S21-A1 Turm am Mailänder Platz, 66m (in Bau)

  • Man hätte die Kanten auch abrunden können, oder ein ovaler Grundriss nehmen können. So wie im Modell im Bahnhofsturm. Das Ding ist wie ein Klotz.


    Ich denk der größte Fehler ist immer, dass man hier kein offener Wettbewerb macht, sondern sich nur auf ein paar wenige Büros beschränkt und auch immer die selben verdächtigen hervorbringt.


    Gerade bei diesem letzten Gebäude hätte man ruhig nicht auf die 60m sondern ruhig auf 70 m gehen können. Damit der Turm etwas schlanker daher kommt.


    Na warten wir es ab, beim Cloud hatten wir auch erst einen anderen Siegerentwurf und dann kam es dann doch ganz anderst. Warten wir mal die Überarbeitung der Entwürfe ab.


    Laut Dieter Schmoll ist die Rebe für die Fassadenbegrünung nicht geeinigt und man wird eventuell auf Buchenecken zurückgreifen. Mit der hat man bereits gute Erfahrungen gemacht.

  • ^^


    Buchenhecken? Du meinst dieses Gewächs, welches im Herbst braune Blätter bekommt, diese aber nicht abwirft und das halbe Jahr dann verdorrt herumhängen?
    Ich hoffe, dass überlegt man sich nochmal.

  • War angesichts der Vorgaben schon vorher klar, daß nix Großes bei rauskommen wird. Von daher kann man mit der Wahl noch zufrieden sein, immerhin nicht der schlechteste Entwurf.

  • Ja sorry meinte Buchenhecken so steht es in beiden Artikel in der StN u. StZ. Welches Grünzeug es wirklich dann wird, sieht man dann. Also die Rebe wird es nicht sein, dass steht mal fest.

  • Nachdem auch ich mich von meinem ersten Schreck erholt habe kann ich dem dem ersten Preis doch einiges abgewinnen.


    Die Idee, die Fassaden nach dem Bild von Weinbergmauern zu entwickeln lässt doch ein recht eigenständiges Hochhaus erwarten, das es so bisher noch nicht gibt.


    Meine Lesart ist, zwei gigantische Steine in Trapezform werden hier 'schwebend' gestapelt. Die Geschosse unterhalb dieser bzw. zwischen dieser 'Steine' zurückgesetzt und transparent. Ich würde diese Großform so belassen. Die Trapezform und die Aufteilung in Sockel und aufgesetztem Bauteil weckt bei mir wirklich in der Ansicht Heilbronner Straße, Assoziationen an die Hamburger Elbphilharmonie. Siehe Bilder in der StN. In Stuttgart aber doch auch wieder ganz anders, also keine billige Nachahmung.


    Die Fassade zeigt so ein Spiel von Zufälligkeit im Rhythmus. Die geschlossenen, steinernen Anteil und die Fenster sind jeweils geschosshoch zusammengefasst. Auf den Bildern sieht es aus, als ob es sich jeweils um sehr große Steintafeln handelt. Die Oberfläche stelle ich mir sehr rau und uneben vor, wie eben eine Natursteinmauer im Weinberg. Mich erinnert die Fassade an eine Wohngebäude von David Chipperfield in Madrid, Houing Villaverde. Dort auch schmale unregelmässig angeordnete Fenster, aber rötlich eingefärber Sichtbeton. Ein wenig auch an ein anderes Chipperfield-Bauwerk in Barcelona. In Stuttgart wäre die Fassade aber nicht so glatt.
    In den Renderings ist allerdings gar nicht so klar erkennbar, was im Turmbauteil Fenster und was geschossene Flächen sind. Insgesamt scheint mir der geschlossene Anteil höher zu liegen, als man es sonst bei Hochhäusern gewohnt ist.


    Am Dienstag werde ich mir aber die Entwürfe mal in der Ausstellung ansehen. Da werden sicher sich einige Fragen beantworten lassen. Vom bisher zugänglichen Material lässt sich letztlich noch nicht so viel sagen. Auch interessiert es mich, wie die weiteren Büros die Aufgabe gelöst haben.

  • Die drei in die engeren Auswahl stehenden Entwürfe sind so schlecht nicht. Was ich aber glaube zu vermissen ist eine Öffnung/ Bezug zur Heilbronner Straße. Hier wird wie schon (auf dieser Seite) beim Mileneo verpasst diesen zu einem Boulevard zu entwickeln. Schade, denn jetzt wäre dies noch relativ einfach machbar. Bis aber ein attraktiver Boulevard in S vorhanden ist wird es wohl noch dauern.

  • Ich glaube so ähnlich soll der Straßenverlauf da später schon sein, allerdings ist die Bebauung rechts neben dem Hochhaus für das Rendering ausgespart worden. Diese Freifläche wird es so natürlich nicht geben, und auch die Anzahl der Bäume scheint mir etwas zu utopisch gewählt.

  • Ja, das wäre die Verlängerung der Kopenhagener Straße, die dann so etwa gegenüber der Türlenstraße in die Heilbronner Straße einmündet.


    Im Stadtplanungsamt habe ich mir mal die Entwürfe angesehen. Ich finde den ersten Platz schon eigentlich ganz gelungen. Wenn die Umsetzung dann gut klappt, kann es was schönes und eigenständiges werden. Die Bepflanzung ist in Vertiefungen in der Fassade angebracht. Bei anderen Entwürfe sind teilweise die schmale Stirnseite komplett begrünt. Leider war keine in der Ausstellung noch keine Architekten-Zuordnung möglich.


    Ein paar Modellaufnahmen des 1. Preises:












    Hier noch ein Link zu einer anderen Ansicht des dritten Preises von Kleihues+Kleihuse bei Competitionline. Dieser Entwurf hat auch was.

  • Die fünf noch unbekannten Entwürfe. Man kann ja raten welche Entwurf, zu welchem Architekturbüro passt:






    Ein Entwurf mit abgerundetem Turm, über die Fassade liegt ein x-förmiges Gitter für die Begrünung, im Modell nicht so gut erkennbar:






  • Vielen Dank für die Bilder. Interessant finde ich, dass alle diesen Innenhof im Sockelgebäude haben. Das scheint Vorgabe gewesen zu sein.


    die Strassenverläufe sehen da irgendwie komisch aus. Oder wird das alles so umgebaut?


    In der Tat wird die Kopenhagener Straße bis zur Kreuzung Türlenstraße fortgeführt. Man erkennt das auch bereits im Europaviertel, denn die Moskauer Straße macht auf Höhe Kopenhagener Straße einen etwas unmotivierten Schwenk in Richtung der heutigen Stadtbahnbaugrube. Im Endzustand soll der Bus der Linie 44 anstatt über die Heilbronner Straße über die Moskauer Straße geführt werden inkl. Halt am Pariser Platz.

  • Halt von 44 am Pariser Platz klingt gut.


    Ich war auch heute Morgen dort. Da ich auf ma-freys Fotos spekuliert hatte, habe ich nur Handy-Fotos gemacht. Wenn ma-frey keine Fotos von den Visualisierungen gemacht hat, würde ich nachliefern.


    Insgesamt war inkl. des Siegerentwurfs kein Knaller dabei, aber doch immerhin deutlich bessere, da originellere, als der RKW-Entwurf. Etwas enttäuschend.

  • Wagahai, welcher Entwurf wäre dein Favorit?


    Die Renderings habe ich zwar fotografiert, habe da als langjähriger Bildseiten-Administrator aber urheberrechtliche Bedenken diese zu veröffentlichen. Bei den Modellen sehe ich es anders, da es sich um ein Bild eines Gegenstandes handelt.


    Der RKW-Entwurf findet sich inzwischen ausführlich mit Plänen auf Competitionline. Tip: Die einzelnen Bilder in neuem Tab öffnen und in maximaler Größe ansehen.

  • Hallo ma-frey, ob Du ein Modell fotografierst oder eine Visualisierung, macht unter dem Aspekt Urheberrecht keinen Unterschied, es handelt sich beides mal um Werke. Was wir hier betreiben, sollte unter (erlaubte) aktuelle Tagesberichterstattung (die Werke wurden zwecks Ausstellung bereits mit Zustimmung der Architekten öffentlich und frei zugänglich gemacht) ohne wirtschaftliche Verwertung fallen.


    Mir gefielen (hier von mir numeriert) die Entwürfe 6 und 4 noch am besten, Favorit mit Abstrichen wäre 6 wegen der "geflochten" wirkenden Fassade (erinnert ein wenig an Barkow Leibinger, die waren aber nicht eingeladen, tippe daher auf Kergaßner) und dem optisch interessanten und etwas wilden "Dschungel" auf der Sockelterrasse, die sogar weit in den Turm selbst "hineinragt". Bei 4 stelle ich mir die Umsetzung ziemlich schwierig vor, loben muss man sicher den Mut, sich gegen die Kante zu wehren und zur Heilbronner abzurunden. Bei 5 vermute ich mal Auer Weber, haben sich hier m.E. überhaupt keine Mühe gegeben, grüne Kante, der Rest Sparkasse, nur senkrecht. 7 mit dem vorgehängten Gewächshaus von der Grundidee erfrischend, aber nicht konsequent genug, die Fassade langweilig. 8 mit dem Wuschelkopf oben gefällt mir überhaupt nicht. 2 (auch 2.Preis) macht auf der Visualisierung von der Heilbronner eine ganz gute Figur, der Rest aber doch etwas monoton. Mit dem überstrengen Kleinhues (3) mit dem 20er/30er-Look aus der Retorte kann ich wie so oft wieder fast nichts anfangen, genauso wenig mit dem auf mich (bisher) eher abweisend und schwermütig wirkenden Siegerentwurf (RKW). In Sachen Gebäudehöhe scheinen die Architekten laut Plänen, gemessen von der Moskauer Straße, von 63-64m auszugehen.


    Fotorundgang Stadtplanungsamt, 18.07.2017:


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    7



    8



    Bilder:Wagahai

  • Von den Entwürfen ohne Preis gefallen mir spontan Nr. 5 und 7 am besten. Am schwächsten empfinde ich Nr. 8.
    Mein Favorit insgesamt ist der 1. Preis obwohl mir RKW-Architekten bislang nicht positiv aufgefallen war. Von der EnBW-City im Fasanenhof halte ich nicht viel, auch das andere Hochhaus in Österfeld kann mich nicht so überzeugen.


    Die direkte Ableitung der Fassadengestaltung aus der spezifischen Stuttgarter Situation, führt hier zu etwas Neuem, was es so noch nicht gibt. Die Fassaden der anderen Entwürfe sind da in einem Stil gehalten, der überall in der Welt stehen könnte. Auch die Idee, der schwebend übereinander liegenden steinernen Kuben gefällt mir. Ganz konsequent ist dies aber nicht, da an der Ecke Heilbronner/Kopenhagener Straße die Fassade heruntergezogen wird.
    Die Gefahr bei diesem Entwurf scheint mir zu sein, das die Umsetzung dann doch nicht so recht gelingt, siehe Dachbereich Dorotheenquartier.


    Im untern Kubus ist das Hotel untergebracht mit den schmalen Fensterformaten. Im Hochhausblock, Apartments mit fast quadratischen großflächigen Fenstern, die durch Bedruckung sich nuir wenig vom Stein abheben sollen. Drum fragt man sich auf den Visualierungen auch, wo denn da die Fenster sind.


    Mit dem zweiten Platz habe ich mich noch weniger beschäftigt, irgendwie spricht er mich nicht so an.


    Den Entwurf von Kleihues als große monolithischer Baukörper finde ich auch nicht schlecht.