Kulturcampus - Neuentwicklung Uni-Campus Bockenheim (Planung)

  • Verkauf des Campus Bockenheim könnte sich verzögern

    Schuld ist der uneindeutige Ausgang der Landtagswahlen in Hessen. Die schon weit gediehenen Verhandlungen des Finanzministeriums in Wiesbaden mit einem Konsortium aus der Helaba-Tochter OFB Projektentwicklungen und der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG Holding könnten noch einmal von vorne beginnen falls Finanzminister Weimar (CDU) und der zuständige Abteilungsleiter das Haus verlassen würden. Es gilt als unwahrscheinlich, dass ein neuer Chef des Hauses die bisher getroffenen Vereinbarungen ungeprüft übernehmen würde. Die Verhandlungen hatten sich im letzten Jahr hingezogen, da beide Seiten ein Wertgutachten der Eurohypo nicht akzeptiert hatten. Mittlerweile soll es aber eine Einigung geben.


    Knapp 200 Mio.€ will das Land Hessen für das 400.000 qm große Areal erzielen. Bis 2014 soll die Goethe-Universität den Standort komplett aufgegeben haben.


    Quelle: FAZ, 5.02.2008


    Verhandlungen von vorne beginnen, nur weil es (vielleicht) einen politischen Wechsel gibt ... :doof:

  • Gerüchten zufolge könnte in das Hauptgebäude der Uni am Campus Bockenheim, das ja nach dem Auszug als Erweiterung des Senckenberg-Museums dienen soll, zusätzlich ein Einstein-Museum einziehen! Platz genug ist ja.
    Ich habe hier keine handfesten Beweise und es ist wohl noch alles andere als sicher, aber ich hab's gehört und wollte es euch nicht vorenthalten.


    Hatten wir folgende Info eigentlich schon? Wenn der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften ausgezogen ist (Planung: Herbst 2008), kommen in das Hauptgebäude übergangsweise die Soziologen rein, damit der AfE-Turm frei wird und schon mal plattgemacht werden kann. Dann muss erst ein neues Gebäude am Campus Westend für die Soziologen errichtet werden, bevor sie aus dem Hauptgebäude wieder ausziehen können und die Museumspläne verwirklicht werden können. Das wird also noch laaaaange dauern...

  • Das mit dem vorübergehenden Umzug ist in der Tat neu, gibts dafür eine verlässliche Quelle? Bisher hieß es immer dass ein zweifacher Umzug wegen des hohen Aufwandes nicht in Frage käme... Wenn der AfE-Turm aber geräumt wird, betrifft dies nicht nur die Soziologen, sondern auch die Psychologen und Politologen und vermutlich auch alle anderen im Turm untergebrachten Einrichtungen.


    Ein Einstein-Museum klingt ja ganz interessant, aber was genau soll man ausgerechnet in Frankfurt damit? Ich würde es eher begrüßen, wenn die gewonnene Fläche ausschließlich für das Senckenbergmuseum genutzt wird, was so das Potenzial hätte, zu einem der weltweit führenden Naturkundemuseen aufzusteigen.


    Eine Frage dann noch betreffend den Rahmenplan von Beitrag #36: Dieser sieht bekanntlich den Abriss von nicht geringen Teilen der historischen Bausubtanz von Jügelbau (1914) und Senckenbergmuseum (Anbau von 1914) vor. Bleibt es dabei? Oder ist das bisher nur Wunschdenken der Architekten und nicht offizielle Planung? Ich kann mir jedenfalls nicht denken, dass das Senckenbergmuseum freiwillig auf einen großen Teil seines Verwaltungstraktes verzichtet, nur damit die etwas vage Idee einer neuen "Landwehr" umgesetzt werden kann.....

  • ^^ also ich kann auf dem plan aus #36 keinen grossen eingriff in die substanz des hauptgebäudes sehen, sondern es scheint der einzige bau zu sein, der in die "landwehr-grünfläche" hineinragt!


    ich bin sehr gespannt, wie sich bockenheim entwickeln wird. seit dem aufgeben des kaufhof ist die leipziger mehr und mehr zu einer supermarkt und handy-läden strasse geworden. wenn man umfassender etwas sucht, wird es schwierig. da könnte ein zentrum am bockenheimer depot sehr belebend wirken!

  • Ich hab mir mal die Mühe gemacht, die Situation auf einem Luftbild darzustellen:

    Bild: Google Maps, bunte Kleckse durch mich


    Gemäß dem Siegerentwurf wird der gesamte Anbau des Senckenbergmuseums (rot) ab dem hinteren Querflügel sowie der jüngere Anbau nördlich davon (blau) abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Allerdings wird auch der Querflügel des Jügelhauses (kleineres rot markiertes Gebäude) in seiner Gesamtheit ersatzlos abgerissen. Und gerade dies kann ich absolut nicht nachvollziehen, bleibt doch schließlich auch der restliche in den Grünstreifen ragende Teil des Jügelhauses erhalten.


    Gerade diese Idee des durchgehenden Parkstreifens entlang der ehemaligen Landwehr finde ich ja ganz nett, aber das Konzept ist wirklich nicht so aufregend, dass man dafür zwangslos historische Bausubstanz opfern müsste. Ganz im Gegenteil, die bisher vorhandene Platzsituation zwischen Senckenbergmuseum und Jügelhaus würde bei einer besseren Ausgestaltung zu einer sehr angenehmen Atmosphäre beitragen. Der Platz wäre in seiner Abgeschiedenheit von der rundherum tobenden städtischen Hektik ideal für weitere Freiluftausstellungen, wie man sie bereits auf dem Vorplatz des Museums eingerichtet hat.

  • ich gebe zu, dass ich wirklich nur die wohl ursprüngliche form des jügelhauses also ohne den anbau in erinnerung hatte. was ich mir bei genauerer betrachtung des geplanten aber durchaus vorstellen kann, ist eine deutlich bessere wirkung des historischen gebäudes in der neuen, offeneren situation. denn im wesentlichen versperrt der anbau den blick auf die rückwärtige seite. wenn man es schafft, durch entsprechende begrünung und einen passenden anbau an das senckenbergmuseum dieser ecke den hinterhof-charakter zu nehmen, wertet das das gebäude an sich durchaus auf!

  • Glaub ich weniger. Die rückwärtigen Fassaden sind nämlich recht schmucklos und nach dem Krieg durch An- und Umbauten auch noch zusätzlich verhunzt worden. Allgemein find ich das ziemlich albern historische Gebäude ständig freistellen zu wollen (siehe auch Historisches Museum) wenn sie überhaupt nicht dafür gebaut wurden frei zu stehen. Also ich hoffe schon dass die Bauteile erhalten bleiben. So weit in die Landwehr ragen sie ja nun auch wirklich hinein dass man sie abreißen müsste.

  • Die Hoffassaden des Jügelhauses sind eigentlich nicht viel weniger aufwendig dekoriert als die Schaufassade zum Campus hin. Der Senckenberg-Anbau ist im oberen Bereich noch durch Kriegsschäden gezeichnet, aber sonst sehr gut erhalten. Direkt gegenüber dem großen Schornstein findet man sogar noch eine sandsteinerne Jahrestafel. Generell halten sich die Entstellungen durch Anbauten sehr in Grenzen. Ich kann bei Gelegenheit mal Fotos machen, kann aber etwas dauern weil ich jetzt in den Semesterferien nicht oft an die Uni komme.

  • Wie angekündigt habe ich heute mal Fotos der zur Disposition stehenden Gebäude gemacht. Leider war das Wetter nicht so toll....

    Die südliche Fassade des Südflügel des Senckenbergmuseums. Die Kriegsschäden sind an den fehlenden Verblendungssteinen und der niedrigeren Geschosshöhe gut erkennbar. Abzubrechen wäre der Teil westlich der roten Markierung. Rechts am Rand der Altbau des Physikalischen Vereins, er steht glücklicherweise nicht zur Disposition.



    Die angesprochene steinerne Jahrestafel an der Westfassade des Anbaus.



    Die Nordfassade. Besonders interessant finde ich das leider gekappte kreisrunde Treppenhaus. Leider hat der Charakter des Gebäudes unter dem vereinfachten Wiederaufbau stark gelitten...



    Der nördliche Anbau steht auch zur Disposition. In meinen Augen kein echter Verlust. Links lugt der Qurflügel des Jügelhauses hervor, dazu später mehr.



    Ein sehr bemerkenswertes Portal am südlichen Anbau, daneben ein Gedenkstein für Johann Christian Senckenberg.



    Kommen wir zum Jügelhaus. Die Süd- und Westfassaden des Querflügels sind an sich nicht sehr beeindruckend...



    Bei der Westfassade sähe das allerdings schon anders aus...



    Direkter Vergleich von Hauptgebäude und Anbau. Letzterer fügt sich eigentlich sehr harmonisch ein, ein Abriss aus fragwürdigen ästhetischen Motiven verbietet sich hier eigentlich...


    Ich hoffe, die kleine Bilderschau hat ein wenig gefallen. Vielleicht trägt sie ja dazu bei, die Situation auch für nicht Ortskundige besser überschaubar zu machen.

  • unbekannte Baumaßnahme

    hinter dem Altbau des Senckenbergmuseums (die "parkähnliche" Fläche zwischen den rot eingefärbten Gebäuden in #71, auch erkennbar auf den Bildern 3-5 des vorherigen Beitrags von Fachwerkhaus) befindet sich aktuell eine mir nicht bekannte Baumaßnahme in Umsetzung: 0.5-1m hohe Betonfundamente wurden gelegt, und drumherum ein aktuell dreigeschossiges Gerüst errichtet. Da nicht gebuddelt wurde scheint es sich eher um was temporäres zu handeln, trotzdem würd mich mal interessieren ob da jemand drüber Bescheid weiß.

  • Tatsächlich wird das etwas Temporäres, nämlich eine Halle für die neue Tiefsee-Ausstellung. Gebaut wird eine 27 Meter lange Leichtbaukonstruktion mit 1000 m² Präsentationsfläche, 18 Meter breit und 10 Meter hoch. Die Sonderausstellungshalle wird im Dezember eröffnet, bis Mitte nächsten Jahres soll sie stehen bleiben. Weitere Info gibt es hier.

  • Nach dieser Meldung ist die Halle mindestens bis 2010 für Ausstellungen eingeplant. Wirklich Tabula Rasa wird in dem Bereich sowieso wohl erst ab 2014 gemacht, wenn die Uni komplett umgezogen ist.

  • Das Land Hessen auf der einen und die ABG Frankfurt Holding sowie die OFB-Projektentwicklungsgesellschaft auf der anderen Seite konnten sich nun endlich über die Bedingungen des Verkaufs einigen. Der Kaufvertrag sind noch zu erarbeiten. Danach soll das derzeit ruhende Verfahren um den Bebauungsplan wieder aufgenommen werden. Das berichtet heute die FR.

  • Es ist erfreulich zu hören, dass es hier endlich voran geht. Dennoch ist es unerlässlich bei diesem Projekt mit Weitsicht und Ausgewogenheit an die Sache ran zu gehen.


    Von dem Bebauungsplan hängt eine ganze Menge ab:


    1.) Es ist das repräsentative Eingangsportal nach Bockenheim und zur City West und wichtige Verbindung zum Westend. Man sollte sich der wichtigen geographischen Lage bewusst sein.


    2.) Zudem soll es gleichzeitig die klaffende Lücke im städtischen Leben, welches die Studenten hinterlassen, zumindest etwas schliessen. Das Senckenberg fängt schon ein wenig auf und vielleicht sogar das Bockenheimer Depot, aber auf Dauer müssen neue Anziehungspunkte entstehen.


    3.) Neue Anreize sind zu setzen um Familien nach Bockenheim zu locken (z.B. Kindergärten, Kitas, Spielplätze, usw). In den letzten Jahren waren das Nordend oder Sachsenhausen deutlich höher in der Gunst des Wohnungssuchenden einzustufen.


    4.) Die Leipziger Str muss in das Konzept eingebunden werden. Diese Strasse wurde zuletzt ein wenig "abgehängt" und sollte dringend eine Aufwertung erfahren (z.B. bessere Beleuchtung, mehr Platz für Fussgänger, etc).


    5.) Man sollte auf die Umgebung des Uni Geländes eingehen. Diese ist geprägt von hochwertigen (Gründerzeit) Wohnhäusern, viel grün und kleinen Inhaber-geführten Geschäften (u.a. sehr gute Cafés wie das Albatros, Bauer oder Crumble).


    6.) Bei einem Anteil von 70% für Gewerbe besteht die Gefahr eines abgeschotteten Riegels (wie die menschenentleerte Frankfurter Welle oder das jetzige Degussa Gelände) mit wenig Aufenthaltsqualität. Die alten Fehler sollte man dringend vermeiden und keine einfallslosen "Renditeschachteln", sondern Durchdachtes und Abwechslungsreiches entstehen lassen.

  • ^ Stimme überall zu. Und meiner Meinung nach das Wichtigste überhaupt: der Wohnanteil muss deutlich erhöht werden. Ich würde die bisher vorgesehene Aufteilung von 70% Büro und 30% Wohnen eher umdrehen. Wieso müssen hier unbedingt Büros gebaut werden? Gleich nebenan ist das entstehende Messe-Cluster und die City West, beides Büro-Hochburgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Bockenheim und das Westend hingegen sind eher Wohngebiete, und auch sehr gefragte Wohnlagen. Was veranlasst einen Entwickler, hier Büros bauen zu wollen, zumal


    • 13% Leerstand bei Gewerbeimmobilien besteht
    • es starke Nachfrage nach innenstadtnahen, gut angeschlossenen Wohnlagen gibt
    • Bedarf besteht, hier nach dem Uni-Wegzug etwas adäquat urban-lebendiges zu schaffen
    • der Central Business District eher im Bankenviertel liegt?


    Für mich alles sehr gute Argumente, höchstens ein Bürohochhaus neben dem Marriott zu bauen, und ansonsten im südlichen Bereich (da, wo heute der AfE-Turm steht) auf luxuriöse Wohnhochhäuser zu setzen, um das Messe-Cluster nach Bockenheim hin langsam auslaufen zu lassen. Ansonsten ausschließlich Wohnen, Kitas, ein Gymnasium, Einzelhandel und ein bisschen Kultur. So würde ich das machen.

  • Das Areal gehört dem Land Hessen, die städtische Wohnungsgesellschaft ABG und die über die Helaba landeseigene OFB schnappen sich wie gewohnt die besten Grundstücke (hier gleich alles) und fummeln im privaten Wettbewerb ungebremst und munter mit.


    Also, ihr lieben Politiker, runter mit den Ausnutzungskennziffern und gewaltig hoch mit dem Wohnanteil, denn hier werden es unsere Enkelkinder danken (was für die sonstigen Schulden, die ihr gerade munter so macht, wohl nicht immer gelten wird).

  • Die FAZ berichtet heute von dem bevorstehenden Verkauf des Areals, erwartungsgemäß an die OFB Projektentwicklungsgesellschaft, eine Tochter der Helaba, und die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding. Nach der Sommerpause soll der Vertrag unterzeichnet werden.


    Selbstverständlich bleibt es beim Erhalt des Senckenberg-Museums. Wie oben schon berichtet, wird das Museum und das Senckenberg-Institut nach Wegzug der Universität beträchtlich erweitert.


    Auch das ehemalige Pharmaziegebäude von Ferdinand Kramer, Georg-Voigt-Straße 14-16 (Fotos von Chewbacca), bleibt erhalten. Es wird für ca. 22 Mio. Euro saniert und von dem Loewe-Forschungszentrum (Info) genutzt.


    Unklar ist die Zukunft des 1964 fertig gestellten Gebäudes der heutigen Universitätsbibliothek, Bockenheimer Landstr. 134-138, der größten Universitätsbibliothek Deutschlands (Info). Auch dieser Bau von Ferdinand Kramer (Foto) steht unter Denkmalschutz. Das Büro Schneider und Schumacher hat im Auftrag des Landesdenkmalamts ein Gutachten erstellt, demnach ließe sich die Bibliothek auch als Bürohaus nutzen. Die nahe gelegene KfW hat aber angeblich kein Interesse an einem Erwerb des Gebäudes. Bekanntlich ist der Neubau einer Zentralbibliothek an der Miquelallee, südostlich der Kreuzung der Hansaallee, Teil der Campus-Westend-Planung (Grafik). Dieser wird dann wohl die Bockenheimer Universitätsbibliothek ersetzen.


    Dem Artikel zufolge wurde ein weiterer Teil des Uni-Hauptgebäudes unter Denkmalschutz gestellt. Eine erfreuliche Nachricht. Es wird sich wohl - teils oder gänzlich - um die Bauteile handeln, die nach diesen Fotos bisher zur Disposition standen. Dazu auch die Grafik von Fachwerkhaus. Das Gebäude würde, anders als im Rahmenplan vorgesehen, in den zentralen Grünzug im Verlauf der früheren Landwehr hineinragen.


    Neu ist die Absicht, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in der Umgebung des Bockenheimer Depots anzusiedeln. Also auf dem Areal nördlich der Bockenheimer Landstraße. Dieses Vorhaben soll auch den Neubau einer Halle für Tanztheaterproduktionen mit etwa 400 Zuschauerplätzen umfassen. Bisher hat die Hochschule ihren Standort an der Eschersheimer Landstraße, die dringend erforderliche Erweitung soll dort aus Platzgründen jedoch nicht sinnvoll sein. Die Musikhochschule möchte weiterhin einen Standort in Innenstadtnähe, auch weil sie Konzerte und Theater- und Tanzabende veranstaltet und auf eine entsprechende Zuschauerresonanz angewiesen ist. Darüber hinaus ist die Nähe zum Unicampus Westend gewünscht, weil die Lehramtsstudenten auch dort Vorlesungen besuchen müssen. Für einen Neubau in Bockenheim wurden Kosten von rund 80 Mio. Euro ermittelt. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Otto rechnet mit einer Unterstützung durch die Kulturstiftung des Bundes. Gleichwohl ist die Finanzierbarkeit dieses Projekt fraglich.


    Nach Aussage des Stadtplanungsamts ist die Arbeit am Bebauungsplan weit fortgeschritten. Eine "intensiven öffentlichen Diskussion" will man sich dennoch stellen. Dies betrifft die Erhöhung des Wohnanteils und den weiterhin nicht vorgesehenen vollständigen Erhalt des Studierendenhauses. Außerdem sehr wahrscheinlich auch, im FAZ-Artikel nicht erwähnt, Erhalt und Umnutzung der Gebäude der ehemaligen Dondorf-Druckerei, Sophienstraße 1-3 (Fotos).


    Abschließend der Hinweis auf eine Diplomarbeit "Bockenheim 2015" mit durchaus interessanten alternativen Konzepten, veröffentlicht auf der Website der Initiative "Zukunft Bockenheim".

  • Interessanter Post. Fand das Uni-Gelände in Bockenheim immer sehr spannend. Auch, wenn ich in Darmstadt studiert habe, so habe ich viele schöne Erinnerungen an die Bockenheimer Uni.
    Die "Quartier Latin Fasnachtsveranstaltungen" zum Beispiel, oder das STA-Reisebüro im Erdgeschoß des 70er Jahre Unigebäude. Erinnere mich noch an Studentenfeiern im Soziologen-Turm und auch die Uni-Bibliothek hatte ich öfter besucht. Fand sie nützlicher als die Deutsche-Bibliothek gegenüber wo jetzt KfW ihren Neubau hat.
    Was ich allerdings nicht verstehe ist, dass man das Gebäude in welchem die Uni-Bibliothek ist unter Denkmalschutz gestellt hat. Für mich sieht es aus wie jeder andere 60er-70er Jahre Zweckbau aus dem Schul- und Bibliotheken Bereich.
    Vielleicht sollte ich ja froh sein, dass solch ein Gebäude, an das ich positive Erinnerungen habe erhalten bleibt, aber ehrlich gesagt finde ich das Gebäude selbst nicht erhaltenswert und jeder Neubau kann ästhetisch gesehen nur eine Verbesserung sein.
    Für Bockenheim ist es natürlich traurig, dass die Uni weggeht. Verstehe nicht wieso man den technischen Teil der Uni weitab auf den Riedberg gesetzt hat, anstatt nach Bockenheim. Die Gebäude die man da gebaut hat hätten sich in Bockenheim auch gut gemacht.

  • Gute Nachrichten - vor allem was den Erhalt der Altbauten und der Druckerei betrifft. Warum letztere nicht unter Denkmalschutz standen bzw. stehen, dafür aber einige von Kramers Neubauten, konnte ich nie so wirklich nachvollziehen... Es scheint sich aber wohl nur um den Anbau am Uni-Gebäude zu handeln, der südliche Flügel des Senckenbergmuseums scheint nach wie vor nicht geschützt zu sein. Damals wie heute kann ich nicht ganz nachvollziehen, wieso für eine fragwürdige Gestaltungsidee, die mit dem Erhalt des kompletten Jügelhauses noch weniger Sinn macht, das Senckenbergmuseum wertvolle Flächen abgeben soll. Aber mal sehen ob sich da noch was tut, es scheint ja nicht mehr viel übrig zu bleiben vom ursprünglichen Plan.


    Der Erhalt des Studierendenhauses ist eine nette Idee, auch wenn es dort nach 2014 seine Funktion wohl weitestgehend verlieren wird und mitten im Campus Westend sowieso ein neues errichtet wird. Architektonisch ist es ganz nett, vielleicht findet man ja eine alternative Nutzung.


    Wahnfried: Die Riedberg-Planung wurde mitten im Kalten Krieg eingeleitet, als der Umzug ins Westend noch nicht im allergeringsten zur Debatte stand. Die Uni hatte in Bockenheim keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr, weshalb man die Lösung "auf der grünen Wiese" für die ohnehin sehr von den Geisteswissenschaften abgegrenzten Naturwissenschaften angestrebt hat. Die vor ein paar Jahren aufgegebene DII-Neubaustrecke sollte zusammen mit der Riedbergbahn die beiden Standorte verbinden.

  • Das Pharmaziegebäude bleibt erhalten und die Universitätsbibliothek steht unter Denkmalschutz??? Geht's noch? :nono::nono::nono: Warum stellt man nicht gleich den gesamten Campus inklusive dem schönen Philosophicum und dem besonders wertvollen Juridicum unter Denkmalschutz? Schließlich braucht man doch etwas, um sich daran zu erinnern: "denk' mal" dran, so einen Schrott nie mehr wieder zu errichten!