Kulturcampus - Neuentwicklung Uni-Campus Bockenheim (Planung)

  • Ich hatte mich ja an anderer Stelle in diesem Thread schon für den Erhalt des Philosophikums ausgesprochen. Ich finde nämlich, dass es sich dabei eben gerade NICHT um einen "gesichtslosen Betonklotz" handelt, sondern um ein Beispiel dafür, wie auch mit reduzierter Formensprache und trotz einer oberfläch vielleicht vorhandenen Schlichtheit, ein elegantes und "leichtes" Gebäude entstehen kann. Man kann es natürlich trotzdem häßlich finden, aber der Hauptgrund für den Negativeindruck, den das Haus heute macht ist eher der Zustand und weniger die Architektur.

    Einmal editiert, zuletzt von OllaPeta () aus folgendem Grund: Link ergänzt

  • Ich stimme völlig überein, dass das Philosophicum einzigartig hässlich ist. Wenn das allein als Begründung für den Abriss nicht reicht, bittesehr:


    Es gibt meines Wissens nur einen einzigen tatsächlich relevanten Grund, warum man dieses Gebäude erhalten müsse, nämlich weil es (angeblich) das erste Gebäude in Deutschland ist, das mit einer Stahlskelettbauweise mit eingehängten Decken und Wänden errichtet wurde. Auf dieses Argument stützt sich der Ruf nach Erhalt und Denkmalschutz.


    Ich könnte dieses Argument gelten lassen, wenn es das erste Gebäude der Welt mit dieser Bauweise wäre, ist es aber nicht. Nach dieser Logik müsste man auch das erste Gebäude in Deutschland mit einer Dachrinne aus Kupfer oder das erste Gebäude mit einem Aufzugsschacht, der zwei Kabinen enthält, unter Denkmalschutz stellen. Wohin das führt, dürfte klar sein: ad absurdum. Nämlich, weil man dann an fast jedem größeren oder bedeutenden öffentlichen Gebäude irgendeine Einzigartigkeit finden könnte, die es rechtfertigen würde, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Spitzfindigkeiten eingeschlossen. Will heißen: man muss immer die Verhältnismäßigkeit und Relevanz berücksichtigen, und die ist hier meiner Meinung nach nicht gegeben.


    Zum anderen muss man nach meinem Empfinden zwischen Denkmalschutz auf der einen und Städtebau auf der anderen Seite entscheiden. Wenn das eine zum anderen im Widerspruch steht, sollte man sich für die städtebaulich bessere Lösung entscheiden, wenn kein gravierender Grund für Denkmalschutz und Erhalt vorliegt. Dies ist hier nach meiner Auffassung nicht der Fall. Die städtebauliche Verbesserung durch Abriss und Neu-Entwicklung des gesamten Areals ist hingegen unbestritten. Stichwort Blockrand in der Gräfstraße, um nur ein Beispiel zu nennen. Wenn das Philosophicum stehenbliebe, welches von der Größe, Kubatur, Zuschnitt und Lage her dort nicht hinpasst, kann man die vielversprechende Neugestaltung des ganzen Campus mit einer neuen Wegbeziehung zwischen Bockenheimer Warte und Physikalischem Verein vergessen.


    Fazit: weg damit, schnell! Da würde ich ja noch lieber den AfE-Turm erhalten als diesen abscheulichen Klotz, und der ist schon schlimm genug!

  • Dann mach ich mal den Versuch: schön ist es, dass die ABG den alten Parkplatz am Depot bereits in 2011/12 komplett mit Geschosswohnungsbau belegt. Es geht also los auf dem Riesenareal und die Bürgerschaft kann endlich was sehen. Der 'Willensbildungsprozess' ist somit zumindest für diesen Abschnitt gelaufen.


    Raffiniert ist nun auch der Ansatz der OB, das Philosophicum als Spielwiese für experimetelles Wohnen in den Ring zu werfen - das wird viele zufrieden stellen müssen, die nun Mitspracherecht einfordern. Das hier eingestellte kürzlich Argumentarium war aber auch für mich vielversprechend und da ich sowieso Fan der 50er bin, kann das Ding gut werden, auch von der Ästhetik, wenn das entsprechende Budget dazu gestellt wird. Gut ist der Ansatz, dass das Grundstück bereits jetzt problemlos rausparzelliert werden kann, so dass wieder ein Stück mehr vom grossen Streitkuchen abgeschichtet ist und zügig ein Baubeginn avisiert werden kann.


    Wenn damit auch das Thema Erhalt von Kramerbauten an der alten Uni (komplett) erschlagen wäre, dann hätte die OB noch eine Gruppe Mitredender mehr im Sack.


    Also, so wie beim Henninger der Turm stehen bleibt, bei Sarrotti der Schornstein, im Hafenpark die Kräne, so kann für mich dieser Kasten stehen bleiben, und die Wohnungen über der Bockenheimer Traufhöhe wären bei freier Vermarktung richtig, richtig teuer !

  • Forum Kulturcampus Bockenheim als Interessensvertreter

    Am 12. April berichtete die Journal Frankfurt an dieser Stelle über die Initiative des Vereins der Kulturschaffenden, dem "Forum Kulturcampus Bockenheim". Ziel ist es Überzeugungsarbeit zu leisten um die Politik zum Handeln zu animieren und als Katalysator für die baulichen Entwicklungen am Bockenheimer Campus zu fungieren. Soweit steht fest: Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst hat für seinen Neubau in Bockenheim eine feste Zusage von der hessischen Landesregierung und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wird einen Neubau errichten und zwei leerstehende Gebäude der Uni übernehmen. Nun möchte man weitere Brücken schlagen und die öffentliche Aufmerksamkeit auf zusätzliche Vorhaben lenken.


    Das "Neuner-Bündnis" von Frankfurter Kulturinstitutionen besteht aus Ensemble Modern, dem Frankfurt Lab, der Forsythe Company, der Hessischen Theaterakademie, der Hindemith Stiftung, der Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst, dem Institut für Sozialforschung, der Jungen Deutschen Philharmonie und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.


    Als erste Amtshandlung möchte man einen temporären, portablen Pavillon als "Kultur-Box" nach Berliner Vorbild installieren. Es soll über bauliche Vorhaben und Entwicklungen rund um den Kulturcampus Boggeheim aufklären, sowie eine Bühne für Konzerte oder andere Kunstaufführungen bieten. Auch die Wissenschaft des Senckenberg Instituts soll mit einbezogen werden. Wann und wo diese Box entstehen soll, ist noch unklar, denn man muss noch mit der Leitung der Hausherrin, also der Uni, verhandeln.

  • Umbau und Erweiterung Bockenheimer Depot

    Nichts ist zählebiger als ein Provisorium. Nach dem Brand des Opernhauses Ende 1987 wurde vorübergehend eine neue Spielstätte für das Schauspiel Frankfurt benötigt, da die eigenen Einrichtungen während der folgenden Bauarbeiten von der Oper genutzt werden sollten. Dazu wurde der ehemalige Betriebshof und Tram-Hauptwerkstatt saniert und in ein Theater umgebaut. An die (wegen früherer Anbauten) fensterlose Nordseite der Halle wurden Nebenräume für den Theaterbetrieb und ein Café angebaut. Die Haustechnik wurde außerhalb der Halle untergebracht. Für das Theatermaterial wurden neben der Halle Lagercontainer aufgestellt.


    All dies war für eine Nutzungsdauer von ungefähr vier Jahren konzipiert. Das Schauspiel zog tatsächlich 1992 wieder in das angestammte Haus, das Depot wurde aber weiter als Spielstätte genutzt. Bis 2002 für das Theater am Turm, seitdem unter anderem von Oper, Schauspiel und der Forsythe Company (weitere Info auf der Website).


    Nun soll das Bockenheimer Depot erneut umgebaut werden. Dazu diese im Parlis zu findende Vorlage und das Konzept der hgp-Architekten (die auch den Umbau 1987/88 geplant haben). Dies ist vorgesehen:


    • eine Teilunterkellerung als Technikzentrale
    • Errichtung von Lagerräumen in der Halle
    • anschließend Beseitigung der neben der Halle für Lagerzwecke aufgestellten Container
    • eine neue Raumlufttechnikzentrale und die Sanierung von Teilen der technischen Gebäudeausrüstung
    • anschließend Demontage der neben dem Gebäude untergebrachten Lüftungsanlage


    Das sind die entzückenden Haustechnik-Installationen an der Nordostseite der Halle:


    Nach deren Beseitigung ist an dieser Stelle ein kleiner Stadtplatz geplant, eingefasst von den Fassaden des Depots und der Dondorf-Druckerei (rechts im Bild).



    Die Lagercontainer an der Südseite werden verschwinden. Der Ersatz wird Hallenfläche in Anspruch nehmen, der Bau von Untergeschoss-Lagerflächen (bis auf einen kleinen, 1988 geschaffenen Technikkeller ist die Halle nicht unterkellert) kommt aus Kostengründen nicht in Betracht.



    Die 1988 in Stahlleichtbauweise errichteten Anbauten an der Nordseite bleiben. Sie sollen an eine Straßenbahn erinnern.



    Das Gebäude aus dem Jahr 1900 steht unter Denkmalschutz.



    Bilder: Schmittchen

  • Endlich: Stadt hat den Campus Bockenheim gekauft

    Die ABG Frankfurt Holding hat im Namen der Stadt Frankfurt nun endlich den Campus Bockenheim gekauft (zur langen Vorgeschichte zahlreiche Beiträge weiter oben im Thread). Dazu ein FAZ-Artikel und eine =7920015"]Pressemitteilung der Stadt, zur Feier des Tages ausnahmsweise in voller Länge:[INDENT]
    (pia) Vom Land Hessen hat die ABG Frankfurt Holding jetzt den alten Campus Bockenheim erworben. Ein entsprechender Kaufvertrag ist am Dienstag in Frankfurt am Main vom Land und der ABG Frankfurt Holding notariell beurkundet worden. Die Verhandlungen zwischen beiden Parteien hatten nach der Unterzeichnung eines „Letter of Intent“ im März 2011 neuen Schwung erhalten und kamen in einer von allen Beteiligten als konstruktiv empfundenen Atmosphäre in dieser Woche zu einem zügigen Ende.


    „Damit haben wir die Voraussetzungen für das zentrale Projekt der Frankfurter Stadtentwicklung im nächsten Jahrzehnt geschaffen“, sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth am Donnerstag während eines Pressegesprächs in der Aula der Goethe-Universität. „Der Verkauf eröffnet Bockenheim einen geregelten und für alle Beeiligten zufrieden stellenden Übergang der Universitätsliegenschaften an die Stadt Frankfurt und gibt dem Stadtteil damit eine Perspektive für die künftige Nutzung als kultureller Schwerpunkt der Stadt“, hob Professor Luise Hölscher, Staatssekretärin im Hessischen Finanzministerium, hervor. „Wir wollen auf dem Areal Wohnen für alle möglich machen, Kultur für alle anbieten und Büros für eine Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts schaffen“, betonte ABG-Geschäftsführer Frank Junker und würdigte das Wirken Roths: „Die Oberbürgermeisterin hat den Kulturcampus zur Chefsache gemacht und uns damit zu zügigen Verhandlungen angespornt.“


    „Das Projekt bietet große Chancen für die Stadtentwicklung und die Universität“, sagte Professor Rainer Klump, Vize-Präsident der Goethe-Universität, am Donnerstag. „Es bietet eine klare Perspektive, wie die Neuordnung der Universitätsstandorte, die das Land seit zehn Jahren vorantreibt, zu vollenden ist.“


    Das Areal, das die ABG Frankfurt Holding im Namen der Stadt Frankfurt am Main vom Land Hessen erworben hat, ist 16,5 Hektar groß. Es umfasst die Fläche zwischen der Bockenheimer Landstraße und der Mertonstraße sowie das Quartier zwischen Robert-Mayer-Straße und Georg-Voigt-Straße. Eingefasst werden diese beiden Flächen westlich von der Gräfstraße und östlich von der Senckenberganlage. „Wir verknüpfen den Vertragsschluss mit der Erwartung, dass die Stadt Frankfurt nunmehr zügig die planerischen Grundlagen für die Entwicklung des Areals schafft“, sagte Staatssekretärin Professor Hölscher: „Ein bestandskräftiger Bebauungsplan ist der erste und wichtigste Schritt zur Realisierung des Kulturcampus.“


    Ausdrücklich einbezogen sind die Villen im Süden des Areals, in denen die Universität unter anderem Teile des Fachbereichs Informatik und Mathematik untergebracht hat. Ausgenommen bleibt zunächst die heutige Universitätsbibliothek nördlich der Bockenheimer Landstraße. Das Land Hessen will auf diesem Areal langfristig eine neue Musikhochschule errichten. Der Neubau der Universitätsbibliothek soll dann am Alleenring im Zusammenhang mit dem Campus Westend entstehen. Vor dem Hintergrund des Finanzierungsvolumens kann noch kein konkreter Termin genannt werden.


    Für das Areal zwischen Robert-Mayer-Straße und Georg-Voigt-Straße, auf dem im Augenblick noch der AfE-Turm steht, sieht der Vertrag nach Möglichkeit den Bau eines Hochhauses vor. Der Kontrakt nimmt Bezug auf den Kulturvertrag von 1999, den Oberbürgermeisterin Petra Roth gemeinsam mit dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten Hans Eichel unterzeichnete. Der Kulturvertrag ist die Grundlage für den Umzug der Goethe-Universität auf den Campus Westend und auf den Campus Riedberg.


    Für die weitere Entwicklung der Goethe-Universität sei der jetzt unterzeichnete Vertrag „ein Meilenstein“, sagte Staatssekretärin Hölscher. Damit unterstreiche die Landesregierung ihre Akzentsetzungen in Hochschulbau und Landesentwicklung. Nur so könne sich der Standort in europäischer Konkurrenz behaupten. „Wir bauen mit dem Kulturcampus Frankfurt ein in jeder Hinsicht vorbildliches Viertel“, betonte Oberbürgermeisterin Roth. Das neue Quartier werde ein energieeffizientes und CO₂-neutrales Modell sein. Dafür stehe bereits das Unternehmen, das im Namen der Stadt das Areal erworben hat: Die ABG baue grundsätzlich Passivhäuser. Gleichzeitig solle der neue Campus ein entwicklungsfähiger Stadtteil für Künstler sein, hob das Stadtoberhaupt hervor. Mit der Musikhochschule, dem Ensemble Modern, den Tänzern der Forsythe Company und des Mousonturms, den Theaterleuten von Heiner Goebbels, den Kreativen des Frankfurt LAB, den Archivaren des Hindemith-Instituts un d den Denkern des Instituts für Sozialforschung könne ein unvergleichliches Panorama der Kreativität entstehen. Und gemütlich sollte das neue Quartier werden: „Was wir Kulturcampus nennen, ist Heimat in Zeiten der Globalisierung“, betonte Roth.


    „Wir wollen nicht einfach das großbürgerliche Westend in Richtung auf das bodenständigere Bockenheim verlängern“, sagte Junker. Vielmehr müsse es „für jeden Frankfurter möglich sein, auf dem Kulturcampus eine Wohnung zu finden und sich das Wirken der Musiker und Tänzer zu erschließen“.


    Roth und Junker stellten für die zweite Hälfte des Oktobers den Start der insgesamt drei Planungswerkstätten in Aussicht. Sie sollen sich mit den Themen „Wohnen, Kultur, Arbeiten“ auseinandersetzen. Um alle Frankfurter auf den Stand der Dinge zu bringen, stellten die Oberbürgermeisterin und der ABG-Geschäftsführer eine gemeinsame Broschüre „Kulturcampus Frankfurt“ vor. Nach dem Pressegespräch ließen Roth und Junker die Homepage „http://www.kulturcampusfrankfurt.de“ freischalten. Dort kann Jeder mitreden und ständig auf dem Stand der Dinge sein. Das Portal bietet drei große thematische Felder: Fakten, Gestalten, Mitmachen.


    Über die Planungswerkstätten hinaus wollen Stadt und ABG mit dem Portal auch das Ende des Jahres geplante Symposium dokumentieren. Bei diesem Symposium mit Unterstützung der Mainova sollen die Möglichkeiten diskutiert werden, ein energieeffizientes Modellquartier zu schaffen.


    Stadt, Land und Universität unterstrichen ihren Willen zur weiteren Kooperation, um den dritten Bauabschnitt des Campus Westend zu vollenden und auch für den Fachbereich Informatik und Mathematik eine einvernehmliche Lösung zu finden. „Wir stehen zur Goethe-Universität“, machte Oberbürgermeisterin Roth deutlich. Im Herbst 2012 werden die Universitätsverwaltung sowie drei große sozialwissenschaftliche Fachbereiche, die bisher im AfE-Turm untergebracht sind, in Neubauten auf dem Campus Westend umziehen. Doch am Standort Bockenheim verbleiben noch kleinere kulturwissenschaftliche Fächer und die außereuropäischen Sprachen sowie der komplette Fachbereich Informatik und Mathematik. „Insbesondere die räumliche Zukunft dieses großen Fachbereichs ist noch ungewiss, durch den Verkauf des alten Campus Bockenheim hoffen wir nun, dass sich unsere Ziele bald realisieren lassen“, sagte Klump.


    Die Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt würdigte der Vize-Präsident als beispielhaft. Das habe zuletzt das Versprechen deutlich gemacht, die Gründung einer Stiftung großzügig unterstützen zu wollen. 15 Millionen Euro steuert die Stadt in den kommenden drei Jahren zum Kapital der Stiftung bei. Auch das Programm zum 100jährigen Bestehen der Goethe-Universität im Jahr 2014 wollen Hochschule und Kommune intensiv zusammenarbeiten. Darauf weist der Stiftungsfonds jetzt bereits hin, der den Namen eines großen, bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit über die eigene Gegenwart hinausdenkenden Frankfurter Stadtoberhaupts trägt – Franz Adickes Stiftungsfonds.


    Mit dem Verkauf des Areals Bockenheim bestehe jetzt nach Ansicht von Vize-Präsident Klump die einmalige Chance für die Goethe-Universität, auch die 50 Millionen Euro an Matching Funds zu erhalten, die ihr im Zuge der Umwandlung in eine Stiftungsuniversität für den weiteren Aufbau des universitären Stiftungsvermögens vom Land zugesagt worden seien.[/INDENT]


    Wie in der Meldung erwähnt, ist nun eine Website zum künftigen Kulturcampus online. Presse-Screenshot:



    Bild: Stadt Frankfurt am Main

  • Forster-Entwurf

    Vom Forster-Entwurf gibt es jetzt auf der Website des Büros einen kleinen Steckbrief des Projektes mit den üblichen Strichillustrationen:




    ...und dem Modellfoto:



    Bilder: Stefan Forster Architekten

  • HfMDK möchte loslegen

    Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) will bekanntlich von ihrem jetzigen Sitz an der Eschersheimer Landstraße auf den künftigen Kulturcampus ziehen. Weil sich der Planungsprozess in die Länge zieht und auch die Finanzierung des 120-Millionen-Projekts noch nicht gesichert ist, möchte die Hochschule erst einmal eine Dependance errichten. 17 Millionen Euro soll der Bau kosten, wie die Rundschau heute berichtet. Geplant sind Unterrichtseinrichtungen und Räume für Konzertveranstaltungen. Der Präsident der Hochschule verhandelt derzeit mit dem hessischen Finanzminister, eventuell können noch nicht verbrauchte Mittel aus dem "Heureka-Programm" des Landes verwendet werden.


    Die Dependance soll auf der heutigen Rasenfläche zwischen Bockenheimer Landstraße und dem Depot gebaut werden:



    Foto: Schmittchen


    Dem (vorläufigen) Masterplan zufolge ist ein Neubau an dieser Stelle vorgesehen:



    Bild: ABG Frankfurt Holding / Stadt Frankfurt am Main

  • Erhalt des Philosophicums unwahrscheinlich

    Das Philosophicum von 1959/60 (Foto) wird voraussichtlich abgerissen. Ein Umbau des als Hochhausscheibe mit neun Geschossen nach Plänen Ferdinand Kramers errichteten Gebäudes zu Wohnzwecken würde mindestens 15 Millionen Euro kosten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Ingenieurbüros Bollinger+Grohmann, das am vergangenen Samstag im Rahmen der Planungswerkstätten für den Kulturcampus Frankfurt vorgestellt wurde. In Absprache mit dem Landesdenkmalamt hatte die AGB Frankfurt Holding als Eigentümerin des Areals für den Kulturcampus das Ingenieurbüro mit dem Gutachten beauftragt. Es ging darum die Frage zu klären, ob sich eine Umnutzung des früheren Uni-Gebäudes als Wohnkomplex wirtschaftlich darstellen ließe.


    Von knapp 8.700 Quadratmeter Bruttogeschossfläche blieben 4.800 Quadratmeter als vermietbare Fläche, sagte Grohmann. Etwa 3.200 Euro Bruttokosten fielen für jeden Quadratmeter Wohnraum an. Dagegen stellte Grohmann Kosten für Neubauten auf dem Areal an der Gräfstraße. Dann würde der Quadratmeter zwischen 1.700 und 1.900 Euro kosten. Gleichzeitig werde es möglich, wesentlich mehr Wohnungen an dieser Stelle als durch einen auch brandschutztechnisch aufwändigen Umbau des Philosophikums zu schaffen.


    Mehr in dieser Meldung der Stadt, in der FAZ und der FNP.

  • Schade drum?

    ^ Wer findet es schade?
    Ich! Oder doch nicht? Als Student fand ich den Campus grottig und kalt und scheußlich. Aber die Leichtheit der Gebäude von Kramer ist - insbesondere im Nachhinein und gelegentlicher Nutzer der UniBibliothek - nicht zu leugnen.
    Dieses schlichte Gebäude dem Passivhauswahn zu opfern ist eine Schande. Denn nur deswegen ist es wohl unwirtschaftlich, das Gebäude zu sanieren. Die AGB Klötzchen werden diese Leichtheit nicht haben, das zeigt bereits die Planung neben dem Depot. Aber Wohnraum ist natürlich knapp, das alte Totschlagistrument wird sich durchsetzen.

  • Also ich bin ja (mittlerweile) echt ein Fan der Nachkriegsmoderne, aber hier sollte man sich ernsthaft fragen, ob dem Gebäude ein über etwaige persönliche Verbundenheit aus was für Gründen auch immer ein Denkmalwert zuzuschreiben ist.


    Sicher ist der baukünstlerische Wert, den das Denkmalschutzgesetz vorsieht, ein höchst problematischer, weil subjektiver Begriff, aber in diesem Klotz sehe ich vor allem kein Paradebeispiel für die Architektur der späten 1950er / frühen 1960er Jahre. Eher zeigt er den Beginn dieser technokratischen Serialität auf, der die Architektur der 1960er und vor allem der 1970er Jahre als Gegenentwurf zum Urbanismus dann prägen sollte. Ein Erhalt wäre somit allenfalls aus kulturgeschichtlichen Gründen sinnvoll.


    Wie schon anderswo geschrieben sollte man sich, aber das ist meine persönliche Meinung, lieber dafür einsetzen, die wirklich herausragenden Kulturdenkmäler dieser Zeit zu erhalten. Genug davon sind jetzt schon akut bedroht (Stichwort Oberfinanzdirektion), andere werden folgen.

  • Ich kann RMA nur zustimmen. Ich finde nicht, dass an diesem Gebäude irgend etwas besonders oder erhaltenswert ist. Das Philosophikum kann gerne abgerissen werden. Ich hab dort übrigens mal zwei Jahre lang Geschichte im Nebenfach studiert (im Erdgeschoss am Eingang rechts) und fand es damals schon scheußlich. Mein Eindruck damals war, dass sich das heruntergekommene Äußere auch im Inneren fortsetzte (alles alt, viel Gerümpel, schief hängende Jalousien...). Es kann nur besser werden. Wenn die Neubauten eine Qualität bekommen wie diejenigen, die gegenüber dem Juridikum anstelle des alten geowissenschaftlichen Fachbereichs entstanden sind, handelt es sich dabei um eine echte Verbesserung.

  • Philosophicum - Denkmal

    Tja, was ist ein Denkmal?
    Erstmal ist für dessen Definition völlig unerheblich, ob es gefällt, weder mir noch dir, noch den Denkmalschützern oder der Politik.
    Zweitens kann das Gebäude doch nichts dafür, dass man es schon immer hat verwahrlosen lassen, dass man es nicht gepflegt und instandgehalten hat. Dass die darin Lernenden es nicht sorgsam behandelt haben. Jedes Scheiß-Einfamilienhaus im Taunus ist sauber und gepflegt und gefällt allen die drin und drum herum wohnen.
    Ich stelle mir die Frage: wie sieht dieses Viertel in 20 Jahren aus? Alle Neubauten sind fertig und bezogen, die Uni-Altbauten schön restauriert. Wenn jemand da lang läuft, wird er denken, ach, das war die alte Uni, die war schön klein - nur 2 Gebäude - und ist dann igendwie weggegangen. 50 Jahre Entwicklung der Uni und auch Bockenheims sind völlig verschwunden, keine Spur mehr davon.
    Klar, das kann auch nicht die Definition von Denkmal sein. Aber denkenswert schon.
    Und: es gibt so viele hässliche Häuser in der Stadt, warum darf hier nicht auch eins stehen. Bockenheim hält das aus. Und wer glaubt ernsthaft, dass sie danach nicht auch ein paar hässliche neu hinstellen. Auch wenn sie am Anfang noch anständig aussehen. Die Zeit und die Verwahrlosung wird sie schon irgendwann überfallen. Aber dann kann man sie ja wieder abreissen.

  • Auch wenn man die Frage nach Schönheit oder Hässlichkeit beiseite lässt, der Erhalt von Baudenkmälern der 50-er und 60-er Jahre scheitet doch meistens an der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit. Beim Philosophikum ist die Situation doch ähnlich wie beim Bundesrechnungshof. Um das Gebäude überhaupt wieder nutzbar zu machen, müsste man es so verändern, dass nur noch wenige Originalbauteile erhalten bleiben. Abgesehen davon, dass vom dem, was den Denkmalschutz rechtfertigt nicht mehr viel übrig bleibt, ist damit der Erhalt für den Bauherrn finanziell nicht tragbar. Eine Spendenaktion für Philosophikum oder Bundesrechnungshof würde sicher keine nennenwerten Einnahmen bringen, und dem Steuerzahler ist die Finanzierung meiner Meinung nach auch nicht zuzumuten. Und mit Leerstand und Verwahrlosung ist auch niemandem geholfen.

  • Goldfischbauch


    Du scheinst meinen Beitrag nicht gelesen zu haben. § 2 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes unterscheidet nach Unterschutzstellung aus „künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen, geschichtlichen oder städtebaulichen Gründen“. Da künstlerischer Wert zwangsläufig was mit Geschmack zu tun hat, entscheidet letztlich bei vielen Denkmälern (die kein anderes Merkmal für sich beanspruchen können!) das persönliche Gusto von Denkmalschützern darüber, ob sie erhalten bleiben, oder nicht. Willkommen in der Realität.

  • RMA

    Realität? wenn ein namhaftes Statikbüro sagt, dass Haus ist nicht zu sanieren, dann heisst das, dass es fällt, Denkmal hin oder her. Soviel Macht und Einfluß haben Denkmalpfleger nicht.


    Die Diskussion über die Bauten Kramers ist so alt wie die Überlegung um den Wegzug der Uni aus Bockenheim. Bestimmt 10 Jahre. Im damaligen Wettbewerbstext war der Erhalt ein MUSS. Alle Gewinner haben es mehr oder weniger ignoriert. Die Denkmalpflege hat kein Geld, um das Haus zu kaufen oder die Sanierung zu bezuschussen. Aber sie ist eine Behörde des Landes Hessen und versucht logischerweise alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das Haus zu erhalten. Zumal es dem Land gehört. Letztlich wird aber das Geld entscheiden.


    Gedankenspiel: Ludwig Mies van der Rohe. Hat viel gebaut, auch in Deutschland. Nach dem Krieg aber (meines Wissens) nur die Nationalgalerie. Wer nicht weiß, wer und wie könnte sagen: Ein Dach mit ein paar Stützen, na und? Noch der richtige Brandschützer dazu, die Stützen und Dachuntersicht mit Promat verkleidet, energetische Sanierung der Glasfassade, ein Investor der dort 3-geschossig neu baut und dem Land Berlin viel Geld spart, . . . Wenn Mies mehr gebaut hätte, wer würde sicher sagen können, dass das unmöglich wäre.


    Kramer hat in Frankfurt viel gebaut. Das Philosophicum ist sicher nicht schön. Würde auch der Denkmalpfleger nicht behaupten, wohl auch Kramer nicht. Ich auch nicht. Denkmalpflege und den Wert des Gebäudes kann man unterschiedlich einschätzen. Aber es geht nicht um ein paar Stützen und Decken, sondern um die Geschichte eines Ortes.
    Und darum lohnt es sich doch auch noch nach 10 Jahren zu streiten und auch noch viel länger (wenn die Uni erst mal richtig raus ist wird es ganz schnell gehen).


    Und: Forsters und Franzkes haben wir auch schon genug in der Stadt. Und ob bei denen in 50 Jahren jemand Bedenken hat, sie abzureissen, bezweifle ich auch.


    Hier noch der Link zur Seite der ABG und dem Gutachten des Statikers, darin geht es nur um GELD, GELD und ausserdem noch um GELD
    http://www.kulturcampusfrankfu…-wohnen-im-philosophikum/

    Einmal editiert, zuletzt von Goldfischbauch () aus folgendem Grund: der link musste noch dazu

  • Also ich bin ja (mittlerweile) echt ein Fan der Nachkriegsmoderne, aber hier sollte man sich ernsthaft fragen, ob dem Gebäude ein über etwaige persönliche Verbundenheit aus was für Gründen auch immer ein Denkmalwert zuzuschreiben ist.


    Berechtigte Frage: Das Gesetz fordert, dass an der Erhaltung eines Gebäudes ein öffentliches Interesse bestehen muss, aber nicht irgendeines, sondern nur eines aus künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen, geschichtlichen oder städtebaulichen Gründen.


    Dass die Kramer-Bauten als Beispiele hervorragender Architektur gelten können, kann ich notfalls noch nachvollziehen, aber worin das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Philosophicums bestehen soll, fragt RMA völlig zu Recht.

  • Also technisch interressant (denkmalwürdig) sehe ich die Konstruktion schon, auch wenn sie energetisch und brandschutztechnisch problematisch ist.
    Stahlkelett mit eingehängten oder vor Ort betonierten Betonplatten
    http://upload.wikimedia.org/wi…Fakult%C3%A4ts-Neubau.jpg



    und städtebaulich wird man nie wieder ein so prägnantes Gebäude an dieser Stelle errichten können

    Foto von mir


    aber klar: auch das öffentliche Interresse ist dem Zeitgeist unterworfen, und dieser ist halt derzeit eher von Wirtschaftlichkeit und baulicher Harmonie als von Innovation geprägt.

  • Rückseite Philosophicum

    So sieht das Gebäude von hinten aus:




    Gegenüber steht im übrigen die Baussünde "Mensa", die hoffentlich weg kommt:



    Bilder von mir.

  • Baustart

    Der oben in #180 vorgestellte Umbau des Bockenheimer Depots beginnt in den nächsten Tagen, wie die Stadt =9001449"]hier meldet.


    Die Bauarbeiten werden circa ein Jahr dauern. Während dieser Zeit finden - mit Ausnahme einer Produktion der Oper im Rahmen von "Opern Finale" vom 1. bis 9. Juni - keine Veranstaltungen im Depot statt.