Leipzig: Kleinere Projekte in der Innenstadt

  • ^^ Und vorher sah es aus wie ein billiger, in die Jahre gekommener Nachkriegsbau, an den man eine Kopie eines historischen Elements gebappt hat. Wikipedia korrigert mich und sagt, dass das Haus erst 1986 gebaut wurde.
    Ich persönlich finde es nicht sooo schlecht, wenn man sich den Rest des auffällig roten Baugerüsts wegdenkt. Wenn man die Farbe der rötlichen Platten zwischen den Fenstern an die Farbe des Erkers angeglichen hätte, wäre es noch besser gewesen.
    Die neue Fassade gleicht sich eher dem Hansahaus an, was in Anbetracht der Tatsache, dass gegenüber ja noch die - für einen Nachkriegsbau relativ markante - Nr. 19 auf Enthüllung wartet, zur Harmonie beiträgt.


    Auf jeden Fall zeigt dieses Beispiel sehr schön das Problem der Anbringung historischer Bauteile (in dem Fall eine Kopie) an andere Häuser. Sollte die Kopie des einzelnen Bauteils bestimmender für die Beurteilung des Gebäudes sein oder steht das Gebäude im Vordergrund?
    Ohne den Erker (wenn er nie dort gewesen wäre) würden sicher die meisten die Fassadensanierung als gelungen betrachten.

  • Offenbar wurde bereits vor einiger Zeit eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des Bereichs Salzgäßchen/Reichsstraße/Böttchergäßchen/Katharinenstraße, also kurz gesagt des Umfelds des Pinguinblocks, durchgeführt - Näheres findet man in den Anlagen zu dieser Vorlage.


    Im Prinzip läuft es auf mehr Bänke, Bäume, Fahrradbügel hinaus - wobei auf Markt- und Veranstaltungsflächen Rücksicht genommen wird. Für den Bereich des Salzgäßchens sind u. a. große Viereckbänke wie auf der Thomaswiese geplant. Mir gefällt es gut - hoffentlich findet sich der ein oder andere Euro für die Umsetzung.

  • Bei zwei Gebäuden fallen derzeit die Gerüste:
    Alte Waage (hier fehlen noch einige Zieraufsätze am Giebel außerdem wurde die Farbigkeit verändert)


    Katharinenstraße 13



    vorher

    Eigene Bilder

  • ^ schon interessant, wie die Sanierungen der letzten Renaissance-Gebäude (wo gibts eigentlich noch welche außer am Markt) in Leipzig die Farbgebung so verändert hat. Eigentlich dachte ich immer, dass es auch in Leipzig eine weiße Farbgebung zur Renaissance gab. Was eher so typisch in "Mitteldeutschland" war. Nun eben am Alten Rathaus wie der Alten Waage ein Sandton.


    Schade, dass man bei der Alten Waage nicht gleich den Giebel angeglichen hat. Auf deinem Bild 'LEonline', ist die unpassende letzte Etage im Dachgiebel des neuen Teils doch deutlich zu erkennen.




    PS_im gezeigten Gebäude in der Katharinenstraße wird, Trommelwirbel****, ein Hostel einziehen.

  • ^ Die neue Fassadenfarbe der Alten Waage ist jedoch signifikant heller als vom Alten Rathaus. Ich finde den Ton durchaus passend zur Umgebungsbebauung. Da ich meistens mit Handyknipse unterwegs bin sind die Aufnahmen leider nicht immer so wirklichkeitsecht wie ich es mir wünschen würde. Nachfolgend trotzdem nochmal zwei Fotos von heute, die etwas näher an der Realität sind als das gestrige:


    Hier sieht man den Unterschied zwischen Waage und Altem Rathaus recht deutlich:

    Eigene Bilder


    Hinsichtlich der Neubaufassade Richtung Katharinenstraße vermute ich, dass man mit der dunklen Farbigkeit den Ursprungszustand der 60er Jahre rekonstruiert hat. Genaueres weiss ich allerdings auch nicht.

  • Gemeint war die Alte Waage. Neben den bereits genannten Gebäuden am Markt sind noch die Alte Nikolaischule und das Bürgerhaus Hainstraße 8 im Renaissance-Stil erbaut und noch komplett erhalten. Alle anderen wurden entweder überformt oder sind nach den Zerstörungen des II. WK nur noch in Fragmenten erhalten.


    Renaissance-Architektur in Leipzig

  • markt11djvu.jpg


    Hier mal ein Bild von 1941 (also vor der Zerstörung) was noch auf meiner Festplatte rumlag:


    leipzig_1941_23hmkw6.jpg

    Quelle: https://wortblende.wordpress.com/eine-seite/


    Modhinweis Cowboy: "Auf meiner Festplatte noch rumlag" oder dergleichen ist keine gültige Quellenangabe gemäß unseren Richtlinien. Wie sich nämlich herausstellt, wurde das Bild aus der von mir nachträglich eingefügten Quelle entnommen und hier direkt eingebunden. Bitte mehr Sorgfalt, sonst kann es für den Betreiber dieses Forums teuer werden. C.

  • Nachdem der Reichshof in diesem Sommer weitestgehend dem urspr. Zustand angenähert wurde werden nun mit etwas Verspätung noch einige Zieraufsätze
    ergänzt:



    Eigene Bilder

  • DDR-Lückenfüller (Platte) an Nikolaistrasse 31


    Durch heutigen Post des neuen Strassenpanoramas der Nikolaistrasse in der Ost-Galerie fiel mir erstmals der dortige Lückenbau der Spät-DDR ins Auge.

    Wußte gar nicht, daß sowas dort besteht. Ich halte die bemühten Sonderplatten für Innenstadtlagen der Spät-DDR für häufig recht gelungen - gerade angesichts der damaligen Gemengelage. Gute Beispiele gab/gibt es in einigen ehem. Bezirksstädten und v.a. der DDR-Hauptstadt, aber auch in manch kleineren Städten wie Weimar. Möglich machte dies v.a. das Zugeständnis von ganz oben, eine leicht erweiterte Formpalette für Fertigplatten zu produzieren, welche (dank guter Planer) erstaunlich vielfältige Strukturbildungen hervorzubringen vermochte. Die Gliederungen der Fassaden nahmen meist die Nachbarstrukturen auf und die schlichte Betonhaut passte sich optisch passabel besonders bei natursteinernen Nachbarbauten ein. Leider wurden schon etliche dieser Bauten totsaniert und in ihrer Charakteristik entstellt, sobald die Sanierungswelle drüberging.

    In recht aktuellem Luftbild bei g.maps ist nun eine Sanierung der Nikolai 31 zu erkennen (auch Gerüste an Hofseite). In diesem Strang taucht die Baumaßnahme noch nicht auf.

    Wäre nett, wenn jemand dort mal vorbeischaut, und auch (schon jetzt oder später) das Resultat zeigt. Es handelt sich um einen Wohnungsbau mit EG-Gewerbe, welchen man auch hier nochmal gut sehen kann (im Link nach unten scrollen).

  • Ich passiere die Nikolaistraße 31 praktisch täglich auf dem Weg zur Arbeit: An die im recht frischen "maps-Material" zu sehenden Gerüste erinnere ich mich und befürchtete damals (vor vielleicht einem guten Jahr oder etwas länger?) ebenfalls eine Kaputtsanierung - es schien sich aber nur um Erhaltungsmaßnahmen am Dach oder dergleichen gehandelt zu haben, die am äußerlichen Erscheinungsbild für mein Laienauge nichts geändert haben - das Gebäude präsentiert sich also weiterhin mehr oder minder in seinem Geburtsgewand.


    Vielleicht weiß jemand mehr? Es wäre auch interessant zu erfahren, welche mittel- bis langfristigen Pläne die LWB hegt.


    Mich beeindrucken an diesem Bau übrigens immer die recht traditionell anmutenden Holzfenster mit ihren "Sprossen" - sie prägen das Erscheindungsbild maßgeblich, dürften aber sicher einmal ausgetauscht werden müssen. Dann kann man nur auf optisch adäquaten Ersatz hoffen. (Garantiert sind diese Fenster mit Blick auf die DDR-Bedingungen auch ein besonderes Kapitel der Baugeschichte dieses Hauses - ich vermute aufwändige und solide Tischler-Sonderanfertigungen.)

  • Eine Wiederherstellung des Goldhahngäßchens ist wirklich zu befürworten. Meiner Meinung nach fehlt ein Durchgang zwischen Nikolai- und Reichsstraße. Auch wenn das Gäßchen an sich nicht wiederhergestellt werden kann, so wäre ein Durchgang in Form einer Passage eine charmante Idee, die ggf. im Rahmen einer Neubebauung der östlichen Reichsstraße erfolgen könnte. Sozusagen als Verlängerung des Böttchergäßchens und im Anschluss an Oelßner´s Hof.

  • ^ Es gibt eine Verbindung zwischen Reichsstraße und Nikolaistraße. Der Haken ist nur, die meisten wissen nichts davon. Sie befindet sich an der Nikolaistraße im Hause "Blauer Hecht" und kommt im Hinterhof der Platte Reichsstraße heraus, mit einem Schwenk zu Leo's Brasserie zur Reichsstraße. Aber das ist mehr Passage und Hinterhausdurchgang als das, was man gewohnt ist.

  • Vor einiger Zeit befanden sich in dieser Baulücke in der Klostergasse Vermessungsmarkierungen. Jetzt werden Fahrradfahrer aufgefordert, ihre Drahtesel vom Zaun zu entfernen, weil dieser abgebaut werden soll. Sollte diese kleine, unauffällige und letzte Baulücke in der Klostergasse demnächst doch geschlossen werden?


    Schlecht wäre es ja nicht.