Kulturcampus - Neuentwicklung Uni-Campus Bockenheim (Planung)

  • Die Lokalpresse (FNP,, FAZ) meldet, dass die Stadt Pläne für ein gemeinsames Foyer zum Kulutrcampus vorgestellt habe. Leider sind die Artikel so wenig erhellend wie das eine gezeigte Bild.

  • Einigung im Zeitplan

    Schon am Freitag berichtete die FNP, dass Finanzminister Schäfer, Wissenschaftsministerin Kühne-Hörmann und Uni-Präsident Prof. Müller-Esterl sich auf einen Zeitplan geeinigt haben. So soll/will die Uni den Campus in Bockenheim bis 2017 räumen.


    Nur die Bibliothek soll noch etwas länger bleiben. Für sie ist zwar ein Grunstück an der Miquelalle reserviert, jedoch fehlt für den Neubau vorerst das Geld, da das Land Hessen weitere 100 Millionen Euro für andere Neubauten im Campus Westend & Riedberg investieren wird. Über den Neubau für die Bibliothek soll erst entschieden werden, wenn der bis 2020 laufende Hochschul-Entwicklungsprogramm des Landes abgeschlossen ist. Die FNP schließt daraus, dass deshalb nicht mit einem schnellen Umzug der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst auf den Bockenheimer Campus zu rechnen ist, da hierfür das Areal der jetzigen Bücherei eingeplant ist.

  • Hatte eigentliche jemand schon den aktuellen Konsensplan hier gepostet?


    Sehr interessant, vor allem die Geschossigkeiten gehen teilweise wirklich hoch (2 mal 14, 1 mal 23, 1 mal 39). Eines der interessantesten Grundstücke ist meiner Meinung nach Standort des jetzigen AfE Turmes. Im Konsensplan sind dort bis zu 39 Geschosse und Wohnnutzung vorgesehen, in dieser Lage (viel besser als Henninger Turm) könnte ein richtig schönes Projekt möglich sein... ;)

  • Der "Konsensplan" wurde überarbeitet. Als PDF ist die Überarbeitung hier abzurufen (enthält Erläuterungen und Legende zur Grafik unten).


    An Stelle der heutigen Universitätsbibliothek sollen zur Zeppelinallee hin auch Hochhäuser mit bis zu 14 Geschossen ermöglicht werden. Die KfW-Westarkade gegenüber hat ebenfalls 14 Geschosse bei einer Höhe von 56 Metern.



    Plan: Herwarth + Holz / ABG Frankfurt Holding / Stadt Frankfurt am Main

  • Kulturcampus / Adjaye Associates

    Auf archdaily hab ich eben einige weitere Skizzen/Renderings zum Kulutrcampus gefunden, im Artikel selbst steht nichts neues.



    (Adjaye Associates) - Ich meine diese hier schon mal im Forum gesehen zu haben, die anderen sind zumindest für mich neu.



    (Adjaye Associates)



    (Adjaye Associates)



    (Adjaye Associates)



    Sicherlich kein endgültiger Entwurf, scheint jedoch ganz schön würfelig zu werden, aber mit "Dachterrasse".

  • Keine Sorge, das sind noch nicht mal Architekturentwürfe. Erst einmal geht es um den städtebaulichen Entwurf. Und auch hier ist noch lange nichts entschieden. Wahrscheinlich wird es (nochmals) einen Wettbewerb geben, das in Deinem Beitrag ist wohl nichts weiter als eine städtebauliche Studie. Und für die Architektur wird es bestimmt weitere Wettbewerbe geben.

  • Ursprünglich war doch auch eine Blockrandbebauung vorgesehen (Siehe Beitrag Nr. 1). Völlig unverständich, warum jetzt so etwas gebaut werden soll.

  • Es gibt Gerüchte, dass Deloitte (derzeit beheimatet in Franklinstraße 48 und Franklinstraße 50) auf den Kulturcampus ziehen will. Es ist ein Neubau an der Senckenberganlage im Gespräch, weswegen wohl eines der drei rot markierten Gebäude aus dem zweiten Bild von Post 184 gemeint sein könnte, d.h. entweder rechts oder links des Senckenbergmuseums.


    Die Mietverträge in der Franklinstraße laufen in 2015 aus, insofern bleibt noch etwas Zeit für Spekulation.

  • Philosophikum - Ortsbeirat bekennt Farbe

    In seiner jüngsten Sitzung hat der für Bockenheim zuständige Ortsbeirat 2 nach einem Antrag der Linken Farbe bekannt: Im Antrag werden die Vertreter aufgefordert, gegen den Abriss des denkmalgeschützten Philosophikums zu votieren. Ein Teil der Grünen-Vertreter stimmte für den Antrag, die restlichen Grünen-Vertreter und alle anderen Fraktionen - CDU, SPD und FDP - stimmten dagegen. Der Antrag sah formell vor, sich zu verpflichten, einem Abrissantrag die Genehmigung zu verweigern und das Land aufzufordern, die Mehrkosten für die Sanierung des Baus zu tragen. Letzteres wird damit begründet, dass das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst seiner bisherigen Verantwortung für den Erhalt kaum nachgekommen sei. Das berichtet die FAZ in ihrer heutigen Druckausgabe. Das Stimmverhalten dürfte im Magistrat und im Stadtparlament am Ende ganz ähnlich aussehen.


    Zur Erinnerung: Eine Diskussion über Für und Wider der Umwandlung des von der Universität genutzten Kramer-Baus in ein Wohngebäude findet sich im Forum ab dieser Stelle. Fotos vom Bestandsbau ebenfalls dort und in der Bestandsaufnahme hier. Auszug:




    Bilder: epizentrum

  • Philosophikum - ABG-Pressemitteilung

    Die ABG Frankfurt Holding macht in ihrer heutigen Pressemitteilung kräftig Stimmung gegen den Erhalt des Philosophikums. Aus dem Inhalt:


    Bei Sanierung/Umbau des Gebäudes


    • Machbar, aber es würden nur 70 Wohnungen entstehen
    • Das Gebäude ist nicht unterkellert. Es könnte keine Tiefgarage mit Stellplätzen entstehen
    • Wohnungsmieten würden mindestens bei 18 Euro / qm liegen
    • Gentrifizierung Bockenheims würde dadurch vorangetrieben
    • Gutachterausschuss wolle darstellbare 13 Euro / qm. Das ginge nur mit Subventionierung oder Verkauf der Wohnungen (= Problemverlagerung auf neue Eigentümer)
    • Von der Idee einer anderweitigen Nutzung des Philosophikums sei die ABG überrascht


    Bei Abbruch/Neubau


    • Ein Neubau würde 200 Wohnungen hergeben
    • Stellplätze könnten in einer Tiefgarage entstehen
    • Einen möglichen Mietpreis deutlich unter 18 Euro / qm (bspw. die im Viertel darstellbaren 13 Euro / qm) nennt der Bericht nicht, suggeriert ihn aber durch die vorige Darstellung
  • Philosophikum / Bockenheim Syndrom

    Also jetzt muss ich mich bezüglich des Philosophikums und des Bockenheim-Syndroms doch einmal zu Wort melden:


    Zunächst zu der immer behaupteten Gentrifizierung von Bockenheim:


    In meiner Wahrnehmung hat in Bockenheim seit ca. 10 Jahren, also ziemlich genau mit dem Beginn des Weggangs der Uni ins Westend, eine kräftige Degentrifizierung stattgefunden. Die soziale Mischung im Quartier stimmt meines Erachtens leider überhaupt nicht mehr... Um heftigen Kommentaren vorzubeugen: ich weiß wovon ich rede. Ich habe seit 1992 18 Jahre im durchaus kleinbürgerlich geprägten Bockenheim gewohnt und bin erst 2010 "zwecks Familie" weggezogen. Ich komme aber immer noch regelmäßig nach Bockenheim. Als Wahlbockenheimer möchte ich gerne mal wissen, wo sich all die gentrifizierten Bewohner von Bockenheim herumtreiben ;-).


    Daher halte ich es nur für positiv, wenn jetzt tatsächlich an einigen Stellen hochpreisige Immobilien entstehen, wie beispielsweise in der Jordanstraße, und damit wieder zahlungskräftige Bewohner ins Viertel kommen. Damit wird hoffentlich eine Regentrifizierung von Bockenheim eingeleitet. Hier wird von vielen meines Erachtens der durch die Rückkehr des Bürgertums in die Städte induzierte allgemeine Anstieg der Mieten mit Gentrifizierung verwechselt. Aber mit einer Entwicklung, wie sie beispielsweise im Nordend stattfindet, hat Bockenheim nichts am Hut.


    Zum Philosophikum: Ich haben den Bau schon seit meiner Ankunft in Bockenheim als exorbitant hässlich empfunden. Damals war der Bau ja noch im vollen Uni-Betrieb (auch damals schon mit blinden Fensterscheiben). Die Kramer-Bauweise mag durchaus einige interessante Details und Überlegungen aufweisen, aber allein die autistische Positionierung des kramer’schen Riegels ist ein Zeitdokument das anderenorts verbittert verfemt würde. Ich kann mir die Begeisterung für das kramersche’ Werk nur aus einer 68-er Nostalgie für sozial(demokratisch) ideologisiertes Bauen erklären. Neben der Bewunderung für Kramer ist mir der May-Hype ebenfalls ein Rätsel. Manchmal habe ich den Verdacht, dass hier betriebs-wirtschaftlich zweckmäßiges und anspruchsloses Bauen in Frankfurt einfach nur mit einem kulturellen Anstrich verbrämt werden soll.

  • ^ Der Leserbrief stammt vom Professor für Tragwerksentwurf an der TU Braunschweig, Prof. Dr. Harald Kloft. Er argumentiert, es sei hier nicht die Frage nach Renditen und Kosten zu stellen, sondern zunächst, ob das Gebäude aufgrund seines baukulturellen Wertes zu erhalten sei. Wenn das Konsens sei, dann müsse über die Nutzung nachgedacht werden. Was den Energieverbrauch angehe, fügt er hinzu, dass ein Abbruch und Neubau derartig viel Energie benötige, dass die Energiebilanz am Ende wohl für den Erhalt des Kramer-Gebäudes spreche.


    Na gut. Hatten wir eigentlich alles schon mal - außer der Energiebilanz.

  • Ich habe diese Woche einen Brief von der ABG bekommen zum Kulturcampus Frankfurt, weil ich mich auf deren Seite als Interessant eingetragen hatte.


    Die Eckdaten zu den ersten 79 dort entstehenden Wohnungen bis Ende 2014 laut Brief:

    Zitat

    2 Zimmer 51-72qm
    3 Zimmer 78-100qm
    4 Zimmer 105-125qm
    5-6 Zimmer 141-245qm


    Der durchschnittliche Kaufpreis beträgt ca. 4.500€/qm (beginnend bei 3.980€/qm im 1. OG).


    Das ist dann wohl eine ziemlich klare Message welche Käufer/Mieter man dort will, und welche nicht.

  • Die ABG Frankfurt Holding macht . . . kräftig Stimmung gegen den Erhalt des Philosophikums. . . .
    [*]Wohnungsmieten würden mindestens bei 18 Euro / qm liegen . . .[/LIST]


    LOL
    4500 € pro m2 (laut Sencer)
    das sind bei 3% Zinsen und 2% Tilgung derzeit 225 € im Jahr, also 18,75 € / Monat. Aber Philosophikum geht nicht. Ja schon klar

  • Seid doch froh, dass es nicht viel teuer wird für die paar Insider, die jetzt schon auf den Frühbucherrabatt lauern.


    Ein paar schicke überregionale Anzeigen und die gingen noch viel viel teurer weg. Macht doch überhaupt keinen Sinn, die noch billiger abzugeben.

  • Schade, dass hier nicht kontroverser diskutiert wird, sondern immer wieder nur der Dampf bei den Bewertungen abgelassen wird.


    Liebe Bewerter, gerade weil die städtische Tochter ABG sich hier schon wieder Mal ein absolutes Filetgrundstück sichern konnte und dabei über 120 Mietwohnungen entstehen, die dann nach erklärtem Unternehmensziel deutlich unterhalb des Marktes vermietet werden, ist es wichtig, dass die wenigen Eigentumswohnungen möglichst gewinnbringend (zumeist) an Eigennutzer verkauft werden (Kapitalanleger, die rechnen können, werden sicher länger überlegen, ob sie auf dem Preisniveau wirklich noch einsteigen wollen). Nur dann kann das städtische Vermögen geschont oder gar gesteigert sowie die Mietwohnungen quersubventioniert werden.


    Und 4.500 €/qm sind durchaus Preise, die sich breite frankfurter Erwerbstätigenkreise bei vernünftiger Finanzierung auch noch leisten können. Wären diese Wohnungen öffentlich inseriert, wenigstens im Immobilienscout und der Rundschau, dann ließe sich auch vermeiden, das wenige Informierte wie schon bei den ABG-Projekten Naxos Hallen und Bornheimer Depot von im Vergleich zum Markt von (zu) günstigen Preisen profitieren können.


    Auch dort wurde keine transparente und breite Vermarktung für die Allgemeinheit gemacht. Jeder private Bauträger hingegegen versucht, einen möglichst hohen Preis beim Verkauf zu erzielen. Er schaltet viele Anzeigen und wartet gfs. auch, bis er ein gewissen Bautenstand erreicht hat. Die ABG hingegen versucht hier wieder wirkungslos preisdämpfend zu agieren, erreicht aber nur, das Leute mit Informationsvorteilen (zu) günstig kaufen können.

  • Strukturplan vorgelegt

    Der Magistrat hat nun einen Strukturplan vorgelegt. Dieser ist Fortentwicklung der städtebaulichen Rahmenplanung des Büros K9 Architekten aus dem Jahr 2003 (siehe oben) und bezieht den "bürgerschaftlichen offenen Diskurs" aus den letzten Jahren mit ein, also unter anderem die hier im Strang angesprochenen Planungswerkstätten. Zu verstehen ist der Stukturplan wohl als städtebauliches Konzept und damit als Grundlage für die Aufstellung des neuen Bebauungsplans Nummer 569 "Bockenheimer Warte/Senckenberganlage".


    Ausführliche Erläuterungen finden sich in dieser Vorlage (PDF). Um etwas von der stark ideologisch beladenen und in meinen Augen eher unseligen öffentlichen Diskussion um den Erhalt des Philosophicums und neuerdings sogar des außerordentlich hässlichen Studentenwohnheims nahe der Bockenheimer Warte wegzukommen, will ich zunächst die vorgesehenen zwei weiteren "Hochpunkte" entlang der Zeppelinallee hervorheben. Es ist ein Bezug auf das östlich benachbarte Hochhaus "Westarkade" der KfW-Bankengruppe vorgesehen, deswegen auch eine Höhe von maximal 50 Metern (ggf. plus Technikaufbauten).


    Im Süden des Plangebiets, auf dem Areal des heutigen AfE-Turms, sind weiterhin zwei Hochhaus-Standorte mit einer Höhenbegrenzung auf 140 und 100 Meter vorgesehen. Darüber hinaus soll westlich davon, gedacht als "städtebaulich markanter Abschluss am südlichen Ende der Grünanlagen", Baurecht für ein Wohnhochhaus mit einer Höhe von bis zu 70 Metern geschaffen werden. Der Magistrat sieht diese Hochhausgruppe im stadträumlichen Zusammenhang des Hochhauspulks "Messeviertel" und begreift ihn als dessen nördliche Begrenzung.


    Hier kommt der Plan in einer für das hiesige Format noch verträglichen Größe. Anklicken öffnet ein PDF (zum Betrachten der Details am besten auf mindestens 200% zoomen):



    Plan: Stadt Frankfurt am Main

  • Zwar macht es Sinn, das 70m Wohnhochhaus von der Senckenberganlage wegzurücken, aber nun wird es von den deutlich höheren westlich gelegenen Bürohäusern morgens verschattet und (viel schlimmer) die Bürohäuser verdecken die Sicht auf die Skyline, womit ein wichtiger Vermarktungsvorteil des Wohnhochhauses entfällt. Nicht besonders clever dieser Teil des "Strukturplans"... :nono: