Leipzig: Umgang mit Bauerbe

  • ^ Ergänzend zu leipzigers hervorragendem Bericht, lasse ich mal ein paar Vorkriegsbilder sprechen, die baulich auch die heutige Situation einigermaßen widerspiegeln. Dort schlummert viel Potential, wahrscheinlich viel zu viel Potential. Meine Frage: Hätte die Neue Messe, anstatt auf der grünen Wiese vor den Toren der Stadt, nicht lieber hier realisiert werden sollen?


    Blick über die Technische Messe zum Völkerschlachtdenkmal (Aufnahme von 1938).



    Blick vom Völkerschlachtdenkmal auf die Technische Messe (Aufnahme von 1938).




    Technische Messe, Luftaufnahme von 1937



    Großmarkthalle nach den Plänen von Hubert Richter zwischen 1927-1929 erbaut. Realisierung Dyckerhoff & Widmann.


    Großmarkthalle heute: http://upload.wikimedia.org/wi…smarkthalle_Leipzig01.jpg



    Kuppelhalle - von Wilhelm Kreis anlässlich der Internationalen Bauaustellung errichtet (Aufnahme von 1928).



    Kuppelhalle heute (Aufnahme vor der Sanierung/Neunutzung im Jahr 2006).


    Alle Bilder aus http://www.lipsikon.de entnommen (Einbinden der Bilder ist mir erlaubt)

  • schöne bilder.
    deine frage ist leicht beantwortet: klares nein.


    die alten hallen stehen unter denkmalschutz. für modernen messebetrieb sind sie aber ungeeignet.

  • ^ Verstehe ich nicht. Groß genug sind die Hallen doch allemal für einen modernen Messebetrieb. Der einzige Nachteil zum jetzigen Messegelände wäre vielleicht das weitläufigere Wegenetz. Wer schon mal auf der Frankfurter Messe war weiß, dass lange Distanzen schnell ermüdend sind. Da sind die kürzeren Wege auf dem Neuen Messegelände sicherlich angenehmer.

  • es kommt nicht nur auf die grösse, sondern auch auf die technik an.
    moderne hallen verfügen über riesige tore, um die messestände schnell auf- und abbauen zu können. usw.


    ausserdem müssten sich messebesucher erst mit dem auto durch die stadt quälen und würden dann doch keinen parkplatz finden. dann schon lieber ein modernes gelände an der autobahn. und wenn der city-tunnel fertig ist, sind es ja auch nur ein paar minuten bis zum markt.

  • Richtig, die alten Hallen von damals hätte man nicht mehr weiterverwenden können. Daher wäre ein Komplettabriss der Technischen Messe unumgänglich gewesen; bei Beibehaltung des Standorts. Dies hätte bedeutet, dass man mehrere Jahre lang keinerlei Messe in Leipzig hätte ausrichten können. Für eine Messestadt tödlich. Die damalige Entscheidung zum Bau der Neuen Messe finde ich im Nachhinein sehr gut überdacht und richtungweisend. Der Autoverkehr wird aus der Innenstadt herausgehalten und die Anbindung an den Flughafen ist auch besser. Aus architektonischer Sicht wurde Leipzig damit doppelt beschenkt. Zum einen ist die Neue Messe ja wirklich ein Schmuckstück und zum anderen konnten dadurch die Gebäude der alten Messe bestehen bleiben.
    Als zentrales städtisches Gewerbegebiet und Forschungsmeile scheint das Gebiet nun so langsam auch wieder eine Zukunft gefunden zu haben.


    Wie schon in einem anderen Thread erwähnt, würd ich ja gern eine Ost-West-Allee durch dieses Gebiet gern sehen. Inkl. breiter Fußwege und neuer Gebäude entlang der Allee. :)

  • Am 09. September 2007 war auf der alten Messe, Tag der offenen Tür wo 15.000 Besucher kamen. Auch ich war an den Tag mit meiner Kamera unterwegs :D und konnte ein interessantes Bild im Russischen Pavillon machen.


  • Hallo,


    ich wäre für ein Messe-Museum auf der Alten Messe. Das Gebäude neben dem Messe-M. Weiß nicht, ob dieses Haus, der Komplex noch frei ist.

  • Cowboy :
    Vielen Dank noch für die zahlreichen, eindrucksvollen Bilder entlang der Straße des 18.Oktober.


    Und dank der sehr guten Informationen von leipziger wird einem deutlich, wie es hier heute hätte aussehen können. Da kommen einem fast die Tränen...


    Aber OK, zumindest konnte im 2.WK so auch nicht viel zerstört werden. Wie es scheint, sind die alten Pläne jedoch noch vorhanden und schlummern in den Schubladen der Leipziger Stadtplaner auf ihre (Teil-)Realisierung, wie beispielsweise die angesprochene Straßenbrücke über die Bahngleise der Bayrischen Bahn. Ein Blick in die Archive wäre sicher höchst interessant, was da hinter den Kulissen als noch so geplant war. Schade, dass vor allem einige Gebäude entlang der Straße des 18. Oktober in der Nähe des heutigen Wilhelm-Külz-Park nicht mehr vorhanden sind (gut zu sehen auf Bild 2 von leipziger). Ich vermute mal, dass hier Rückbebauung stattgefunden hat. Ähnlich wie im früheren König-Albert-Park (Clara-Zetkin-Park), wo der Park zu DDR-Zeiten auch umgestaltet wurde.


    Ein paar Bilder vom heutigen Zustand des Gebiets habe ich übigens hier vor kurzem gepostet: http://www.deutsches-architekt…php?p=169442&postcount=51

  • Das Gründerzeithaus in der Hermann-Liebmann-Strasse 43 wird baulich gesichert. Die Kosten für die Sicherung des Eckgebäudes werden mit rund 58.000 Euro veranschlagt Die Stadt wollte eigentlich Links und Rechts der Hermann-Liebmann-Strasse alle Häuser abreißen lassen um Platz zu schaffen für den 4 spurigen Ausbau der Strasse zwischen Eisenbahnstrasse und der Wurzener Strasse. Aber dafür hat Sie kein Geld. Schade nur das die Nachbarhäuser Rabet 58 und 60 schon abgerissen wurden.
    Quelle:lizzy-online.de




  • Die alte Post in Mockau ist gerettet.
    Das Gebäude aus dem Jahre 1916 befindet sich in einem desolaten Zustand. Der aktuelle Planungsstand umfasst einen Passagenänlichen und barrierefreien Eingangsbereich mit Zugang zum Aufzug. In dem Erdgeschoss sollen 2- 3 Gewerbeeinheiten sowie in den oberen Etagen Praxis- und/ oder Kanzleiflächen sowie Wohnflächen entstehen.






  • Es ist wirklich erstaunlich, wie die Sanierungsbemühungen in Leipzig in Fahrt kommen. Zunehmend richtet sich das Augenmerk auf die noch üppig vorhandenen 20er-Jahre-Wohnbebauung und Altbauten entlang der desolaten Ausfallstraßen der Stadt. Wenn es in Zukunft gelingt, die verödeten Hauptstraße wieder zu beleben und in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen, steigt Leipzig m.E. in die Top 5 der sehenswertesten Großstädte auf.


    Sehr gefreut habe ich mich über die Nachricht, dass der Wahrener Rundling, ein städtebaulich sehr hochwertiges Ensemble von Stadtbaurat Hubert Ritter um 1930 errichtet, an die GRK-Holding verkauft wurde. Das verspricht eine wie gewohnt hochwertige Sanierung der im Moment leerstehenden und verwahrlosten Gebäude zu werden.


    In Copy&Paste-Manier von APH-User Stiffler (er wird Verständnis dafür haben) ein Luftbild vom Rundling:
    http://i170.photobucket.com/al…5/Stiffler2207/aph2-1.jpg

  • Wie schön die GRK-Holding ehemalige Arbeiterwohnquartiere aus den 1920er-Jahren aufwertet, kann man auch bei ihrem aktuellen Projekt in der Blochmannstr. nachvollziehen. Dort saniert sie in mehreren Bauabschnitten eine über lange Jahre leerstehende Eisenbahnersiedlung. Von daher freue ich mich auch auf die Realisierung beim Wahrener Rundling durch selbiges Unternehmen.


    Ein paar Fotos von der Eisenbahnersiedlung in der Blochmannstraße:


    2 Bilder von der Blochmannstraße vor der Sanierung




    Und ein paar Bilder nach der Sanierung







    Die Häuser verlaufen, wie soll's auch anders sein, parallel zum Eisenbahnviadukt (u.a. ICE-Trasse Frankfurt-Dresden). Auffallend hier, die Geibelbrücke aus dem Jahre 1905:



    Bilder von mir

  • Zu späterer Stund' noch ein schönes Sanierungsobjekt aus der Dresdner Straße, das mit Hilfe des Gebäudesicherungsprogramm der Stadt einen neuen Investor gefunden hat. Die Vorher-/Nachherbilder vom lieben leipziger halte ich für sehr aussagekräftig:







    Alle Fotos von DAF-User leipziger

  • Wow genial gemacht. So kann man schonmal ganze Stadtteile aufwerten. Das sollte man im Pott auch mal machen. Kleiner Kritikpunkt ein Paar Bäume kämen vll auch noch gut oder Blumenkästen.

  • ^ Nun ja, die Aufnahme ist 1.) vom Februar, wo noch niemand seine Blumenkästen herausgestellt haben dürfte, und 2.) waren zu diesem Zeitpunkt die Sanierungsarbeiten auch noch nicht abgeschlossen, weshalb das Eckhaus leer stand. Meine 2 kleinen Kritikpunkte an dem Gebäude wären zum einen die etwas lieblos gestalteten Dachgauben, zum anderen hätten die (Pseudo-)Balkone ruhig noch etwas dezenter ausfallen können.


    Es ist aber schon fast eine Leipziger Besonderheit (das hast du, Westropolis, schon richtig eingeschätzt), dass die Straßen nie groß von Bäumen gesäumt werden. Aber da ist man jetzt fleißig dran, diesen "Makel" auszugleichen. Wenn du dir das 2. Bild von unten noch mal anschaust, fällt dir auf, dass dort eine junge Baumreihe entlang der Dresdner Straße gepflanzt wurde.

  • Es ist aber schon fast eine Leipziger Besonderheit (das hast du, Westropolis, schon richtig eingeschätzt), dass die Straßen nie groß von Bäumen gesäumt werden. Aber da ist man jetzt fleißig dran, diesen "Makel" auszugleichen. Wenn du dir das 2. Bild von unten noch mal anschaust, fällt dir auf, dass dort eine junge Baumreihe entlang der Dresdner Straße gepflanzt wurde.


    Wobei das ganz früher mal bedeutend anders war! Man schaue sich die alten s/w-Bilder von vor dem WKII an. Neben der Dresdner Straße soll übrigens auch die Windmühlenstraße in den nächsten Jahren umgestaltet, und dabei auf beiden Seiten mit Bäumen beflanzt werden. :)

  • Die Rennbahntribüne Scheibenholz ist nach jahrelanger Verzögerung endlich saniert. Am 1. Mai besuchten bereits mehr als 12000 Pferdesportbegeisterte das Rennen mit der neuen alten Tribüne, die 1907 von Otto Paul Burghardt errichtet wurde.


    Nahaufnahme mit Zoom



    gleiche Perspektive, wenig Zoom



    In der oberen Virchowstraße zwischen Coppistr. und Gottschallstr. fielen die Gerüste für das letzte, noch zu sanierende Gründerzeitwohnhaus.



    Der Fries scheint mir nicht historisch bedingt, sondern eine Neuinterpretation zu sein.


    Bilder von mir am Samstag geknipst worden.