Potsdam: Wiederaufbau Stadtschloss

  • Attikafiguren kehren zurück

    Am Dienstag werden die ersten beiden Attikafiguren "Herkules" und "Jüngling" auf den nordwestlichen Kopfbau zurückkehren. Sie wurden 1751 vom Bildhauer Johann Gottlieb Heymüller geschaffen und jetzt für 25.500 bzw. 10.200 Euro restauriert. Von den ursprünglich 76 Figuren des Stadtschlosses sind 18 teilweise und 17 vollständig erhalten. Mehrere stehen heute auf der Attika des Hauptgebäudes der HU Berlin.


    http://www.landtag.brandenburg…ck/750446?_referer=396519
    http://www.maz-online.de/Lokal…aufs-Stadtschloss-zurueck
    http://www.pnn.de/potsdam/1069824/

    Einmal editiert, zuletzt von Architektator () aus folgendem Grund: Korrektur

  • Fotos von den Ringerkolonnaden

    Habe das gute Wetter und den frühen Feierabend genutzt, ein paar Bilder von den Ringerkolonnaden aufzunehmen. Man sieht ihnen die an, dass sie viel Zeit auf dem Buckel haben und dass Feuer an ihnen geleckt hat, aber sie geben ein würdiges Bild ab.






    © Die Rechte an den Bildern liegen bei mir.

  • Berlin will Attikafiguren nicht zurückgeben

    Berlin weigert sich weiterhin, die ursprünglich zum Stadtschloss gehörenden und heute auf der Humboldt-Universität stehenden Attikafiguren an Potsdam zurückzugeben. Diese Haltung sorgt für Kritik von Fachleuten, da die Attikafiguren ein wichtiger Bestandteil des Potsdamer Stadtschlosses sind und ihre Rückgabe laut der Charta von Venedig hohe Priorität hat.


    http://www.pnn.de/potsdam/1128000/
    http://www.maz-online.de/Lokal…-Figuren-unwahrscheinlich

  • Diese Haltung sorgt für Kritik von Fachleuten, da die Attikafiguren ein wichtiger Bestandteil des Potsdamer Stadtschlosses sind und ihre Rückgabe laut der Charta von Venedig hohe Priorität hat.


    Also die meisten im Artikel zitierten Fachleute forderten den Verbleib der Skulpturen in Berlin. Die Charta von Venedig betrifft Baudenkmale keine Rekonstrutionen. Es sind ja keine Objekte vom ursprünglichen Bau getrennt, denn in der Denkmalpflege gilt immer nur Originalsubstanz als Original.


    Soll man doch bitte die Skulpturen stehen lassen, wo sie sind, dort haben sie einen gewachsenen Kontekt.

  • Der Kontext ist der gleiche, wie vor 50 Jahren, gleich null. Gewachsen ist da gar nix. Die Statuen sind für dieses Gebäude nicht geschaffen worden. Heute mag man das als Laie kaum nachvollziehen aber seinerzeit war die "Kunst am Bau" genau auf das zu zierende Gebäude und andere Schmuckelemente abgestimmt. Das ist ungefähr so, als hätte man in Dresden nach der Zerstörung des Zwingers Putten von dort nach Pillnitz oder Moritzburg geschafft.


    Die ganze Haltung der Berliner in dieser Debatte ist mir höchst suspekt. Würde es sich hier um geraubte Kunstwerke von einem gesprengten und wiederaufgebauten Warschauer Schloss handeln, deren Rückgabe die Polen fordern, stünde es völlig außer Frage, diese zu restituieren. Überhaupt scheinen mir die ganzen Begründungen überhaupt nicht kunsthistorisch begründet, sondern allein zeitgeschichtlich. Es sei eben eine nette Episode der jüngeren Vergangenheit, dass die Figuren auf das Dach der Universität gelangt sind. Das solle man nicht zerstören. Eine völlig armselige Argumentation, mit der man so ziemlich jede Verunstaltung des öffentlichen Raumes aus DDR Zeiten für sakrosankt erklären könnte.
    Die sechs Figuren des Mittelrisalites sind Rekonstruktionen aus den frühen 50ern. Nichts liegt näher, als den Potsdamern endlich ihre Figuren zurückzugeben und das Figurenprogramm auf dem Dach des Berliner Palais im Gegenzug vollständig zu rekonstruieren.

    Einmal editiert, zuletzt von Saxonia ()

  • Die ganze Haltung der Berliner in dieser Debatte ist mir höchst suspekt. Würde es sich hier um geraubte Kunstwerke von einem gesprengten und wiederaufgebauten Warschauer Schloss handeln, deren Rückgabe die Polen fordern, stünde es völlig außer Frage, diese zu restituieren.


    Der unterschiedliche Kontext ist nicht klar?


    Das alles auf penibelste auf den zu schmückenden Bau abgestimmt gewesen wäre ist nicht haltbar. Wie ja selbst die Stiftung Preussischer Kulturbesitz einräumt, ist bei vielen Plastiken uns Skulpturen nicht klar, wo ihr bauzeitlicher Standort war, da sie öfters mal verschoben wurden.


    Würde man deine Forderung mal etwas weiter denken, und zwar genau um 350m weiter denken, dann können wir die Museumsinsel leerräumen, denn nichts was dort ausgestellt wird, wurde für die Gebäude dort geschaffen.

  • Das ist doch ein lächerlicher Vergleich! Ja, der Altar oder das Ischtar-Tor wurden nicht für das Museum geschaffen. Aber ihre ursprünglichen Standorte - Pergamon und Babylon - existieren nicht mehr. Ebenso die Villa Kamecke an der Spree, deren Attikafiguren im Bode-Museum stehen. Die Gemälde in der ANG sind wohl kaum als Beispiel für das Thema heranzuziehen.


    Das Schloss jedoch steht wieder an seinem hist. Standort. Nicht das Material, aus dem es vor 300 Jahren errichtet wurde, macht es "echt", sondern die Pläne Knobelsdorffs, nach denen es - damals wie heute - errichtet wurde. Soviel Respekt sollte man ihm gegenüber haben, nachdem man schon an anderen Ecken des Gebäudes gespart hat. Das Verhalten den Zuständigen ist einfach nur kindisch.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ben ()

  • Neue Runde im Streit um Attikafiguren

    Im Streit um die acht Attikafiguren, die ursprünglich auf dem Potsdamer Stadtschloss standen und heute auf der Berliner Humboldt-Universität stehen, wurde jetzt eine neue Runde eröffnet: Die Fraktion Bürgerbündnis/FDP soll herausgefunden haben, dass die Attikafiguren tatsächlich der Stadtverwaltung gehören, und nicht wie bisher bekannt der Schlösserstiftung. Sie fordert die Stadtverwaltung nun auf, ihr Eigentumsrecht geltend zu machen und die Attikafiguren zurück nach Potsdam zu holen. Doch dort und bei der Schlösserstiftung sieht man alles ganz anders.


    http://www.pnn.de/potsdam/1172125/

  • Fahnentreppe erhält alte Gestalt zurück


    Lange nichts passiert hier. Nun ein kleines Update: Die (ins Nichts führende) Fahnentreppe (oder Engeltreppe) am Westflügel des Landtags nimmt Gestalt an. Das zweckmäßige Behelfsgeländer wurde schon vor Monaten entfernt, nun haben die güldenen Kinderchen ihren Platz gefunden und warten auf das Prunk-Geländer, das sie halten sollen. Schnappschuss von heute, leider nur mit Telefon:


    5O3L2M.jpg


    Bin gespannt, wie das Ganze aussieht, wenn es fertig ist. Finde die Putten, so grell wie sie sind, im Vergleich zur recht schlichten Fassade fast ein bisschen zuviel. Außerdem frage ich mich, wie lange sie so glänzend bleiben. An ihrem exponierten Standort wirken sie auf manchen Edding- oder Sprüdosen-Besitzer sicher wie eine Einladung...


    © Die Bildrechte liegen bei mir.

  • ^ Niedlich. 🙂

    Vermutlich werden sie mit der Zeit etwas matter und dunkler werden und auch wegen Graffiti / Schmierereien würde ich mir nicht so große Sorgen machen, an der Fassade ist ja m. W. bisher auch nichts getaggt worden.

  • ... fällt sowas in unserer ach so modernen aufgeschlossenen Zeit nicht unter Kinderpornografie? ich meine nur... grenzwertig.8|

  • Das ist sogar mir too much. Nur weil etwas alt ist, ist es nicht automatisch auch schön und ästhetisch. Diese goldenen Dickerchen sind wirklich arg an meiner persönlichen Geschmacksgrenze vorbei.

  • Die Putten stehen derzeit recht isoliert da mit der friederizianischen Balustrade wird das sicher noch einmal anders aussehen und die Vergoldung dürfte sich eh etwas mattieren mit der Zeit.

    Ich finde es eigentlich ganz interessant, dass mit der Wiedererrichtung dieser Treppe die einst in die Kgl. Privatwohnung Friedrichs II. führte und auf Entwürfen von ihm beruhend entstand, auch diese Geschichte am Bau erzählt wird.


    Die Treppe galt bis zum Abriss der Schlossruine als unversehrt und verstreute sich zerlegt, erst nach Abriss in alle Winde - trotzdem konnten eine ganze Reihe von Spolien zum Teil in privater Hand wiedergefunden werden, wurden restauriert und wiederverbaut.


    Da die Stufen faktisch nun nicht mehr ins Gebäude hineinführen dürfen, können- begrenzt sich der Wert mehr noch aufs rein historische und künstlerische - da Kunst vorgeblich sowieso keinem praktischem Zweck verpflichtet ist, scheint mir das auch völlig in Ordnung.


    Mir ist allemal lieber man überführt die Anlage wieder in ihren zugedachten Kontext in den öffentlichen Raum, als modere sie wieder weitestgehend in irgendwelchen Depots oder maximal steril und jedem gedachten Rahmen entzogen auf einem Postament im Museum.


    Tut mir leid den Verweis auf Kinderpornografie finde ich maximal Geschmacklos - ich kann mir aber durchaus vorstellen das derartige Assoziationen zu solch historischer Baukünstlerischer Ausstattung schon manchem hysterischen Bilderstürmer aus der Fraktion Zucht und Ordnung in dieser vorauseilend, restriktiven und schulmeisterlichen Zeit aufs Tablett gekommen sind - Savonarola lässt grüßen.

    Einmal editiert, zuletzt von Endell ()

  • Das sind doch ganz harmlose Putten. Nichts daran ist sexualisiert gemeint. Sie sind zwei kleine Boten von Amor, kommen selbst aber nie in einem sexuellen Kontext vor. Darüberhinaus finden die sich in jedem zweiten Bild und in jeder zweiten Kirche des Barock. Wenn wir sowas obszönisieren, sagt das eher etwas über uns aus. Ich fand's immer cool, dass in Europa anders als in den USA Nacktheit per se erstmal als etwas Natürliches bzw. "Unschuldiges" gilt. Ein Ein Bildersturm in der Kunstgeschichte wäre für mich eine Kathastrophe, denn dann muss irgendwann auch jede Brust und jede Arschbacke bedeckt werden. Und das auch noch im liberalen Berlin-Brandenburg... ;)

  • Wie alles Neue etwas gewöhnungsbedürftig. Der krasse Glanz wird mit der Zeit verschwinden. Der sonst einheitliche durchbossierte Sockel bekommt so etwas verspielte Abwechslung. Wieso hat man aber nicht gewartet, bis auch das Geländert fertig ist? Ihre Körperhaltung wirkt so doch etwas sonderbar, auch wenn diese nicht mit dem Geländer zusammenhängt.


    Alle möglichen Parks und hist. Gebäude sind voller Putten. Stört doch auch keinen.

  • ich meine nur, bei arte wird inzwischen jedes Kind, das angezogen durchs Bild läuft verpixelt und hier ...

    Wenns schon keine richtige Treppe mehr sein kann dann könnte man doch ne treffliche Brunnenanlage draus machen. So à la Maeneken Piss hoch zehn...

    aber ich sehe schon, der Humor ist mittlerweile echt auf der Strecke geblieben.