Leipzig: Umgang mit Bauerbe

  • Sanierungsfortschritt Ost/Südost:


    Schon vor Jahren wurde in diesem Strang auf die Sanierung der Kohlgartenstr. 20 hingewiesen - das Haus ist aber immer noch eingerüstet, es zieht sich also wirklich in die Länge. Erst seit kurzem ist dagegen das nahegelegene Haus Kohlgartenstr. 26 eingerüstet (Google):
    Feb. 2011:


    Sep. 2011:


    Das einzige sanierte Haus in der näheren Umgebung ist die Kohlgartenstr. 24:


    Unsaniertes Eckhaus gegenüber:


    Quasi an obiges Eckhaus benachbart steht dieses in Sanierung befindliche Eckhaus Konstantinstr./Lutherstr. (Google):
    Mai 2011:



    Sep. 2011:



    Sprung in die Oststraße, wo nahe der Ecke zur Albert-Schweitzer-Str. ein einstöckiger Flachbau abgerissen wurde (Google), vielleicht deutet dies auf eine zukünftige Neubebauung hin (?):


    Gegenüber stand ein unsaniertes unbewohntes Haus offen, aber es war zu dunkel zum Fotografieren, hier nur der Eingang etwas aufgehellt:




    Fertig ist die Fassadensanierung an diesem Haus Borsdorfer Str./Theodor-Neubauer-Str. (Bing):



    Vor 2 Monaten:



    Auch fertig Martinstr./Nerchauer Str. in Anger-Crottendorf (Google):
    Feb. 2011:


    Sep. 2011:




    Stötteritz, Holzhäuser Str. 38 nun fast fertig (Google):




    Unsaniertes Eckhaus:


    Bei dem vorgründerzeitlichen Haus gegenüber vom Stötteritzer Rathaus hat jemand anscheinend die Fenster im Erdgeschoss zugebrettert, und außerdem wurde das Gebäude mit einem leichten Netz behangen, also vielleicht besteht doch Hoffnung auf eventuelle Rettung:





    Fertig saniert auch die Sporthalle in der Langen Reihe:
    Apr. 2011:


    Sep. 2011:





    Und da wir in der Langen Reihe sind, noch ein Beispiel für eines der wenigen erhaltenen Dorfhäuser von Alt-Stötteritz. Leider wurde das Pendant gegenüber (hier noch sichtbar) 2009 abgerissen und durch einen Parkplatz ersetzt (Bilder von Mai 2011).




    (Quelle: Eigene Bilder)

  • Danke für die Bilder. Das Netz an der Holzhäuser Straße 74 von 1860 ist wirklich eine gute Neuigkeit, eine Rettung schien da ja in weiter Ferne zu liegen (laut Infos hier im Forum war das Gebäude bereits 2004 abrissgefährdet). Hoffen wir, dass die Sicherungsmaßnahmen (?) dazu führen, dass das Gebäude irgendwann wie so zahlreiche andere Vorgründerzeitler in neuem Glanz erstrahlt. Gerade mit den noch vorhandenen Hofgebäuden ließe sich da sicherlich wa sganz feines draus zaubern. Die Sporthalle in der langen Reihe ist auch sehr interessant. Ich glaube, ich muss bei Gelegenheit mal wieder nach Stötteritz :)

  • Beim "Vorgründerzeitler" am Stötteritzer Rathaus wird es langsam Zeit sonst sehe ich da keine Chance auf Wiederbelebung.


    Die Bauernhäuser sind absolut klasse im städtebaulichen Kontext von Stötteritz das eigentlich noch relativ intakte Vorkriegsbebauung hat. Das sieht man vor allem im Carre um die Marienkirche. Danke für die Bilder!

  • Ja, wirklich schöne Serie aus dem Osten, Riesz. Wie hier schon oft hingewiesen deutet die Entwicklung darauf hin, dass die Sanierungskarawane weiterzieht in bislang wenig nachgefragte Gebiete. Nachdem in den sog. konsolidierten Stadtteilen inzwischen eine Sanierungsquote von annähernd 90 Prozent erreicht ist, kommen zunehmend auch die weniger beliebten und die nicht als Sanierungsgebiete ausgewiesenen Stadtteile in den Genuss von Altbausanierungen. Sehr gut das.


    Ich glaube, ich muss bei Gelegenheit mal wieder nach Stötteritz


    Lohnt sich wirklich. Selbst unter Leipzigern kaum bekannt, so mein Eindruck zumindest, verblüfft gerade Stötteritz mit einer Gediegenheit, wie wir sie beispielsweise aus Gohlis-Süd oder dem Waldstraßenviertel kennen. Ebenso verblüffend die bauliche Qualität der Gründerzeitgebäude und der hohe Sanierungsgrad.

  • Es freut mich, dass Stötteritz hier gefallen findet.
    Ich wohne zwar nicht direkt in Stötteritz, aber nicht weit entfernt, und gehe dort gerne spazieren, da es einfach spaß macht, immer wieder neue Details an den Häusern zu entdecken. Dabei sind die meisten "nur" eher durchschnittliche Gründerzeitler, d.h. aber immerhin mittelprächtig!, mit (wie üblich) erhaltenen Treppenhäusern. Das Villenviertel südlich der Naunhofer Straße im Schatten des Völkerschlachtdenkmals könnte man dagegen sogar als nobel bezeichnen, auch wenn die Villen i.a. eine Nummer kleiner schlichter und jünger als etwa die in Leutzsch sind.
    Ich wollte schon immer eine umfangreiche Stötteritz-Gallerie anfertigen, hatte bisher aber keine Zeit (und bräuchte zuerst eine bessere Kamera). Stattdessen noch ein Paar Bilder von der Festplatte aus Mai, Juni 2011:


    Breslauer Straße:



    2 Häuser weiter die unsanierte Villa Johanna:



    Ecke Breslauer Str./Ludolf-Colditz-Str.:


    Naunhofer Str./Gletschersteinstr.:




    Noch ein Projekt der GRK (in Vorbereitung) in der Naunhofer Str., eine Wohnanlage von 1934:


    "FREGE HAUS 1934":


    Was die Bauernhäuser angeht: Leider schrumpft der Bestand ständig schon seit 1890. Von den etwa 200 Häusern, die 1850 den Ort ausmachten, stehen heute vielleicht nur noch ein Dutzend. Hier noch ein Exemplar aus der Oberdorfstraße:



    (Quelle: Eigene Bilder)

  • ^ super Bilder aus dem Leipziger Osten, schön wenn es dort auch vorwärts geht:


    Ich habe weitere Sanierungsfortschritte gesehen, jedoch war ein Fotografieren aus dem Auto heraus nicht möglich.


    - Aurelienbogen Plagwitz: tatsächlich ist der Eckbau (ehem. TLG) in Sanierung, das Dachgeschoss ist schon neu aufgebaut


    - Wahrener Rundling: ein Teil ist eingerüstet und der Teil der Straßenbahnwendeschleife in Waren schon weit fortgeschritten


    - Straße des 18 .Oktober: das erste Gebäude, Nr. 13 ist bereits weit fortgeschritten, 2 schöne Gebäude dort


    - Paul Heyse Straße in Leipziger Osten (Schönefeld), dort ist man besonders weit


    vielleicht kann jemand die Fotos nachliefern.....

  • PFAFFENDORFER STRASSE 15/17


    Ob auch die Nr. 15 einen neuen Anstrich erhielt, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall erhielt die Nr. 17 aber eine Sanierung >>



    Zugang zur Pfaffendorfer Straße 15/17.



    Beide Gebäude erhielten dieselbe Farbe.



    Blick auf die Pfaffendorfer Straße 17.



    Blick auf beide Gebäude in der Pfaffendorfer Straße.


    Bilder vom 15. September 2011.

  • Hallo liebe Schreiber aus Leipzig.
    Nachdem ich schon viele Monate hier mit lese, möchte ich nun auch meinen Beitrag dafür leisten viele Infos hier zu zeigen.


    Da hier wenig aus der Ecke Großzschocher gezeigt wird, jedoch hier auch einiges passiert habe ich ein paar Bilder für euch, von Projekten die ich sehr interessant fand.


    Dieskaustraße Ecke Kunzestraße.
    Dieses Objekt ist fast fertig.


    aktuell


    vorher (google)
    http://maps.google.de/maps?hl=…_Hg&cbp=12,41.26,,0,-4.56


    Auch sehr schön anzusehen
    Objekt Anton- Zickmantel- Straße Ecke Pfeilstraße


    Hier ziehen bereits die ersten Leute ein. Vor einigen Wochen hat es hier noch einen kleine Brand gegeben.


    aktuell



    vorher (google)
    http://maps.google.de/maps?hl=…xQ&cbp=12,247.93,,0,-9.38

  • Die beiden Sanierungen in der Kurt-Eisner-Straße sind äußerlich fertiggestellt. Interessant bei dem linken Gebäude ist, dass das Mezzanin im Obergeschoss nicht flächenoptimiert zu Wohnungen mit Dachaufbau umgebaut wurde, sondern offensichtlich zu einer Dachterrasse für die Bewohner. Oder es befindet sich dahinter noch ein gut verstecktes Staffelgeschoss. Das rechte Gebäude ist offensichtlich eine Zweitsanierung, bei der man Dachgauben draufgesetzt hat. Hier der Vorzustand bei Streetview.




    Die Fassadenauffrischung des Eckgebäudes in der Humboldtstraße/ Ecke Rosentalgasse ist ebenso fertiggestellt.



    Mir kommt es so vor, dass dabei auch der klassizistische Schmuck aufgearbeitet wurde.

  • Das Gebäude Humboldtstraße/ Ecke Rosentalgasse ist von der Licon saniert worden, d.h. die klassische "Zweitsanierung" wie wir sie in letzter Zeit immer häufiger beobachten können.


    Die Fassaden der Häuser Pfaffendorfer Str. 15 u. 17 wurden komplett überarbeitet, also nicht nur wie vermutet eine Auffrischung der Erdgeschosszone. Gut zu erkennen am neu angebrachten Zinkblech, zum Schutz der Stuckelemente.


    Wenn man davor steht könnte man denken, hier wurde gerade erst komplett saniert ;)


    Lg

  • Vorletztes Wochenende habe ich wieder Schönefeld besucht, wo ich wohl höchstens zweimal im Jahr hinkomme, um die abgeschlossene GRK-Sanierung in der Paul-Heyse-Straße zu untersuchen. Darüberhinaus konnte ich einige weitere (wenige) Neuigkeiten in diesem abgelegenen und sehr ruhigen (ich will nicht sagen langweiligen!) Viertel entdecken.


    Die Paul-Heyse-Straße mag derzeit die schönste Straße Schönefelds sein, denn keine sonstige Straße im Viertel kann einen so hohen Sanierungsgrad bei entsprechend hoher Qualität aufweisen. Die Architektur der 1920er, woraus die Paul-Heyse-Straße größtenteils besteht, hat mir sehr zugesagt - besonders im Sonnenlicht wirken die kräftigen Farbkombinationen sehr schön.
    Saniert von der GRK wurde der hintere Teil von folgendem Häuserblock, nämlich die letzten fünf Häuser (Nummern 25-33), also ab dem ersten roten Hauseingang bis zum fernen Ende. Aber auch wo das blaue Toilettenhäuschen steht fand durch einen anderen Bauträger (?) eine Sanierung statt, vgl. Google-Ansicht:




    Hier nun das eigentliche GRK-Objekt (es sind fünf Häuser) - die Sanierungsqualität ist wie zu erwarten sehr hoch:





    Hofseite:


    Beispiel für eine weitere Wohnsiedlung desselben Stils in der Paul-Heyse-Straße (erinnert stark an den Wahrener Rundling, also wohl auch von Hubert Ritter) mit Turmhaube der Schönefelder Gedächtniskirche im Hintergrund:


    Weiterhin wurde im letzten Jahr in der Paul-Heyse-Straße saniert dieses Wohnhaus im Reformstil, leider schon mit ersten Graffiti:


    Der Straßenzug zeigt sich bis auf den Eckbau ganz am Ende fertig saniert:


    Andere Richtung: Das Eckhaus wurde offensichtlich von der GRK gekauft und wird von ihr verwaltet:


    Der bereits erwähnte unsanierte Eckbau am Anfang der Paul-Heyse-Straße, dem gegenüber...


    ...ein weiteres unsaniertes Haus steht - die letzten beiden der gesamten Straße:


    Seitenfassade:



    Vor Monaten hieß es noch, Stannebeinplatz 4 sollte saniert werden. Leider konnte ich zumindest äußerlich nichts davon feststellen. Hier die Zeile mit der Nr. 4 (2. v. l.):


    Fertig dagegen die Sporthalle der Schönefelder Grundschule an der Clara-Wieck-Straße (Google):


    Die Schule selber ist bisher nur teilsaniert worden:


    Links angeschnitten die Sporthalle:

    Wirklich schöner Reformstil, der in Schönefeld überhaupt gut daherkommt. Besonders die leicht geschwungene Taubestraße mit ihrer Abfolge an pastellfarbenen Fassaden weiß im Morgenlicht zu erfreuen. Ich werde hoffentlich in den nächsten Tagen ein Bild im Vergleichsstrang einstellen.


    An dieser Stelle noch ein kleines Ensemble in der Stöckelstraße: Drei Häuser, die alle in den letzten ca. 5 Jahren saniert wurden:


    Man beachte auch die schönen Fenster bes. im Erdgeschoss (Gaubenfenster ungeachtet!):



    Reformstil mit neobarocken Tendenzen? Wieder schöne Fenster, aber ich fand das Erdgeschoss leicht weniger qualitätvoll:


    Auch noch sehr frisch dieses Haus in der Clara-Wieck-Straße Ecke Löbauer Straße:


    Die Sanierung vom Rathaus wurde hier bereits angekündigt und läuft nun schon seit Januar. Tatsächlich müssten die Gerüste in den nächsten Monaten schon fallen:




    Auf dem Weg nach Schönefeld bin ich auch auf ein Paar andere Kleinigkeiten gestoßen:


    Sanierung in der Mariannenstraße/Neustadt (Bj. ca 1875). Wenn es so gut wird, wie beim linken Nachbarhaus, dann können wir sehr froh sein (Google):


    Eckhaus Hedwigstraße/Mariannenstraße (Bj. ca 1870) wieder eingerüstet und neu gestrichen, aber ich vermute man kann hier nicht allzuviel erwarten (Google):


    Hier am Rabet wurde ordentlich gehammert (Google):


    Erst vor Kurzem habe ich noch ein unsaniertes Eckhaus in der Kohlgartenstraße/Lutherstraße hier gezeigt. Ich war sehr überrascht, es nun eingerüstet vorzufinden, was erst in den letzten Wochen passiert sein kann (Google):


    In der Egelstraße am Marienplatz wird ein Haus samt Hinterhaus saniert:
    (Google)



    Auf das Hinterhaus bekommt man keinen besonders guten Blick:


    (Quelle: Eigene Bilder)

  • Erinnert doch stark an das Grassi-Museum. Art-Deco vom Feinsten :)


    Danke für das umfangreiche Update. Ich freue mich gerade in diesem Bereich von Leipzig besonders über jedwede Sanierung.


    Achja, dein fotografisches Treiben blieb nicht unbeobachtet ;)


    Gruß



    Bitte der Übersichtlichkeit halber Bilder, die im Beitrag vorher gezeigt werden, im neuen Beitrag "url_len" wie beireits von mir geschehen. C.
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  • Expressionismus - Artdeco - Werkbund, wie immer man es auch nennen will, es sieht fantastisch aus. Fröhlich und bunt, dabei farblich perfekt aufeinander abgestimmt - jedes Detail - nicht beißt sich. Alles ist wertig, vom Fenster bis zur Eingangstür. Für mich war keine Zeit für den Wohnungsbau jemals fruchtbarer und auf dem ästhetischen Zenit wie grob zwischen 1910 und 1930 (als es seitens der Reichsregierung zum faktischen Rückzug aus dem öffentlichen Siedlungsbau kam). In dieser Spanne entstanden die berühmten Gartenstädte wie Hellerau oder Ikonen wie Tauts Tuschkastensiedlung (ebenfalls wunderbar stimmung bunt).
    "Farbe" gibt es ja heute praktisch nicht mehr. Entweder ist´s bundesrepublikanisch grau-blass-baumarktfarben oder Krach-Knall-Kontrastfarben.
    Beim GRK-Projekt fällt auf, dass die roten Streifen eine "Bruchkante" haben. War das vor dem Krieg schon so, oder soll angedeutet werden, dass die Streifen ursprünglich weitergingen? Falls die Frage irgendwo beantwortet wurde auf den zurückliegenden Seiten, sorry, habe ich nicht gefunden....

  • Wirklich tolle Eindrücke. In diesem Thread wird einem immer wieder unter die Nase gerieben, was man in Leipzig alles noch nicht gesehen hat. Die Stadt hat meines Erachtens weit mehr als Wiesbaden oder jede andere in Deutschland den UNESCO-Weltkulturerbetitel Historismus verdient. Wirklich jede Nuance des Bauens zwischen etwa 1800 und 1930 ist hier geradezu überreich vertreten. Und dann der Erhaltungszustand überall mit den originalen Türen etc., einfach genial. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber das musste mal raus. ;)

  • Die Sanierung in der Paul-Heyse-Straße in Schönefeld ist wirklich sehr schön geworden. Derweil trifft man in nahezu allen Stadtteilen den etwas zu kurz kommenden Wohnungsbau der sog. Zwischenkriegsjahre an. Und die GRK-Holding, die nach wie vor den Ton in Sachen Sanierungen von Denkmalen angibt, revitalisiert gegenwärtig ja bekanntlich den Wahrener Rundling, die wohl größte Wohnanlage gleichen Stils in der Stadt aus jener Zeit (Bilder dazu hier, Infos hiervon dort). Auf die ersten beiden fertiggestellten Bauabschnitte Ende des Jahres können wir uns sicher ebenso freuen.


    Bei diesem Eckgebäude ist der Verlauf der Zerstörung durch einen Bombenabwurf aus dem Zweiten Weltkrieg gut nachvollziehbar.