Leipzig: Umgang mit Bauerbe

  • Die Prager Straße 27, für mich das schönste Gebäude am Platz, vormals Filiale des Buchverlags Velhagen & Klasing (Auflage der Familienzeitschrift "Daheim"), danach Sitz des Messinstrumentebauers VEB Excelsiorwerk, wurde von ebenderselben Firma (jetzt Rudolf Kiesewetter Messtechnik GmbH) als Bauherr saniert, Architekt war Schellko Bau aus Taucha. Die gesamte Dachlandschaft und der markante Turm wurden rekonstruiert. Zu Wendezeiten war das Gebäude auch für Leipziger Verhältnisse extrem runtergekommen. Details hier.

  • Die GRK-Holding hat wieder ein paar neue Projekte auf ihrer Website online, darunter die Coppistraße 95, ein Wohnhaus, das lt. Bing-Maps zumindest schon einmal teilsaniert worden ist, sowie die von DaseBLN in #1501 gezeigte Friedrich-Ebert-Str. 110, jedoch noch ohne Inhalt.


    In Stötteritz wagt sich das Unternehmen an das Wohnhaus Lange Reihe 10, das dieser Ansicht nach völlig verhunzt und mit stark verändertem Erdgeschoss aufwartet. Lt. der Visualisierung wird die detailreiche historische Fassade wiederhergestellt.


    Visualisierung Lange Reihe 10

    Bild: GRK-Holding




    Auch die Doppelwohnhäuser Lützowstraße 21-23 aus der Zeit um 1910 sind nun mit einer Visualisierung vertreten.

    Bild: GRK-Holding



    Dazu noch einmal der traurige Ist-Zustand der Gebäude. Der Vergleich mit der Visualisierung zeigt, dass auch hier das Erdgeschoss in den historischen Zustand rückversetzt wird.

    Bild: Cowboy

  • ^ Danke für die Infos. Bei der Friedrich-Ebert-Straße 110 ist nur ein Fehler aufgetreten, ein Klick auf Informationen enthüllt diese Visualisierung:

    Quelle: GRK-Holding


    Hier würde ich dann Lipsius recht geben - das Staffelgeschoss hier ist schon sehr auffällig und trägt nicht unbedingt zur Ästhetik bei. Allerdings sollte beim ursprünglich geplanten Sporthotel ja eine nicht gestaffelte Glasetage oben drauf, also durchaus ein Fortschritt zu den Ursprungsplanungen. Ferner sieht das Ganze in folgender Perspektive schon ein wenig niedriger aus:

    Quelle: GRK-Holding

  • Leider bin ich mir nicht mehr sicher, aber ich glaube mich zu erinnern, daß unter den Häusern, die die CG-Gruppe dereinst von der Leipziger Bürgerstiftung kaufte, auch ein Objekt eines ehemaligen Altenheims in der Corinthstraße 22 war - jedenfalls hängt dort jetzt ein GRK-Plakat.
    Weiß zufällig jemand, ob GRK alle diese Objekte erworben hat??
    http://www.bing.com/maps/?v=2&where1=Corinthstraße 22, 04157 Leipzig&encType=1

  • Ja genau die genannten Gebäude befanden sich im Portfolio der CG-Gruppe. Ob es hier eine direkte Übergabe an die GRK-Holding gab kann ich nicht sagen. Beide Projektentwickler haben jedoch bereits in der Vergangenheit kooperiert und Objekte zum Teil untereinander veräußert. Ein Beispiel wäre Blüthners Carré, aber auch die August-Bebel-Straße 47, sowie die Objekte in der Blochmannstraße.


    Ich habe das Gefühl die GRK expandiert momentan recht ordentlich, zumindest kann man immer wieder neue Planen entdecken. So z.B. auch in der Gohliser Straße direkt neben dem Eckhaus Prellerstraße. Im Forum müsste irgendwo ein Bild kursieren.


    Bilder vom Objekt Corinthstraße









    Eigene Bilder


    MfG


    Steve

  • ^ Danke für die Info. Schön, dass die Sanierung des Wahrener Rundlings, neben dem sog. Lösniger Rundling sicher das bedeutendste Wohnensemble aus der Leipziger Zwischenkriegszeit, startet. Ein wenig irritierend ist jedoch, dass mit dem 2. BA angefangen wird. Das suggieriert irgendwie, dass der 1. schon realisiert sei. Auf diesem Luftbild habe ich mal die Häuser des 2. BA rot markiert. Ich vermute, dass der 1. BA die Seite an der Georg-Schumann-Str. sowie die Straßenbahnschleife bildet, der 3. BA der Winkel Am Zuckmantel/Friedrich-Bosse-Straße.

  • Der ABV-Nord berichtet aus seinem Zuständigkeitsbereich:
    Begonnen hat die Sanierung an dem Eckgebäude Heinrothstraße/Stallbaumstraße:


    Die Sanierung in der Möckernschen Straße neben dem REWE-Markt schreitet voran. Es wird aber, fürchte ich, eine der in letzter Zeit wieder öfter auftauchenden vereinfachenden Fassaden:


    Fertig ist das Haus in der Endnerstraße:


    Nach längerer Pause geht es weiter an dem Projekt der GEM-Ingenieure in der Gothaer-Straße:

    Zwar sieht es auf dem Photo nicht so aus, aber hinter der entkernten Fassade tut sich wieder etwas.


    Die Sanierung an der Lindenthaler Ecke Magdeburger Straße schreitet voran; neue Fenster sind schon drin:


    Momentan hat die GRK-Holding fünf Projekte in der Landsberger Straße in der Pipeline. An drei Projekten gehen die Arbeiten voran, hier die Bilder:



    Inzwischen kommt die Sanierung der DGG-AG in der Breitenfelder Ecke Hölderlinstraße in Fahrt:


    Dito das schon erwähnte Projekt in der Krokerstraße:


    Schon etwas länger arbeitet die GRK an einem Haus in der Virchowstraße. Beim Blick hinter den Christo-Vorhang erkennt man, dass die Zielgerade nah ist:


    Zum Schluß noch ein Schnappschuß der Sanierung Stauffenbergstraße / Kling-Group:


    So, überstanden!

  • ^


    Am besten die Nachricht auf der Webseite, dass die beiden die Ecke prägenden Risalitkuppeln rekonstruiert werden. :daumen: Ich wünschte mal, sowas wäre in den alten Bundesländern selbstverständlich.

  • gute nachrichten, endlich verschwindet auch diese letzte ecke "grau". die oberste etage sieht zwar etwas lustlos aus, aber der rest wird sicherlich gewohnt gut.

  • Mercator-Haus

    Das wird eine vielversprechende und sehr hochwertige Sanierung. Originell finde ich die horizontale Sprossung der schmalen Fenster zwischen den Eckrisaliten, die es offensichtlich schon zur Entstehungszeit des Gebäudes gab. Dass der linke, sehr ausgeprägte Turm nicht rekonstruiert wird, ist nachvollziehbar, da er nur in Verbindung mit den markanten Turmaufbauten des (leider) nicht mehr vorhandenen historischen Eckgebäudes gut kommuniziert hätte. Einzig die Beibehaltung des nachträglich angebrachten Dachgeschosses mit glatter Neuverputzung schmälert den Gesamteindruck etwas.

  • ich kann die beibehaltung des dachgeschosses der nachkriegszeit auch nicht so richtig verstehen. es wird trotz der sanierung der grundausrichtung des gebaeudes entgegen stehen. die eigentliche architektur der vertikal gezogenen fassade mit den zwei "tuermen" wird dadurch abgewuergt. auch die beste sanierung des obergeschosses wird die glatte putz fassade mit einer schmalen dachkante nicht vom rest des gebaeudes ablenken koennen. ausserdem kann ich den sinn der verschiedenen fensterformen nicht erkennnen - man weiss nicht welche fensterform, die historisierende des dachgeschosses oder die horizontale der unteren geschosse, die richtigen sind.


    mein standpunkt zur sanierung ist, dass es eine positive nachricht fuer den erhalt des gebaeudes darstellt aber leider nicht das level erfuellt wird was hier angebracht waere. eine richtige restaurierung waere bei der lage und des prestige des objektes eigentlich vorraus zu setzen und der gewinn der bueroflachen im "falschen" dachgeschoss sollten nicht ueber der qualitaet stehen. dass das moegich ist kann man bei der KSW sanierung, weiter hinten, am mendelssohn-ufer sehen

  • Es wäre in der Leipziger Praxis der denkmalgerechten Rekonstruktion gar nicht unüblich, das aufgestockte Geschoss zu entfernen und das Dach in Originalprägung wieder draufzusetzen, mir fallen einige Beispiele ein, wo so verfahren wurde. Andererseits fällt auf, dass das Haus des Verbandes der Deutschen Handlungsgehilfen stark an den nicht mehr existierenden Eckbau angelehnt wurde. Das letzte Bild zeigt den Kontext zu dem meines Erachtens ziemlich misslungenen Nachfolger (HLKomm), der wenigstens die "Kurve" wieder aufgreift, in diesem Zusammenhang ist der Erhalt der gegenwärtigen Situation gar nicht mal so unstimmig. Im Dach befand sich früher offenbar nur ein Spitzboden zu Lagerzwecken (minimale Belichtung). Alternative: Wiederherstellung eines steilen (mansardenartigen) Daches mit Gauben, dann gäbe es ja nur einen minimalen Verlust an Nutzfläche und eine weitaus bessere optische Wirkung.


    Insgesamt bin ich froh, dass das geschichtsträchtige Gebäude erhalten und genutzt und nicht durch einen ähnlich geist- und gesichtslosen Bau wie links daneben ersetzt wird.

  • Ein paar Neuigkeiten:


    Das Götzcafé in der Zschocherschen Straße ist abgerüstet und machte zumindest im Vorbeifahren einen hervorragenden Gesamteindruck.


    Ein neues Gerüst steht in der Aurelienstraße 34.


    Aber auch für das Gebäude Aurelienstraße 26 gibt es Hoffnung auf ein baldiges gutes Ende, hier plant König Grundinvest die Sanierung:

    Bild: König Grundinvest Leipzig


    Ich erinnere mich vage, dass dort vor einigen Wochen ein Schuttcontainer auf den Hof gehievt wurde. Diese Visualisierung suggeriert, dass auch das üppig geschmückte Nebenhaus (das wäre dann Nr. 28) mitsamt Gartenhaus zum Projekt gehört:

    Bild: König Grundinvest Leipzig


    Aktueller Zustand, etliche Details wie die originalen Verkleidungen der Jalousienkästen, zum Teil sogar die Außenjalousien selbst, sind erhalten:

    Foto von mir

    Bild: Malios Immobilien


    Ebenfalls im Portfolio ist die Helmholtzstraße 25, fast direkt neben der Aurelienstraße, und mittlerweile eins der letzten unsanierten Häuser im Straßenzug:

    Bild: König Grundinvest Leipzig


    So sieht es dort jetzt noch aus, aber der Container ist schon vorgefahren. Die Aufstockung aus Nachkriegszeiten bleibt erhalten, wenigstens wird das Traufgesims erneuert und die Fassade bis dorthin wieder verklinkert.

    Foto von mir


    In der südlichen Schnorrstraße, unweit der Kreuzung mit der Rödelstraße, ist das Gebäude mit dem Knick eingerüstet.


    Ein Gerüst steht sowohl an der Scheffelstraße 36 (Connewitz) als auch an der Karl-Liebknecht-Straße 62 (ehem. "Maître"). Eine weitere Einrüstung ist in der Georg-Schwarz-Straße 133 (?) zu melden, dafür ist am Eckhaus Georg-Schwarz-Straße/Spittastraße (Nähe Georgplatz - LE. mon. hist. berichtete) das Gerüst schon fast wieder runter.

    2 Mal editiert, zuletzt von Lipsius () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Ich liefere mal noch ein Bild vom Biertunnel nach, hier ist auch die Sockelzone fertig. Mit der eigenwilligen Gliederung mit Sohlbankgesimsen in jedem Geschoss und der ja eigentlich sehr modern wirkenden strengen Rasterung der Fassade fällt dieses Gebäude von 1859 in Leipzig schon auf und auch etwas aus dem Rahmen. Wie bekannt, beherbergt es jetzt das 2-Sterne-Appartment-Hotel "SchlafGut" mit 29 Appartements zu ein oder zwei Zimmern nebst Kochnische für bis zu 4 Personen, dazu noch 6 Doppelzimmer. Als Originalelemente sind die Außenmauern, das runde Treppenhaus und die Lichtkuppel erhalten worden. Im Inneren sollen wohl die originalen Flügeltüren wiedereingesetzt worden sein.


    Fast fertig ist indessen das Wohnhaus Alfred-Kästner-Straße 72:


    Vorzustand:


    Letztes Foto von Leipziger, die anderen von mir.

  • ZSCHOCHERSCHE STRASSE


    Die nördliche Zschochersche Straße in Plagwitz blüht mit neuen Sanierungen wieder auf >>



    Weißenfelser Straße Ecke Zschochersche Straße.



    An der Zschocherschen Straße.



    Hofansicht der beiden oberen Gebäude.



    Das neuste sanierte Haus in der Straße. Kann mich noch gut erinnern, als letzten Sommer die Fassade braun und das Gebäude in einem schlechten Zustand war.



    Ein Gartenhaus für das obere Gebäude?



    So leben Geschäftsstraßen auf. Auf der gegenüberliegenden Seite der Altbauten.