X Bauprojekte außerhalb der Wallanlagen

  • X Bauprojekte außerhalb der Wallanlagen

    MOD.EDIT: Um dem Thema mal eine passendere Einleitung zu geben, habe ich Dykies Post hierhin kopiert.
    Samuel


    Zitat von Dykie

    War mal so frei, dem städtebaulichen Projekte in Hamburg endlich einen eigenen Thread zu geben.
    Hier können also von nun an alle Fragen, News und was man sonst noch so findet / wissen möchte gepostet werden.


    Bis zur Internationalen Bauausstellung 2013 in Wilhemlsburg soll er geglückt sein, der Sprung über die Elbe, ein Projekt, welches vor allem den Hamburger Süden stärken und neu beleben soll. Bis vor wenigen Jahren hat man sich darauf beschränkt, hauptsächlich den nördlichen Teil Hamburgs wahrzunehmen, aber die Elbe fließt mitten durch die Stadt. Südlich der Elbe warten inmitten von Industrie wunderschöne Fleckchen Erde darauf, ihr Potential ausspielen zu können. Die Möglichkeit, so nah am Wasser und in einer solchen Form zu wachsen ist für eine Großstadt wie Hamburg einmalig. Aus diesem Grund beauftragte man im Jahre 2003 eine ganze Menge Leute damit, ein Rahmenkonzept zu erstellen, welches die Erschließung des Hamburger Südens beinhaltet. Das Ergebnis war der Sprung über die Elbe, ein Konzept, welches wir bereits mit eigenen Augen sehen können. In der HafenCity, der ersten Station dieses Konzeptes, wird bereits heute fleißig gebaut. Weitere Stationen sind die Elbbrücken, Wilhelmsburg und der Harburger Binnenhafen, wo in den letzten Jahren auch bereits fleißig gebaut wurde. Ein weiteres Ziel ist der Anschluss des Südens an den Norden, mit dem Bau der U4 ist damit schon der Grundstein gelegt. Weitere Elbquerungen in Höhe der HafenCity tun auch ihren Beitrag dazu. Und dies sind nur einige der vielen Projekte, die anstehen. Alles in allem ein Jahrhundertauftrag!


    Das Rahmenkonzept:

  • Das ist ein spannendes Thema mit viel Potential. Jahrelang ging die Entwicklung in eine ganz andere Richtung.


    Im Bereich des Reiherstigs, gab es einst eine größere Wohnbevölkerung. Nach der verherenden Sturmflut von 1962 war man allerdings der Meinung, dass die westliche Elbinsel Wilhelmsburg zu gefährdet ist, um dort eine große Wohnbevölkerung zuzulassen. Man hat viele Menschen in den 60er und 70er Jahren in den weniger gefährdeten Ostteil der Insel umgesiedelt. (Stichwort Kirchdorf Süd)


    Ansonsten galt das Prinzip: Auf der Geest wohnen und in der Marsch arbeiten.


    (Geest= hoher gelegene Gebiete nördlich der Elbe, Marsch= Elbe-Ürstromtal)


    In der Marsch entstanden daher großflächige Industriegebiete, die jetzt durch die Deindustrialisierung der Dienstleistungsgesellschft zu Konversionsflächen werden.


    Wenn man die vielen Wasserwege und Hafenbecken sieht, wird klar, das eine Stadtentwiclung in dieser Gegend dem Ruf Hamburgs als Venedig des Nordens eine ganz neue Dimension geben kann.


    Allerdings sollte man nicht vergessen, warum diese Gegend einst nicht zum Wohnen vorgesehen war. Sie ist nach wie vor Sturmflutgefährdet !!!


    In der Hafencity läßt man sich den Hochwasserschutz einiges Kosten. Das wird auch hier nötig sein, soll aber nicht heißen, dass ich das nicht auch will.

  • Was mir noch einfällt: Anhand der Karte wird auch deutlich, welche langfristigen Absichten der Senat damit verbindet die Hafencity unbedingt mit einer U-Bahn anzubinden. (und nicht mit einem billigeren kleinern Verkehrssystem wie Stadtbahn oder so was)


    Wenn man diese Gebiete urban umstrukturieren möchte, wird man die U4 dorthin verlängern müssen.

  • vielleicht ist es bereits jetzt schon wirtschaftlicher ein großes elb-sperrwerk zu erreichten als die gesamte hafencity und andere entwicklungsgebiete gegen eine strumflut zu sichern. nur traut sich vielleicht keiner das thema angehen..

  • Nein. Das geht nicht, weil man dafür den gesamten Hafen umbauen müßte. Der Hamburger Hafen ist - anders als zum Beispiel die Londoner Docks - ist ein offener Tidehafen, das heißt, Ebbe und Flut reichen ungehindert bis in die Hafenbecken hinein. Das ist auch notwendig, weil die größten Schiffe trotz aller Ausbaggerung der Elbe in den letzten Jahrzehnten den Hafen nur bei Flut erreichen können. Ein solcher offener Hafen ist auch die Voraussetzung dafür, daß eine derart große Zahl von Schiffen abgefertigt werden kann wie das in Hamburg der Fall ist, denn das Schleusen, das durch ein Sperrwerk notwendig würde, wäre ein außerordentlich aufwendiger und zeitraubender Vorgang.

  • Ernst :


    man könnte dieses sperrwerk im zuge der hafenexpansion nach westen weiter östlich (dort wo kein großer tiefgang benötigt wird) bauen.

  • Zitat von Isek

    Ernst :


    man könnte dieses sperrwerk im zuge der hafenexpansion nach westen weiter östlich (dort wo kein großer tiefgang benötigt wird) bauen.


    Das wird zur Zeit wohl nicht gehen. Die momentan von der Hafenwirtschaft intensiv genutzen Bereiche liegen zwar eher im Westen aber die Grenze ist so circa die orangene Linie auf dem blauen Bild aus Deinem ersten Beitrag.


    Im westlichen Teil der Süderelbe (Köhlbrand) wurde z.B vor einigen Monaten ein sehr moderner Container-Terminal (Altenwerder) in Betrieb genommen.


    Also entweder müsste man das Sperrwerk vor der Stromspaltung bauen (Osten), wo es wenig sinnvoll ist oder nach dem Zusammenfluß, wo es dann den ganzen Hafen absperren würde.

  • trotzdem versteh ich noch einiges nicht... :D ich rede hier über ein sperrwerk, welches im falle einer ungünstigen wetterlage und tidenhub geschlossen wird. ich weiß nicht genau wie oft das vorkommt aber ich denke kritische sturmfluten gibts nur einmal pro jahr. ja und dann is das tor zu - keine schiffe können raus oder rein. und sonst is es offen - die verhältnisse bleiben unverändert. und ich bezweifle eh, dass in der zeit wo das tor geschlossen wäre, normaler hafenbetrieb möglich ist.

  • Ah. Jetzt verstehe ich. Das wäre in der Tat ein Jahrhundert-Bauwerk, aber auch da bin ich skeptisch. Wenn die Elbe nach Hamburg im Falle einer Sturmflut abgesperrt wird, bedeutet das eine erhebliche Gefahr für die Elbmarschen, die Landstriche elbabwärts links und rechts des Flusses. Die liegen nämlich nur knapp über dem Meeresspiegel und wären dann rasch überflutet.

  • Stadtplanung Hamburg / Sprung über Elbe

    Da die passiven Forum-Mitglieder ja nachhaltig aufgefordert sind, Beiträge zu schreiben, möchte ich ein Thema eröffnen, dass sich aber mit Stadtplanung und Entwicklung, und erst danach mit Architektur (in die Höhe) in Hamburg beschäftigt.


    Wie ihr wisst, wird das Thema Hochhäuser in Hamburg heftigst diskutiert. Anlass ist nicht zuletzt die Planung der Hafencity, aber auch die Themen "Wachsende Stadt"/"Metropolregion Hamburg" und "Sprung über die Elbe". Letztere Initiative hat zum Ziel, ausgehend von der Hafencity vor allem die Südlichen Rand- (Harburg) und (im wahrsten Sinne des Wortes) Inselgebiete (Willemsburg) in eine homogene Stadtstruktur zu integrieren bzw. die Stadtteile an das historische Zentrum heranzuführen.


    Die Norderelbe und die Süderelbe sind dabei natürliche Barrieren. Die neu geplante Autobahn durch den Hafen, die so genannte "Hafenquerspange" kommt (zumindest in der bisherigen Planung) als künstliche hinzu.


    Durch die Verlagerung des Hafens gen Süd/Osten ist eine, wenn nicht die historische Chance der Stadt, ihr Stadtbild für Jahrhunderte neu und nachhaltig zu prägen. Vor diesem Hintergbrund gab es einige Wettbewerbe und Arbeitsgruppen, die sich dem Thema "Sprung über die Elbe" gewidmet haben.


    Davon inspiriert habe ich eine Planung erstellt, die ich hier gerne zur Diskussion stellen würde. Nicht als Selbstzweck. Die Ergebnisse sollen mit professioneller Hilfe dem Stadtentwicklungssenator, dem Wirtschaftssenator und dem Bürgermeister präsentiert werden. Jeder Input, jede Bemerkung zählt also.


    Wenn nicht unmittelbar (bis 2015), dann aber mittelfristig (bis 2030) könnte dabei in die Höhe gebaut werden. Wahrscheinlich zwischen Norderelbe und Harburg. Dort wird irgendwann und irgendwo ein HH-Cluster (oder besser wohl ein neues "Downtown") entstehen können.


    Elementare Bestandteile der Planung sind:


    1. Ringergänzung und Schließung Süd durch die Fortführung des Wallrings in einen "Dammring" (gleichzeitig Hochwasserschutzfunktion) in Form eines Halbkreises südlich der Elbe mit potenzieller zukünftiger Untertunnelung der Elbe bei den alten Elbtunneln (West) und einer gegebenenfalls grossen Hebebrücke westlich des geplanten Überseequartiers.


    2. Passend zum Charakter der Stadt soll innerhalb dieses Ringes eine Art Central Park namens "Elbauen" entstehen, das durch Tiedenhub/Gezeiten der Elbe natürlich geprägt werden soll (Elbinseln, Sandstrände, öffentlicher Park). Angrenzend sollte nur halbhoch (max 10-geschössig) gebaut werden dürfen, entsprechend Binnen- und Aussenalster bzw. Hafencity.


    3. Planung der Hafenquerspange mit Untertunnelung Willemsburg oder Verlegung der geplanten Trasse nach Süden (Idee aus einer Arbeitsgruppe)


    4. Rückbau der alten Reichsstraße durch Willemsburg (was ebenfalls bereits diskutiert wird)


    5. Hochbauten direkt südlich der Elbbrücken, also gegenüber der geplanten Hafencity-Ostspitze, wo bereits Hochbauten nach Masterplan Hafencity geplant und und unter dem Stichwort "Chicagoplatz" diskutiert werden. Der gegenüberliegende Stadtteil nennt sich Veddel und ist derzeit geprägt von Schuppen, Hafenanlagen und 60er Sozialbauten. Dort wird - ob derzeitige Politiker und Bürger wollen oder nicht nach meiner Meinung in Zukuft ein Hochhauscluster entstehen, wenn in Hamburg überhaupt in Zukunft hoch gebaut werden sollte.


    6. Östlich davon Hochbauten als Wohnungen, auch als Sozialer Wohnungsbau und Studentenappartments.


    Hierzu die Planungen als Karten


    Detailplanung (klein mit Hafencity-Plan und neuen Elbauen)


    Detailplanung (gross auf Basis bestehender Pläne)


    Was haltet ihr davon?


    Links zum Thema:
    http://hafencity.com
    http://www.wachsende-stadt.ham…sion/meta/bildarchiv.html
    http://fhh.hamburg.de/stadt/Ak…t/stadtplanung/start.html
    http://www.bmvbw.de/static/Bun…fs_site/IFS_SITE.ifs.html
    (Dossier Ansicht, Hafenquerspange klicken)

  • Im Prinzip sehr gelungen, Hamburg mit seinen Inseln zu verbinden. Gedanken, die mir als nicht-Hamburger und nicht-Kenner der lokalen Situation gekommen sind:


    - Haben Wilhemsburg + davon oestliche Gebiete wie georgswerder, kirchdorf, jenerseite ein lokales Zentrum?
    Ein "Herz" dieser Region? Wenn nicht, koennte man sowas an einem Bahnhof und naehe zur beruhigten Reichsstrasse anlegen


    - Man koennte sich gedanken zur weiteren Erschliesung der Region durch oeffentliche Verkehrsmittel machen, zB eine neue Ubahn vom Hamburg-center nach sueden?


    - Man sollte Wilhemsburg siedlungsraummaessig vielleicht nach Harburg anschliessen und die Trenung zwischen beiden aufgeben.


    - eine neue Downtownregion sollte vorher schon genauer bestimmt sein, damit man zB Infrastruktureinrichtungen dafuer auslegen & planen kann, auch wenn sie erst vielleicht bis 2030 verwirklicht wird.

  • Zitat von LugPaj

    Haben Wilhemsburg + davon oestliche Gebiete wie georgswerder, kirchdorf, jenerseite ein lokales Zentrum?
    Ein "Herz" dieser Region? Wenn nicht, koennte man sowas an einem Bahnhof und naehe zur beruhigten Reichsstrasse anlegen


    Bei der Olympia-Bewerbung von Hamburg war vorgesehen ein Olympia-Bahnhof direkt südlich der Elbbrücken anzulegen, dem Standort des jetzigen S-Bahnhofs Veddel. Damit ist Veddel das unten angefragte Zentrum der Downtown. Willemsburg hat einen historischen Ortskern, der kurz westlich der alten Reichsstraße liegt. Dieser Ortskern ist bereits Regionalzentrum und würde mit Beruhigung der Reichsstraße - die Willemsburg teilt - weiter aufgewertet.


    Zitat von LugPaj

    Man koennte sich gedanken zur weiteren Erschliesung der Region durch oeffentliche Verkehrsmittel machen, zB eine neue Ubahn vom Hamburg-center nach sueden?


    Es ist bereits eine U-Bahn im Rahmen der Hafencity vom Jungfernstieg bis Elbrücken Nord geplant, die über diesen erweiterten Veddel Bahnhof in die neuen Stadtteile Grassbrock weiterführen könnte.


    Zitat von LugPaj

    Man sollte Wilhemsburg siedlungsraummaessig vielleicht nach Harburg anschliessen und die Trenung zwischen beiden aufgeben.


    Ist im Rahmen der Stadtplanung Sprung über die Elbe geplant. Das Problem ist, das die Autbahn "Hafenquerspange" Hamburg von Willemsburg abspaltet, eine südlich Trasse Harburg von Willemsburg. Daher ist mein persönlicher Favorit eine Untertunnellung Willemsburgs, weil damit die wirklich notwendige Hafenquerspange nicht die Wahl zwischen zwei Übeln wäre.


    Zitat von LugPaj

    eine neue Downtownregion sollte vorher schon genauer bestimmt sein, damit man zB Infrastruktureinrichtungen dafuer auslegen & planen kann, auch wenn sie erst vielleicht bis 2030 verwirklicht wird.


    Ist mit Veddel direkt an den Elbbrücken und dem Bahnhof vorgesehen. Diese "Downton" wäre damit das Tor zu Hamburg, hätte U-Bahn, S-Bahn und ICE-Anschluss (Richtung Hannover) und direkten Autobahnzugang.

  • Achja, zur Verdeutlichung auf der grösseren Karte. Bahnhof und Centrum Downtown wären die Bereiche, die vor allem schwarze Bebauung hätten, die auch die geplanten Hochhaus-Bauareale kennzeichnen sollen.

  • Beispielhafter Bahnhof für Veddel der Entwurf von BRT im Rahmen des Wettbewerbs für den Dortmunder Bahnhof. Dieser Entwurf wird in Dortmund (leider) nicht realisiert.




    Bahnhof mit Einkaufszentrum, Kino-Welten, kleines UEC Frankfurt in Hamburg-Veddel

  • reminds me of Independece Day...
    Hoffentlich fliegt da kein amerikanischer Praesident mit nem Flieger rein....oder vielleicht doch..


    sieht recht interessant aus, aber auch sehr dominierend.

  • Zitat von libero

    Was haltet ihr davon?


    Neue Elbquerungen sind immer gut, auch gern an den von Dir vorgesehenen Standpunkten, wobei ich jetzt nicht einschätzen kann, inwieweit in den Gebieten an den neuen Brückenköpfen/Tunnelenden dadurch neue Staus entstünden, besonders, wenn Schwerlastverkehr diese Querungen als Alternative zum verstopften Elbtunnel nehmen. Aber das könnte man sicher lösen, die dadurch entstehende engere Verbindung der beiden Elbufer wäre jedenfalls Gold wert.


    Was ich auch schön finde, ist die Idee der Elbauen, wenngleich ich sie vielleicht nicht so groß anlegen würde. Besser fände ich einen Elbstrand, an den sich von vielen kleineren Parks durchsetzte Wohngebiete anschließen.

  • ich weiss auch nicht,ob die ELbauen sich so in Hamburg integrieren koennten, wie etwa der Englischer Garten in Muenchen....


    Auf der einen Seiten ist der Park nur sehr schwer ueber die Elbe zu erreichen
    Auf der anderen Seite ist zu 50% Hafengelaende anschliesend.
    => nur 1/4 des Parkrandes koennen wirklich als Parkgrenze aufgefasst werden, wo Leute in den Park gehen koennen.

  • Ich war anfangs ziemlich angetan von den beschriebenen Hamburger Jahrhundertplänen. Dann habe ich mich zurückgelehnt (das muß man sich jetzt nicht bildlich vorstellen) und mich gefragt, ob es eigentlich vernünftig ist. Ist es vernünftig, den Hafen mit Doppelelbunterfahrungen, U-Bahn, Hochwasserschutz, Querspange massiv umzukrempeln, wenn rings um Hamburg massig Freiflächen sind?


    Ist es nicht eher ein politisches Problem, daß Hamburg schnell an seine Bundeslandgrenzen stößt aber intern wachsen möchte. Will man angesichts Sturmflutproblematik, evtl. Meeresspiegelanstieg, ungeschicktem Areal (sehr viel Erschließungsaufwand) trotzdem dorthin bauen? Vielleicht ist das wirklich das ungeeignetste Areal in Deutschland, um Lebensraum zu schaffen. Und selbst auf Hamburger Markung Richtung Bergedorf (nach SüdOsten) sind noch Freiflächen mit schon vorhandener S-Bahn-Trasse. Dann ergäbe sich zwar kartentechnisch nicht so ein schönes City-Cluster, aber wie LugPaj schon schrieb, so richtig integriert ist das am Ende eh nicht, weil die Distanzen einfach zu groß sind bzw. nicht fußgängig.


    Ich habe auch keine Lösung für HH, weil man nicht einfach Flächen mit z.B. S-H tauschen kann. Aber dorthin zu bauen würde ich mir ernsthaft nochmals überlegen, denn selbst wenn HH wächst, wächst es deutschlandtypisch sehr sehr schwach.


    Und dann noch ein sozialer Stadtentwicklungsgesichtspunkt:
    HH ist auch keine Insel der Glückseligen trotz/wegen des bescheidenen Wachstums. Wilhelmsburg & Harburg sind heute schon Problemzonen. Das neue Zentrum wird jedoch in erster Linie Leute von dort anziehen, denn reiche Hanseaten aus Nord-Hamburg haben ihr Zentrum vor der Haustüre und warum sollten sie das Alsterflair eintauschen?


    Dann wird einem immer entgegengehalten, daß durch das neue Zentrum die sozialen Brennpunkte entschärft werden. Ich glaube daran nicht, allenfalls an Detailverbesserungen. Ein neuer Stadtteil macht aus Problemfällen nicht plötzlich High Potentials. Diese Leute sind weiterhin da, es sei denn sie werden langfristig nach außerhalb Hamburgs verdrängt. Dann haben NDS oder S-H eben mehr Probleme. Kann HH über Ausgleichssysteme beheben...



    Es sind schon Weltfirmen, Vereine und Gemeinden mit zu ehrgeizigen Plänen den Bach runtergegangen. Das kann auch einer Großstadt passieren.

  • Das ganze muß man wohl eher als langfristiges strategisches Planspiel verstehen. Man fühlt sich etwas an Fritz Schumachers Modell der Entwicklungsachsen vom Beginn des 20. Jahrhunderts erinnert. Nur war Hamburg damals eine rasch wachsende Stadt. Heute wächst sie - trotz aller Rhetorik von der "wachsenden Stadt" - nicht mehr oder allenfalls noch sehr langsam. Ich werde den Eindruck nicht los, daß diese Planspiele nicht zuletzt eine psychologische Funktion haben, nämlich in der über Jahrzehnte in Trägheit, Bürokratie und Miesepetrigkeit erstarrten Stadt wieder etwas Aufbruchstimmung zu verbreiten.