Estrel Convention Center


  • Ich bin nicht gerade ein Fan von Hochhäusern die so weit entfernt von der Innenstadt und eigentlich einem prädestinierteren Hochhausstandort wie dem Alexanderplatz entstehen.


    Klar ich fände HH am Alex auch schön aber auf der anderen Seite finde ich diese "Unlogik" solch einer Stadtstruktur gerade spannend, da sie den Blick nicht nur auf das Zentrum zieht sondern auch aufzeigt, dass die etwas äußeren Stadtgebiete mit kraftvollen Statements aufwarten können und entdeckt werden wollen.
    Das chaotische Berlin eben.


    Ich denke, dass wir mit Eröffnung des BER nach und nach eine Ausbreitung und Entwicklung von Polyzentren gen Süden erleben werden.
    Schon jetzt gibt es für diese Entwicklung im Umfeld des neuen Airports die ersten Ausformungen, die auch einem städtebaulichen Plan folgen.



    necrokatz :
    Estrel stellt nicht nur auf "egozentrische" Weise sicher dass all ihre Konferenzteilnehmer in nächster Nähe zum hoteleigenen Tagungsort übernachten können sondern stützt mit dieser Investition auch einen großen Standortvorteil der Konferenz- und Fachtagungsmetropole Berlin: in kaum einer anderen Weltstadt dürften Luxus-Hotels dank des Überangebots derart preisgünstig sein.
    Also Lobpreisung statt Häme ist angesagt.

  • Zum Erfolg verdammt

    176m das wäre tatsächlich ein Statement! Bis es aber konkret wird, kann man erst einmal wieder nur spekulieren - was wir hier ja auch alle so gerne tun ;)


    Fall1: Gesetzt der Fall, das Projekt würde 1:1 durchgewunken und tatsächlich auch erfolgreich realisiert und betrieben. Dann gäbe es in der Tat in einem primären Industrie- und Gewerbegebiet mit ebenfalls eher vernachlässigtem bis schmuddeligem Wohnraum und entsprechendem Einzelhandel plötzlich neben dem bisherigen Flagschiff Estrel auch einen echten Wolkenkratzer der knapp auf die Hälfte des Fernsehturms käme und alle anderen Zentren inkl. Potsdamer Platz, Zoo und (künftig Alex?) noch einmal überbieten würde (rein von der Höhe). Um sich zu rechnen, müsste eine gewisse Auslastung der zusätzlichen Kapazität erreicht werden. Vorausgesetzt auch dies ist der Fall und es wäre auch ein ökonomischer Erfolg, dann würde sicher alleine durch die wachsende Zahl der Touristen auch dieses Umfeld langsam aufgewertet, so wie es mit einzelnen Läden (UK-Laden, Bio-Discounter etc.) schon aufgrund des Nordneukölln-Hype in Ansätzen schon jetzt passiert. Kurz: Der neue Flughafen spült die Gäste rein, einige bleiben gleich hier hängen und bringen alleine durch ihre Masse zusätzliche Kaufkraft in die Gegend. Neukölln erlebt also eine gewisse Blüte, was mich sehr freuen würde. Wenn dann noch tolle Architektur hinzukäme...


    Fall 2: Das ganze wird eingedampft und kommt dann zum Beispiel etwa halb so groß. Immer noch toll für die Gegend und sicher verbunden mit einem abgeschwächten Aufwertungstrend vom Fall 1.


    Fall 3: Es kommt weiterhin gar nichts, oder nur das Convention Center. Das wäre schade, aber entspräche letztlich nur dem Status Quo.


    Fall 4: Das ganze kommt komplett oder nahezu komplett durch, aber rechnet sich nicht. Das wäre vermutlich die größtmögliche Katastrophe auch für das bisherige Erfolgsmodell Estrel. Der Turm stünde also als negatives Symbol, es sei denn er kann dann stattdessen auch Büros oder sogar Wohnungen aufnehmen, was aufgrund der Strukturen und Grundrisse sicher nicht so einfach wäre. Für den bisherigen Bau des Estrel würde hingegen bei einer Pleite sicher ein neuer Betreiber gefunden...

  • @Bato:
    Du hast Recht, nach den mir bekannten Informationen soll das Projekt in jedem Fall durch das Baukollegium behandelt werden, leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen von welchem Architekten die vorgestellten Entwürfe kamen.
    Aber warum bist Du gegen Hochhäuser außerhalb des Zentrums?
    Ich persönlich halte nicht viel von "Clustern", ich denke HH sollten eher als architektonisch hochklassige solitäre Landmarken die Stadtregion akzentuieren.


    Streletzki (der Betreiber des Estrel) will den Bau angeblich komplett aus eigenen Mitteln finanzieren (lieber Betongold als wackeliger Eurocash?), und ich denke daß das geplante Convention Center vielleicht auch schon darauf ausgelegt ist, des Geschäft des bald als Kongreßzentrum vom Netz gehenden ICC zumindest partiell zu übernehmen; dazu würde dann auch der Hotelturm passen, und eine der neuen Konfiguration der Berliner Stadtregion angemessenere Lage als ausgerechnet das ICC weit im Westen hätte Estrel 2.0 sowieso.
    Ich denke, die Gewichte werden sich sowieso nach Südosten verlagern, und wenn das Projekt realisiert wird, dann wird das Estrel 2.0 in vielleicht fünf Jahren wie die Spinne im Netz Besucher auf dem Weg vom BER in die Innenstadt absaugen; die Lage ist ziemlich gut, direkt am S-Bahn-Ring und künftig A 100, direkt neben Berlins angesagtestem Kiez, mit zunehmendem Clubleben im Industriebarackengebiet am Schiffahrtskanal, trotzdem ohne Lärmkonflikte mit der Hotelnutzung.
    Wie sang schon Frank Sinatra:
    "If you can make it there, you can make it anywhere,
    it's up to you Neukölln, Neukölln..."
    :D

  • ^ sehe ich wie Du Urbanist.Ich bin kein Freund von Hochhausansammlungen.Lieber einzelne Landmarken,auch an dezentralen Standorten. Und 170 m sind ,international gesehen, auch nicht so hoch.

  • Ein Hochhaus dient ja keinem Selbstzweck und soll da errichtet werden wo es Sinn macht. Wenn die Betreiber des Estrels hier einen Bedarf sehen wünsche ich Ihnen viel Glück und Erfolg mit dem Projekt, und ich freue mich über ein weiteres (eventuelles) architektonisches Highlight in Berlin. Wirtschaftliche Impulse können in Neukölln wohl kaum schaden, auch wenn die Hipster Fraktion das warscheinlich anderst sieht. Das das Konzept nicht aufgeht kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Das Estrel läuft gut und ist etabliert, zusätzliche Hotelzimmer mit einem atemberaubenden Blick über Berlin werden die attraktivität wohl kaum mindern – jeder der schonmal im ParkInn war weis wovon ich rede.

  • Hat denn schon jmd mal an eine gemischte Nutzung gedacht?


    Streletzki macht es ja erst seit wenigen Jahren richtig Spaß Wohnimmobilien erfolgreich zu entwickeln.


    Auch wenn der Standort für ein Wohnhochhaus nicht gerade eine 1A Lage darstellt, denke ich, dass sich eine 100m Hotel/70m Appartment Bebauung durchaus lohnen könnte. Die Vorteile sind bekannt.

  • Urbanist : Ich finde es grundsätzlich auch nicht erstrebenswert, wenn Hochhäuser ganze Stadtviertel bilden. Das wird in Berlin aber vermutlich nie passieren und kleine Cluster mit abwechslungsreichen Fassaden wie sie bisher existieren bzw. geplant sind finde ich allemal reizvoll. Auf der anderen Seite finde ich nämlich auch diverse, weit verteilte Solitäre wenig attraktiv.


    Im Falle von dem hier besprochenen Projekt wäre es hingegen gerade mal eine S-Bahn-Station (3min?) Distanz zu den nächsten Hochhäusern, insbesondere dem schon jetzt im Stadtbild dominanten Allianzturm, den man schon von großer Entfernung wahrnimmt, und den ggf. bald zu errichtenden schlanken Wohn- und Hoteltürmen ( necrokatz : Wenn Frankfurt a.M. tatsächlich soo klein ist, muss ich auch bei "Mainhattan" die Gültigkeit des Vergleichs in Frage stellen). Sowohl bei einer Fahrt auf dem S-Bahn-Ring als auch bei einer auf der Spree würde also ein gewisser optischer Bezug entstehen. Dass es sich nicht um ein unmittelbares Cluster handeln wird, ist mir hingegen klar, das wird eher im näheren Umfeld des Allianz-Towers sowie um die O²-Arena entstehen und dann eben einen gewissen Bezugspunkt für den womöglich zu errichtenden Estrel-Tower bilden. Trotzdem stünde dieser so halt nicht völlig verloren mitten im Traufhöhenmeer Berlin ;)


    Übrigens glaube auch ich, dass ein entsprechender Bedarf auch bei solch einer hohen zusätzlichen Kapazität vorhanden sein kann, wenn denn das Angebot stimmt. Die Anbindung an die Innenstadt ist sehr gut. Man sitzt wie bereits ausgeführt direkt am S-Bahn-Ring und der künftigen A100. Ein hoteleigener Anleger für Spreetouren etc. existiert ebenfalls und sogar ein eigener Gleisanschluss für "Charterzüge" (lt. Website). Auch die große Grünfläche des Treptower Parks ist wirklich schnell zu erreichen und selbst das Tempelhofer Feld oder der Tierpark sind nicht gerade weit. Hinzu kommen die eigenen Kulturangebote und die des nahen Osthafen (O² und Co). Bei einem zusätzlich zu erwartenden Panorama über die Stadt und einem vermutlich in Orientierung an dem Bestand nicht allzu maßlosen Preisniveau wird es sicher genug Kundschaft generieren. Vermutlich wird aber rein architektonisch eher kein Meilenstein zu erwarten sein.


    Fazit: Wenn es denn kommt, dann kann darin ein weiteres Indiz für eine Aufwertung Berlin-Südost gesehen werden. In relativen Maßstäben wäre es womöglich ein ebensolcher Paukenschlag wie das Zoofenster oder "Upper West" für die Zoogegend. Hoffentlich ist der nötige Atem vorhanden und es handelt sich nicht wieder um ein Berliner Luftschloss. Aber Streletzki gilt als ein Macher, der es in der "Brache" sicher noch einmal schaffen könnte, alle relevanten Entscheider zu begeistern. Hab noch einen Link zu dem Mann (wieder-)gefunden. Wen es interessiert: http://berlinbeweger.de/verzeichnis/ekkehard-streletzki


    Artec : Eine Mischnutzung könnte ich mir grundsätzlich schon vorstellen. Aber ob Appartments bei der Gegend das nötige Preisniveau erreichen würden, vermag ich nicht zu beurteilen. Auch bei den Zimmerpreisen wird man sicher etwas über den Bestandbau hinausgehen müssen, der für ein 4 Sterne-Haus mW ziemlich günstig ist und dennoch ökonomisch sehr erfolgreich betrieben wird.


    Regent und Kleist: Volle Zustimmung.

    2 Mal editiert, zuletzt von jan85 () aus folgendem Grund: Link eingefügt

  • weitere Infos

    interessante Diskussion...


    Das Hotel Estrel hat letzte Woche wie bereits geschrieben die Pläne in der BVV Neukölln vorgestellt. Der weiteren Öffentlichkeit möchte man sich erst einmal nur vorsichtig nähern, weil man negative Reaktionen fürchtet.


    Der Turm soll ausschließlich als Hotel-Turm genutzt werden und Bestandteil der Erweiterung des Convention Centers sein. Die Realisierung der Erweiterung wird es aber realistisch betrachtet erst mit Beginn der Bauarbeiten an der A100 geben, die ja tatsächlich erst Ende nächsten Jahres stattfinden wird. Insofern ist noch viel Zeit.


    Die BVV hat insgesamt positiv reagiert, mit Ausnahme der Fraktion der Linken.

  • ^Jetzt also hoffentlich doch mal wieder eine nennenswerte Investition, falls man diesmal über den Planungsstatus hinauskommt. Aber von einem Fortschritt/ Durchbruch beim Hochhaus-Projekt ist bisher weiter nichts öffentlich geworden. Ich habe aber vor einigen Wochen ebenfalls mal aus einer sehr zuverlässigen privaten Quelle gehört, dass es tatsächlich mal in der BVV Thema war (zumindest von CDU und SPD gab es wohl eher Zustimmung) und wie der Link von Urbanist zeigt, ist es ja wohl schon im November im Baukollegium besprochen worden. Wenn es weiter keinen Link dazu gibt, ist der Prozess der Entscheidungsfindung aber offenbar noch nicht abgeschlossen.


    Mehr Infos zu dem Raum- und Energiekonzept des neuen Convention Centers finden sich hier:
    http://www.berlin-magazin.info…komplex-in-neukoelln.html

  • Dezember ist Baubeginn.


    Laut Tagesspiegel könne frühestens 2015 mit dem Bauvorhaben begonnen werden da zunächst noch ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt wird. Die Entscheidung soll von einer Jury im Februar 2014 gefällt werden.
    Daneben sei auch weiterhin die Errichtung eines 170m hohen Hotelturms mit 600 Betten geplant. Ob dieser letztlich wirklich so hoch wird muss noch geklärt werden.

  • Das sind ja zunächst mal sehr gute Neuigkeiten. Ich fände es aber toll, wenn der Turm wirklich 170m hoch werden darf. Wen soll es da stören? Neukölln könnte so ein Aushängeschild auch gut gebrauchen...

  • ^ ich finde es befremdlich. Wer soviel Geld übrig hat, sollte doch lieber am Alex einen der Türme bauen und nicht am Rande endloser Kleingartenkolonien. Da baut man doch eher breit und auslandend, so wie der hässliche Klotz jetzt ja auch aussieht. Ich wette der wird am ende ein 80m hoher Stumpf.

  • Das ist eben das Problem in Berlin (bzw. Deutschland). Weil man alles immer nur "befremdlich" findet werdens 99% der Einwohner auch nie zu etwas bringen. Es wird schon seine Gründe haben warum man am (funktionierenden) Standort investieren will. Aber den Berlinern wärs wohl lieber wenn Streletzki sein Geld einfach direkt in die Sozialkassen spendet.

  • ^ was soll diese blöde Polemik, insbesondere mit den 99% der Einwohner :nono: (Zu welcher Gruppe gehörst den Du 99% oder 1%)


    Schreibt doch Eure Meinung.


    Ich bin mir selbst nicht sicher ob ich einen 170m Turm (an den ja wohl im erst keiner von uns glaubt bei den Berliner Immo-Enten) an dieser Stelle nun gut oder schlecht finde. Am Alex würde ich hingegen einen Luftsprung machen, wenn es weiter ginge. Das Estrel-Konzept sagt mir außerdem nur wenig zu. Ich hoffe, dass ein 2000 Betten Hotel nicht viele kleine in Berlin vernichtet, ähnlich wie bei den EKZ. Der Markt scheint doch langsam gesättigt. Ein bisschen Nachdenklichkeit würde ich bei durchschnittlicher Intelligenz und Interesse für diese Materie geradezu erwarten.


    170m ist schon eine ordentliche Höhe, da geht viel für Erschließungsflächen drauf, Brandschutz etc. Das ist teuer. Für mich macht das angesichts des Estrels und seiner Umgebung keinen Sinn, weshalb ich einfach misstrauisch bin. Am Ende wird es ein ganz dicker Klotz mit banaler Architektur. Besser, als keine Arbeitsplätze, aber jubeln muss man da wohl nicht.


    Wäre es ein Büroturm, den er mit einer eigenen Unternehmenszentrale auffüllt oder eine Fabrik für ein kokurrenzfähiges Export-Produkt, würde ich ihm die Baugenehmigung mit Anlauf hinterherschmeißen.

  • ^ was soll diese blöde Polemik, insbesondere mit den 99% der Einwohner :nono: (Zu welcher Gruppe gehörst den Du 99% oder 1%)


    Bin ja kein Berliner, aber wenns dich tröstet ich gehöre auch nicht zu den 1%. Aber dieses ewige alles schlecht labern geht mir langsam auf den Sack!

  • ^ da gebe ich Dir recht.


    Ich will es auch nicht komplett schlecht reden. Ich glaube halt nicht an den Turm. Er soll das Ding sonst ruhig ausbauen, da es vermutlich eine art Hotel-Ufo ist, das mit seinen Unterhaltungsangeboten seine eigenen Besucher generiert, die für die Shows, Boxkämpfe usw. anreisen. Damit ist es quasi ein Exportprodukt. Mein Ding ist es halt nicht.