Leipzig: Umgang mit Bauerbe


  • Vielleicht sollten wir den Bau-Thread verstärkt nach Himmelsrichtungen (einen Extra-Bereich für die Innenstadt gibts ja schon), bzw. sogar gebündelten Stadtteilen sortieren, um damit letztlich auch die wenig betrachteten Stadtteile offen zu legen.


    Die derzeitige Gliederung bzw. eher Nicht-Gliederung hängt sicher mit dem Entstehen des bzw. der Threads mit der Zeit ab. Aber je mehr Bilder und Informationen kommen, desto unübersichtlicher wird es. Auch ich wäre daher sehr dafür, den "Bauerbe"-Thread zugunsten stadtteilbezogener Threads aufzulösen. So geht alles stark durcheinander, zumal sich ähnliche Fotoserien ja auch im Klatsch-Thread, aber auch noch anderer Stelle, z.B. den Projekten außerhalb des Zentrums, finden lassen. Ich bin dieser Tage dem Hinweis von Cowboy gefolgt und habe meine Bilder aus Alt-Lindenau bei den Galerien eingestellt.
    Leipzig - Unterwegs in Lindenau und Altlindenau
    http://www.deutsches-architekt…rum/showthread.php?t=7983


    Allerdings sind dafür weder die 10 Stadtbezirke noch die 63 Ortsteile sinnvoll.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Ortsteile_Leipzigs


    Denkbar wäre z.B. ein grob nach Himmelsrichtungen und auf die Gründerzeitviertel ausgerichtetes Konzept:


    Leipziger Westen:
    alles westlich von Elster und Auenwald, nur ohne Grünau
    Altlindenau, Lindenau, Neulindenau, Leutzsch mit Lützner Straße, Merseburger Straße und Georg-Schwarz-Straße
    Schleußig, Plagwitz, Kleinzschocher mit Könneritzstraße, Industriestraße, Zschochersche Straße/Dieskaustraße, Karl-Heine-Straße, Antonienstraße


    Zentrum-West:
    zwischen Elster, Elstermühlgraben, Ring, Harkortstraße, Wundtstraße, Scheibenholz
    Waldstraßenviertel, Westplatz, Gottschedstraße, Musikerviertel


    Leipziger Süden:
    Südvorstadt und Connewitz, links und rechts der Karli zwischen Wundtstraße und Eisenbahn


    Leipziger Osten:
    Zwischen Eisenbahn und Eisenbahn ;-), Straße des 18. Oktober bis Eisenbahnstraße und jeweils etwas darüber hinaus, den Kern bilden Dresdner Straße, Prager Straße, Riebeckstraße
    Graphisches Viertel, Neuschönefeld, Neustadt, Volkmarsdorf, Reudnitz, Thonberg, Anger-Crottendorf, hier auch noch Stötteritz ?


    Leipziger Norden:
    Zentrum-Nord, Gohlis, Eutritzsch mit Eutritzscher Straße, Georg-Schumann-Straße und Delitzscher Straße


    Wo könnte man solche Fragen diskutieren? Hier im Thread ist es wohl der falsche Ort.

  • Ihr habt schon recht, hier wird es langsam sehr unübersichtlich. Ich habe gerade gesehen, dass viele Gebäude, die ich hier gepostet habe auch schon in den Galerien zu sehen waren. Vielleicht sollte man grundsätzlich dort den Zustand dokumentieren und hier das Dynamische, eben den Umgang mit Bauerbe, - also wie es Cowboy oft so schön macht, die Vorher-Nachher-Vergleiche.

  • ^ Dazu eine technische Frage: ist es möglich, Links auf die Galerien hier im Leipzig-Forum fest zu hängen? Das würde glaube ich die Akzeptanz der Galerien erhöhen.

  • Vor kurzem wurde ich auf die begonnene Sanierung des Objekts Kohlgartenstr. 20 in Reudnitz aufmerksam. Die Gegend um die Kohlgartenstraße ist heute leider ziemlich perforiert, was größtenteils an den Flächensanierungen und tlw. Neubebauung mit Plattenbauten (Quartier Kreuzstr.) in der späten DDR-Zeit zusammen hängt.


    Die Kohlgartenstr. als Begrenzung des Quartiers ist jedoch noch recht vollständig. Der Stand der Sanierung lässt jedoch zu wünschen übrig, lediglich ein Haus von den fünf des folgendes Bildes ist zufrieden stellend saniert:



    Nun das Objekt Nr. 20, Baujahr 1886/87.



    Bemerkenswert finde ich die Terrakotta-Reliefs im oberen Geschoss, die in ihrer hochwertigen Machart nur an repräsentativen Häusern zu finden sind, z.B. an dem bekannten Haus Stephanstr. 16/18 (Der ein oder andere dürft dieses Haus aufgrund der mächtigen Atlanten, die den Erker über der Haustür stützten, kennen.)



    Was die Sanierung angeht, habe ich mich informiert:
    Die Fassade wird wieder hergestellt, inkl. neuer denkmalgerechter Fenster und Haustüren und Dachzone. Wie üblich wird ebenfalls das Treppenhaus im alten Zustand wiederhergestellt, danach scheint allerdings Schluss zu sein. Die bisher zwei Wohnungen je Etage werden in drei aufgeteilt, diese mit neuen Türen, GK-Decken, Laminatböden und Raumfasertapete ausgestattet.


    Infos gibt es hier (Exposé herunterladen):
    http://www.sfgag.de/main/immobilien/denkmal_7i_7h_estg


    Die Fotos sind von mir.

  • Nach den Westen und dem Osten nun noch ein kleiner Ausflug in den Norden, nach Gohlis Mitte. Die sanierten Prachtbauten waren schon zu sehen, ich zeige wieder mal, wo's noch klemmt:


    Kritisch wird es für dieses Eckebäude, das die Daumierstraße zur Virchowstraße abschließt. Das Dach ist seit Jahren praktisch inexistent, der Bürgersteig ist eingerüstet, um die Passanten vor herabfallenden Fassadenteilen zu schützen. Ob eine Rettung überhaupt möglich ist, weiß ich nicht, sicherlich sollte schnellstens ein Notdach her. Das wäre meiner Meinung nach auch ein Fall für das Gebäudesicherungsprogramm der Stadt, zumal die Virchowstraße bis hoch zur Gottschallstraße eine sonst durchgehend erhaltene Gründerzeitbebauung hat (Ausnahme ist der Konsum), Stichwort Ensemblewirkung.


    Das Haus gegenüber (Daumierstraße 2) macht einen besseren Eindruck und bleibt wahrscheinlich aus eigener Kraft noch eine Weile stehen.


    Etkar-André-Straße 4, gebaut um 1905.


    Das Eckhaus Etkar-André-Straße/Daumierstraße...


    ...und das daneben (Daumierstraße 6).


    Die Virchowstraße 8 ziert schon seit langem ein Plakat der GRK-Holding, ohne das etwas nennenswertes geschehen wäre.


    Eckhaus Coppistraße/Michael-Kazmierczak-Straße.


    Diagonal gegenüber - work in progress - Coppistraße 54.


    Macht auch unsaniert einen ganz guten Eindruck, Coppistraße 62.


    Alle Fotos von mir.

  • Ich wußte gar nicht, wo ich es reinpacken sollte, aber der Spiegel berichtet heute groß und mir detailreichen Innenfotos von der Sanierung der Crottendorfer Straße 4 in Reudnitz: http://einestages.spiegel.de/e…1/l0/F.html#featuredEntry :)


    Hoffentlich wurde der Abschnittsbevollmächtigte informiert. Es handelt sich um folgendes vielversprechendes Eckhaus: http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000


    Interessanter Fund, danke. Im Prinzip ist er im Kaffeeklatsch-Thread gut aufgehoben, da die Sanierung aber unmittelbar bevorsteht, passt er auch in diesen Strang. Gruß, Cowboy

  • Essener Straße 105 bis 113 - zwischen Kopernikusstraße und Tschernyschewskistr.
    http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000


    Ziemlich mutig, immerhin dürfte in den nächsten Jahren der Straßenverkehr da eher noch zunehmen. Über die Essener in Verlängerung der nun bald auzubauenden Max-Liebermann-Straße sollen doch B 6n, B 87 und Mittlerer Ring geführt werden: http://de.wikipedia.org/wiki/Mittlerer_Ring_(Leipzig). Ein Straßenneubau soll parallel zu Eisenbahnstrecke laufen, die irgendwo im Bereich der Parthe über eine neue Brücke überwinden und dann an der Braunstraße im Gewerbepark Nordost rauskommen.

  • Leutzscher Höfe


    Das Thema schafft es in die LVZ-online mit einem ausführlichen Artikel und einer Bildergalerie:
    27.01.2009


    LWB gibt 500 Wohnungen in Leutzsch auf - Suche nach Investor
    http://www.lvz-online.de/aktuell/content/86072.html

    - etwa 500 zum großen Teil leer stehenden Wohnungen in Leutzsch
    - notwendige Sanierung der denkmalgeschützten Gründerzeithäuser zwischen Georg-Schwarz- und William-Zipperer-Straße wäre für LWB zu teuer.
    - LWB schätzt die Lage wegen des Umfelds in der Georg-Schwarz-Straße unter Vermieteraspekten als problematisch ein. "Viele der Häuser dort stehen leer und sind heruntergekommen, Schaufensterfronten verdreckt."
    - 4 Abschnitte sollen paketweise an Investoren abgegeben werden
    - "Es macht aus unserer Sicht nur Sinn, wenn wir einen Käufer finden, der so ein ganzes Karree übernimmt", erklärte LWB-Sprecher Gregor Hoffmann gegenüber LVZ-Online. Ein möglicher Investor müsse die Häuser sanieren und die Innenhöfe attraktiver gestalten. Für einen Paketkäufer wäre die Vermarktung deutlich leichter, wenn die Häuser zusammenhängen, außerdem könnte die Gestaltung dann einheitlich ausfallen.
    - Ein Abriss der vier Blöcke kommt demnach definitiv nicht in Frage. "Wir wollen den gesamten Standort wieder beleben, ein richtiger Kiez könnte dort entstehen. Dazu gehören nicht nur die Wohnungen, sondern auch Einzelhändler, die sich in den Gebäuden einmieten könnten", so Hoffmann.
    - bislang allerdings noch kein Interessent für den seit Oktober vergangenen Jahres ausgeschriebenen ersten Block gefunden.
    - Sanierung durch die LWB unwahrscheinlich. "Die Finanzkraft ist im Augenblick nicht da." Außerdem sei die Instandsetzung der denkmalgeschützten Häuser für Privatinvestoren wesentlich attraktiver. "Es gibt da verschiedene Abschreibungsmöglichkeiten, die wir als städtisches Unternehmen nicht haben."
    - Kosten für einzelne Häuser zwischen 95.000 und 240.000 Euro
    - jeweils etwa sieben bis zwölf Wohnungen, zwischen 1900 und 1910 erbaut und zum großen Teil noch mit Ofenheizung
    - Sollte auch in der nächsten Zeit kein Käufer gefunden werden, werde geprüft, ob Fördermittel für das Areal beantragt werden können.
    - Baubürgermeister Martin zur Nedden hatte vor einem Jahr zugesagt, den Straßenabschnitt zwischen Hans-Driesch- und Hupfeldstraße in den mittelfristigen Plan aufzunehmen. "Vielleicht nehmen wir ihn zwischen 2010 und 2012 in Angriff, wenn Geld zur Verfügung steht."
    - LWB-Aufsichtsrat Rainer Fornahl nannte damals das EU-Fördermittelprogramm "Jessica"
    - "Wir sind offen für Ideen und suchen gemeinsam mit der Stadt nach einer Lösung", erklärte Hoffmann.

  • Neues Finanzamt II

    Das Finanzamt Leipzig II hat sein neues Domizil am Nordplatz nach zweijähriger Sanierungszeit bezogen. 270 Mitarbeiter verteilen sich auf 4000 qm. Die denkmalgerechten Sanierungsarbeiten des 1921/22 für das mitteldeutsche Braunkohlesyndikat errichtete Verwaltungsgebäude beliefen sich auf 7,4 Millionen Euro. Das äußere Erscheinungsbild wurde dabei nicht verändert. Seit 1993 stand das Gebäude, das zuletzt als Schule genutzt wurde, leer.


    Mehr Infos dazu unter folgenden zwei Links:
    http://www.lvz.de/aktuell/content/86567.html
    http://www.lvz.de/aktuell/content/86572.html


    Fotos vom Gebäude während der Umbauphase im Sommer gibt es hier. Ich glaube, es lohnt sich auch jetzt nochmal mit der Kamera vor Ort zu begeben, um ein paar Innenansichten (insofern erlaubt wird) abzulichten.

  • ^
    Druckausgabe der LVZ zu diesem Thema:
    "In einem dritten Bauabschnitt werden nicht mehr benötigte Teile des Behördenzentrums Berliner Straße/Weinertstraße zurückgebaut." Ich frage mich gerade, was das konkret bedeutet!

  • Berliner Straße Ecke Erich-Weinert-Straße. Hmm, dort stehen vier (?) Gründerzeithäuser. Zwei davon saniert, eins davon leerstehend. Aber da ist ja keine Behörde drin. Sonst stehen dort doch nur Neubauten rum. Moderne Bürohäuser.

  • Mich freut gesehen zu haben, dass an diesem Gebäude in der Tschaikowskistraße (Nr. 13)...



    ...seit kurzem eine Plane der GRK-Holding hängt. Bin gespannt auf das Ergebnis. Auf der Homepage verlauten noch keine konkreten Pläne.


    (älteres Foto von mir)

  • In Leipzig gibt es inzwischen fast 50 unsanierte Altbauten, an denen teilweise seit Jahren Planen hängen. Ich hoffe, es passiert mit diesen Bauten wirklich etwas. Ostplatz, Coppistraße, Fregestraße, Kollwitzstraße ... überall schon sehr sehr lange GRK-Planen!
    Ja, ich weiß, wie die Firma arbeitet. Doch seit einiger Zeit sind nicht viele Gründerzeithäuser von GRK begonnen wurde; man konzentriert sich eher auf 20er-/30er-Jahre-Projekte. :confused:

  • Hallo DrZott, zumindest dürften die Häuser erst einmal gerettet sein und nicht weiter verfallen, denn am Bauerhalt hat der jetzige Eigentümer ureigenstes Interesse. Er ist solvent, vor Ort und hat genügend Bausachverständige und - ausführende zur Hand. Insofern ist bei den Häusern im Vergleich mit denen im Besitz von über die ganze Welt zerstreuten und verstrittetenen Erbengemeinschaften schon mal sehr viel gewonnen.


    Das Wächterhaus Ludwigstrasse 99 im Leipziger Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld wird heute in dem Schweizer Magazin swissinfo vorgestellt:
    http://www.swissinfo.ch/ger/st…&cKey=1233311736000&ty=st
    Nichts wirklich neues, aber das Modell zieht seine Kreise. Und Leipzig wird zur neuen sächsischen Schweiz ;). Auch in der Georg-Schwarz-Straße 9 - kunZstoffe - sind ja schon Künstler_innen / Student_innen aus der Schweiz zu Gange.


    Gerade gefunden: Die erste Ausstellung dort ist gerade angelaufen: http://www.uni-weimar.de/cms/i…id=455&mitteilungid=59744
    Die Eröffnung findet am 29.1., ab 18 Uhr im ehemaligen Schmuckgeschäft Schöbel, Georg-Schwarz-Straße 9 in Leipzig-Lindenau, statt. Gastgeber ist der neu gegründete Verein kunZstoffe e.V., der hier im Frühjahr einen Raum für Kultur und Begegnung einrichten wird. Vom 29. Januar bis zum 15. Februar sind die Installationen, Performances und Aktionen im Stadtraum zu sehen und zu erleben. Die Details zu den Projekten mit Standorten und Zeiten findet man unter http://www.uni-weimar.de/mfa/ (news).

  • :D:daumen:


    http://www.haushalten.org/de/geplante_objekte.asp


    Erstes Wächterhaus im Leipziger Norden


    Seit dem 28. Januar 2009 leuchtet ein gelbes Wächterhausbanner am denkmalgeschützten Gründerzeithaus Georg-Schumann/Ecke Slevogtraße.


    Nachdem 12 Wächterhäuser bereits im Leipziger Westen und Osten wertvolle Gebäude wieder beleben, so folgt nun das erste Wächterhaus in einem Gebiet, das einen weiteren Handlungsschwerpunkt der Stadt Leipzig darstellt. Die Georg-Schumann-Straße ist in diesem Jahr Teil des Programms „Nachhaltige Stadtentwicklung“ des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und als längste Leipziger Magistrale von besonderer Bedeutung.


    Sobald die wichtigsten Sicherungsarbeiten abgeschlossen sind, informieren wir an dieser Stelle und über den Interessentenverteiler wann Besichtigungstermine möglich sein werden (voraussichtlich ab Mitte Februar 2009). ...


    http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000