EKZ-Stadtquartier Viktoriastraße [in Planung]

  • Was würde z.B. dagegen sprechen, auf den entsprechenden Innenstadtgrundstücken eine Wohnbebauung hochzuziehen? Gerade das studentische Klientel ist doch maßgeblich für das (kulturelle) Leben in der Innenstadt verantwortlich


    Man kann doch eine oder zwei Etagen dem Verkauf widmen und in einigen Etagen darüber kleine Wohnungen bauen - solche, die von Studenten besonders nachgefragt werden. Dies natürlich dort, wo neu gebaut wird - das, was vom Justizzentrum übrig bleibt, wird eher in Büros oder ein Hotel umgewandelt. Als Vorbild könnte Kölner DuMont-Carré dienen, wo über 20.000 Qm Verkaufsfläche - soviel wird auch für dieses EKZ empfohlen - 130 Wohnungen entstanden sind.


    Ich schließe mich den Vorrednern an, dass die Anbindung an die Rest-Innenstadt weit besser als jene des U.S.S. Limbeck's Square sein muss - wenn ein EKZ die restliche Innenstadt nicht in Symbiose stärkt, wird nichts gewonnen.


    Die von Nikolas am 17.03.2011 veröffentlichten Ergebnisse des Moderationsverfahrens bieten gute Ansätze, die Frage wäre dabei jedoch, wo genau die Passage zwischen Viktoria- und Kortumstraße entstehen soll - hoffentlich nicht auf dem Husemannplatz, den man unbedingt erhalten sollte. Man braucht ihn schon dafür, dass das Zentrum überhaupt wahrnehmbar wird - sonst wäre es nur von engen Straßen umgeben. Dann zeigt das erste Foto im Kostiks Beitrag vom 06.11.2011 den natürlichen Haupteingang - ob das Gebäude bleibt oder durch ein anderes (hoffentlich mit nicht weniger imposanter Steinfassade) ersetzt wird.

  • ben_rotwang #39


    ...WDR...blah..."Wohnungsnot in NRW, besonders ... im Ruhrgebiet..."
    Ist entweder eine dreiste Lüge, von Dir nicht korrekt wiedergegeben, oder bezieht sich nur auf Kleinst-Wohnungen.
    (Hintergrund ist übrigens unromantischerweise die Begrenzung auf max 45qm wegen Hartz4).


    Der Leerstand gerade im Ruhrgebiet nimmt seit etwa den 70ern immer mehr zu.
    Beispiel Gelsenkirchen hat schon 1/3 der Einwohner verloren.


    Wenn Du meinst, dass Bochum (als dann nicht mehr als solches zu deklarierendes Oberzentrum) keine angemessenen Einkaufsmöglichkeiten haben sollte, weil man ja nach Essen oder Dortmund fahren kann (Geld in Umlauf bringen, Arbeiten dann da auch??), kann man aber auch nicht von den Einwohnern verlangen ähnliche Mieten zu zahlen.
    Schliesslich hat Bochum auch viel Verkehr, ist grau und noch enger bebaut/bepflanzt als erwähnte Arbeits(losen)lager.
    "Bietet" also alle Nachteile einer Grosstadt, bloss ohne die Vorteile...


    Damit werden die Leute dann endgültig gezwungen sein, Zeit und Geld zu investieren immer woanders hinfahren zu müssen.


    Wieso nicht gleich in E/Do wohnen?


    So schön ist Bochum nun auch wieder nicht, dass es sich allein darauf ausruhen könnte.


    Dann sitzen die vielen Studenten (von denen nicht wenige in Bochumer Vororten billiger wohnen)
    in einem Bochumer Zentrum, dass kein "klassisches Zentrum" mehr ist, weil es sich von den Wohngegenden ausserhalb nicht mehr gross unterscheidet in Kneipen und diskutieren über "Kultur"....


    Ausserdem gibt es noch "Städte" wie Hattingen, Castrop oder Herne, für deren Einwohner Bochum bisher die nächste Anlaufstelle war (Oberzentrum) - wenn mal etwas die Primitiv-Supermarkt-Bedürfnisse übersteigt.


    Auch die Argumentation, dass ja der Internethandel sowieso wächst und man sich daher keine Mühe mehr geben bräuchte, ist unsinnig, sonst würde ja auch niemand mehr nach Essen oder Dortmund fahren.
    -Oder gar nach Düsseldorf/Köln.
    Gerade bei Bekleidung ist es wohl eher so
    dass eine Möglichkeit "Shoppen gehen" zu können eher als attraktiv/praktisch betrachtet wird. Ich denke, das wird sich auch nicht so schnell ändern.


    Informier Dich mal ein bischen über Herne. - So könnte Bochum nämlich mit noch mehr "Wohnanteil" in der Innenstadt + weniger Handel aussehen.
    Dann stellst Du vielleicht fest, dass
    Isolation von der Realwelt und Wirtschaftspropaganda die Verhältnisse auch nicht bessert.


    Auch wenn man das nicht vorhandene Modell von Herne als durchaus "individuell"
    (gewagt)
    bezeichnen könnte...
    ...müsste...
    Sprüche wie:
    "Kauft in Herne! Ist doch alles da."
    (Man bekommt noch nicht einmal ordentliche Pfannen oder DVD-Rohlinge...)
    haben seltsamerweise bisher auch keine Arbeitsplätze oder Aufschwung geschaffen.


  • Bei der Diskussion um derlei Geschäfte finde ich übrigens den Blick immer ein wenig eingeschränkt, was die Verlagerung von "regulärem Einkauf" zu "e-commerce" anbelangt.


    Da kennst Du die Frauen schlecht. Nach einer wenig repräsentativen Spontanumfrage (hab meine Freundin gefragt) :-) empfinden sie es als Freizeitbeschäftigung, die Geschäfte nach neuen Klamotten abzuklappern. Und eben diese Freizeitbeschäftigung in Gesellschaft auf die Jagd zu gehen, sofort neue Kleidung anzuprobieren, die man dann auch ohne Wartezeit mit nach Hause nehmen kann, bietet der Online-Handel nicht.


    Das maag jetzt nach Klischee-Reiten klingen, aber wenn dem so ist, dann kenne ich genug Frauen, die eben diesem Klischee entsprechen. Und ich kenne das Gefühl ja auch; Manchmal sind mir 10 % Ersparnis egal wie es nicht egaler geht, weil ich das Teil SOFORT brauche / haben will. Und solange Frauen (und sicher auch manche Männer) gerne in Gesellschaft shoppen und es ungeduldige Menschen wie mich gibt, sehe ich eine friedliche Koexistenz von e-commerce und Ladenlokal. Und die großen Bekleidungsmarken sehen das ähnlich. Sie betreiben eine Bestellwebseite, und sind trotzdem mit einem Laden nahezu jeder geschlossenen Ortschaft vertreten.


    Das auch Bochum eine attraktive Innenstadt braucht, trotz Konkurrenz, denke ich schon. Denn wenn Bochum diese nicht hat, dann weichen die oben geschilderten Shopaholics wieder auf Nachbarstädte aus. Die Folge: Wieder mehr Verkehr. Und diesen sollten wir eher bekämpfen denn fördern, weil er die Region nicht länger im Würgegriff halten darf.


  • Ist entweder eine dreiste Lüge, von Dir nicht korrekt wiedergegeben, oder bezieht sich nur auf Kleinst-Wohnungen.


    Es geht um kleine Wohnungen, ja:


    http://www.wdr.de/tv/westpol/s…2012/0624/wohnungsnot.jsp


    Wenn Du meinst, dass Bochum (als dann nicht mehr als solches zu deklarierendes Oberzentrum) keine angemessenen Einkaufsmöglichkeiten haben sollte


    Was ist denn angemessen?



    Damit werden die Leute dann endgültig gezwungen sein, Zeit und Geld zu investieren immer woanders hinfahren zu müssen.


    In den Randbezirken interessiert es doch eh keine Sau, ob die Bochumer Innenstadt mehr Einkaufsmöglichkeiten bietet oder weniger. "Klassische" Großstädte funktionieren ja meist so, dass es eine zentrale Kernstadt gibt, die alle Einkaufsmöglichkeiten abdeckt, die in der Grundversorgung der Vororteinkaufsmöglichkeiten nicht abgedeckt wird. Im Ruhrgebiet ist das hinfällig. Es gibt massenhafte Überlappungen innerstädtischer Einzugsgebiete.


    So schön ist Bochum nun auch wieder nicht, dass es sich allein darauf ausruhen könnte.


    Jetzt kommt der Polemikzug aber vollends in Rollen.


    Ausserdem gibt es noch "Städte" wie Hattingen, Castrop oder Herne, für deren Einwohner Bochum bisher die nächste Anlaufstelle war (Oberzentrum) - wenn mal etwas die Primitiv-Supermarkt-Bedürfnisse übersteigt.


    Castrop und Herne dürften sich ja jetzt eher gen Recklinghausen orientieren. Dort entstehen ja jetzt die "Recklinghausen Arcaden" mit 27.700 Qm Verkaufsfläche.


    Und ob sich die Hattinger nicht eher von dem neuen Monstrum in Hagen anlocken lassen, sei auch mal dahingestellt.


    Auch die Argumentation, dass ja der Internethandel sowieso wächst und man sich daher keine Mühe mehr geben bräuchte, ist unsinnig, sonst würde ja auch niemand mehr nach Essen oder Dortmund fahren.


    Schlechte Beispiele: Der Reiz des Neuen. Reden wir mal am Ende der laufenden Dekade noch einmal drüber.


    Ich sage ja auch gar nicht, dass der stationäre Handel vollends einbrechen oder ersetzt werden wird. Ich halte es nur für blauäugig die Effekte des Onlineshoppings dauerhaft auszuklammern.


    Gerade der Einwurf von Xysorphomonian verdeutlicht ja, dass das Einkaufen in den Innenstädten immer mehr zum sozialen Event inkl. Spontankauf wird und damit eben auch zum Luxus, den man sich in seiner Freizeit leisten können muss.

  • Vielen Dank für den Link.
    Der führt direkt zu einem Text, in dem explizit nur Köln und Düsseldorf erwähnt werden.


    Der Vorwurf der Polemik (persönlich bist nur Du geworden) ist ein abgenudeltes Totschlagargument und hat noch weniger Aussagekraft als meine Bemerkung.


    Zitat

    "Was ist denn angemessen?"


    http://de.wikipedia.org/wiki/Oberzentrum#Deutschland
    Die Infos zum momentan herrschenden Defizit kannst Du hier im Forum finden. Hab jetzt keine Lust das rauszusuchen.


    Selbstentlarvend auch diese Behauptung

    Zitat

    "Castrop und Herne dürften sich ja jetzt eher gen Recklinghausen orientieren. Dort entstehen ja jetzt die "Recklinghausen Arcaden" mit 27.700 Qm Verkaufsfläche.


    Und ob sich die Hattinger nicht eher von dem neuen Monstrum in Hagen anlocken lassen, sei auch mal dahingestellt."


    Hier ist das alles also legitim? Mit welchem Maßstab wurde gemessen?
    Der frühe Vogel fängt den Wurm?


    Zitat

    "Es gibt massenhafte Überlappungen innerstädtischer Einzugsgebiete."


    Wer bestimmt die "Zumutbarkeit" der Reisen/Strecken/Anbindungen für verschiedene Leute in andere Städte?
    Und wie sieht die Arbeits-Infrastruktur-Mietentwicklung dann aus?


    "Mal dahingestellt" sei ausserdem die Behauptung, dass das Recklinghausener oder gar Hagener Zentrum näher ?? oder (momentan noch) besser ausgestattet oder attraktiver sind als Bochum.


    Deine "Philosophie" scheint zu sein, in der Mitte eines Ballungsraumes lassen wir ein Loch entstehen, in der Peripherie wird ja genug gebaut...


    "Zitat von Wohnklotz
    Auch die Argumentation, dass ja der Internethandel sowieso wächst und man sich daher keine Mühe mehr geben bräuchte, ist unsinnig, sonst würde ja auch niemand mehr nach Essen oder Dortmund fahren.


    Zitat


    Schlechte Beispiele: Der Reiz des Neuen. Reden wir mal am Ende der laufenden Dekade noch einmal drüber."


    Oh je... Der Reiz des neuen? Internet? Mir wird gerade bewusst das ich hier
    hoffnungslos Zeit verschwende...

  • Ich glaube, ben_rotwang denkt im Sinne der Ruhrstadtidee.


    Ich finde es persönlich völlig unnötig, dass in Bochum der Einzelhandel durch eine neue Galerie - der Name klingt schon provinziell - ausgebaut werden soll. Bochum hat eine für sich attraktive Innenstadt. Das Angebot entspricht zwar nicht dem ähnlich großer Städte - das muss es aber auch nicht!


    Mit dem Bermuda3Eck und dem vorhandenen Einzelhandel ergibt sich eine angenehme Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.


    Will man mehr, fährt man nach Dortmund oder Essen. In Beiden Fällen mit der Bahn in 11 (!) Minuten von Bochum Hbf zu erreichen! Von Hattingen aus ist man übrigens schneller in der Essener Innenstadt, als in Bochum.


    Ich verstehe nicht, wie Bochum durch eine öde Galerie attraktiver werden soll. Es gibt noch genügend Möglichkeiten im Bestand neue Flächen zu schaffen - wie zuletzt im Kortum Carre. Was wird dann aus Drehscheibe und City Point? Ich denke nicht, dass Esprit, H&M usw. dort ihre Filiale behalten würden. Zumal es dort schon genügend Leerstand gibt.


    Wann hört endlich der Gedanke auf, dass im Ruhrgebiet alle Städte alles bieten müssen? Bochum könnte sich in Nischen weiterentwickeln. Warum nicht als Einkaufsstadt für hochwertige Prosukte? Entlang der Huestraße haben sich bereits einige Filialen hochwertiger Marken angesiedelt. Oder als Nachtleben-/Kulturstadt mit Bermuda3Eck, dem geplanten Musikzentrum sowie alternativen Läden?


    Das sind doch Beispiele, die man fördern könnte. Dann kämen in Zukunft vielleicht sogar vermehrt Bürger aus Dortmund oder Essen nach Bochum und es entwickeln sich mehr Verflechtungen, die das Ruhrgebiet verbinden.


    Eine weitere langweilige Galerie braucht das Ruhrgebiet und Bochum einfach nicht.


    Zitat

    Deine "Philosophie" scheint zu sein, in der Mitte eines Ballungsraumes lassen wir ein Loch entstehen, in der Peripherie wird ja genug gebaut...


    Es gibt hier weder ein Loch, noch würde durch das nichtbauen einer Galerie eins entstehen. Dass die Händler auch ohne Galerie ein Interesse an Bochum haben zeigen doch gerade die jüngsten Entwicklungen im Bestand!

  • Dass die Händler auch ohne Galerie ein Interesse an Bochum haben zeigen doch gerade die jüngsten Entwicklungen im Bestand!


    Und genau da liegt das Problem. Viele (große) Bekleidungshäuser könnten/würden in Bochum eine Filiale eröffnen, da der Bedarf durchaus da ist. Leider gibt es durch die Kleinteiligkeit der bestehenden Verkaufsflächen keine attraktiven Standorte, die auch groß genug sind.


    Neue Verkaufsflächen werden also dringen benötigt, ob nun in Form einer Galerie oder auf andere Weise ist letztendlich egal. Allerdings wird sich wohl kaum ein Fliliaslist zu einem eigenen Gebäudeneubau oder Umbau entschließen. Mieten ist einfach viel risikoloser.


    Der Umbau vom Kortum-Haus für Saturn war im Grunde eine extreme Ausnahme...

  • Wohnklotz : Alter Falter, so einen Umgangston hätte ich in irgendwelchen Hinterhofforen erwartet, aber nicht hier. Schön und schade zugleich, dass man hier eines besseren belehrt wurde.


    atma4 : 100%ige Zustimmung.


    Arktur : Wenn offenbar große Ladenflächen dringend benötigt werden, warum wurde dann das Rathaus-Center (immerhin 16.200 m²) in ein Technisches Rathaus umgebaut?

  • @ ben_rotwang


    Der Standort des ehemaligen Rathaus-Centers liegt in der so genannten B, wenn nicht sogar C Lage der Bochumer Innenstadt, deshalb würde sich dort nie ein Label wie Esprit oder H&M ansiedeln.


    Bei der Fläche des Justizzentrums oder des neuen Kortum-Karrees, die direkt an die Bochumer 1A Lage (Kortumstraße) grenzen sieht die Sache schon ganz anders aus. Denn genau diese Flächen sind für die Ansiedlung vom hochwertigen Einzelhandel besonders gut geeignet.


    @ atma4


    Ich bin auch dafür, dass man die vorhandenen Strukturen stärkt und Nischen besetzt, die es in den Nachbarstädten nicht gibt. Doch genau das bietet doch das Justizareal. Man könnte dem Beispiel von Kortum-Karree folgen, um auf dem Gerichtsgelände eine Einkaufsmeile mit hochwertigen Läden, Gastronomie, Büros und auch Wohnungen zu entwickeln. Der Husemanplatz könnte sich zu einem Gastronomiestandort (siehe Vapiano) entwickeln und so den Bermuda3Eck ergänzen.


    Es wird sicher zu Verschiebungen im City-Point, Drehscheibe und auch auf der Kortumstraße kommen. Man könnte deshalb aus der Sache einen Nutzen ziehen und die vorhandenen Einzelhandelsflächen (z.B die oberen Etagen im City-Point und Drehscheibe) in Büroflächen umbauen.


  • Der Standort des ehemaligen Rathaus-Centers liegt in der so genannten B, wenn nicht sogar C Lage der Bochumer Innenstadt, deshalb würde sich dort nie ein Lebel wie Esprit oder H&M ansiedeln.


    Dann gibt es aber auch keinen notwendigen Bedarf an diesen Labels.


    Geschäfte, die mit ihrem Angebot ein Loch im Bedarf füllen und von den Anwohnern sehnlichst erwartet werden, müssten doch zumindest in der Theorie auch an solchen Stellen funktionieren.

  • Dann gibt es aber auch keinen notwendigen Bedarf an diesen Labels.


    Geschäfte, die mit ihrem Angebot ein Loch im Bedarf füllen und von den Anwohnern sehnlichst erwartet werden, müssten doch zumindest in der Theorie auch an solchen Stellen funktionieren.


    Sorry aber das ist absoluter Quatsch. Du scheinst keine Ahnung vom Einzelhandel und von Kundenverhalten zu haben.
    Derartige Unternehmen haben strikte Vorgaben und Rahmenbedingungen, wo sie ihre Filialen errichten. Alles ausserhalb der Hauptadern einer FuZo ist da tabu, selbst oberes/unteres Ende der Kortumstr. wäre schon kritisch.


    Auch der ehemalige Ankermieter "Brinkmann", als seinerzeit einzigartiger Anbieter seiner Branche in der Bochumer City, vermochte es nicht, ausreichend Kundenströme in das abseits gelegene Center zu ziehen. Die Anbindung durch die City-Passage hat nie funktioniert und spätestens die (Ampel-)querung der Hans-Böckler-Str. wirkt als psychologische Bremse.


    Aus 25-jähriger Selbsterfahrung im Einzelhandel vor Ort kann ich versichern, dass diese "Theorie" leider nicht aufgeht.


    Aus diesem Grund stehe ich auch der Rathaus-Galerie eher skeptisch gegenüber. Eine Bauform als geschlossene Mall wäre eine Totgeburt!
    Einzig ein in Bochum dringend benötigter Vollsortimenter könnte die nötige Zugkraft entwickeln. Weitere periphere Verkaufsflächen müssten auf jeden Fall zum Husemannplatz hin offen gestaltet werden.

  • Sorry aber das ist absoluter Quatsch. Du scheinst keine Ahnung vom Einzelhandel und von Kundenverhalten zu haben.


    Das habe ich auch nie behauptet.


    Ich stelle hier nur anhand meiner persönlichen Erfahrungen und denen aus meinem Freundes- und Verwandtenkreis bestimmte Mutmaßungen auf, die - so scheint es mir - durch die Köpfe vieler Laien spuken und die quasi nie im öffentlichen Diskurs über derlei Center beantwortet/korrigiert werden.


    Von daher mögen vielleicht einige meiner Fragen und Überlegungen naiv wirken, aber im Gespräch mit anderen ist mir immer mehr bewusst geworden, dass es in vielen Bereichen dieses Themas Unklarheiten gibt und zu wenig öffentlich kommuniziert wird.


    Derartige Unternehmen haben strikte Vorgaben und Rahmenbedingungen, wo sie ihre Filialen errichten. Alles ausserhalb der Hauptadern einer FuZo ist da tabu, selbst oberes/unteres Ende der Kortumstr. wäre schon kritisch.


    Diese Vorgaben macht wer? Die Städte, die Geschäftsführungen, die Handelskammer?

  • Die Unternehmen selbst geben sich diese Vorgaben. Den letztlich kann eine Filiale noch so sehr Frequenzbringer sein; kein Filialist möchte auf Laufkundschaft verzichten, den 'Wo.wir-schon-mal-hier-sind'-Kunden.


    Nimm 'Butlers' in der Bochumer Innenstadt. Die haben ihre Filiale in Bochum etwa 2007 geschlossen. Aber dann kamen 'Strauss Inovation', und 'Xenos', die an der unteren Kortumstraße etwa das anboten, was 'Butlers' auch so im Sortiment hat. Effekt dessen: Butlers hat (etwa 2010) wieder eine Filiale in Bochum eröffnet und jetzt kommt der Clou: In genau dem Ladenlokal, dass sie 2007 aufgaben. Gegenüber sitzt mittlerweile Depot, die auch die gleiche Ausrichtung haben. Und wenn ich ien Geschenk suche oder eine Wohnung einrichte, dann halte ich mich da unten auf, denn iregndeiner von denen hat schon, was ich suche. Man spielt sich also gegenseitig die Kunden zu. Konkurrenz belebt das Geschäft. Wer da weit ab vom Schuss liegt, bekommt von dem 'Lass-uns-da-auch-noch-mal-eben-rein'-Kuchen recht wenig bis gar nichts ab. Deswegen mietet ESPRIT entgegen ihrer Gewohnheit ein winziges Ladenlokal im Citypoint an anstatt im Rathauscenter vieeeel Verkaufsfläche (vermutlich) zum Schleuderpreis zu mieten.


    Dahinter sitzen Menschen mit Taschenrechnern, die wissen, wie weit Kunden gehen für dieses 'noch-mal-eben', und die akribisch untersucht haben, welchen Anteil eben diese Kunden am Umsatz haben. Und dagegen rechnen sie die Mietersparnis. Und diese Menschen sind es, die sagen, wo die Filialisten eine Filiale eröffnen und wo nicht. Es ist kein Amt, dass diese Entscheidungen fällt, das darf es gar nicht. Es sind Kennziffern, Statistiken und Prognosen, die B- und C-Lagen disqualifizieren.

  • @ ben rotwang: Ich wollte dich auch nicht angreifen.
    Sorry, wenn das etwas harsch rüberkam! :cheers:


    Es ist kein Amt, dass diese Entscheidungen fällt, das darf es gar nicht. Es sind Kennziffern, Statistiken und Prognosen, die B- und C-Lagen disqualifizieren.


    Die Ausführungen sind soweit völlig korrekt, bis auf diesen einen Satz.
    Die Stadt Bochum hat durchaus ein Wörtchen mitzureden, wer sich wo ansiedeln darf. Dafür gibt es den sogenannten "Masterplan Einzelhandel".
    Darin ist für jede Einzelhandelsfläche der Stadt geregelt, welche Branchen sich dort ansiedeln dürfen. ;)
    Dies soll für eine gleichmäßige Verteilung und nicht selten auch für einen gewissen "Bestandsschutz" sorgen - soweit zumindest die Theorie.
    Dass das in der Praxis nicht immer so ganz klappt, sieht man allenthalben.
    Da werden wohl des öfteren Kompromisse eingegangen, bevor man längere Leerstände riskiert.
    Dennoch kann man sich als Unternehmen den Standort nicht so ganz beliebig aussuchen.
    Das ist aber nicht nur in Bochum sondern überall so.

  • Auf lokalkompass.de wurden ein unverbindliches Bebauungskonzept für das Justizareal veröffentlicht. Es soll in erster Linie die Diskussion anregen.


    Demnach soll Bochum endlich einen echten, klar strukturierten Rathausplatz erhalten, der aufgrund der nahezu geschlossenen Bebauung rund um den Platz und den klaren Abmaßen als solcher wahrgenommen wird und damit an Aufenthaltsqualität gewinnt. Am Rathausplatz wird als baulicher Endpunkt des Bongard-Boulevards ein modernes Stahlgerüst, das die Glocke des Platzes aufnimmt installiert. Damit entsteht eine Landmarke und die Glocke kann ihre ursprüngliche und eigentliche Funktion zurück erhalten.


    Das Zentrum der Nordbebauung soll ein Platz bilden, an dem der Schlegelturm zur Geltung kommt und der in eine gläseren Markthalle (ähnlich Barcelona, Budapest, Funchal u.a.) übergeht. Im Bereich Willy-Brandt-Str. und Viktoriastraße werden die Straßenquerschnitte eingezogen, um Straßen und Wege mit einem einheitlichen, dem Frequentierungsgrad angemessenen Querschnitt zu erhalten. Es soll weiterhin eine Wege-/Sichtachse vom Durchgang des Rathauses zu dessen Innenhof weiter nach Süden bis zur Viktoriastraße entstehen. Eine weitere parallele Achse wird den Durchgang/ Weg, der vom BVZ zur Willy-Brandt-Str. führt verlängern. Ein Durchbruch von der Kortumstraße über die Mayersche Buchhandlung durchschneidet die Nordbebauung in West-Ostrichtung. So wird eine klare Struktur bei der Wegeführung erreicht.


    In der Süd-West-Ecke der Bebauung (Minimierung der Verschattung) könnte ein Wohnhochhaus von bis zu 80m Höhe mit einem für das Ruhrgebiet außergewöhnlichen Wohnangebot entstehen (ähnlich. Zölly Wohnhochhaus), das neue Bewohner in die Innenstadt zieht.


    Fast die gesamte Dachfläche der Bebauung könnte als Platz- und Parklandschaft gestaltet werden und damit zum öffentlichen Raum. Auf dem Dach ist im Nordbereich zudem eine zusätzliche Wohnbebauung vorgesehen, die sich auf dem Dach erhebt, wie sie sonst auf Erdgeschossniveau zu finden ist. U.a. kann die begehbare Dachlandschaft über den Schlegelturm verlassen oder erreicht werden. Hier wäre ergänzend auch eine Restaurantnutzung im höchsten Stockwerk denkbar.


    Der Husemannplatz erhält eine einzigartige Öffnung nach Westen durch eine bis zu 90m breite und 95m lange Freitreppe die von der gesamten Westseite des Platzes langsam ansteigend auf das Dach der Südbebauung in ca. 26m Höhe (etwa gleiche Höhe wie Rathaus) führt (ähnlich: Oper in Oslo) Diese Treppe soll eine hohe Aufenthaltsqualität besitzen und zu einem Anziehungspunkt für die Stadt und das Umland werden.In der Mitte der Freitreppe erhebt sich ebenfalls begehbarer, mehreckiger, 30m hoher Glaskubus, der als Einkaufszentrum genutzt werden kann.


  • Demnach soll Bochum endlich einen echten, klar strukturierten Rathausplatz erhalten, der aufgrund der nahezu geschlossenen Bebauung rund um den Platz und den klaren Abmaßen als solcher wahrgenommen wird und damit an Aufenthaltsqualität gewinnt.


    Ich bezweifle, dass ein weiterer Platz in Bochums Innenstadt, zumal dann auch noch von monströsen Ausmaßen, irgendeine Verbesserung der Aufenthaltsqualität mit sich bringt.


    Gleich scheint übrigens allen Plänen, egal von ECE oder dem jetzt hier thematisierten, ein Abriss des Telekom-Gebäudes zu sein. Ich persönlich fände das tragisch und wünsche mir daher lieber alternative Konzepte, die neue Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäudes entwickeln.

  • Ergebnisse zum Ideenwettbewerb Justiz und Telekomareal

    Ende 2011 wurde ein Ideenwettbewerb für die Gestaltung des Justizareals und Telekomblocks durchgeführt. Hier nun die Ergebnisse von vier namentlich nicht genannten Entwicklern. Wobei klar ist, dass es sich bei Entwickler 1 um ECE handelt. Dieser hat bekanntlich mehrere Immobilien um den Justizblock erworben. Nun soll ein Architektenwettbewerb folgen.


    Entwickler 1; Planungsstand 2011


    Der aktuelle Entwurf sieht ein Einkaufsquartier mit gegliederten Volumina und einem Nutzungsmix aus Einzelhandel, Hotel, Büro, Wohnen und sonstigen Dienstleistungen vor. Da der Eigentümer der Gebäude Viktoriastraße 10 und Junggesellenstraße 6-8 aktiv am Moderationsverfahren teilgenommen hat, konnte er seine Planung sehr viel detaillierter angehen als andere Investoren.


    Das Konzept beansprucht sowohl die Fläche des Telekom- als auch des Justizblocks. Das sogenannte Basement ist nicht gegliedert, sondern fasst die beiden Entwicklungsflächen zusammen. Eine ausgearbeitete, differenzierte Architektursprache ist deutlich zu erkennen. So wird der Schlegelturm integriert und die Fassade des Telekomgebäudes erhalten und durch eine markante, erweiterte Bauflucht zur Viktoriastraße hin aufgewertet. Die verschiedenen Nutzungen haben unterschiedliche Eingänge, dabei liegt der Haupteingang zum Einzelhandel im Kreuzungsbereich zwischen Viktoriastraße und Boulevard. Es sind Quartiersplätze vorgesehen und der Husemannplatz wird als öffentlicher Raum beibehalten und aufgewertet.


    Entwickler 2; Planungsstand 2011


    Bei diesem Entwickler liegt ein Grobkonzept, aber kein konkreter Entwurf
    vor. Er hat mit seinem Grobkonzept sein Interesse an der Justizfläche geäußert, zugleich aber auch Perspektiven für eine Gesamtplanung beider Flächen aufgezeigt. Das Grobkonzept setzt - entgegen des geplanten Abrisses des gesamten Justizblocks - auf den Erhalt der städtebaulichen Dominante der heutigen Hochhausscheibe des Landgerichtes.


    Es sieht einen Nutzungsmix (u. a. auch mit universitärer Nutzung) vor und beabsichtigt die Lauflagen der Haupteinzelhandelslage der Kortumstraße über eine Aufwertung des Husemannplatzes zu verknüpfen. Die städtebaulichen Grundsätze beruhen darauf, das stadtbildprägende der Entwicklungsflächen zu erhalten und über öffentliche Räume die neue in die gewachsene Struktur zu integrieren. Dergestalt setzt sich das Gesamtkonzept auf dem Telekomblock fort.


    Entwickler 3; Planungsstand 2011


    Die Planung geht von der Verfügbarkeit des Justizblocks und des Husemannplatzes aus. In einer Alternative hierzu zeigt der Entwickler ein Grobkonzept gemeinsam mit der Telekomfläche auf. Die Planung zeigt eine in drei Teile gegliederte Überbauung des Justizblocks mit einem Gebäudeteil auf dem Husemannplatz unter Überbebauung der Viktoriastraße. Die halbellipsoide Form der Bebauung auf dem Husemannplatz soll den Fußgänger lenken und die Position des Haupteinganges am Husemannplatz stärken.


    Betrachtet man die städtebauliche Grundfigur in seiner inneren Struktur näher, so zeigt sich ein introvertiertes, geschlossenes System mit Öffnung nur im Bereich des Husemannplatzes. Vorgesehen ist ein Nutzungsmix aus Einzelhandel, Fitnessbereiche und Wohnen.


    Entwickler 4; Planungsstand aus 2011


    Der aktuelle Entwurfsstand der Entwicklers sieht eine sehr ausdifferenzierte Darstellung eines gegliederten Einkaufsquartiers mit einer weitgehenden Nutzungsmischung vor. Dabei gruppieren sich die einzelnen Blöcke um einen neuen, zentralen öffentlichen Bereich in der Achse zwischen Telekom- und Justizgelände. Die Blöcke sollen unter Beibehaltung des Schlegelturms und der Viktoriastraße Nr. 10 so ausgerichtet sein, dass sie nicht nur von dem inneren öffentlichen Bereich aus erschlossen werden, sondern auch über Schaufronten und Eingänge in Interaktion insbesondere mit dem Husemannplatz und der Viktoriastraße treten. Der unter Denkmalschutz stehende Schlegelturm soll als Identität für das Quartier etabliert werden.


    Quelle: Stadt Bochum - Investorenpläne

  • Schlegel-Haus

    Neben dem alten Telekomgebäude befinden sich die Überreste der alten Schlegel Brauerei. Das Gebäude mit dem Schlegelturm von 1930 (Architekt Schmiedeknecht) schloß damals die städtebauliche Gestaltung des Rathausplatzes (heute Willy-Brandt-Platz) nach Erstellung des neuen Bochumer Rathauses und der Hauptpost ab.


    Der Zweite Weltkrieg führte zu großen Schäden an der Bausubstanz, so dass nur ein Teil wieder aufgebaut wurde. Das Brauereigelände wurde 1983 an die Landesentwicklungsgesellschaft NRW verkauft, die die meisten Gebäude abreißen ließ und das Gelände mit Wohngebäuden bebaute. Aber der „Schlegelturm“, das Sudhaus und das Verwaltungsgebäude mit Gaststätte an der Alleestraße blieben erhalten. Das Verwaltungsgebäude, ebenfalls vom Architekten Heinrich Schmiedeknecht entworfen, wurde 1998 an die Logos Gruppe verkauft und unter weitgehender Beibehaltung des historischen Erscheinungsbildes saniert. Heute wird es unter dem Namen „Schlegel-Haus“ von Unternehmen der Kreativwirtschaft genutzt.


    Nun plant die Logos-Gruppe eine Sanierung /Erweiterung bzw. Neubau der Gebäude. Der Schlegelturm mit dem Bochumer-Wappen soll in die Planung integriert werden. Dazu gibt es drei noch nicht endgültige Entwurfskonzepte.


    Entwurf.1:


    Auf Grund positiver Vorbescheide der Stadt Bochum könnte das Bestandgebäudes um 3 Etagen auf die ursprüngliche Höhe (5 Obergeschosse plus Zwischengeschoss) mit Fassadenänderung aufgestockt werden und saniert werden. Im Erdgeschoss, Zwischengeschoss und Souterrain würden attraktive Einheiten für Gastronomie und Einzelhandel entstehen. In den Tiefenkellern (ehemalige Gärkeller der Schlegelbrauerei) könnten Clubdiscothek / Kleinkunsttheater / Hausbrauerei einziehen. Die Obergeschosse könnten variable Büroflächen für weitere Unternehmen der Kreativwirtschaft bieten.


    Entwurf.2:


    Im Zusammenhang mit der Neubebauung des Gerichtsgeländes und Telekomblocks könnten auch im Schlegel-Haus Flächen für großflächigen Einzelhandel mit einer Einzelhandelsverkaufsfläche von ca 2580qm entstehen.


    Entwurf.3:


    Auf Grund der Anfrage eines Marktführers im Bereich "City-/ Design-Hotel" wurde die Projektion eines Hotels mit 183 Doppelzimmern und großzügigem Loungebereich erstellt. Eine Gastro -/ Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss vervollständigt die Flächennutzung im neuen Schlegel-Haus.


    Visualisierungen zum Entwurf 1 und 2




    Visualisierungen zum Entwurf 3




    Alle Bilder: Logos-Gruppe / Schlegel-Haus


    Quelle: Schlegel-Haus

  • Motel One Hotel im Schlegel-Haus?

    Als ob man hier mitgelesen hat, berichtet nun auch die WAZ über den Umbau des Schlegel-Hauses zu einem Hotel. Demzufolge gibt es aktuell eine Anfrage von Motel One für einen Umbau des Gebäudes zu einem 183-Doppelzimmer-Hotel mit Loungebereich. Der Einzelhandel könnte dabei das Erdgeschoss beleben. Probleme gibt es jedoch noch bei der geplanten Bauhöhe die nötigen Grenzabstände einzuhalten. Außerdem seien für ein derartiges Projekt Stellplätze nachzuweisen.


    Des Weiteren steht Morgen im Rat die Auslobung für den Justizgeländeblock/Viktoriastraße auf dem Programm. Klappt alles, könnte im Frühjahr schon ein Preisgericht über einen ersten städteplanerischen Entwurf entscheiden, der dann mittelfristig auch die aktuellen Hotelpläne beeinflussen wird.