Leipzig: Innerer Osten (außer ZOB und Krystallpalast-Areal)

  • Ich danke auch für die vielen Fotos Dave!


    Mein klarer Favorit ist der 1. Platz #2. Der Entwurf bringt der Wintergartenstraße die Raumkannte die sie dringend braucht. Als 'Tor' zum Packhofviertel wäre dieser Bereich an der Innenstadt die richtige Brücke um das gescholtene Quartier wieder zu beleben.


    Ein zweiter Pluspunkt des Entwurfs liegt in der Entstehung einer weiteren Raumkannte zum Willy-Brandt-Platz. Da dieser mit seiner sehr großen Gliederung vom Hauptbahnhof und den Grünflächen ein wenig ausufert halte ich das für sehr notwendig. Außerdem nimmt der Entwurf nicht nur das Volumen des Hotel Continental auf sondern setzt dieses zum Ring hin fort. Das könnte dann auch wieder model für Proportionen einer evtl. Neubebauung am Georgiring sein.


    Bei den anderen Entwürfen merkt man dass das Oktagon des Hochhauses mit in die Gestaltung geflossen ist. Was mich aber wundert ist dass der Wintergarten des ehemaligen Kristallpalastes überhaupt keinen Einfluss hatte. Vor allem bei der Platzgestaltung halte ich es für eher schwierig nur auf Hausfronten zu bauen anstatt auf mehr Grün zwischen den Gebäuden zu setzen. Das könnte man auch auf eine graphische Art umsetzen und somit nicht dem Aufenthaltsschwachen und windigen Raum neben dem Hochhaus die leere nehmen. Wie gesagt - der Entwurf #2 setzt das am ehesten um.


    Auch ich finde die Studie sehr detailliert. Vielleicht tritt die LWB ja hier bald als Investor auf?

  • @all > no Problemo :D


    Ranger - und zum glück haben sich unsere freunde schulz&schulz nicht beteiligt > Aber beim Preisgericht, Ansgar Schulz war mitdabei.


    Soweit ich die Pressemitteilung der Stadt Leipzig gelesen habe, steht nichts für eine Bebauung. Nur, dass man die Chance nutzen sollte.


    Das Ziel dieses Wettbewerbes war die Entwicklung von Ideen für eine städtebaulich-räumliche und architektronische Neuordnung des Gebietes. Dazu kommen Vorschläge für gewerblich geprägte, marktgängige Nutzungen.


    Architekten der ersten Preise >>


    Berliner Büro "Kuehn Malvezzi Architekten" und Leipziger Büro "KSG".
    3. Preis erhielt Berliner Büro "KSV" und 4. Preis Leipziger Büro "RKW" sowie engere Wahl Kleihues + Kleihues und Leon Wohlhage Wernik, beide aus Berlin.


    Quelle: PM Stadt Leipzig

  • Auch von mir ein Dankeschön für die reichlichen Bilder und Informationen.


    Mein Favorit ist der Entwurf #6. Da er gut zum Baustil vom Hotel "Victors“ passt.


    Wenn es zu dem Umbau/Neubau "WiGa“ kommen sollte, dann werden auch einige neue Projekte dazu kommen, wie zum Beispiel: Bayrischer Hof oder auch der Neubau von "Licon“.


    Da wir gerade in der Gegend sind, habe ich mal eine Frage. Weiß jemand von Euch was mal auf dem Areal neben dem ehemaligen Bahnpostamt/ jetzt "A&O Hostel“ war und was daraus mal werden soll? Für einen Investor ist das ja die beste Lage.


    Link zur Lage:
    http://maps.google.de/maps?hl=…0.00187,0.006856&t=h&z=17

  • Danke für die Information.


    Ja so ein Veranstaltungsgelände fehlt halt in Leipzig, genauso wie eine Markthalle. Es ist aber komisch, daß sich bis heute niemand an das Gelände heran getraut hat, da es ja in einer Toplage liegt

  • Danke auch von mir erstmal für die ausführliche Dokumentation. Klarer Favorit ist #6, der einzige Entwurf, der eine klassische und differenzierte Fassade vorhält und sich damit, wie ich finde, hervorragend in das Umfeld einfügt. Mir gefällt der mansardenartige Abschluss. #2 und #5 haben die beste Kubatur, wobei mir der Abschluss zum Ring etwas zu hart ist. Am besten wäre eine Kombination aus den Vorzügen aller drei Entwürfe. Der "erste" erste Preil ist mir zu klobig und im Grundriss zu uninteressant, er erdrückt die andere Straßenseite, die Lochfassade ist konventionell und langweilig. Der Entwurf #7 versagt total in der Gliederung des Raums, was soll dieser riesige zugige Platz, kein Deut besser als bisher. Mit Abstand am schlimmsten ist der zweite Preis, da stimmt rein gar nichts - falscher Zuschnitt, falsche Traufhöhe, lächerliches Pultdach, grausame disproportionierte Fassade. Zum Glück ist das erstmal nur eine Ideensammlung.

  • Bei der Nummerierung scheint hier etwas durcheinandergeraten zu sein. Laut heutiger LVZ teilen sich den 1. Preis die hier als #2 und #3 bezeichneten Entwürfe, die von Kuehn Malvezzi respektive KSG stammen. Es wird auch noch einmal betont, dass die Fassaden eher Beiwerk sind und somit nicht Gegenstand des Wettbewerbs waren. Unter diesen Umständen und da #1 keinesfalls gewonnen hat, geht das Wettbewerbsergebnis absolut in Ordnung.


    Die Entwürfe sollen bei der nächsten Expo Real genutzt werden, um das Areal zu vermarkten, ferner hat die LWB in Aussicht gestellt, eventuell ihren Sitz in die Neubauten zu verlegen. Dies würde m.E. die Vermarktungschancen erheblich steigern.


    LVZ: Neugestaltung des Wintergartenareals


    Fotostrecke in der LVZ


    #Wintergarten: welche momentan nicht in der Stadt vorhandene Veranstaltungskapazität würde denn der Wintergarten bieten? M.E. kann angesichts der zahlreichen heute vorhandenen Möglichkeiten keineswegs davon ausgegangen werden, dass Leipzig ein solches Areal heutzutage 'braucht'. Leider.

  • Die einzigen Kritiken des Preisgerichts am Beitrag 1007 von Kuehn/Malvezzi ist die überarbeitenswerte Anbindung des öffentlichen Platzes an die Kreuzung Schützenstraße/Querstraße sowie die Fassaden, die explizit nur als Platzhalter angesehen werden (im Gegensatz zu anderen Entwürfen, in denen sie bereits detaillierter ausgearbeitet wurden). Gelobt wurde neben den hier bereits genannten Punkten auch die volle Umsetzbarkeit in Abschnitten.


    Beim zweiten 1. Preis, 1020 von Kister/Scheithauer/Gross werden das Zurücksetzen an der Wintergartenstraße sowie der vierte Baukörper an der Ringbebauung als überflüssig kritisiert. Die Ausformung der Baukörper und Fluchten zum Stadtraum sowie ebenfalls die Fassaden werden als nicht überzeugend genug krisitiert.


    Wenn ich das Ergebnisprotokoll richtig verstehe, werden jetzt die beiden Arbeiten anhand der Kritikpunkte detaillierter ausgearbeitet und die überarbeiteten Entwürfe dann auf der Expo Real präsentiert.

  • Die glasüberdachte Passage gefällt mir. Eine moderne Reminiszenz an die Leipziger Passagentradition. Der großzügige Eingang in der Querstraße ist vielleicht schon eine Spur zu viel. Mit der interessanten Dachlösung kann ich ehrlich gesagt im Moment nicht viel anfangen. In diesem Zusammenhang wäre die Begründung des Architekturbüros interessant zu erfahren. Die Fassadengestaltung bleibt deutlich hinter den Erwartungen von RKW zurück, aber vermutlich nur deswegen, weil dies im Wettbewerb nicht gefordert war. Unschön allerdings, dass die Schützenstraße städtebaulich unangetastet bleibt und allein deshalb hat dieser Entwurf wohl auch zurecht keinen Preis gewonnen.

  • ^ Ich finde dagegen gerade die überdachte Glaspassage ein wenig zu EKZ-mäßig ;) Für die Schützenstraße ist in diesem Entwurf eine Umgestaltung als "Shared Space"-Gebiet vorgesehen gewesen, was auch ausdrücklich gelobt wurde - deswegen sicherlich keine bauliche Abgrenzung, der Platz wird theoretisch einfach bis zu den schönen Siemens-Gründerzeitfassaden erweitert - ob er dann schon wieder zu groß ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.


    Gelobt wurde vom Preisgericht, dass an der Querstraße auf den Rücksprung der gegenüberliegenden Bebauung sowie die Straßenbahnhaltestelle Wintergartenstraße reagiert wurde, ferner die Kopfsituation zum Ring sowie das thematische Durchziehen des Themas "Wintergarten" (mittiges Atrium als "grünes Herz", Dachbegrünung, innenliegende Gartenräume).


    Kritisiert wird der private Raum (die Passage), die zu schematische Platzgestaltung sowie (indirekt) die Tatsache, dass das Ganze nur in einem Schritt gebaut werden kann, statt in Abschnitten.

  • ^ Ein Hoch auf einfache Wahrheiten. Es wurde doch betont, dass es sich um einen städtebaulichen Wettbewerb handelt, bei dem die Fassade irrelevant und damit als Platzhalter zu verstehen ist. Was hast du denn beispielsweise gegen die Verteilung der Bauvolumen einzuwenden, was genau sagt dir nicht zu? Und welchen der Entwürfe hättest du denn städtebaulich bevorzugt?

  • @ leipziger: Ich verstehe den Einwand nicht. RKW sind doch gar nicht prämiert fürs Wintergarten-Areal. Und ist für dich außerdem nicht jeder moderne Entwurf nur ein "weiteres Ding von der Stange"? Mir scheint, dass sich eher über diese jeden Zweifel erhabene Aussage nicht weiter lohnt zu beschäftigen.

  • TELEKOM-CENTER LEIPZIG


    Dank des Hinweises von Ranger aus "Leipziger Kaffeeklatsch II, #202" > der rohbau des neuen telekomzentrums nähe hbf ist kurz vor der fertigstellung. < zog es mich heute an die Ostseite des Hauptbahnhofs.



    An der Sachsenseite. So sieht's jetzt aus...



    ...und so soll's aussehen.



    Ostbau des neuen Telekom-Centers Leipzig.




    Der Ostbau an der Sachsenseite Ecke Brandenburger Straße.



    Der Westbau an der Sachsenseite, links (nicht im Bild) der Hauptbahnhof.



    Blick auf das im baubefindliche Telekom-Center Leipzig.


    Die Entwürfe zum neuen T-Center im Beitrag #126.

  • Auch wenn ich es an der Stelle nicht so schlimm finde, ist es irgendwie trotzdem erstaunlich, dass man mit "sowas" Architekturwettbewerbe gewinnen kann.

  • Naja, da hat man halt die Aufgabe am besten erfüllt, die da in etwa lautete: Bau uns möglichst schnell und billig ein Bürogebäude/Call Center, das seine Funktion schon von außen erkennen läßt und sich ansonsten am besten wegkuckt. Und das ist doch ganz ausgezeichnet gelungen. :lach: