"Forum an der Museumsinsel" (Freiberger Holding)

  • Naja, ganz so in den Himmel loben möchte ich den Mann nicht, schließlich hat er uns auch das jetzige Neue Museum eingebrockt (man ahnt, ich mag es so nich^^). Das Gebäude gefällt mir aber gut und bestätigt den positiven Eindruck den ich aus den Visualisierungen gewonnen habe.

  • tut sich da noch was?

    Bei meinem letzten Besuch im November sah man neben dem Neubauprojekt wenig Aktivitäten. Das ganze Projekt umfasst ja die Sanierung sämtlicher Gebäude. Irgendwo habe ich gelesen, dass das ganze 2014 fertig werden soll. Das wird aus meiner Sicht sehr knapp. Schließlich sollen 300 Mio investiert werden. Das ist ja schon eine gewaltige Summe. und wenn ich mir die Gebäude angucke, wahrscheinlich auch nötig. Nach Baumaßnahmen in dieser Höhe sieht es aber nicht aus. Außerdem finde ich es komisch, dass im Netz nur Pseudopläne in form von "Aquarellen" kursieren.
    Wird das was oder ist das eher eine Luftnuimmer. Großangekündigt wurde es ja zumindest.

  • Ein paar Bilder vom letzten Freitag:


    Äußerlich hat sich seit dem letzten Update nicht viel getan. Auch sonst war nicht viel Aktivität auf dem Areal zu verorten:








    Auch im Innenhof war nicht viel los:


  • Kam dort heute vorbei, es tut sich weiterhin nichts. Festgestellt werden muss wohl, dass dem Aufstellen großformatiger Bauschilder bisher - abgesehen vom lobenswerten Chipperfield-Bau - praktisch keinerlei Taten gefolgt sind. Ich frage mich, wie das Gesamtprojekt gemäß Zeitplan bis 2014 fertiggestellt werden soll. Ich habe mich im Stillen gefragt, ob Freiberger nicht vielleicht zwischenzeitlich das Geld ausgegangen ist. Hoffen wir das Beste!

  • Gesamtprojekt bis 2014 fertig? Vergesst es!

    ^ Es sieht wirklich sehr nach Stillstand aus. Ich habe heute mal etwas genauer geschaut, ob und wo gearbeitet wird. Der gesamte Bereich Ziegelstraße bis Oranienburger Straße sieht aus wir seit geraumer Zeit, da tut sich absolut gar nichts - alles im Dämmerzustand wie auf Batos Fotos in #105.


    Beim Chipperfield-Neubau an der Ecke Spree/Tucholksystraße sind wenigstens Minimal-Fortschritte sichtbar. Es wurden inzwischen Fenster eingesetzt. Aus dem Gebäude hörte man vereinzelt ein zaghaftes Hämmern, Arbeiter oder Arbeiten waren aber nicht zu sehen (heute gegen 16 Uhr):





    Vor dem seit ewiger Zeit eingerüsteten Altbau mit dem markanten Turm an der Tucholksystraße stand heute ein kleiner mobiler Kran, ein einzelner Arbeiter hat damit irgendwas aufs Dach befördert.




    Entlang der Spree sind weiterhin einige Pavillons eingerüstet, irgendwelche Arbeiten bzw. Aktivitäten konnte ich nicht erkennen:





    Gleiches gilt für den Hofbereich, in den eine Zufahrt von der Ecke Monbijoustraße/Spreeufer führt. Es standen zwar zwei Kleintransporter rum, aber niemand war zu sehen oder hören. keine Ahnung, was da los ist bzw. nicht los ist... da wird anscheinend auf absouter Sparflamme gekocht:



  • Im Mai hatte ich der Freiberger Projektentwicklung mal eine Anfrage zukommen lassen. Obwohl ich die Frage sehr konkret formuliert hatte, wurde um den heißen Brei herum geredet und mit einer Gegenfrage geantwortet. Als ich dann ganz plump nachgefragt habe, ob das Projekt möglicherweise schon tot sei, kam folgende knappe Aussage.


    Zitat

    (...) selbstverständlich wird das Bauprojekt „Forum Museumsinsel“ weitergeführt. Aber wie so oft dauern die Planungen bei einem derartig großen Projekt manchmal etwas länger als gedacht. Gut Ding will eben Weile haben. (...)

  • Eine der schönsten Uferpromenaden Berlins soll angeblich für ein paar 10.000 Euro privatisiert werden, weil sich die Stadt in ihrer "Finanznot" (Berlin hat im ersten Halbjahr 2013 einen Überschuss erwirtschaftet) eine angemessene Reinigung der 150 Meter nicht leisten kann und sich das Land "keine Blöße geben soll" (Baustadtrat Carsten Spallek, CDU). Dafür hätte der Käufer, Ernst Freiberger, Hausrecht, was das Recht einschließt, "den Zutritt nur zu bestimmten Zwecken zu erlauben und die Einhaltung dieser Zwecke mittels eines Hausverbots durchzusetzen" (Wikipedia).


    http://www.berliner-zeitung.de…er,10809310,24144410.html


    [Hoffe, es passt hierher.]


    Ne, war falsch. Hier passt es thematisch besser hin.
    Bato

    3 Mal editiert, zuletzt von ElleDeBE () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Also ähnlich der Situation am Litfaß-Platz? Finde ich persönlich nicht besonders schlimm, gerade auch weil Freiberger die Pflege des Uferabschnitts übernimmt und garantiert hochwertiger sein wird, als durch die öffentlich Hand.

  • Man kann prinzipiell skeptisch sein, wenn öffentliche Wege (speziell in attraktiver Lage) privatisiert werden.


    Allerdings musste ich sofort an das Bolle-Areal in Moabit zwischen Moabiter und Lessingbrücke denken, das in dem Artikel ja auch angesprochen wird. Dort komme ich i. d. R. mehrmals wöchentlich vorbei, eine Einschränkung oder sonstige sichtbare Beeinträchtigung habe ich noch nie erlebt. Es gibt einen Engpass vor dem Albion-Hotel, wo die Uferpromenade sehr schmal ist und zudem im Sommer Tische aufgestellt werden, aber damit kann man leben. Einziges Problem ist, dass dort gelegentlich mal Reisebusse stehen, die Gäste am Hotel abliefern und dann kommt man kaum vorbei. Dafür ist die Promenade tatsächlich immer in Top-Zustand, angenehm gestaltet und friedlich.


    Also viele Vorteile. Dennoch sollte eine Privatisierung des öffentlichen Raumes auf Ausnahmen beschränkt sein. Die Zugänglichkeit rund um die Uhr für die Öffentlichkeit muss garantiert werden.

  • Ich dagegen finde es hochproblematisch. Das beginnt mit der Begründung. In Zeiten boomender Touristenzahlen, fließender Grunderwerbsteuern, zurückgehender Arbeitslosenzahlen und einem Haushaltsplus zu behaupten, die Stadt sei nicht in der Lage, die Reinigung von 150 Metern zu gewährleisten und müsse für einige Zehntausend Euro (wenn das denn stimmen sollte) wertvollstes und sehr delikates (Uferweg) öffentliches Gut privatisieren, ist doch lachhaft. Wer hier nicht misstrauisch wird, der ist nicht zu retten.


    Wenn es Freisinger nur um die Top-Reinigung der 150 Meter ginge und der Öffentlichkeit sonst nichts verloren ginge, könnte er doch auch ohne Kauf für die Sonderreinigung sorgen. Ich bin kein Rechtsexperte, aber das mit dem Kauf einhergehende Hausrecht scheint mir nicht belanglos. Welche Rechte genau hätte er? Welche Einschränkungen von Rechten der Öffentlichkeit wären damit genau verbunden? Freisinger wird sich schon was dabei denken, wenn er die Promenade erwerben will.


    Ich stand dem gesamten Freisinger-Projekt bislang positiv gegenüber, aber solche Machenschaften finde ich etwas alarmierend. Und ich denke nicht, dass wir ruhig zugucken können, wie Politiker in intransparenter Weise und mit vollkommen fadenscheinigen Argumenten wertvolles öffentliches Eigentum verscherbeln und öffentliche Rechte einschränken.

  • ich habe mir das mal auf der Liegenschaftskarte angesehen


    wenn ich das richtig sehe reicht das Ufergrundstück wohl bis an die Gebäude und hat zum Teil sogar eine Tiefe von bis zu 22m, die Fläche ist insgesamt ca. 1700 m²


    wenn davon nur 150m * 3m Uferweg übrigbleiben wären das mit 450 m² ja schon erheblich weniger

  • ^ @ ElleDeBE: Er könnte dann wie an der Spree in Moabit oder an der Humboldtmühle sein Hausrecht ausüben und z. B. Straßenmusikern, Trinkern, Zettelverteilern, Bettlern, feiernden Jugendlichen usw. den Aufenthalt verweigern. Er könnte evt. kommerzielle Veranstaltungen nach eigenem Ermessen durchführen (siehe Sony-Center) oder genehmigen/untersagen.


    Er könnte so verhindern, dass es Siffereien wie am Alex gibt.


    Er hätte Ruhe, Sauberkeit, Ordnung und Frieden vor seinem Grundstück, was seinen Mieten gefallen dürfte.


    Vielleicht ist es nur letzteres, denn wie gesagt, in Moabit oder an der Humboldtmühle gibt es keine Probleme für Passanten.

  • ^ Aber der Weg war doch schon bisher nicht versifft! Das ist hier eine ganz andere Situation als im Alex. Auch habe ich dort nie (!) auch nur einen "Straßenmusiker, Trinker, Zettelverteiler, Bettler oder feiernden Jugendlichen" erlebt, und ich gehe häufig und regelmäßig vorbei. Und niemand kann mir einreden, dass die Stadt nicht auch in Zukunft in der Lage sein sollte, diesen Weg weiterhin angemessen zu reinigen.

    Es geht hier um einen wunderschönen, öffentlichen Uferweg, das ist etwas ganz anderes als Innenhöfe wie dem Sony-Center. Ich kann nicht erkennen, wie die Bürger der Stadt (mit Ausnahme von Freisinger selbst und im schlimmsten Fall andere am Deal Beteiligte) ein Interesse haben können, dass ein solcher Weg offenbar für eine lächerliche Summe und ohne jede öffentliche Diskussion privatisiert werden soll und öffentliche (also auch meine und deine) Rechte beschnitten werden sollen.

  • ^^ Amen ElleDeBE, das wird wohl das erste Mal werden, dass ich den verantwortlichen Politikern in meinem Bezirk Post zukommen lasse. An anderer Stelle widmen Investoren Uferflächen öffentlich und hier soll in allerbester Premiumlage eine öffentliche Grünfläche privatisiert werden? Vielleicht wäre das in herabgewirtschafteten B-Lagen (Bolle damals?) akzeptabel, aber doch nicht an dieser idyllischen Stelle gegenüber des Bodemuseums!

  • Ich würde mich nicht an der Besitzfrage abarbeiten, sondern an der Zugangsfrage (umgekehrt gibt es genügend Flächen in öffentlichem Besitz die nicht öffentlich zugänglich sind).


    Ich habe mal etwas recherchiert, soweit ich weiss sind Gesetzes- und Verfassungstexte des deutschen Staates "gemeinfrei" und können daher frei zitiert werden (Moderation?), in der Landesverfassung von Bayern heißt es nämlich in einem Paragraph unter anderem "Der Genuß der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang ist jedermann gestattet." sowie "Staat und Gemeinde sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Bergen, Seen, Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechts freizumachen sowie Wanderwege und Erholungsparks anzulegen."


    Das heißt dann in der Praxis offenbar dass die Eigentumsverhältnisse im Grunde gleichgültig sind und jeder Eigentümer, ob Privat oder Staat, für freien Zugang zu sorgen bzw. diesen zu tolerieren hat. Mit der Regelung wäre doch auch Berlin wesentlich mehr gedient, als diese ewigen Diskussionen über Gentrifizierung und so weiter. Mich wundert dass gerade im politisch links geprägten Berlin keiner einer so grundlegende Verfassungsregelung fordert die anderswo in Deutschland seit Jahrzehnten bewährt ist und funktioniert (sie verstößt also offensichtlich auch nicht gegen das Recht auf Privateigentum). Mehr noch, wenn dieses grundlegende Recht klar definiert ist finde ich solche "Privatisierungen" sogar begrüßenswert, denn Eigentümer von anliegenden Immobilien haben ja ein ureigenes Interesse dass die Umgebung ihrer Immobilie besonders gepflegt und gut in Schuss ist - für eine Behörde ist es im Zweifel nur ein Stück öffentlicher Raum unter vielen. Wenn Privatbesitzer Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen, die Allgemeinheit dabei auch finanziell entlasten, aber wie erwähnt der allgemeine Zugang ebenso gewährleistet ist.. dann sehe ich darin nur Vorteile.

    (PS: ich habe die Antwort selbst gefunden, der oben zitierte Gesetzestext ist nicht urheberrechtlich geschützt, wie §5 UrhG sagt "Gesetze, Verordnungen, amtliche Erlasse und Bekanntmachungen sowie Entscheidungen und amtlich verfaßte Leitsätze zu Entscheidungen genießen keinen urheberrechtlichen Schutz.")