Leipzig: Kleinere Projekte in der Innenstadt

  • danke, cowboy!
    schön, dass man den sanierungsfortschritt beim kleinen joachimsthal immerhin hören kann. bei dem ddr-bau in der klostergasse hoffe ich vor allem noch auf einen umbau der erdgeschosszone. fassade und dach - auch jetzt mit den neuen gauben - sind ja eigentlich ganz passabel.

  • Kleines Joachimsthal:


    Ich habe mich zu dem Bau informiert und heraus bekommen, dass das Vorderhaus an der Großen Fleischergasse 8 noch barock ist inkl. des kleinen Innenhofes dahinter. Erheblicher Umbau 1906. Der folgende, größere, sehr vieleckige Hof wurde 1906 neu bebaut mit einem flexibel aufteilbarem Gewerbebau. Insofern lässt er sich ganz gut weiter nutzen.
    Der Rest des Komplexes Kleines Joachimsthal an der Hainstraße 5 wurde im Krieg zerstört und nach 1990 (um 1997) mit dem Neubau von Intersport neu bebaut (Überbauung des Hofes und der Passage).
    Im Zuge der Sanierung des Restbaus an an der Kl. Fleischergasse 8 werden zahlreiche neue Durchgänge geschaffen, Hauptzugang von hinten erfolgt durch Intersport an der Hainstraße aus, es wird aber noch andere Durchgangsmöglichkeiten zur Hainstraße geben, u.a. durch Bartels Hof.
    Fluchttreppen werden in den angrenzenden Innenhöfen Gr. Fleischergasse 6 und 10/12 gebaut. Das Erdgeschoss ist wohl für Gastronomie vorgesehen (zahlreiche relativ kleine Einheiten), für oben war die Rede von Ärzten.
    Manchmal werden die Dinge, von denen man gar nichts hört, auch ziemlich gut. Wir dürfen gespannt sein, im positiven Sinne.

  • ^ Sowohl die Bauentwicklung in der Klostergasse als auch die Infos zum Kleinen Joachimsthal klingen sehr gut. Eine Verbindung zum Barthels Hof war ja zu erwarten, dass aber auch der Neubau and er Hainstraße mit eingebunden wird, finde ich äußerst positiv. Wieder mehrere hervorragende neue Wegverbidnungen in der Innenstadt.

  • leipziger: deine infos zum kleinen joachimsthal klingen wirklich sehr gut. weisst du auch konkreteres, wie man sich die durchgänge vorstellt? barthels hof, webers hof und das gebäude mit intersport gehören ja anderen eigentümern. die müssten das ganze ja mitmachen. für jede info wäre ich dir sehr dankbar!

  • ^ Zuerst habe ich auch nich schlecht gestaunt, dass der Hauptzugang zum Kl. Joachimsthal ausgerechnet über Intersport erfolgen soll, weil ja so quasi jeder Tourist und Fußgänger, der über diesen Zugang die Wegstrecke zur Großen Fleischergasse und zum Dittrichring abkürzen will, durch den Intersport-Laden marschieren muss. Aber so dumm ist das vielleicht gar nicht, wenn man bedenkt, dass der eine oder andere Passant sich dadurch auch gleich mal animiert fühlt, was bei Intersport zu kaufen. Das wiederum liegt gewiss im Interesse der Sportkette.

  • Sanierung und Erweiterung Bacharchiv im Bosehaus

    Auch am Bosehaus gehen die Arbeiten zügig voran. Neben Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten des Bosehauses wird auch das Bacharchiv erweitert. Aufgrund dieser Erweiterungsmaßnahme musste der Stammsitz der Pfeffermühle aufgegeben werden. Inzwischen hat sie ein Interim in der Gottschedstraße 1 (Haus Kosmos) gefunden.


    Als erstes noch zwei Aufnahmen des Bosehauses, bevor die Arbeiten angelaufen sind.


    Vorderhaus (Bj. 1709, Ursprungsbau von 1586)



    Hinterhaus (ungefähr zur selben Zeit wie das Vorderhaus entstanden)

    Bilder: leipziger



    Aktuelle Situation Vorderhaus



    Aktuelle Situation Hinterhaus




    Die Aufnahmen habe ich in einem frei zugänglichen Innenhof an der Burgstraße geschossen. Von dort aus habe ich auch zum ersten Mal entdeckt, dass das in der Burgstraße als schnöder Nachkriegsbau wahrgenommene Wohnhaus auf der Rückseite noch diesen Treppenturm (vermutlich) aus der Renaissance besitzt.



    Ebenso uralt muss noch dieses Hinterhaus mit Spitzdach am Thomaskirchhof
    sein.


    Bilder von mir

  • Der Turm ist der Treppenturm der "Goldenen Fahne", ein Handelshof, den Hieronymus Lotter für seinen Sohn um 1570 herum erbaut hatte. Ich weiß nicht genau, aber ich glaube, dass auch der Turm im 2. Weltkrieg zerstört worden ist und (in den 60ern?) rekonstruiert wurde.

  • Aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters:


    Pfarrhaus der Gemeinde St. Thomas wird denkmalgerecht saniert


    Oberbürgermeister Burkhard Jung stimmte in seiner heutigen Dienstberatung dem Vorschlag von Baubürgermeister Martin zur Nedden zu, das Pfarrhaus der Thomasgemeinde am Dittrichring in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufzunehmen.


    Die geplanten Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen am Pfarrhaus umfassen die Wiederherstellung der historischen Straßenfassade sowie der Dachlandschaft mit Giebel und Erker am Promenadenring, die nach Kriegsschäden unter Weglassen zahlreicher baulicher Details in den 1950er-Jahren rekonstruiert wurden. Ferner sollen der Wärme- und Schallschutz sowie die Wohnqualität durch das Errichten hofseitiger Balkone verbessert werden. Daneben werden auch die einzelnen Stockwerke des Hauses barrierefrei erschlossen. „Das Pfarrhaus der Thomasgemeinde ist städtebaulich und denkmalpflegerisch besonders wichtig, unter anderem weil hierdurch das Erscheinungsbild der Innenstadt am Dittrichring geprägt wird. Mit seinen Nachbargebäuden bildet es am westlichen Rand der Innenstadt eine geschlossene Quartiersbebauung“, erklärt Baubürgermeister zur Nedden und hebt hervor: „Nach der Renovierung der historischen Fassade des Pfarrhauses, bilden diese Gebäude wieder den repräsentativen Abschluss des Stadtzentrums zum Promenadenring.“


    Die Modernisierung des Hauses wird etwa 1,5 Millionen Euro kosten. Die Stadt Leipzig beteiligt sich an den Mehrbelastungen, die der Eigentümer aufgrund der denkmalgerechten Sanierung des Gebäudes tragen muss, mit 54.000 Euro.+++


    PM: Stadt Leipzig

  • Ich möchte noch ein paar Fotos ergänzen.


    Beim Sanierungsprojekt Dittrichring 14 / Klostergasse 7 wird das Gebäude zum Dittrichring komplett entkernt. Cowboy hatte ja bereits Fotos des Gebäudes zur Klostergasse gezeigt, hier der Altbau zum Dittrichring:



    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Fassade des Boardinghouse zur Markgrafenstraße bereits enthüllt gezeigt wurde? Bei meinem letzten Leipzig-Besuch war es noch verhüllt und die alten Nachtcafe-Scheiben im EG noch drin, jetzt nähert man sich offensichtlich der Fertigstellung:




    Am Dittrichring 6 haben die Arbeiten begonnen:


  • "soll saniert werden" ist zum glück eine charmante untertreibung:
    fassade und dachlandschaft werden in ihren ursprünglichen zustand zurück versetzt. somit werden der stattliche neorenaissancegiebel und der obere erkerabschluss rekonstruiert. dafür steuert die stadt 54 000 euro zu den baukosten bei.

  • ^ Genau so ist es. Die geplanten Rekonstruktionen am Gebäude werden die von der Zerstörung Gott sei Dank verschonte und stattliche Westseite des Dittrichsrings noch einmal aufwerten. Dass die Stadt auch einen finanziellen Beitrag dazu leistet zeigt, dass sie durchaus um das historische Erbe, anders als hier manchmal dargestellt, bewusst ist.


    Noch einmal zur Verdeutlichung insbesondere für Auswärtige eine fotographische Gegenüberstellung meinerseits:




    Diakonissenhaus/Pfarrhaus mit Nachbarbebauung im Ist-Zustand (siehe roter Pfeil)

    Quelle: lipsikon.de




    Historische Aufnahme. So wird das Gebäude in absehbarer Zeit wieder aussehen. M.W. ist auch angedacht, die Grünanlage davor wieder in ihren historischen Zustand zu versetzen, so wie man es aktuell schon weiter vorn am Hahnemann-Denkmal tut.



    Quelle: lipsikon.de

  • Dass die Stadt auch einen finanziellen Beitrag dazu leistet zeigt, dass sie durchaus um das historische Erbe, anders als hier manchmal dargestellt, bewusst ist.


    Warum immer solche Seitenhiebe? Find ich wirklich unsinnig und bringen hier eine Schärfe rein, die nicht sein muss. Dann bitte gleich Namen nennen!


    Da du sicherlich mich meintest, nehme ich zu deiner Aussage jedoch gern Stellung:
    Ich bin selber äußerst erfreut über diese positive Nachricht!
    Jedoch beruhten meine Aussagen in der letzten Zeit auf den tatsächlichen Ereignissen in den letzten Jahren UND auch teilweise noch der heutigen Zeit. Und da gab es eben auch Negatives. Dies einfach wegzureden ist genauso fahrlässig, wie positive Dinge schlecht zu machen. Ich vermute "die Stadt" bzw. deren Vertreter haben mittlerweile tendenziell zumindest den richtigen Weg erkannt. Da "die Stadt" eben auch aus mehreren Stellen und Personen besteht, wird sie jedoch nie einheitlich an die Öffentlichkeit treten. Irgendwie muss sie ja die LWB mit durchfüttern, ohne denen die Lichter auszuschießen.


    Ach ja, danke noch für den Fotovergleich! Nun dürfte jeder wissen, um welches Gebäude es geht. :daumen:

  • vielleicht sind die 54 000 euro auch einfach der preis dafür, dass pfarrer wolff bezüglich der uni-neubauten künftig die klappe hält.
    so erfreulich die reko auch ist, die bezuschussung durch die stadt ist durchaus problematisch. was passiert, wenn auch andere bauherren etwaige rekomassnahmen in zukunft von zuschüssen der stadt abhängig machen wollen? bei der masse der sanierungen würde dies die stadt schnell überfordern. das verdeutlichen auch die obigen bilder: so unversehrt hatte auch diese gebäudezeile den krieg nicht überstanden. das dach des eckhauses zum thomaskirchhof ist auch eine nachwende-reko. beim anderen eckgebäude ("trifugium") stand gar nur noch das erdgeschoss, usw...


    letztlich sollte allen - auch legende - klar sein, dass sanierungen oder gar rekomassnahmen nur durch das engagement der eigentümer geleistet werden können.

  • Die Stadt Leipzig und das Gewandhaus Leipzig informieren:


    Brandschutzgutachten im Gewandhaus bestätigt:
    Keine akute Gefahr für Besucher und Mitarbeiter


    Das aktuelle Brandschutzgutachten, das seit heute vorliegt, bestätigt, dass es durch die Durchfeuchtung des Daches zu keiner akuten Gefährdung für Besucher und Mitarbeiter kommt.
    Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, „dass die Pflichten des Versammlungsstättenbetreibers zur Gewährung der Sicherheit der Gewandhausbesucher aus brandschutztechnischer Sicht beachtet und umgesetzt werden.“


    So konnte bei einer Begehung durch den Gutachter am 13. Januar festgestellt werden, dass sich in der Nähe des feuchtigkeitsgefährdeten Zwischendeckenbereiches keine elektrische Verteiler befinden.


    Der gesamte Zwischendeckenbereich wird zweifach - direkt unter dem Dach und direkt über der Saaldecke - von Brandmeldern überwacht.


    Um bis zur Sanierung des gesamten Daches eine zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten, wird durch Gewandhausmitarbeiter täglich der Zwischendeckenbereich auf neue Feuchtigkeitsstellen kontrolliert. Zusätzlich werden die elektrischen Anlagen auf eventuelle Kriechströme geprüft. Außerdem wird die Brandwache bei Veranstaltungen personell aufgestockt.


    Das zusätzliche Brandschutzgutachten wurde von der Stadt Leipzig in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob durch die Durchfeuchtung, die durch Undichtigkeiten im Dach verursacht ist, eine Brandgefahr besteht. Ein voran gegangenes Statik-Gutachten hatte bereits die Unbedenklichkeit der Dachstatik attestiert.


    Die Sanierung des gesamten Daches ist bereits im Investitionsplan des Gewandhauses festgeschrieben und soll spätestens im Mai beginnen.


    PM: Stadt Leipzig

  • Kretschmanns Hof wird das neue Domizil der Leipziger Invitel ServiceUnit 03 GmbH. Das Kommunikationsunternehmen mietet 1082 qm Bürofläche in dem denkmalgeschützten Gebäude, das gerade von der Leipziger Stadtbau AG aufwändig saniert wird (siehe #16). Die Arbeiten für die von der Handelshochschule angemieteten Räume seien fast abgeschlossen, so dass bald die offizielle Übergabe stattfindet.


    http://www.property-magazine.d…etschmanns-hof-16885.html


    Da in dem Artikel steht, dass die Invitel GmbH bis voraussichtlich März ihre Räume bezieht, nehme ich an, dass bis dahin auch die Sanierungsarbeiten am Gebäude abgeschlossen sind.

  • ^stoney
    Bist du dir sicher, dass das Denkmal wirklich auf den neugestalteten Platz errichtet werden soll? In dem Artikel steht bloß etwas von der alten Treppe die ebenfalls im Zuge der Neuerrichtung wieder rekonstruiert wird.
    Ich meine aber irgendwann mal ne Abbildung gesehen zu haben, dass die Treppe ein Aufgang zum Matthäikirchhof gewesen sei, also am dittrichring.
    Kann das jemand bestätigen?

  • Das ist richtig. Die Treppe führte vom Dittrichring zum Matthaikirchhof (heute steht da ein Trafohaus) Ursprünglich sollte das Klingersche Wagnerdenkmal auch an der Treppe aufgestellt werden. Da dieses aber auf Grund des 1. Weltkriegs und dem Tod Klingers 1920 nicht fertiggestellt wurde, sondern nur der Sockel, wanderte selbiger in den 20er Jahren in den Klingerhain, wo er seitdem sein Dasein als Pornowürfel fristet. Vorgesehen ist nun im Jahr 2009 sowohl die Treppe, die noch irgendwo eingelagert ist wieder aufzubauen, als auch das Denkmal zu vollenden und es an den ursprünglich vorgesehenen Platz zu errichten. Man kann sich also freuen. Es wird wohl auch nicht mehr allzu lange dauern bis dann auch die olle Plattenbaubutze am Matthäikirchhof verschwindet.

  • @ Francois Villon:


    Ja ich seh schon das muss ich klarstellen. Also die Aufstellung des Sockels am Wagner-Platz ist ja klar, das er auf ihm stehen soll war da ein Missverständnis meinerseits. Aber mal ehrlich, das klingt doch alles nach Zukunftsmusik. Rekonstruktion des Promenadenring, Abriß der "Plattenbaubutze" am Matthäikirchhof, Wiederaufbau und Rekonstruktion mit Jugendstiltreppe. Das glaub ich erst wenn ich es mit eigenen Augen sehe...


    Bitte jedoch nochmals um Entschuldigung für die Verwirrung.