Leipzig: Umgang mit Bauerbe

  • Das wäre klasse. Man kann hier m.M.n. schon mit einer einfachen Sanierung zufrieden sein, weil das Haus für mich fast eher ein Abrisskandidat war. Fein denkmalgerecht wäre aber natürlich trotzdem das i-Tüpfelchen.

  • ^^ öhm, da muss ich wohl besoffen gewesen sein und muss mich korrigieren - die Zweinaundorfer Straße 61 ist leider immer noch Ruine (huuuuuuust), bei der Hausnummer 63 (Eckgebäude) werden gerade die letzten Arbeiten durchgeführt:


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    Dafür wird eine Straßenecke weiter die Herrnhuter Straße 1 gerettet…


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    …, die vielleicht irgendwann mal genauso dolle daher kommt wie die Nr. 2 gegenüber:


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    ©555Farang maps

  • ^ Wenn man bedenkt, wie lange die Zweinaundorfer Straße 63 auf dem Markt war, finde ich das Ergebnis zwar etwas minimalistisch, aber ok. Zwei Läden erhalten, Putz ausgebessert, Farbe drauf und neue Fenster eingebaut - das war es wohl fassadenseitig. Nichts weggenommen, nichts hinzugefügt. Mit Holzfenstern wäre es allerdings noch besser gewesen.

  • ^ Geliefert wie bestellt.

    Die angesprochenen Gebäude sind zum einen...


    die Karl-Liebknecht-Straße 125

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    ...sowie die Karl-Liebknecht-Straße 135 (alte Aufnahme)

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    Etwas enttäuscht ob der Ausbeute war ich dann doch, so dass ich mich entschloss noch ein bisschen die SüVo unsicher zu machen.


    Die Kochstraße 42 wurde gerade abgerüstet. Tippe auf Fassadenauffrischung.

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    Bei der Alfred-Kästner-Straße 34 steht die Kur dagegen wohl noch an.

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    Kochstraße 28 - hier schien es als würde irgendeine Baumaßnahme gerade dem Ende entgegengehen.

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    Weiter Richtung Zentrum-Süd. Die Münzgasse 28 ziert offensichtlich ein Gerüst.

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    Bonusimpression vom Münzplatz.

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    Ok, einen hab ich noch...


    Für das ultimative Schmankerl dieses posts begeben wir uns zurück in die Südvorstadt.


    Eigentlich wollte ich urspr. nur ein Foto vom Haus straight ahead (August-Bebel-Straße 46) schießen bis mir linker Hand das Gerüst auffiel...

    (Kenner ahnen schon um welchen Schatz es sich handelt).

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    Scharnhorststraße 2 / August-Bebel-Straße 55

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    Eigene Bilder


    Das Doppelmietshaus wurde als eines der markantesten Leipziger Jugendstilwohnhäuser 1903 vom Architekten Georg Wünschmann errichtet, der sich im DG sein Atelier eingerichtet hatte. Im Flur befinden sich noch zwei erhaltene, dekorative Leinwandbilder (1914) von Bruno Héroux, der ab 1913 auch in diesem Haus wohnte. Im Wünschmann-Atelier quartierte sich 1976 außerdem der Künstler Frank Ruddigkeit ein.


    Da glücklicherweise gerade die Restauratorin vor Ort war habe ich diese auf eine mögliche anstehende Sanierung angesprochen. Laut Aussage wird bereits seit einem Jahr die restauratorische Analyse gemacht. Aufwendig sind dabei u.a. die unterschiedlichen Farbschichten (das Gebäude war urspr. von prägnanter Farbigkeit). Am Gebäude sollen die verschiedenen Zeitschichten sichtbar bleiben und keine cleane Totsanierung erfolgen. Alles in allem war mein Eindruck, dass es eine sehr aufwändige Geschichte ist und man sich in Geduld wird üben müssen bis das Endergebnis sichtbar wird.

  • Das sind ja tolle Neuigkeiten. Ich selbst habe einige Zeit in nächster Umgebung gewohnt und kenne das Gebäude recht gut. Neben der sorgfältigen, reflektierten Art der Restaurierung scheint das Ganze ja auch bestandsmieterfreundlich zu passieren (?). Meiner Erinnerung nach war die Mieterschaft generationenübergreifend und überwiegend künstlerisch/kulturell verankert. So dass auch in längerer Frist dieses Haus seiner Geschichte verbunden bleibt. Ich hatte immer befürchtet, dass es irgendwann mit dem großen Messer luxussaniert wird.

  • ^^


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    Da glücklicherweise gerade die Restauratorin vor Ort war habe ich diese auf eine mögliche anstehende Sanierung angesprochen. Laut Aussage wird bereits seit einem Jahr die restauratorische Analyse gemacht. Aufwendig sind dabei u.a. die unterschiedlichen Farbschichten (das Gebäude war urspr. von prägnanter Farbigkeit). Am Gebäude sollen die verschiedenen Zeitschichten sichtbar bleiben und keine cleane Totsanierung erfolgen.

    Interessant... ich hatte mich schon gewundert, dass nur ein Teil eingerüstet ist. Wobei ich den Hinweis zu den "Zeitschichten" nicht so ganz nachvollziehen kann. Was die Fassade betrifft, sollte doch in jedem Fall der Originalzustand so weit wie möglich wieder hergestellt werden und im Inneren war - soweit ich mich erinnere - auch keine irgendwie erhaltenswerte Umgestaltung zu erkennen. Machmal gibt es ja spätere Übermalungen, z.B. aus den 20er Jahren, die ihrerseits ebenfalls denkmalwürdig sind, aber das trifft hier wohl nicht zu...?


    Zur Fassade kenne ich nur diese Zeichnungen:


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    (Entwurf)


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    (annähernd ausgeführte Planung)


    Falls jemand alte Fotos hat, hier wäre Platz dafür. :love:


    Weißt Du, worauf sich die "prägnante Farbigkeit" genau bezieht, abgesehen von den erhaltenen Dekorelementen?


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    Torgauer Str. 14


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    Die Merseburger Str. 46 verfügt nun auch über ein Erdgeschoss...


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    ...die Beschriftung ist ja ganz hübsch, ansonsten bissel unpassend.



    ...zurück in die Südvorstadt:


    bereits seit längerer Zeit saniert, die Fichtestr. 16:


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    Vergleich zum Original:


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    größeres Bild


    Aus der Beschreibung zum Baudenkmal:

    "1889 errichtet, das oberste Geschoss wird durch ein Gurtgesims mit Blattwerkfries abgesetzt.

    Die 3 mittleren Achsen werden durch Fensterverdachungen mit Dreiecksgiebeln, Schlusssteinen

    und Stuckfeldern mit Blattornament betont."


    im Detail


    Im Verlauf der Sanierung sind leider einige der beschriebenen Elemente verschwunden...


    Bild aus den 90ern


    im Vergleich


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    erhaltene Dekoration


    Hat jemand 'ne Idee, warum man das so umgesetzt hat - die Kosten für Erhalt statt Beseitigung dürften doch überschaubar gewesen sein?



    Bonus, Scharnhorststraße Teil 2:


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  • Weißt Du, worauf sich die "prägnante Farbigkeit" genau bezieht, abgesehen von den erhaltenen Dekorelementen?

    Die Putzflächen in der Scharnhorststraße wurden in Ocker ausgeführt. Das Gespräch drehte sich hauptsächlich darum. Es gibt am Haus wohl (zumindest habe ich es so verstanden) verschiedene Schichten die aufwändig analysiert bzw. restauriert werden müssen. Auf meine Frage ob man die verschiedenen Zeitschichten sichtbar halten will wurde dies von Restauratorin ausdrücklich bejaht. Mehr kann ich momentan nicht dazu berichten. Wenn weitere Fragen bestehen kann man ja evtl. nochmal vor Ort nachfragen.

  • Nachdem die Sanierung im Inneren der Musikalischen Komödie (ehem. Haus Drei Linden) erfolgreich abgeschlossen wurde plant man nun die originalgetreue Rekonstruktion der acht fehlenden Fassaden-Skulpturen. Diese sind seit 1952 verschollen:


    https://freunde-musikalischekomoedie.de/aktuelles/


    https://www.lvz.de/Leipzig/Lok…Fassadenfiguren-nachbauen


    Momentaner Anblick aus Richtung Angerstraße:

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    Quelle: https://www.mdr.de/kultur/thea…wiedereroeffnung-102.html


    Gesellschaftshaus Drei Linden um 1920 mit sechs Figuren im griechischen Stil:

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    Der Gebäudekomplex Drei Linden um 1915 aus Richtung Frankfurter Straße. Hier erkennt man auch die zwei Figuren über dem Zugang zum Theatergarten:

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  • Georg-Schumann-Straße 16

    Die Georg-Schumann-Straße 16 ist aktuell teilweise eingerüstet.


    Vor einigen Tagen wurden bereits neue, denkmalgerechte Vertikalfenster im 1. OG eingesetzt. Wie herrlich wäre hier eine denkmalgerechte Sanierung des gesamten Hauses samt Rekonstruktion längst verlorener Elemente...


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    Tja, was machen wir jetzt hier draus bei diesem Problemkandidaten... Das Gerüst ist jedenfalls wieder weg. Der Erker hatte oben drauf so eine Art balkonähnlichen Aufsatz, u.a. mit Satellitenschüsseln. Das ist auch weg. Auch der untere Abschluss des Erkers wurde etwas erneut. Am Dach finden ab und an Arbeiten statt, wie das eine Bild leicht andeutet. Im 1. und 2. OG sind teilweise neue, schöne Fenster verbaut worden, und es fanden mitunter auch sichtbar innen Arbeiten statt. Wenigstens eine Wohnung ist noch bewohnt. Doch kann ich nicht absehen, in welche Richtung das hier läuft.


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    Die Qualität ist jetzt nicht berauschend, aber man erkennt, dass am Dach was passiert.


    Deutlich anders hingegen das Projekt "Kleisthof" der VLW. Das Einrüsten der Häuser im ersten Bauabschnitt (Kleiststraße) beginnt, während die Arbeiten an der Tiefgarage voranschreiten. Die VLW begleitet auch dieses Projekt rege bei Instagram und Youtube:


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    Kleiststraße


    2024 soll alles fertig sein. Ich denke mal, das schließt v.a. auch Arbeiten im Hof mit ein, denn die Gebäude werden wohl kaum so lange brauchen.

  • Aurelien- Ecke GutsMuthsstraße: das letzte unsanierte Eckhaus ist in Arbeit:


    Nehmt's mir nicht übel, aber ich nehme den DDR-Riegel, der die Weißenfelser vom Plagwitzer Bahnhof scheidet, mal als Bauerbe, da er schon länger die Gegend prägt.

    Obwohl ich erwartet hätte, daß man einen Umbau des Areals für eine völlige Neugestaltung der Einmündung Weißenfelser Straße nutzt, wobei ich gar nicht weiß, wie hier die Vorkriegssituation war


    Noch ein kleiner verstohlener Blick auf das Dorfhaus in der Angerstraße. Viel ist nicht passiert ...

  • Münzgasse 28


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    Bei dem markanten Eckgebäude am Floßplatz sind die Gerüste nach Abschluss der Renovierungsarbeiten inzwischen abgebaut:


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    Nebenan wartet die kürzlich fertig gestellte Münzgasse 24-26 noch auf den Einzug der ersten Bewohner:


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    ©555Farang maps

  • Im Zentrum-Nord ist die Zweitsanierung der Eutritzscher Straße 3 nun abgeschlossen:

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    Eigenes Bild