Leipzig: Umgang mit Bauerbe

  • Es gibt eine neue Sanierung in der G.-Schumann-Straße: die Nummer 163 - stadtauswärts links vor dem Eckhaus zur Bothestraße ist eingerüstet.



    Der aktuelle Zustand: http://maps.google.de/maps?hl=…Q&cbp=12,194.78,,0,-10.52


    Ein meines Erachtens seltsames Projekt ist die Sanierung / der Wiederaufbau eines Hauses in der Gothaer Straße. Nach dem Teilabriss der Fassade steht inzwischen der Rohbau:


    Der Vorzustand:
    http://maps.google.de/maps?hl=…Q&cbp=12,162.76,,0,-22.04

  • ^ Erstaunlich, in der Gothaer Straße hätte ich eher mit einem vollständigen Abriss gerechnet. Aber umso besser.


    Die 50er gehören bekanntlich auch zum Bauerbe, insofern gibt es laut LVZ-Printausgabe wieder ein paar gute Nachrichten - die Casa Concept bzw. Gobau Leipzig hat von der LWB den südlichen Teil der 50er-Jahre-Bauten zwischen Brüder-, Grünewald- und Windmühlenstraße erworben - konkret die Brüderstraße 2-4, Grünewaldstraße 13-19 sowie Windmühlenstraße 23-31. Nachdem man bereits das kleinere nördliche Pendant denkmalgerecht saniert, mit Markisen versehen und sogar die DDR-Leuchtreklame wiederhergestellt hat, soll ähnliches auch mit diesem Gebäudekomplex passieren. Streitpunkt ist allerdings noch ein geplanter Discounter, der über 900 m² groß werden soll und nicht so recht ins Zentrenkonzept der Stadt passt - zumal es um die Ecke in der Sternwartenstraße bereits einen Aldi gibt und dieses Sortiment im Zweifelsfall auch eher was für das Quartier auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz wäre. Man sieht seitens der Stadt allerdings Einigungsmöglichkeiten. Bleibt zu hoffen, dass dass Café Cantona und das Tschau Tschüssi an ihren jetzigen Orten verbleiben können. Zum Zeitraum der Sanierung und in welchen Abshcnitten sie angesichts der Projektgröße erfolgen wird, gab es im Artikel keine Angaben.

  • Es wurde zwar schon gezeigt, aber da einige weitere Gerüste gefallen sind, wollte ich noch zusätzliche Bilder von der großartigen Sanierung der Villa Schröder beisteuern:









    Die benachbarten Gebäude in der Goldschmidtstraße sind nun vollständig eingerüstet:


    Die Villa von der Talstraße aus:



    An der Ecke zur Seeburgstraße kommt das Wohnheimprojekt voran:




    (Quelle: Eigene Bilder)

  • Riesz, vielen Dank für die Bilder :daumen:
    Es ist eine wahre Freude diese Pracht bewundern zu dürfen.
    Hier hat sich die vorangegangene Sicherung ausgezahlt.

  • Vollkommene Zustimmung. Auch die extra hergestellten dunkelrot lasierten Ziegel sind super und dürften Leipzigweit einmalig sein. Wenn da nicht der Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege der Kulturstiftung Leipzig herauskommt, weiß ich auch nicht weiter :)

  • ^ Der Preis wurde sicherlich schon für das Jahr der Fertigstellung reserviert. ;) Aber die Sanierung ist wirklich fantastisch geworden.


    Zum Floßplatz: Das jetzt in Angriff genommene Haus ist ja dann die letzte Sanierung am Floßplatz direkt. Nur neben dem von der KSW Sanierten Eckhaus am Dimitroffplatz ist ein unsaniertes Gebäude übrig. Die Sanierung wird dem rechten Nebengebäude ähneln und ein Zurück gesetztes Dachgeschoss bekommen. Sie (die Sanierung) wird sicher auch im gleichen Maße hochwertig ausfallen.
    http://www.hildebrand-juergens…auf/105.html#ahausverkauf - auf Seite 2 gibt es auch eine kurze Beschreibung des Projekts.


    Zu Gohlis: Das Gebiet zwischen Fritz-Seger-Straße und Menckestraße scheint nicht so richtig aus dem Knick zu kommen - zumindest an der Gohliser Straße liegend. In meinem Verständnis eigentlich schade da diese 2 Blöcke meines Wissens einen Alleinstellungscharakter in Leipzig haben. Einen Mix aus ehemaliger Dorfbebauung, Vorgründerzeit und eben Gründerzeit. Hoffentlich wird die Ecke an der Menckestraße wenigstens erst mal gesichert damit es nicht in drei Jahren verschwindet.

  • BAYRISCHER HOF


    Die Fassade des "Bayrischen Hof" wurde an der Wintergartenstraße zwischen erstem Stockwerk und Dachgeschoss mit einem Netz gesichert. Letzte Woche war der Fußweg vor dem Gebäude abgesperrt, ein-zwei große Steine lagen auf dem Boden.



    Blick den "Bayrischen Hof" an der Wintergartenstraße.




    An der Querstraße, nähe landwärtige Haltestelle Hofmeisterstraße.

    Einmal editiert, zuletzt von DAvE LE () aus folgendem Grund: Bilder hinzugefügt.

  • Bin am WE durch die Straße des 18. Oktober gefahren und habe dabei diese zwei Prachtstücke entdeckt.


    Diese Häuser gehören zu den wenigen Wohnhäusern, die von der projektierten Südostvorstadt realisiert wurden.


    Bekannt ist es ja schon länger, aber hier, sofern ich es nicht übersehen habe, noch nicht genannt worden. Die beiden Ex-LWB-Häuser an der Straße des 18. Oktober 13 und 15 werden derzeit von Hildebrand und Jürgens saniert:
    http://www.hildebrand-juergens.de/verkauf/1.html Damit werden nun zwei weitere Gebäude von der aktuellen 60er-Liste in Angriff genommen ( http://www.deutsches-architekt…d.php?p=266811#post266811 ).


    Hier noch die LWB-Exposés mit den Beschreibungen:
    http://lwb-immobilienangebote.de/pdf/m_18oktober_13.pdf
    http://lwb-immobilienangebote.de/pdf/m_18oktober_15.pdf


    Die LVZ berichtete am Freitag vor einer Woche (25.2.) über den Baufortschritt im Zusammenhang mit der Beschwerde einer Anwohnerin gegen die Beseitigung der Bäume und Sträucher im Hof.

  • ^ Die Villa Schröder wurde zwischen 1881 und 1883 von Carl Weichardt errichtet. Näheres dazu findest du hier.


    Ein paar aktuelle Fotos zur Villa Schröder mit Vorher-/Nachhervergleich auch von mir. Ein wahrer Glücksfall, dass die Fabrikantenvilla gerettet wurde, und dies ist wahrscheinlich nur wieder dem Umstand zu verdanken, dass das Gebäude auf der Gebäudesicherungsliste der Stadt Leipzig stand.


    Villa Schröder um 1900



    Villa Schröder 2007 (nach der 400.000-Euro-Notsicherung)



    Villa Schröder Ende Februar 2011



    Details:





    Der Sandstein im EG-Bereich wirkt stark angegriffen:



    Imposanter Eckerker




    Auch auf der Rückseite hat sich inzwischen einiges getan. So steht das sog. Kutscherhaus, das mit den gleichen dunkelroten Ziegeln gedeckt wurde, ebenfalls kurz vor der Fertigstellung:


    Rückseite 2007 mit den sichergestellten Sandsteinornamenten unterm Wellblech, die bei der jetzigen Sanierung wiederverwendet wurden.



    Rückseite Ende Februar 2011



    Kutscherhaus 2007



    Kutscherhaus Ende Februar 2011


    Bilder: Cowboy

  • VILLA KEIL


    Einige Bilder, was in den letzten Wochen im Hintergebäude der "Villa Keil" passiert ist >>



    Nun ist auch das komplette Gebäude, inkl. Dachgeschoss, eingerüstet.



    Blick auf die neue Decke des zweiten Stockwerks und neuer Boden vom dritten Stockwerk.



    Blick auf die westliche Wand vom Dachgeschoss...



    ...und ein Blick auf die östliche Wand vom Dachgeschoss.


    Weitere Bilder vom aktuellen Baustand auf http://www.stadtbild-leipzig.de <<

  • PFAFFENDORFER STRASSE 42 oder 44


    Cowboy hatte bereits im #1900 auf Seite 127 vom Gebäude in der Pfaffendorfer Straße gesprochen. Anbei zwei Bilder von heute >>



    Blick von der Pfaffendorfer Straße auf das im baubefindliche Gebäude.



    Die oberen Stockwerke sind bereits zusehen. Unten ist in der Mitte ein kleiner, blauer Elefant zusehen.


    ERNST-PINKERT-STRASSE 12


    Bilder von der Baulücke in der Ernst-Pinkert-Straße, dessen Gebäude, siehe Beitrag #1844 und #1857, am 1. Februar 2011 abgerissen wurde.



    Blick auf die Hauswand vom benachbarten art'otel.



    Hier stand das im Februar 2011 abgerissene Gebäude.



    An der Ernst-Pinkert-Straße, nähe Wilhelm-Liebknecht-Platz.

  • VILLA FROSCH


    Aktuelle Ansichten zur Sanierung der "Villa Frosch" in der Karl-Heine-Straße, nähe Felsenkeller >>



    Blick auf die "Villa Frosch".




    An der Karl-Heine-Straße.

  • ^ Danke für die Bilder, Dave. Allein die Aufnahmen auf dieser Seite (also ##1921ff) spiegeln sehr gut die aktuelle Situation in Leipzig wider. Altbauten werden (not-)gesichert, manchmal leider auch noch abgerissen, die allermeisten aber werden erfreulicherweise saniert und wieder nutzbar gemacht.

  • Beim Bayrischen Hof finde ich im Übrigen seltsam, dass das Gebäude trotz der Kriterien Eckgebäude, städtebauliche Exposition, Zentrumslage bisher nicht auf der Gebäudesicherungsliste steht und entsprechend bisher keine "richtigen" Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden konnten.

  • Ich glaube, ich kenne den Grund: Das Hotel hat vielleicht "eine besondere städtebauliche und/oder denkmalpflegerische Bedeutung". Aber das Gebäude befindet "sich zwar in einem baulich weniger guten Zustand, [ist] aber bisher nicht im Bestand gefährdet", wie es die Kriterien offenbar verlangen.
    http://www.leipzig.de/de/buerg…ekte/erneuerung/gebaeude/
    Ich war im letzten Sommer in dem Gebäude. Nach einem Brand in der Mansarde, ist die Etage darunter und das obere Treppenhaus teilweise eingestürzt oder einsturzgefährdet. Die übrigen Etagen und Räume sind im guten Zustand, aber leergeräumt und deuten den DDR- und post-1990-Glanz früherer Tage an. Insgesamt ist die Gebäudesubstanz relativ gut. Nichts deutet innen auf Einsturzgefahr oder ähnliches hin. Kann man ich auch irren...
    Vermutlich wird sich ein Investor finden, sobald das Viertel durch Neubauten am Wintergartenhochhaus usw. aufgewertet sein wird.

  • ^ Vielen Dank für die Infos. Dann täuscht der äußere Eindruck, allerdings macht mir das Dach keinen vollständig dichten Eindruck und auch die offenen Fenster sind für den Erhalt der Bausubstanz sicherlich nicht von Vorteil. Das angebrachte Netz zeigt, dass auch die Fassade langsam aber sicher substanzielle Schäden nimmt. Sicherlich muss man Prioritäten setzen, da die Gelder zur Gebäudesicherung bekanntermaßen knapp sind, andererseits erhöhen sich die benötigten Summen natürlich, wenn man in solchen Fällen bis zur Einsturzgefährdung wartet.

  • Ich weiß nicht, ob es hier schon erwähnt wurde. In der Bernhardstraße im Leipziger Osten wurde vor kurzem ein sehr imposantes Gründerzeithaus abgerissen. Zwar kommt kaum jemand aus freien Stücken in diese Gegend, aber schade ist es. Scheinbar war es zu baufällig, kann ich aber nicht beurteilen.


    google Modhinweis Cowboy: Link präzisiert.

  • ^ Imposant war es sicher nicht, aber städtebaulich wiegt der Abriss in dieser Ecksituation umso schwerer, zumal nicht davon auszugehen ist, dass dort in den nächsten 10 Jahren ein Neubau erfolgt.