Paris (Update August 2012)

  • Wahnsinn Wagahai, tolle Bilder. Paris, je t'aime. Habe mal ein ein knappes halbes Jahr dort gewohnt, Nähe Hotel de Ville. Man kann kaum jemandem widersprechen, der behauptet Paris sei die "schönste" Stadt der Welt. Da kommen für mich noch Städte wie Stockholm oder Wien ran. Die schlechteren Seiten von Paris bekommt man auch eher dann mit, wenn man längere Zeit dort verbringt. Wo viel Licht, da ist auch leider viel Schatten. Wenn man nämlich mal etwas in die Randgebiete kommt, dann siehts da ganz schön krass aus, da ist nichts mehr mit fancy Paris :-) und man sollte sich vor Vermummten mit Flaschen in der Hand in Acht nehmen. Nichtsdestotrotz, Paris ist immer eine Reise wert!

  • Update 08.2012

    Immer wieder nett, das Städtchen...







    Bibliothèque nationale de France


    Das ewig lange Finanzministerium rechts


    Avenue de l'Opéra






    Louvre





    Vom Tour Montparnasse



















    Bilder:Wagahai

  • Sehr schöne Bilder im Thread. Trotz aller Schönheit und anmut merkt man schon, dass paris sehr technokratisch organisiert ist. das beweist nicht nur la Defense, sondern auch die sternförmige organisation der stadt

  • Das eine hat aber nichts mit dem anderen zu tun bzw. entstammt sogar vollkommen gegensätzlichen Ideen.


    Die Straßenstrukturen mit Boulevards im Zuge von wichtigen Sichtachsen zur Betonung monumentaler Bauwerke, die sich an Sternplätzen schneiden, welche von besonders prächtigen, dafür akademisch entwickelten Kopfbauten gesäumt sind, ist der Städtebau des 19. Jahrhunderts respektive die Adaption von Haussmanns Ideen. Sie sind eine Verherrlichung und in gewisser Weise für die Zeit auch typische Verklärung des städtischen Lebens. Grundlage ist noch weitgehend barocke Stadtplanung, die sich nun der hinzugewonnenen technischen Möglichkeiten bedient und funktional auf die gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit nach der Französischen Revolution reagiert.


    La Défense ist dagegen eine typische monstrukturelle Stadt in der Stadt, die sich aus der antiurbanistischen Gegenbewegung des Nachkriegseuropas, dies wiederum in der damals starken Rezeption amerikanischer städtebaulicher Ideen der klassischen Moderne, ableiten lässt. Hier findet sich am ehesten, natürlich in erster Linie von der neuen Dominanz des Autos gesteuertes technokratisches Gedankengut in dem Glauben, die Stadt in bestimmte scharf abgegrenzte Bereiche zerschneiden zu können, zwischen denen die Menschen im Laufe des Tages hin- und herpendeln.


    Was gerne vergessen wird, ist, dass sich in Paris auch trotz aller städtebaulichen Umwälzungen noch eine Menge der mittelalterlichen Stadt erhalten hat, wenn man denn genau hinguckt. Gerade auf der Südseite der Seine findet sich das „alte Paris“ noch in vielen Gassen des 5.–7. Arrondissements, das man leider nur sehr selten auf Bildern sieht. Trotz des heutigen Massentourismus verirrt sich da bis heute kaum ein Mensch hin – das Flair eines „Midnight in Paris“ kann man dort tatsächlich noch erleben.


    Der Süden der Stadt ist allerdings ziemlich gräßlich, gerade im Bereich des 13. und 14. Arrondissements, was man der Stadt dort vor allem in den 1960er und 1970er Jahren angetan hat, sprengt jede Vorstellungskraft. Eigentlich sieht es dort über viele Kilometer hinweg kaum besser aus als in Tokio, planlos aneinandergereihte Hochhäuser des sozialen Wohnungsbaus aller Couleur und Vergammelungsstufen. Der Aussicht darauf kann man sich gerade von Sacré-Cœur kaum entziehen. Aber gut, das ist für deutsche Verhältnisse Meckern auf verdammt hohem Niveau...

  • ^ Fairerweise sollte man erwähnen, dass die berühmte Axe historique in LaDefense fortgeführt wurde - was die Grafik am Anfang des Wikipedia-Artikels zeigt. Zur Veranschaulichung noch ein Foto, das ich auf dieser Achse in LaDefense stehend im Juni gemacht habe - links im Bild sieht man in mehreren Kilometern Ferne den Triumphbogen:


    http://img221.imageshack.us/img221/8850/paris067.jpg


    Noch eindrucksvollere Fotos der Achse kann man von der großen Treppe der Grande Arche machen (die an die zwei älteren Triumphbögen auf derselben Achse anknüpft) - leider habe ich dies diesmal versäumt. Bei Gelegenheit - anders als der Vorbeitrag behauptet ("von der neuen Dominanz des Autos gesteuertes technokratisches Gedankengut") ist LaDefense eine gigantische Fußgängerzone, in der die Anzahl der Parkplätze absichtlich eingeschränkt wurde, damit bloß nicht das Auto dominiert.


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    Mod: Foto geURLt, da zu groß. Bitte maximal 1.000 Pixel Breite.


    ^ Bisher waren in den Galerien über 1024 Pixel erlaubt?

    2 Mal editiert, zuletzt von Bau-Lcfr () aus folgendem Grund: + Link auf den La-Defense-Diskussionsthread mit Belegen und Fotos

  • /\
    Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit, Bau-Lcfr. Unter der Fussgängerzone befinden sich ein großes & wirres Strassengeflecht, Parkhäuser (ca. 25000 Parkplätze gibt es übrigens insgesamt in La Defense, ein Großteil davon im Untergrund) Zufahrtswege & Anlieferrampen etc. So gesehen ist La Defense auch nur ein riesengroßer Strassenknotenpunkt.


    Unter der Platte verlaufen übrigens auch U-Bahnen, die RER und demnächst auch die Strassenbahn.


    Ich war schon ein paar Mal in Paris-La Defense mit dem Auto und komme dort unten in diesem Gewirr immer noch nur schwer zurecht, zumal Navis dort unten auch nicht funktionieren.