalterliches.


    Bitte wundert euch nicht, es sind eine Menge unspektakulaere Wohnsiedlungen dabei, denke es ist aber auch mal ganz interessant zu sehen, wie die aussehen (und das tun sie fast ueberall gleich). Ich denke man bekommt insgesamt einen ganz guten Eindruck von einer typischen englischen Kleinstadt.



    1. Typische Arbeitersiedlung um die Jahrhundertwende:

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    4. Hier ein Neubau dazwischen an einer Strassenecke:

    5. Auf dem Weg richtung Innenstadt

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    7. Etwas vornehmer:

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    10. Eine der besseren Schulen (reine Jungenschule). Interessant, wie der neuere Anbau die Architektur des Altbaus fortfuehrt...

    11. Einer der vielen sehr schoenen Pubs:

    12. Diese recht schoenen Gebaeude gehoeren zum staedtischen Gefaengnis:

    13. In der Innenstadt:

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    16. Neubausiedlung, gefaellt mir, leider alles gleich. Hier hat man offensichtlich weniger Skrupel, historisierende Elemente zu verwenden. Auch die Kapelle rechts im Bild ist neu:

    17. Ungefaehr so sehen fast alle Siedlungen aus den 80ern und 90ern aus, wobei die Haeuser fast identisch sind. Vermutlich in ganz England von ein und derselben Wohnungsbaugesellschaft gebaut und nicht immer besonders lebenswert:

    18. Anderer, etwas aelterer Stil:

    19. In den 20ern haufenweise so oder aehnlich gebaut:

    20. Die Dachziegel aehneln denen in Frankreich und Suedwestdeutschland verbreiteten. Auch dieses Dachmuster erinnert mich an franzoesische Bauten (nur so nebenbei und wahrscheinlich total uninteressant ;) ):

    21. Um 1900, gefaellt mir sehr , Stil wird auch in vielen Neubauten wiederaufgegriffen, siehe 16.:

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    Nochmal Innenstadt am Busbahnhof:


    Hoffe, ihr habt einen guten Eindruck gewonnen und es hat euch interessiert. Ich poste demnaechst mehr, auch vom historischen Teil der Innenstadt, heute hat dann am Ende leider das Wetter nicht mehr mitgespielt.

  • Danke für die Eindrücke. Gerade diese Aufnahmen des ganz normalen Stadtbildes finde ich sehr sehenswert. Eher interessanter als Kirchen, Türme oder sonstige Sehenswürdigkeiten, zumal man solche, anders als Fotos wie du sie zeigst, recht leicht ergooglen kann. Interessant auch die Beobachtungen und Details, zum Beispiel zu Bild 20. Gerne mehr davon.

  • Danke, Schmittchen! Es geht weiter:
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    2. Sozusagen unser Stammpub, mit viel schoener Live-Musik:

    3. Gleich nebenan:

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    6. Nochmal die Schule:

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    9. Hier stehen ein paar recht schoene Villen:

    10. Besonders diese:

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    15. Wer hat was gegen langgezogene Fassaden?

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    18. Und noch ein Pub:


    Fortsetzung folgt!

  • Jetzt hast du auch die wohlhabenderenden Viertel von Bedford aufgenommen, oder? Die Fotos vermitteln sehr gut die Atmosphäre dieser hübschen Kleinstadt, kommt sehr sympatisch rüber. Wie kommt man zum Zivildienst gerade dort hin? Du hast bestimmt eine super tolle Zeit dort...!

  • iconic: Ich habe tatsaechlich eine sehr gute Zeit, die Arbeit macht sehr viel Spass und mit den Leuten hier verstehe ich mich sehr gut. Es ist definitiv eine sehr gute Moeglichkeit, um mal was anderes zu erleben und neue Erfahrungen zu machen und Deutsche kennenzulernen :lach: ), wobei man natuerlich mit seinem Projekt auch grosses Pech haben kann, wie ich gehoert hab.
    Die letzten Bilder waren eindeutig aus einer wohlhabeneren Gegend, wobei die Abgrenzungen da oft recht unscharf sind.


    Noch ein kleiner Nachschlag:


    1. Hier ist jemandem die Farbe ausgegangen, oder die Leiter umgefallen?

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    3. Der Witz - diese Strasse heisst tatsaechlich Garfield Street! Jetzt weiss man auch warum:

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    9. Der Reitverein:

  • So, nun aber endlich zum Stadtzentrum:


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    2. Bausuende auf Englisch:

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    4. Sehr schoene kleine Einkaufspassage:

    5. In der Fussgaengerzone:

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    7. Einkaufscenter: Aussen hui, innen pfui, daher nur von aussen:

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    10. Das Rathaus:

    11. Die Getreideboerse, ein sehr beeindruckender Bau:

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    18. Herr, ich habe gesuendigt:

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    22. Das beste Hotel der Stadt, direkt am Fluss gelegen.

    23. Vom Parkanlegen verstehen die Englaender was:

    24. So mittelalterlich hat man auch Ende des 19. Jhd. noch gebaut:

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  • Und zu guter letzt noch ein paar neuere Gebaeude:


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    6. Was immer das auch heissen mag:

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    9. Recht interessant: die italienisch-katholische Kirche:

    10. Ein Typ vor diesem Geabaeude meinte, ich haette einen australischen Akzent. Ich glaube der war noch nie in Australien... Er hat nicht ganz verstanden, warum ich sowas Haessliches fotografierte:

    11. Der Bahnhof:

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    15. Die Kunstakademie:

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    So, das war's erstmal. War vielleicht doch etwas viel aber dafuer kennt ihr Bedford jetzt fast genau so gut wie ich.
    Wuerde mich freuen zu hoeren, was ihr ueber die Architektur denkt.

  • Ich persönlich habe sehr großen Respekt vor all den Engländern, die in total eintönigen Vierteln in so kleinen Schuhkarton-Reihenhäusern wohnen und sich trotzdem wohl fühlen. Ok, man muss dazu sagen dass diese Häuser oft ziemlich tief sind und somit nicht ganz so klein wie sie oft wirken...aber dennoch, diese eintönigen Backsteinhäuschen ohne Individualität oder großartige Privatsphäre, keine Bäume drumrum usw, das wirkt auf uns Deutsche schon oft etwas beklemmend..


    Aber wie du´s schon richtig bemerkt hast: Die Männer haben tolle historische Pubs in denen sie ihre Zeit verbringen können und die Frauen und Kinder werden halt tagsüber beim Shopping oder in den gepflegten Parks glücklich..;)

  • ^ Was meinst du denn mit tief?
    Du beziehst dich wohl auf das erste Bild, denn ansonsten ist es doch gar nicht so eintönig. Du hast schon Recht, viel Platz ist in diesen Häusern nicht und es sind auch nicht gerade die schönsten. Das liegt daran, dass die Siedlung damals für die Arbeiter gebaut wurde, dort haben also auch nur die Ärmsten gewohnt. Da die Grundstückspreise bzw. Mietpreise hier immernoch unbeschreiblich hoch sind, können sich auch heute viele nur in solch einer Wohngegend eine Wohnung oder ein Zimmer leisten, darunter vor allem Immigranten.
    Man kann diese Siedlungen mit den Gründerzeitvierteln in Deutschland vergleichen, da gibt es ja auch mehr oder weniger prachtvolle. Anders als in Deutschland hat man hier in England Wohnhäuser allerdings fast nur zweistöckig gebaut, sogar in London.
    Ansonsten gibt es hier auch viele wunderschöne Wohngegenden, die den deutschen in nichts nachstehen.

  • Tief in dem Sinne, dass die Häuser weit nach hinten reichen, also auch wenn sie von der Straße aus oft sehr klein wirken so geschnitten sind dass sie von der Fläche her doch noch halbwegs groß sind.

  • Danke für die tollen Bilder!
    Die Villa auf Bild Nr. 10 von deiner zweiten Bilderserie gefällt mir auch besonders gut! Sieht aus wie eine kleine Burg...wirklich sehr hübsch. :daumen:

  • Danke für die Bilder! Haben mir sehr gut gefallen, insb. weil ich in letzter Zeit und auch in Zukunft öfter mal auf der Insel war / sein werde.


    Teilweise erinnern mich die Bilder auch an niederländische Städte.


    Zur ersten Reihe:
    Bild 16 Neubausiedlung: gefällt mir gut, trotz / oder wegen Historisierung
    Bild 18: Könnte auch im Münsterland stehen. In einem solchen Haus habe ich mein erstes Lebensjahr verbracht


    Zweite Reihe:
    Bild 10 / 11: Uaargh! So stelle ich mir das ganze Harry Potter-Gedöns vor!
    Bild 17: Solche Reihen liebe ich! In London gibt es in der Nähe von der Paddington-Station eine wunderschöne Straße mit einem guten, vor allem aber günstigen Hotel.


    Dritte Reihe:
    Bild 24: DAS ist England!


    Und wenn ich mir die Pubs ansehe, wird mir klar, warum die Engländer ein Volk von Schluckspechten sind. Da läuft einem ja schon von aussen das Wasser im Munde zusammen...


    Gruss Norbert

  • Diese britischen Arbeitersiedlungen sind mir äußerst unsympathisch - trist und beklemmend. Und dann noch diese perversen Schornsteinaufbauten. Es fröstelt mich richtig, wenn ich diese Backsteinbaracken in Verbindung mit dem nordseegrauen Himmel sehe. (gibt ja noch viel Schlimmere als die von Dir gezeigten in Manchester, Liverpool und Co)

  • ^ Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Norden solche tristen Arbeitersiedlungen gibt, da man dort weniger wohlhabend ist und schlechteres Wetter hat als im Südosten. Ausserdem gab es dort immer viel Industrie (z.B. Stahl). Hier in der Gegend findet man Derartiges zum Glück nicht.

  • Villa würde ich nicht gerade sagen, das sind zwei seperate Wohnungen in einem Haus. Ich kenne es aus meiner eigenen kurzen England Zeit (2 Wochen Schüleraustausch), die Wohnungen sind normalerweise wirklich beengt, kein Vergleich zu der großzügigen Raumverteilung hier in Deutschland, ich bin das erste mal richtig erschrocken wie ich in das Haus meiner Gasteltern gekommen bin.

  • was habt ihr gegen die kleinen arbeiterhäuschen? :-)
    60 % der briten leben in diesem EIGENTUM. ist doch nicht schlechter als das was 60 % deutsche haben: die gleiche fläche (60-70qm) in mietshäusern .....
    in england wird kaum zur miete gewohnt

  • ^ Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Norden solche tristen Arbeitersiedlungen gibt, da man dort weniger wohlhabend ist und schlechteres Wetter hat als im Südosten. Ausserdem gab es dort immer viel Industrie (z.B. Stahl). Hier in der Gegend findet man Derartiges zum Glück nicht.


    die einzigste wirkliche stahlstadt ist glaube ich middlesbrough.
    ich bin viel im UK unterwegs, und die zeiten der industrie sind auch im norden schon lange vorbei. manchester, newcastle oder leeds haben 20-30 jahre keinen schornstein mehr rauchen gesehen. dort sitzt heut die hochfinanz und dienstleistungsanbieter.


    ps. die richtig typischen arbeitersiedlungen sind eigentlich überall gleich abstossend oder schnuckelig, je nachdem wie man es nimmt ;)