Leipzig: Umgang mit Bauerbe

  • Ich schaue ja immer sehnsüchtig nach rechts, wenn ich stadtauswärts durch die Lützner Straße fahre, ob die Gebäude des MuKo-Blocks endlich mal saniert werden.


    Hier mal der aktuelle Stand für die Häuser an der Lützner Straße im MuKo-Block. Die Häuser an der Dreilindenstraße, die das große Sterben überlebt haben, sind bis auf das eine für die MuKo alle saniert (viele sind es ja nicht ;-( ), ebenso die an der Goetzstraße. Lediglich das Eckhaus gegenüber dem "Schotten" ist unsaniert und leer, aber sonst noch gut in Form. Es schwebt eine Summe von 250.000 Euro im Raum, die einige potentielle Käufer_innen doch abschreckte.


    http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000


    Die Häuser direkt neben der MuKo, Zschochersche Straße 2 a bis c, sind saniert und fast komplett vermietet. In jedem Eingang gibt es nur so zwei oder drei Wohnungen ohne Namen am Klingelschild. Durch die geschwungene Front ergeben sich teils ungewöhnliche Grundrisse: http://www.imopa.de/


    Sorgen bereitet noch die 2 d, die aus mir unerfindlichen Gründen angeschlagen mitten zwischen den sanierten Häusern steht. Zumindest ist sie seit einigen Jahren gesichert, hält hoffentlich noch eine Weile durch und kommt irgendwann groß raus:
    http://www.l-iz.de/Leben/Gesel…-Dienst-200612060015.html


    Das weiße Haus an der Ecke, Lützner Str. 2, ist saniert und voll vermietet, u.a. hat hier ein Rechtsanwaltsbüro Platz gefunden.


    Die 2a wartet noch auf die Aufhübschung außen, wird aber vermietet:
    http://expose.immonet.de/wg-ge…nahe-wohnung-9271841.html


    Lützner Str. 4 - war zumindest noch bis vor einigen Jahren bewohnt bzw. vermietet. Derzeit steht sie leer, Schicksal ungewiß.


    Die Lützner Str. 6, das grüne, relativ schlichte Haus, gehört der LWB und soll verkauft werden:
    http://www.immonet.de/exposean…58107326465&userid=923842
    http://images.immonet.de/48/38/05/85483805.pdf
    Kaufpreisvorstellung der LWB: 65.000 Euro und damit ein ganzes Stück über dem hier üblichen.


    Lützner Str. 8 steht leer. Ich habe keine Information zur Zukunft, das Haus macht aber einen stabilen Eindruck.


    Lützner Str. 10, das rote Haus mit den vorgehängten „Eisenbahnschienen“, wird von der Malios Immobilien GmbH zum Verkauf angeboten:
    http://www.myimmoworld.de/163471&origen=196
    Mit 18.000 Euro ist das ein echtes Schnäppchen, aber vermutlich muss da einiges Geld in die Sicherung und Sanierung fließen.


    Lützner Str. 12 - Islamisches Al-Sahra Center e.V. c/o Dr. Abd-Alzhra Djabar Der Eigentümer wird es wohl Stück für Stück ausbauen und vielleicht bekommt es irgendwann mal wieder ein Dach. Nur hat es die Denkmalpflege hier angeblich nicht ganz leicht.


    Lützner Str. 14 - saniert und voll vermietet


    Lützner Str. 16
    War 2004 als Wächterhaus und als Pilotprojekt im MuKo-Block im Gespräch:
    http://www.haushalten.org/Papers/presse_2004_12_01_urban.pdf Wurde von der Bauhütte gesichert, hat neue Plastefenster und wird von http://www.mund-immobilien.de/1670.htm für 50.000,- € zzgl. Maklercourtage 5,95% inkl. MwSt. zum Kauf angeboten.


    Lützner Str. 16b
    Voll saniert, Pension Grossmann


    Lützner Str. 18
    Mit vorgespanntem Netz, soll verkauft werden:
    http://www.immogenta.de/PDF/Luetzner_Strasse.pdf
    Ich hatte dieser Tage mal mit dem Eigentümer geplaudert, der es auf einer Auktion erworben hat und nun wieder loswerden will. Seine Preisvorstellungen bewegen sich so im Bereich Lützner Str. 16 (Wobei da sicher noch was geht, wer Interesse hat, möge sich bei mir melden ;-). )


    Lützner Str. 20 – voll saniertes, kleines hellgraues Haus mit einigen Firmensitzen


    Lützner Str. 22 - leer


    Lützner Str. 24, 26 und 28 sind saniert und ziemlich gut vermietet.


    Lützner Str. 30
    Ältestes Wächterhaus in Leipzig: http://www.null-euro-urbanismus.de/?p=261 Die 5 Jahre sind demnächst um, mal sehen, wie es hier weitergeht.

  • Zunächst einmal Dank@Dr. Faust für die neuen Sanierungsfotos von Eckhäusern! Ich seh das mit den Gründerzeit-Eckhäusern genauso: Wenn sie top-saniert sind, strahlen sie eine unglaubliche Eleganz aus; quasi das i-Tüpfelchen in einem gründerzeitlichen Straßenzug. Doch wenn sie unsaniert oder schlecht saniert sind, ziehen sie ein ganzes gründerzeitliches Ensemble mit runter. Nun gut, die aktuellen Entwicklungen lassen ja zum Glück hoffen. :)


    Thema günstige unsanierte Häuser:


    Es geht durchaus noch billiger und im einstelligen Bereich! Die Deutsche Grundstücksauktionen AG versteigert vom 27. bis 29. März 09 in Berlin einige Leipziger Gründerzeithäuser. Ein Objekt sogar schon ab 5.000 EUR. Also wer noch was im Sparschwein hat, dann vielleicht jetzt zuschlagen, bevor es die Inflation tut. Link: http://www.immobilien-auktione…f/dga-katalog-320-322.pdf


    PS: 'ne Platte gibts schon ab 75.000 EUR. Also wenn das nix is. ;)

  • Liebe LEgende, wollen wir uns zusammen ne Platte ersteigern? Ich sanier meine Hälfte, Du kannst Deine ja dann abreißen. ;).


    Leider sind das die Startpreise, das geht oft noch beträchtlich höher, bis zum drei- bis vierfachen des Startpreises, manchmal aber auch nicht oder nur unbeträchtlich. Hier mal die Ergebnisse der Auktionen 317-319 vom 12. bis 14. Dezember '08: http://www.immobilien-auktionen.de/de/letzte_ergebnisse.html
    Es dürfte sich lohnen, immer mal wieder einen Blick auf die Objekte zu werfen.

  • Ein Tolles Gebäude, hoffentlich wirds bald losgehen.
    Auf der Visualisierung ist ein Anbau zu sehen. sieht dort aber sehr Modern aus.
    Hoffentlich kommt auch noch ein Bau entlang der historischen Baufluchten entlang der Dresdener Straße bis zur Inselstraße
    Der Plattenbau ist aber im CG Konzept nur Grau, also gehört er nicht dazu

  • @ Dr. Faust: Danke für die Bilder. Ich wohne dort gleich um die Ecke und gehe jeden Tag an den Baustellen vorbei. Schön, dass sich auch im "abgeschiedenen" Alt-Schönefeld was tut. Vor allem sind dort gleich 5 Baustellen auf einem Haufen! Außerdem wird die abgeranzte aber sehr schöne Gründerzeit-Schule um die Ecke endlich grundhaft saniert!


    Ich habe im aphforum (gott habs selig...) schon mal Bilder gepostet, da waren die Häuser von oben noch unsaniert. Ich kann ja mal das Vergleichsbild raussuchen

  • Wow diese Unterschiede vorher - Nacher sind bei dem Bau beeindruckend, man aus so vielen Bauten oder Restruinen solche schönen Objete Zaubern, einfach toll.
    Hauptsache es wird sich die Sanierungswelle jetzt nicht ins stocken gebracht wegen der Finanzkrise.
    Es gibt noch so viele lohnenswerte Objekte in der Stadt.

  • Ach, die Finanzkrise wird nun für alles und jedes verantwortlich gemacht. Tatsache ist aber, daß diese Sanierungen eher kleinere überschaubare Projekte sind, die durch die Spaßkassen finanziert werden. Und die sind von den Turbulenzen eher nicht betroffen. Ich bin also zuversichtlich, daß die Sanierungsaktivität nicht stocken wird.

  • Ja hoffen wir das, kenne aber genug Projekte auch aus Leipzig (auch kleinere) die dadurch etwas stocken: Beispiel Villa Ecke Beethofenstraße-Wächterstraße.
    Aber stimme dem zu, die vielen kleineren Projekte sind besser und weniger anfällig als wenige große Projekte, die im Westen schon oft stocken. Zudem bleibt die Hoffmung, das einige vielleicht eher ein oder zwei Eigentumswohnungen kaufen als Anlage, als ihr Geld in Fonds zu investieren.

  • ^ Wenn ein Projekt ins Stocken gerät, wird in diesen Tagen gern die Finanzkrise vorgeschoben. Wie ein User im Frankfurt-Forum kürzlich schrieb, der inflationäre Gebrauch dieses Wortes verkommt zunehmend zur Volksverdummung. Speziell auf diesen Strang gemünzt: Ein Abflauen der Sanierungstätigkeit kann ich im Moment nicht erkennen, und wenn dann doch mal ein Projekt stockt wie aktuell in der Rackwitzer Straße, dann muss es noch lange nicht an der sog. Finanzkrise liegen.


    Dr.Faust in #770
    Vielen Dank für die umfassenden Bilder vom Interdruck-Gebäude, die später gut als Vorher-/Nachhervergleich dienen. Die Sanierung des eindrucksvollen, wenn auch jämmerlich maroden Hauptgebäudes hat ja offiziell schon begonnen, auch wenn im Moment nur entrümpelt und abgerissen wird.


    Das Bild im Link stammt von User leipziger

  • Man, man, einfach wunderbar, dass die Sanierungswelle trotz der Krise weiterrollt. Das zeigt ja letzt auch irgendwie das wirklich Werte geschaffen werden, für die auch Bedarf und Nachfrage bestehen und keine Spekulationsblasen. Solide Arbeit. Spitze! Trotz meines noch jungen Alters denk ich mir in letzter Zeit so desöfteren wenn ich durch die Straßen gehe: Welch eine Bewegung und Dynamik in dieser Stadt, endlich, endlich...nach fast 100 Jahren bekommt diese Stadt ihre verdiente zweite Chance und erblüht nach und nach wieder. Welch ein Glück.


    Daher gleich die nächste gute Nachricht:


    Die bislang recht unbekannte B.I.V. GmbH aus Rottweil hat am äußerst markanten Eckgebäude Erdmannstraße 9 in Plagwitz eine der üblichen Planen angebracht: http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000


    Die gesamte Gegend sieht durch die Vielzahl der Sanierungen mittlerweile richtig schick aus. Gibt aber trotzdem noch genügend unsanierte Häuser. Die bisherigen Sanierungen der Firma schauen recht hochwertig aus. Das Objekt selbst befindet sich laut Homepage in Vorbereitung. Dürfte also sicher bald losgehen: http://www.biv-bautraeger.de/AktuelleObjekte.htm

  • Dir kann ich nur zustimmen. Ich wohne seit 2 Jahren in Altschönfeld und das Viertel hat sich in diesem kurzen Zeitraum total verändert. Wie viele Leute hierher gezogen sind! Am Anfang war ich mit meinem Auto auf der Strasse fast alleine. Mittlerweile sind so viele Häuser rundherum saniert worden, es herrscht nun richtige Parkplatznot. Und schön zu sehen, dass es weitergeht. Es wird in einem fort saniert und die letzten Objekte kommen jetzt auch noch dran.

  • Bau- und Sanierungsupdates 9. März

    Heute noch ein paar Bilderupdates aus Leipzig. Die Bilder entstanden vor 2 Wochen und verteilen sich mal wieder ein wenig querbeet über die innenstadtnahen Stadtteile. Entschuldigt, falls vielleicht einige der Objekte bereits gezeigt wurden. Es geht los mit Gohlis-Süd.


    Im "Palaestra Lumumba" :o gehen die Arbeiten gut voran:





    Ein paar Meter weiter, Gohliser- Ecke Karl-Rothe-Straße. Der östliche Eckbau wird saniert:



    am bereits sanierten westlichen Eckbau finden allerdings auch Arbeiten statt:



    Um die Ecke ist an der MDR-Hörfunkzentrale das große Studio bereits abgerissen, Sanierungsarbeiten am Gebäude selbst und der nebenliegenden Villa haben aber noch nicht begonnen.


    Ein paar Meter weiter nordwestlich wird zwischen Ehrenstein- und Prellerstrasse dieses Gebäude saniert:



    An dieser wunderbaren Villa im Poetenweg ist leider noch nichts passiert:



    Dafür wird ein paar Meter weiter an der Kreuzung Fritz-Seger-Straße/Gohliser Straße/Poetenweg dieses städtebauliche äußerst wichtige Gebäude saniert. War m.W. auch Teil des städtischen Gebäudesicherungsprogramms:





    Der Grundstein für die auf dem ersten Bild im Hintergrund sichtbare Friedenskirche wurde übrigens im Oktober 1871 gelegt, der Entwurf stammt von Hugo Altendorff. Der Gohliser Kirchplatz hies vormals Lindenplatz. Seit einem knappen Jahrzehnt gibt es Diskussionen um die Zukunft der Kirche, deren Gemeinde sich 1999 mit der nur einen knappen Km entfernten Gemeinde der Michaeliskirche am Nordplatz zusammengeschlossen hat. Inzwischen ist klar - die Friedenskirche soll ein Haus für Konzerte, Kunst und Kongresse werden - eine Kulturkirche also. In der heutigen Printausgabe der LVZ befindet sich ein interessanter Artikel dazu.


    Direkt gegenüber der Kirche befinden sich diese zwei (vorgrdünderzeitlichen?) Gebäude, deren Erhalt städtebaulich äußerst wichtig wäre:



    Weiter gehts. Die Rückseite dieses Gebäudes mit offensichtlichem Baustopp wurde bereits vor ein paar Tagen im Wohnungsbau-Thread gezeigt:



    In der Eisenacher Straße plant die Firma L-Konzept die denkmalgerechte Sanierung des klassizistischen (?) Gebäudes mit der Nummer 21:



    In der Stallbaumstrasse, direkt neben den Rosental-Terassen, hat die selbe Firma vor, diese teilsanierte Eckgebäude nochmals, diesmal denkmalgerecht, aufzuarbeiten. Die Referenzen lassen erahnen, dass das 'ne feine Sache wird:



    An der Fechner- Ecke Stollestrasse wird diese Villa saniert:




    Sprung ins Musikviertel. Auch wenn LEgende es anders sehen wird, auch die 3 Plattenbauhochhäuser gehören zum Bauerbe. Die vieldiskutierte Sanierung hat begonnen:



    Aktueller Stand an der Villa Wächter- Ecke Ferdinand-Rhode-Straße:




    Die folgenden Bilder haben mich meine kompletten Ausweisdaten gekostet, obwohl laut Aussage der Polizisten das Fotografieren nur nicht erwünscht, jedoch nicht verboten ist. Ulkigerweise fanden beide das Gebäude äußerst hässlich und empfahlen mir die Villen der Umgebung, die allesamt schöner seien :) Was sagt ihr?


    Die Sanierung des amerikanischen Generalkonsulats scheint jedenfalls so gut wie durch zu sein, es befanden sich nur noch vereinzelte Bauarbeiter auf dem Gelände:





    Kurzer Abstecher nach Stötteritz. Das Gebäude Papiermühl- Ecke Schönbachstrasse in der Nähe des Stötteritzer Bahnhofs wird saniert:



    Und schon gehts weiter nach Neustadt. Die kümmerlichen Überreste der nach dem Brandanschlag abgerissenen Turnhalle Konradstrasse:



    Ein paar Meter weiter das Tonnengewölbe des ehemaligen Kinos, dass zum Aldi-Markt umgebaut werden soll:




    Zu guter Letzt noch 3 Eckgebäude in der Hedwigstrasse, teilweise gesichert, die derzeit in einem furchtbaren Zustand sind, aber hoffentlich bald privat sukzessive saniert werden. Zunächst die Hedwigstrasse:





  • Danke für dieses geniale Update, schon Wahnsinn was hier passiert. Besonders freuen tu ich mich aber dass endlich die 3 Hochhäuser am Johanapark losgehen, alles andere als eine hochwertige Sannierung wäre eine Enttäuschung. Ein Abriss hätte mich auch nicht gestört aber hauptsache da passiert endlich was. :daumen:

  • ...alles andere als eine hochwertige Sanierung wäre eine Enttäuschung.


    Dann darfst du jetzt einmal kurz enttäuscht sein. Zum einen, da die LWB selber nur von "Teilsanierung" sprechen und zum anderen, da man mit diesen Platten eine Zielgruppe anspricht, die sicher nicht den Preis für eine "hochwertige Sanierung" zahlen würde. Unabhängig davon, was du dir unter "hochwertiger Sanierung" bei einer Platte überhaupt vorstellst?
    Also ich stelle mir darunter einen Komplettumbau vor (inkl. Abriss mehrerer Etagen), so dass von der Platte nicht mehr viel übrig bliebe. ;) (Siehe Plattenbauschule in Südvorstadt, die durch Licon recht ansehnlich umgestaltet wurde.)


    Im übrigen weiß ich nicht, was der Kommentar von Dase soll. Das Wörtchen "Erbe" kann man wohl sehr vielfältig auslegen und interpretieren. Sicher sind die Platten aus DDR-Zeiten ein bauliches Erbe. Jedoch ein qualitativ äußerst fragliches. Das sind Gebilde, die im Endstadium der DDR entstanden, als selbige so gut wie Pleite war und "Architektur" und städtebauliche Harmonie und Identität bestenfalls eine Randnotiz waren, die sich der Idee der sozialistischen Einheitsstadt unterzuordnen hatten.


    Hier also Töne anklingen zu lassen, dass diese Gebilde etwas mit Erbe im Sinne von Qualität, Kultur, Erhaltenswürdigkeit oder gar Identität zu tun haben, erachte ich als geradezu amüsant.


    Den einzigen Zweck den diese Bauten erfüllen sollten, war die Bereitstellung von (billigem) Wohnraum, der durch Abriss von Altbauten notwendig geworden war, da man die Altbauten aus verschiedensten Gründen nicht sanieren konnte/wollte/etc. Nicht mehr und nicht weniger.


    Trotzdem dankeschön für die zahlreichen Bilder! Der Leipziger Osten macht sich! Dessen Image ist schlechter, als die Realität zeigt. Aber wie wir auf den letzten Bildern sehen, sind es eine Vielzahl von heruntergekommenen Eckbauten, die leider so manches gut sanierte Häuserensemble runterziehen. Ich hoffe, dass keiner auf die kurzfristige Idee von Abrissen kommt, wie es in der Vergangenheit leider desöfteren so der Fall war.

  • Erstmal möchte ich loswerden, wie schwach ich das Label "Palaestra Lumumba" finde. Laut LICON entstehen dort 42 Eigentumswohnungen, daher gehe ich davon aus, dass die wahrscheinlich in der Annahme, dass das etymologisch irgendwie mit Palast/Palais etc. zu tun hat, auf die herrschafliche Wohnsituation anspielen wollten. Stimmt leider nicht, eine "palestra" ist im Italienischen nichts anderes als ein Fitness-Studio. Im alten Rom war die "palaestra" übrigens der Ringplatz, man konnte aber auch mal scherzhaft ein Bordell so nennen. Da hat sich die LICON marketingmäßig ein ziemliches Eigentor geschossen, oder?


    Hier an der Ecke Berliner Straße/Kurt-Schumacher-Straße ist dieses strategisch sehr wichtige Gebäude eingerüstet, seit wann, weiß ich nicht, da es mir aber vorher nicht aufgefallen war, rechne ich mit einer Entwicklung jüngeren Datums.



    Foto von mir.


    hometownLE, auf die hochwertige Sanierung wirst Du warten müssen, die geniale Idee der LWB war, neben einigem Klein-klein im Inneren, das die völlig vermurksten Grundrisse nicht behebt, eine Außenfassade in - Achtung: Gold, Silber und Bronze - geht's denn noch blöder? Mich hätte der Abriss auch nicht gestört. Übrigens eigentlich ein guter Hochhausstandort, wo man auch durchaus was Zeitgemäßes hätte hinbauen können. Nach einer Sanierung werden uns die drei Punkthochhäuser noch mindestens zwanzig Jahre erhalten bleiben. Die Deklarierung als Bauerbe finde ich auch etwas heikel, von der Sorte Hochhaus (Wohnhochhaus PH 16 Typ Leipzig) gab es in der DDR völlig baugleich wahrscheinlich Hunderte, für mich ist da kein Erhaltungsgrund erkennbar, von den baulichen Mängeln ganz zu schweigen.