Leipzig: Umgang mit Bauerbe

  • ^ Bis dato war es ja m.W. eine Hundeverwahranstalt, zumindest wenn man nach dem Bellen der dort inhaftiert...ähem...beaufsichtigten Tiere geht. Ich bin gestern daran vorbeigejoggt - rückseitig wurden bereits die kleineren Gebäude saniert (weiß gestrichen) und man ist nun am Haupthaus dran (Fassade und Dach). Ginge man nach dem gestrigen Passantenaufkommen würde sich ein Biergarten evtl. sogar lohnen.


    Nochmal Georg-Schumann-Straße nachgereicht.


    Die Nr. 314 wurde neu gestrichen und auch die Seite zur Hopfenbergstraße hat man diesmal nicht vergessen.

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    aktuell

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    Das ehem. Hotel Sächsischer Hof (Georg-Schumann-Str. 341) bekam eine Sanierung der EG-Zone spendiert. Dennoch ein trauriger Anblick.

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    aktuell

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    Bilder: LEonline

  • ^ Ach, naja, so traurig finde ich den Anblick gar nicht mehr, zumal die Fenster zur Lucknerstraße sicher noch ausgetauscht werden. Sieht so aus, als ob nach Jahrzehnten des Leerstands Gastronomie vorgesehen ist, was natürlich erfreulich ist.



    Die vordere Lützner Straße, bis vor ein paar Jahren fast durchgehend noch unsaniert und abbruchreif hat mit der Nr. 8 eine weitere Sanierung bekommen. Das Gebäude steht - aus welchen Gründen auch immer - nicht unter Denkmalschutz. Das Ergebnis kann sich trotz Außendämmung dennoch sehen lassen, finde ich.


    Lützner Straße 8 vor 5 Jahren

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    Lützner Straße 8 jetzt

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    Oben im Bild links angeschnitten schon der Vergleich der Nummer 10, die vor einem halben Jahr bereits von Martin im sanierten Zustand gezeigt wurde, ist natürlich richtig schick geworden, da die denkmalgerechte Sanierung im Vordergrund stand. Die Fassade war jahrelang mit Netzen verhüllt, aber auf Streetview seht ihr noch den erbarmungswürdigen Zustand zuvor. Das lange Warten und die notwendigen Sicherungen haben sich über die Jahre ausgezahlt.


    Lützner Straße 10 vor ein paar Tagen

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    Das Sanierungs- und Neubauprojekt Naumburger Straße 7/9 ist jetzt auch so gut wie fertig. Vorher musste das Vorhaben aufgrund des Neubaus danebenhier viel Kritik einstecken, aber ich finde die Lösung nicht verkehrt. Zumindest sticht das Projekt hier in der ansonsten schäbig wirkenden Langeweile der Nachbargebäude doch recht positiv hervor.


    Naumburger Straße 7/9 vor ein paar Tagen

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    Der Altbau der Nr. 7 wurde hier vor knapp einem Jahr im sanierten Zustand gezeigt

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    Die Nr. 7 vorher

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    Bilder: Cowboy

  • ^Der Neubau hat einige sehr gelungene Gestaltungselemente, leider konnte man sich die häufig als "spannende Kontraste" schöngeredeten modernistischen Elemente nicht sparen. Etwas eigenartig kommt mir auch vor, dass die seitliche schräge Fassade (also zur Lücke der früheren Industriegleise) weder Fenster noch Balkone hat, obwohl sie Richtung Süden ausgerichtet ist.


    Der in der Lücke zu sehende Turm mit Schornstein hat mich so fasziniert, dass ich danach gesucht und den als zur Swiderski-Fabrik zugehörig identifiziert habe. Ältere Fotos, die man dazu findet, machen aber alle einen schlechteren Eindruck als dieser kleine Bildausschnitt, weil da überall Bewuchs zu erkennen ist. Täuscht der Eindruck, dass da vielleicht zumindest ein paar Sicherungsarbeiten durchgeführt worden sind?

  • ^ Meinst du mit "schöngeredeten modernistischen Elementen" das Treppenhaus? Ich finde, das hat eher praktische Gründe, denn durch dieses werden beide Wohnhäuser erschlossen. Es steht zudem leicht zurückgesetzt in der Flur, wodurch man es im Straßenraum, wenn man nicht gerade direkt davor steht, kaum wahrnimmt (1. und 2. Bild oben).


    Auf der Rückseite, also nach Westen zur Industrieruine der ehemaligen Fabrik Swiderski hin, sind großzügige Balkone angebracht, die ich aber nicht fotografiert habe, da die Wohnungen schon bewohnt werden. Der Ausblick von dort könnte schlimmer kaum sein, selbst wenn man die Industrieruine mal eben ausblendet: Wildwuchs, Müll, schrottreife Wohnwagen etc., und zwielichtige Gestalten, die dort im offenen Gelände rumschleichen (z.B. ich mit Knipse in der Hand). Aber offensichtlich glaubt man an eine Besserung des Ist-Zustands, sonst hätte man dort womöglich nicht investiert.


    Noch ein Foto mit besagtem Treppenhaus.

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    Bild: Cowboy

  • Genau, alles ockerfarbene war gemeint. Für mich ist das ein reines Störelement, das die sonst sehr gefälligen Fassaden entwertet und bei gleicher Funktionalität wesentlich dezenter eingebettet hätte werden können. Mir erschließt sich auch nicht ganz, warum man dieses Treppenhaus durch großflächige Fenster noch einsehbar macht, so schön ist das Innere wirklich nicht. Hier ist es aber ausnahmsweise Meckern auf hohem Niveau, für einen Neubau ist das insgesamt schon nicht schlecht.

  • Bornaische Str. 112


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    Zweinaundorfer Str. 63


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    Clara-Wieck-Str. 56 (?) (9?)


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    ...war schon mal eingerüstet, scheint jetzt aber ernsthaft bearbeitet zu werden.



    Käthe-Kollwitz-Str. 93


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    ...als Zweitsanierung.


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    ...es handelt sich um einen Lückenfüllerbau aus DDR-Zeiten, dessen Originalfassade so ausgesehen hat:


    Klickklick


    ...noch ein Blick auf die Nr. 89:


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  • Nennen wir es einfach Clara-Wieck-Straße Ecke Schlippe:

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    Zweinaundorfer Str. 63 ohne Gerüst (glaube hier eher an eine einfache Sanierung aber schauen wir mal)

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    Bilder: LEonline

  • Wer sich noch weiter in den Osten wagt, trifft schließlich (vorausgesetzt, er ist den hungrigen Anwohnern nicht zum Opfer gefallen) auf das KINO der JUGEND.
    Ein Besuch lohnt sich...


    In den nächsten Tagen soll eine "Interessensgemeinschaft FORTUNA" gegründet werden, die das ehemalige Kino der Jugend in der Eisenbahnstr. 162 vor dem drohenden Abriss retten will. Das Gebäude ist im Besitz der Stadt Leipzig. Morgen zum Freiraum-Festival und am Sonntag zum Tag des offenen Denkmals kann man sich in Unterschriftenlisten für den Erhalt und die künftige kulturelle Nutzung einschreiben.


    Weitere Informationen unter https://www.facebook.com/igfortuna


    Leipzig-Fernsehen, 11. September 2015
    Kino der Jugend in Volkmarsdorf soll gerettet werden
    Das ehemalige Kino wurde 1987 geschlossen und verfällt seitdem. Nun haben sich Anwohner zusammengetan und eine Initiative ins Leben gerufen, um das Gebäude wieder einer neuen Nutzung zuzuführen.


    Das ehemalige Generatorengebäude von 1895 in der Eisenbahnstraße 162 wurde 1928 zum Kino der Jugend umgebaut. Seit 1987 steht das Gebäude aufgrund baulicher Mängel leer. Eine Initiative, die IG Fortuna, macht sich für eine Sanierung und Wiedereröffnung stark.

    Ob wir zur Rettung des Kinos der Jugend einmal sagen werden können: "Was lange währt, wird endlich gut!"?



    Eine IN DIESER MELDUNG nicht näher benannte Jury soll jetzt einstimmig für das Betreiberkonzept der IG Fortuna gestimmt haben.


    Zunächst muss der Grundstücksverkehrsausschuss -vermutlich der Stadt Leipzig- der Juryentscheidung zustimmen. Danach müssen die Projektverantwortlichen der IG Fortuna die Finanzierungsplanung konkretisieren, Fördermittel einwerben und einen Bauantrag oder wenigstens eine Bauvoranfrage einreichen. Erst dann wird entschieden, ob das Vorhaben genehmigungsfähig ist. Im Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt Leipzig wird wohl eine Laufzeit von 60 Jahren sowie eine Bau- und Nutzungsverpflichtung festgeschrieben werden.



    In dieser -nicht gerade einfach zu lesenden- Pressemitteilung der IG Fortuna wird erwähnt, dass mit einer Nutzung des Hauptgebäudes frühestens ab 2027 gerechnet werden kann.

  • In Schönefeld präsentiert sich bereits seit einigen Wochen die Löbauer Straße 61-63 in frischem Gewand. Die Nr. 59 links davon braucht noch etwas, die 65 rechts davon bleibt weiter vernachlässigt.


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    Bilder von mir

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  • ^ Etwas ungenau, auch durch die Datierung: bis zu 15.000 Gebäude gebaut zwischen 1870 und 1930 stehen noch. Also kriegs- und DDR-bedingt sind es logischerweise weniger als zur Hochphase der Stadt bis 1933.

  • Ich will ja hier nicht ständig den Besserwessi raushängen, aber: Es gibt im DAF eine Suchfunktion. Die Frage wurde vor wenigen Tagen mal wieder gestellt und auch beantwortet.:/

  • ^ Der Bezug sind aber nicht komplett leerstehende MFH wie im Zitat behauptet sondern PhillippPro fragt explizit nach "Gründerzeitlern" worunter ja auch andere Gebäude fallen wie z.B. Villen, Remisen, Industriegebäude usw.. Zumindest gehe ich mal davon aus, dass er nicht nur den stinknormalen 1870-1900-MFH-Bau meinte. Wenn man nur diese zählen würde ist die genannte Zahl 1200 in der Gesamtstadt natürlich zu hoch angesetzt.

  • LEonline ja danke, dass war das was ich meinte. Nicht nur Mehrfamilienhäuser, sondern alle Gebäude die da noch der Restaurierung/Sanierung harren.

    Für jmd. der 500 km entfernt lebt, ist es immer wieder beeindruckend, welche Perlen da selbst in 2020 noch aus dem Hut gezogen werden.

  • Nicht nur Mehrfamilienhäuser, sondern alle Gebäude die da noch der Restaurierung/Sanierung harren


    Das gleiche gilt übrigens auch für die Gründerzeitsanierungen. Was sind die Leuchttürme, die Landmarken, die man kennen muss (vgl. Frauenkirche und Neumarkt i. Dresden)? Oder ist Leipzig so attraktiv, dass es sich gar nicht mehr nach außen darstellen muss?

    Ich denke, wir müssen uns erst einmal zu Begriffen wie GRÜNDERZEITARCHITEKTUR einigen. In Leipzig kann ein nicht unerheblicher Teil des Altbaubestandes dem HISTORISMUS zugeordnet werden.


    Bei einem Denkmalbestand von +/- 15.000 Objekten in Leipzig kann man vielleicht sagen: Die Denkmale werden in Leipzig von Leipziger Menschen bewohnt.

  • Stahlbauer

    Aus selbigem Wikipedia Artikel:

    Gründerzeit wird "vor allem im architekturgeschichtlichen Verständnis [ ...] üblicherweise als Synonym für Historismus gebraucht"


    Und hier quer aus verschiedenen Threads zu zitieren ist schon ziemlich unsauberer Stil.