Zollhafen - neues Stadtquartier in Bau

  • Bei der Suche nach interessanter Architektur im Zollhafen kann man an den Neubauten entlang der Rheinallee schnell vorbeigehen, ohne ein Foto zu machen. Trotz hochwertiger Klinkerfassaden wirkt die Aneinanderreihung von ähnlich wirkenden Häusern in einer Reihe mit über 800 Metern Länge sehr monoton. An der Rheinallee gibt es in diesem Bereich keine Balkone oder andere stilistische Auflockerungen, man steht vor einer riesigen, unattraktiven Wand. Die Ansicht von der Hafenseite her ist besser, reißt den Betrachter aber auch nicht vom Hocker.


    Aber zum Glück gibt es im Zollhafen auch richtige architektonische Hingucker. Das DOXX ist ein Beispiel dafür. Die Anlage scheint weitgehend fertiggestellt zu sein, heute zogen mehrere Parteien in ihre Wohnungen ein. Auf zahlreichen Balkonen sind schon Utensilien zu erkennen.


    Eines meiner Lieblings-Wohnprojekte in Mainz:


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    In die Erdgeschossbereiche mit den großen Glasflächen ziehen vermutlich Geschäfte ein.


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    Der große Innenhof:


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    Bei meiner heutigen Stadtwanderung ist mir außerdem ein Parkhaus aufgefallen, was eigentlich primitiv gestaltet ist, aber durch die Farbgebung doch nicht ganz so hässlich aussieht. Aber "schön" geht anders. Rechts daneben steht ein Hotel mit dem ausgefallenen Namen "Super 8" und einer ebenso ausgefallenen Inneneinrichtung.


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    Fotos: Beggi

  • Nachdem Beggi^ so schön das DOXX in Szene gesetzt hat, verzichte ich heute auf Fotos desselben, da es nicht wirklich viel hinzuzufügen gibt. Dort scheint außen herum am Wasser bereits fertig gepflastert zu sein. Bauzäune schützen dort noch vor dem Absturz, das wird aber hoffentlich bald fertig gemacht. Zur Stadt hin sind letzte Bodenarbeiten im Gange und am Gebäude fehlen weiterhin ein paar letzte Ecken der goldenen Verkleidung. Einfach schön und kitschig ;-) wie sagt man: Der Kitsch von heute ist die Kunst von morgen.


    Jetzt ein paar Updates an der Rheinallee entlang:

    Das Hotel bei Rheinallee I wird gedämmt (hier an der Kunsthalle). Bei dem schwebenden Übergang zum Wohngebäude ist wenig passiert.


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    Das Wohngebäude ist an der Straßenseite recht weit gedämmt und verklinkert. Tja. Ich hatte mehr erwartet. Der Klinker im unteren Bereich ist eher schwarz als rot. Auch da waren meine Erwartungen größer. Schade.


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    Bei Sahle werden verschiedenen Gebäudeteile unterschiedlich verklinkert. Ein Hauch von Lebendigkeit. Traurig, wie wenig architektonischer Anspruch mich schon zufriedenstellt.


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    Hafeninsel drei von trei (ohoh, was für ein dämliches Wortspiel...) wird langsam auch ausgebuddelt.


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    Bei Hafeninsel IV steht ein Kran und die Grube wirkt fertig.


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    Jetzt mal wieder ein Blick Richtung Gärten an der Zwischengracht von Insel V und ein Blick auf die Wand in der Gracht zwischen Inseln V und IV.


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    Bei Insel V ist der Klinker am Büroteil jetzt auch fast fertig.


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    *** alle Fotos von mir ***

  • Planung Baufelder Hafeninsel I sowie Marina A und B

    Weitere Architektenwettbewerbe, ausgelobt von der LBBW Immobilien-Gruppe, wurden kürzlich entschieden. Dazu folgende Pressemitteilung:


    Die Architektenwettbewerbe der Projekte Hafeninsel I sowie Marina A und B im Mainzer Zollhafen sind entschieden. Im Projekt Marina überzeugten die Siegerentwürfe von KSP Engel, Frankfurt Main (Marina A), sowie Rapp+Rapp, Amsterdam (Marina B). Der Siegerentwurf im Projekt Hafeninsel I stammt von zanderrotharchitekten, Berlin.

    Die LBBW Immobilien-Gruppe hatte die Baufelder Hafeninsel I und Marina nach einem mehrstufigen Bieterprozess Ende des vergangenen Jahres erworben. Auf den Grundstücken in unmittelbarer Nähe des Yachthafens sind insgesamt rund 14.000 Quadratmeter BGF für Wohnen und Gewerbe sowie Gastronomie realisierbar. Im Mainzer Zollhafen entsteht aktuell ein Stadtquartier der Zukunft mit einer urbanen Mischung aus individuellen Stadthäusern, Eigentumswohnungen und modernen Büroimmobilien. 2.500 Einwohner und 4.000 neue Arbeitsplätze sollen hier angesiedelt werden. Ein vielseitiges Gastronomieangebot und einladende Shoppingmöglichkeiten werden das Angebot am Hafen abrunden.

    Hafeninsel I und Marina A und B bilden dabei den Abschluss der Bebauung an den Grachten. Das Preisgericht zum Projekt Hafeninsel I tagte unter dem Vorsitz von Architekt Wolfgang Riehle, Stuttgart. Die einstimmige Entscheidung zugunsten des Entwurfs von zanderrotharchitekten, Berlin, begründete die Jury dabei mit der Bewertung als konzeptionell, typologisch und funktional besonders gelungenem Beitrag zum Wettbewerb. Der Entwurf ist als strukturell klassischer Wohnungsbau angelegt, in dem die Einheiten über vier Treppenräume als Vier- bis Fünf-Spänner erschlossen werden. Sehr positiv wurde herausgestellt, dass in diesem Entwurf alle Wohnungen Bezug zum Wasser haben. Das gewählte Erschließungskonzept führt zu einer großen Vielfalt gut nutzbarer Wohnungstypen mit einer hohen Flexibilität in der Grundrissgestaltung, z. B. durch deren Schaltbarkeit. Die Fassaden des Gebäudes wurden in ihrem grundsätzlichen Ausdruck und in ihrer Qualität von der Jury ebenfalls sehr positiv bewertet. Sie begrüßte die Verwendung einer lokal typischen Materialität, ebenso wie die Vorschläge für Fassadenbegrünungen in den Hofbereichen.

    Zum Konkurrenzverfahren Marina A und B hatte die Fachjury ebenfalls in Mainz getagt. Das Büro KSP Engel, Frankfurt/Main, gewann mit seinem Entwurf für das Projekt Marina A. Die Jury überzeugte hierbei insbesondere die außergewöhnliche formale Gestaltung. Das Erdgeschoss weist allseitige Qualitäten zum öffentlichen Raum auf, in den Obergeschossen finden sich attraktive und hochwertige Wohnungen. Sehr begrüßt wurde die Bildung eines klaren Kontrasts zwischen Marina A und B.

    Der siegreiche Entwurf im Projekt Marina B stammt von Rapp+Rapp, Amsterdam. Hier soll ein Bürogebäude mit Loftcharakter und einer klaren strukturellen Ordnung entstehen. Das Fassadenmaterial besteht über alle Geschosse hinweg aus hochwertigen Betonfertigteilen, die eine feine plastische Durcharbeitung erfahren. Das umlaufende strenge Fassadenraster mit dem angemessenen Anteil an Fensterflächen wird zum Baseler Platz hin durch den doppelgeschossig überhöhten Eingangsbereich des Gebäudes unterbrochen, der sich auch auf der nordwestlichen, der Hafeninsel I zugewandten Seite, ausprägt.


    Projekt Hafeninsel I von zanderrotharchitekten, Berlin:


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    Bild: Zanderrotharchitekten


    Entwurf Marina A, KSP Engel, Frankfurt am Main:


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    Zu diesem Entwurf liegt auch eine Presseinformation der Architekten vor. Einen Baufeldplan gibt es hier.


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    Bilder: KSP Engel


    Projekt Marina B von Rapp+Rapp, Amsterdam:


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    Bild: Rapp+Rapp

  • Danke Schmittchen für die Wettbewerbsergebnisse!


    Ich spiele hier gleich mal den Knodderer (auf standarddeutsch: Nörgler):


    Der Entwurf für Hafeninsel I ist langweilig. Lokal typische Materialität erkenne ich nicht. Bezüge zu Mainzer Architektur oder Fassadengestaltung? Wirklich nicht. Komische Bewertung der Jury.

    Kann höchstens sein, dass der im Hafen bereits verwendete helle Klinker die lokal typische Materialität sein soll.


    Der Büroriegel von Rapp+Rapp wirkt banal. Ein bisschen aufgelockert durch die Glasflächen. Fertigbetonelemente mit leichter Strukturierung. Naja, warten wir es ab. Vielleicht werde ich positiv überrascht. Da hätte ich den dunklen Büroriegel von KSP Engel aufgrund der starken Kontraste interessanter gefunden.


    Marina A gefällt mir gut. Glänzende Fassadenelemente, teils leicht wirkende Strukturen, die auskragenden geschwungenen Balkone... Das kann ein schönes Bild geben.


    Damit stirbt bei mir nun endgültig die Hoffnung auf besondere Architektur an den Grachten. Insgesamt von Insel V bis Insel I grobe große Klötze ohne raffinierte Fassadengestaltung. Das ist mir an diesem tollen Ort zwischen Grachten und Hafenbecken zu wenig.