Leipzig: Umgang mit Bauerbe

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    Glaube ich nicht. Jeder Käufer, der investiert, wird sehr genau prüfen, in welchem Viertel er kauft und welche Mieten zu erzielen sind. Wer das nicht tut, der ist einfach fahrlässig, aber das ist selbstverschuldetes Unglück. Drum nur immer hübsch geworben, gerade Volkmarsdorf kann es nicht schaden, wenn ein paar achtbare Leute als Mieter hinzukommen.

  • ^ Die Wohnungsgrößen der Ludwigstraße 97 verraten, dass man hier ausschließlich auf Singles und Studenten abzielt. In 10 Minuten ist man mit dem Rad in der Uni. Auch wenn das Gebäude sicher kein Palais geworden ist, so ist die Ausstattung, wenn man die Bilder betrachtet, zumindest nicht weit von Luxus entfernt. Die Fassade ist erfreulicherweise nach strengen denkmalrechtlichen Kriterien saniert worden. Wenn eine Zwei-Mann-WG in eine der Dreizimmer-Wohnungen mit knapp 70qm einzieht, zahlt jeder rund 250 Euro warm im Monat. Für das Geld bekommt ein Student in Frankfurt nicht mal 'ne verschlissene Rumpelkammer. Selbst in Halle und Chemnitz ist es da wahrscheinlich teurer, zumindest für Erstbezug im Altbau mit dieser Ausstattung. Leipzig ist (noch) ein (Wohn-)Paradies, sieht man ja auch an dem starken Zuzug der letzten Jahre.

  • Sei es wie es sei, die beabsichtigte Klientel, die dort einziehen wird, wäre eine Wohltat für das Viertel. Ich hoffe sehr, dass dann auch endlich Cafes, Restaurants und mal ein Biomarkt die noch vielfach leeren Eckläden beziehen werden. Bisher ist das Angebot doch sehr einseitig auf A&V, Döner, Spielhalle und Späti/Aldi/Konsum ausgerichtet. Solche Sanierung können endlich den von der Stadt mit sehr viel Investition in die Infrastruktur begründeten Gentrifizierungsprozess anstoßen. Eigentlich hätte dieser schon viel weiter sein sollen, man schaue sich nur die Qualität der Strassen, Gehwege und Strassenbäume an. Von der Ludwigstrasse kann sich bspw. die kaputte Feuerbachstrasse im Waldstrassenviertel eine sehr dicke Scheibe abschneiden. Hemmend wirkt aber immer noch die mangelnde Anbindung an die Innenstadt, da man vorher die Brachwüsten der Rosa-Luxemburg-Strasse und den ruinösen Siff am Listplatz durchqueren muss. Investitionen an dieser Stelle wären bitter nötig, um das Quartier wirklich an die City anzubinden, damit Volkmarsdorf seine Zentrumsnähe wirklich ausspielen kann.

  • Sternwartenstr. 40

    In der Sternwartenstr. gibt es neue Investitionsflächen, es wurde aber auch höchste Zeit.:nono:


    Nr. 38 braucht neue Nachbarn.(DAF-Map)



    In Windeseile wurde der Ruinenberg (Nr. 40) abgetragen. Endlich freie Sicht aufs Parkhaus, toll.
    Von mir eine kleine Anregung, damit das nicht weiter Schule macht: Die denkmalgeschützte Fassade des Vorgängerbaus zur Bauauflage für einen Neubau machen.



    -Bilder von mir-

  • Oststr.

    Das Haus in der Oststr. 22, das sog. Stadtpalais Thonberg nährt sich seiner Vollendung. Der Bau war vollständig entstuckt, die leicht historisierende Wiederannäherung gefällt mir.



    Schräg gegenüber ist auch die Nr. 17 mit Ausnahme des Erdgeschosses und der Balkone fertig. Sehr gelungen finde ich die Wiederherstellung des Traufgesimses (vgl. Vorzustand)




    -Bilder von mir-

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    Schade, dass die Sternwartenstraße nun endgültig verloren ist, obwohl für deren Sicherung sogar Fördergelder flossen!
    Wieder einmal zeigt sich, dass man bei dolphin nicht viel erwarten kann. In der Hans-Poeche-Str. oder der Pfaffendorfer Str. hieß Denkmalschutz ja auch, die Gebäude außer der Fassade komplett plattzumachen...


    Bei der Oststraße 17 auch seltsam, dass dort Balkone zur Baulücke zugelassen wurden. Die Stadt scheint hier wohl gar nicht zu wollen, dass die Lücke mal wieder geschlossen wird? Gerade an der Hauptstraße wäre ein Lückenschluss durchaus sinnvoll, um den Hof vor Lärm zu schützen.

  • Ahh, vielen Dank für die Oststraße, darauf habe ich gewartet!
    Vergleichsbilder von 2011 gibt es gleich noch dazu:


    Oststraße 17:

    Echt ein Hingucker geworden, sehr schön, genau wie es sein soll.


    Oststraße 22:

    Das finde ich v.a. wegen der französischen Balkone nicht so toll. Sieht eher aus wie ein billiger Neubau.


    Zur Sternwartenstraße... naja, ich zitiere mal meinen allerersten Beitrag in diesem Forum, damals noch voll Hoffnung:


    In der Sternwartenstr. kommt man vorran:



    ...
    Kurz darauf wurde die Sanierung abgebrochen. Danach verfielen die Häuser weitere vier Jahre lang (!), bis der Zustand des nun abgerissenen Hauses sich so weit verschlechtert hatte, dass es schon ohne Hilfe bald in sich zusammengefallen wäre (was ja auch tatsächlich tlw. geschehen ist).
    Das einzig erfreuliche daran, ist dass es sich wohl um den letzten Abbruch handelt, den wir im Viertel "geschenkt" bekommen werden (ausser vielleicht noch Auguste-Schmidt-Straße).

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    Irgendwie hätte die Oststraße 17 den Namen "Palais" mehr verdient... aber gerade in der Oststraße, die nun wahrlich nicht verkehrsberuhigte Nebenstraße ist, kann man sich über die vielen Sanierungen nur freuen. Richtung Ostplatz läuft ja auch noch mindestens eine weitere.

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    Ich bin da völlig bei Euch.
    "Palais" ist schlicht das falsche Wort. Über die Inflation solcher Begriffe wurde ja gerade im Zusammenhang mit dem "Palais Ludwig" diskutiert.
    Die französischen Balkone stören trotz versuchter Symmetrisierung das Erscheinungsbild. Vor dem Hintergrund, dass nördlich wie südlich des Lene-Voigt-Parks eine ganze Reihe solch entstuckter Gebäude energetisch saniert wurden und nun nur noch Schatten ihrer selbst sind, bin ich mit dem hiesigen Ergebnis zufrieden.

  • Sternwartenstr. 38

    Im Forum gibt es ja einige mit Detailkenntnissen zu Immobilienveräußerungen oder laufenden Verfahren.
    Deshalb meine Frage:
    Wer ist derzeit Eigentümer des Hauses in der Sternwartenstr. 38 und gibt es Überlegungen seitens der Stadt Leipzig, wie zumindest dieser Bau erhalten werden kann?

  • Abriss von Altsubstanz


    Auch heute noch werden Gebäude dem Erdboden gleich gemacht, da sie zu lange verfallen sind und von selbst einstürzen oder nicht mehr zu retten sind.


    Nach heutiger LVZ trifft es dabei diesmal ein Eckgebäude in der Wurzener / Ecke Edlichstraße 2. Das Gebäude soll diese Woche fallen. Schafft es jemand, dort noch ein Foto vorher zu machen? Wobei, auf google sieht es nicht bedeutend aus, vollkommen entstuckt. Trotzdem als Eckhaus bedauerlich.


    Weiterhin wurde ein Gebäude in der Dufourstraße gesichert, nachdem Balkonteile auf den Gehweg gestürzt waren. Auf google Maps finde ich allerdings dort kein unsaniertes Gebäude?


    Zudem kann ich noch von mehreren heiklen Fällen auf der Georg-Schumann-Str. berichten.
    Die 119 (soweit ich weiß auf der Sicherungsliste) ist stark verfallen, man sieht durch die Fenster schon durch das Dach den Himmel... lange wird dieses Gebäude nicht mehr durchhalten.
    Bei der Hausnummer 250 (Ecke zur Elli-Voigt-Str.) sind bereits diverse Zwischendecken eingestürzt, deutlich sichtbar auch von außen da Fenster offen/nicht mehr vorhanden.
    Gleich um die Ecke ist die Slevogtstr. 23 ebenfalls akut bedroht und durch ein Gerüst vollständig von außen gesichert, die Straße davor seit Monaten gesperrt. Wenig besser geht es der 21, auch diese ist abgesperrt.


    Kann man solche "aktuten" Fälle eigentlich ans Bauordnungsamt melden oder wartet dieses ab, bis die Gebäude zusammenfallen? Die Eigentümer scheinen ja unbekannt oder nicht aktiv zu werden. Gerade an der GSS sind solche Verluste groß, wenn Lücken hineingerissen werden - an der Wurzener Str. ist das ja nichts neues mehr. und vervollständigt den dunklen Wald und lichten Hain :D ...


  • Nach heutiger LVZ trifft es dabei diesmal ein Eckgebäude in der Wurzener / Ecke Edlichstraße 2. Das Gebäude soll diese Woche fallen. Schafft es jemand, dort noch ein Foto vorher zu machen? Wobei, auf google sieht es nicht bedeutend aus, vollkommen entstuckt. Trotzdem als Eckhaus bedauerlich.


    Bilder von Februar 2011:



    (Quelle: Eigene Bilder)


    Die geschundene Wurzner Straße verliert noch ein Haus (wenn auch kein sonderlich schönes). Pas de surprise. :nono:

  • Wurzner Str./Edlichstr.

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    Solcherlei Entwicklungen sind ärgerlich und das aus mindestens drei Gründen:
    1. Der Verlust von -auch heruntergekommenen- Eckhäusern als prägenden Objekten enturbanisiert das gesamte Straßengeviert.
    2. Die Wurzner Str. hat schon erheblich an Bauten eingebüßt, eine Neubebauung ist nicht in Sicht.
    3. Die Notsicherung, die stattgefunden hat, ist offensichtlich nicht in der Lage den Baukörper zu schützen.


    Ich werde da in den nächsten Tagen vorbeifahren und das Ganze bildlich festhalten.


    Die Stadt sollte den Eigentümer fragen, warum er die Fenster enfernen, nicht aber das Haus adäquat sichern kann und ggf. selber tätig werden.
    Gibt es das Notsicherungsprogramm noch?


    So sah es im Herbst 2013 aus:


    Edlichstr. Nr. 2





    Wurzner Str. Nr. 81




    Das Haus machte keinen einsturzgefährdeten Eindruck, möglicherweise gibt diese Ansicht einen Hinweis auf die Schwachstelle.


    Welche Möglichkeiten von Seiten der Stadt gibt es, Sicherungen auch ohne Mitwirkung oder expliziter Einwilligung des Eigentümers zu vollziehen oder durch Dritte zu veranlassen?


    Die Sanierungsentwicklung in Leipzig in den letzten Jahren ist so positiv, dass man die verbliebenen gefährdeten Wohnhäuser -vorallem entlang der Magistralen Ost wie West- wohl problemlos mit einer doppelten 20er-Liste erfasst hätte. Im Vergleich zu den späten 90er und 2000er Jahren eine überschaubare Größe.
    Für mich unverständlich, dass dennoch jeden Winter weitere unsanierte Häuser abgebrochen werden anstatt diese vorher zu sichern. :nono:


    Vielleicht sollte man die Wurzner Str. in eine Landstraße umwidmen. ;)


    -Bilder von mir-

  • Abriss von Altsubstanz
    Kann man solche "aktuten" Fälle eigentlich ans Bauordnungsamt melden oder wartet dieses ab, bis die Gebäude zusammenfallen?


    Auf jeden Fall kannst du sie melden. Das Bauordnungsamt hat nicht über alle Gebäude den Blick, wo gerade eins einsturzgefährdet aussieht und ähnliches. Zwar machen sie öfters Visite, aber eine Mitteilung von Dritten hilft da auch weiter. Ob es dann klappt, es zu retten, ist eine andere Frage.

  • So wie es aussieht, ist die Oberleitung der Straba am Haus befestigt, da werden die LVB wohl kurzfristig noch einen Mast setzen müssen, oder sehe ich da was falsch?

  • ^ Bevor das Gebäude abgerissen wird, ja. Man könnte die Fahrleitung auch am Nachbargebäude befestigen, dies erfordert aber einen zusätzlichen Umbau der Fahrleitungsanlage. Da ist die Montage einer Maste einfacher.