Leipzig: The Post - Revitalisierung ehemalige Hauptpost

  • Noch mal in die Hauptpost, bitte!


    Zwar nicht exklusiv, aber im Rahmen des "TAG DER ARCHITEKTUR" mit Fuchshuber&Partner - die auch neue Visualisierungen zeigten, die auf der Architekten-Website noch nicht zu finden sind >>



    Zunächst eine Übersicht.



    Das Hauptgebäude des THE POST-Projekts.



    So soll der Innenhof aussehen. Linkes Bild zeigt Richtung Grimmaischer Steinweg und rechts Richtung Schützenstraße.



    Das alte Fernmeldeamt erhält einen Fassadenumbau: der Dachstuhl wird ausgebaut und ein Ein-/Ausgang von zwei Stockwerken geschaffen.



    An der Querstraße Ecke Seitenstraße Querstraße entsteht dieser Bau "Ärztehaus am Augustusplatz". Links das neue Fernmeldeamt der Telekom und rechts ein Altbau Höhe Straße Großer Brockhaus.



    Wenn das alles so gut kommt, wird das ein wirklich sehr schicker Komplex. Die neue Fassade des alten Fernmeldeamts macht was her und das Ärztehaus sieht echt gut aus.

  • In der heutigen LVZ wird über einen offenen Brief 28 prominenter Leipziger beziehungsweise ausgewiesener Architektur-Fachleute an OB Jung berichtet:


    Mod. Cowboy: Kopierter Presseartikel gelöscht, da nicht konform mit unseren Richtlinien.


    Ich finde die geplante Lösung gut. Der Aufbau verändert nur wenig die Wirkung des Gebäudes, das im übrigen zwar schlicht und zweckmäßig , aber sonst kaum bemerkenswert ist. Aber vielleicht ist das für Fachleute schon das Besondere.

  • In Berlin sei am ehemaligen Staatsratsgebäude oder dem Café Moskau "mit unglaublicher Hingabe" ans Detail vorgeführt worden, ...
    Café Moskau

    courtesy: 10x13berlin by berlin for you


    Moderne Zutaten wie einen zweietagigen Glasaufbau auf dem Dach oder eine schwarze Einfärbung der Aluminiumvorhangfassade habe das prominente Gebäude am Augustusplatz nicht nötig.
    Bikini Berlin

    courtesy: WikipediA


    Mit dem Armani-Hotel in Mailand oder der Tate Modern in London gebe es gute Beispiele, wie historische Bauten durch einen "mutigen Umgang" an Attraktivität gewinnen können.
    Armani Hotel Milano

    courtesy: Armani Hotels & Resorts
    Tate Modern

    courtesy: James Gordon

  • Ich muss auch sagen, dass ich den geplanten Entwurf durchaus begrüße. Allerdings bin ich ein Nach-Wende-Kind und habe diesen Bau nur in einem relativ verwahrlosten Zustand gesehen.
    Durch die Breite des Rings und den großen Augustusplatz stört mich persönlich auch der Dachaufbau nicht. Die schwarze Fassade wirkt auf der Visualisierung natürlich sehr edel, in Natur sieht das dann ja immer noch anders aus.
    Ich kann die Proteste dennoch verstehen, einen für DDR-Verhältnisse hochwertiger Stahlbetonbau, der ein halbes Jahrhundert an diesem Platz steht, muss man nicht verändern. Auch ist sicher schade, dass im Inneren fast alles entkernt werden soll.
    Alles in allem kommt der Brief allerdings mal wieder reichlich spät...

  • Verstehen kann ich die Unterzeichner nicht. Da wurden doch schon wesentlich schönere Gebäude mit einem Glasaufbau versehen.


    Wäre es denn besser, wenn noch einige Jahre ein schöner lost place für Abenteurer und Gaffitikünstler am Augustusplatz stehen würde?


    Eine Lösung könnte sein, wenn die Unterzeichner sich zusammensetzen, eigenes Geld bereitstellen, Planungen erstellen, mir diese zur Genehmigung vorlegen, die Immobilie dann selbst sanieren und einer neuen Nutzung zuführen.

  • LVZ-Online, 23.07.2014
    Edel-Klinik am Leipziger Augustusplatz geplant - Eröffnung Ende 2016
    http://www.lvz-online.de/leipz…/r-citynews-a-248085.html


    Auf einem Teil des Hauptpost-Geländes soll ein neues "Klinikum am Augustusplatz" entstehen. Zielgruppe sind reiche Patienten aus Russland, dem übrigen Osteuropa sowie dem arabischen Raum - "vornehmlich aus Syrien, Libyen und den Golfstaaten." An der Betreibergesellschaft des Klinikums werden sich Ärzte, medizinische Dienstleister und die KSW beteiligen.


    Dem Artikel von Jens Rometsch zufolge genießen Leipziger Ärzte einen so hervorragenden Ruf, dass immer öfter Patienten aus dem Ausland extra hierher kommen, um sich von ihnen behandeln zu lassen. Die KSW will davon profitieren und diese Entwicklung weiter forcieren. Jörg Zochert vom Projektentwickler KSW: "Wir arbeiten mit renommierten Ärzten zusammen, die bereits über Erfahrungen mit dieser besonderen Klientel verfügen." Vorbild ist München, wo es bereits einen regelrechten Medizintourismus gibt. "Dort flanieren dann die Scheichs mit ihren Angehörigen im Englischen Garten." Zochert versucht eine Linie zu einzelnen Fälle aus vergangenen Tagen zu ziehen: "Leipzig hat eine große Tradition mit ausländischen Patienten. Schon der russische Zar ließ sich einst hier kurieren. Daran knüpfen wir nun wieder an."


    Eine Klinik und ein Reha-Bereich sollen an der Querstraße entstehen und in der Mitte des Areals 50 Apartments für die Patienten und deren Angehörige. Der Baustart für das 18-Millionen-Euro-Projekt soll noch in diesem Jahr erfolgen, die Eröffnung ist für Ende 2016 vorgesehen. Der KSW zufolge solle es aber nicht nur um Superreiche gehen, die locker 900 Euro pro Krankenhaus-Übernachtung zahlen können. sondern es solle ein hohes Niveau in der medizinischen Versorgung beispielsweise von Krebserkrankten geboten werden - zu vertretbaren Preisen. Für stationäre Betreuungen seien Kooperationen, so z.B. mit dem Klinikum St. Georg, geplant. Die etwa 20 Ärzte und Ärztinnen sowie 80 Pflegekräfte sollen alle mehrsprachig agieren können.


    Der an der Querstraße geplante Neubau des Medizinische Zentrums mit 5500 Quadratmeter Nutzfläche wird neben Operationssaal und MRT auch einige Besonderheiten aufweisen, so etwa einen gemeinsamen Empfang für die Besucher aller verschiedenen Ärzte-Disziplinen. Dies wird beispielsweise in der genau gegenüberliegenden "Praxisklinik Am Johannisplatz" anders gehandhabt. Dieses Foyer soll besonders großzügig und edel ausfallen und auch über unterschiedlich abgeschirmte Bereiche verfügen, um die gebotene Diskretion für Schwerstkranke gewährleisten zu können. Unter dem Haus ist eine zweistöckige Tiefgarage geplant, außerdem vor dem Eingang eine eigene Vorfahrt für Taxen, Krankenwagen oder private PKW.


    Anstatt von Krankenhaus-Betten im Klinikum wird die Betreibergesellschaft (zunächst) 50 vollmöblierte Service-Apartments in einem direkt angrenzenden Neubau dauerhaft anmieten. Die Patienten und deren Angehörige haben damit nur kurze Wege zu Kultur und Einkaufen in der Innenstadt. Der künftigen Glasaufbaus über der Hauptpost soll fast zur Hälfte als Fachtagungszentrum für Ärzte sowie medizinische Vorträge genutzt werden, der andere Teil für Gastronomie. Der zwischen Neubau und Hauptpost liegende Hof soll mit Wasserflächen, Grün und Bänken auf verschiedenen Ebenen gestaltet werden und zur Erholung und Genesung dienen. Neben der Klinik sind eine kleiner, ambulanter Reha-Bereich mit 650 Quadratmetern und ein Prophylaxe-Zentrum geplant, in dem sich privat und gesetzlich Versicherte an einem Ort komplett gesundheitlich durchchecken lassen können.


    Siehe zur Einordnung dieser Pläne in das Weltgeschehen unter anderem


    http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitstourismus
    http://de.wikipedia.org/wiki/Medizintourismus


    Wall Street Journal, 27. Januar 2013
    Reiche Russen kommen zunehmend gern in deutsche Kliniken
    http://www.wsj.de/article/SB10…04578263822449566046.html


    DIE ZEIT Nº 16/2013, 19. April 2013
    Medizintourismus. Die Krankenschlepper
    http://www.zeit.de/2013/16/kliniken-patientenvermittlung


    DER SPIEGEL 46/2013, 11.11.2013
    Der russische Patient
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-120780532.html


    Die Welt, 15.12.2013
    Das Geschäft der dubiosen Patientenvermittler
    http://www.welt.de/wirtschaft/…-Patientenvermittler.html


    10. Dezember 2013
    Medizintourismus: Der Scheich will’s weich
    http://news.doccheck.com/de/35…smus-scheich-wills-weich/


    General-Anzeiger Bonn, 20.01.2014
    Medizin-Tourismus in Bonn
    Kliniken beklagen Zahlungsmoral mancher Patienten
    http://www.general-anzeiger-bo…enten-article1246565.html


    Russia beyond the headlines, 16. Juli 2014
    Medizintourismus: Deutschland, ein Magnet für Russen
    http://de.rbth.com/gesellschaf…et_fuer_russen_30315.html

  • Definiere Chici-Mici-Campus?
    Wäre Dir lieber, wenn dort das Aktionszentrum der anarchosyndikalistischen FeministInnen-Initiative und der Eine-Welt-Laden einzöge??? Ab wann ist denn ein Student "reich"? Wenn er aus dem Westen ist? Wenn er mehr als das Hartz 4-Niveau zu leben hat? Oder doch eher 800? Warum nicht gleich 1000? Was soll dieses hirnlose Bashing?


    Im übrigen ist Medizintourismus kein hochfliegendes Konzept, sondern in Leipzig ist das lange Realität. So genießt das Herzzentrum Leipzig einen exzellenten Ruf. Immer wieder lassen sich internationale Patienten hier behandeln. Besonders scheint sich das unter indischen Unternehmern herumgesprochen zu haben, denn sie bilden eine sehr große Gruppe der Leipziger Medizinkunden. Wenn es diese Leute gibt, dann wäre man dumm, nicht ein ansprechendes Therapieambiente zu schaffen und deren Finanzkraft abzuschöpfen. Das wird aber leider nix im St. Georg in Eutritzsch und solche Leute legen sich nicht ins Vierbettzimmer im UK.

  • ^Es wäre einfach nicht verkehrt, wenn Du ein bißchen klarer machen würdest, was genau Du eigentlich kritisierst. Ich sehe hier eine beachtliche Investition, die eine innerstädtische Brache belebt und mindestens hundert neue Arbeitsplätze schaffen wird. Es sieht nicht so aus, als würde irgendjemand eine Verschlechterung gegenüber seiner bisherigen Situation erleiden müssen. Wer sich die Behandlung dort nicht leisten kann oder mehr Grünflächen wünscht, hat mehr als genug Alternativen. Wenn das Konzept wirtschaftlich scheitert, fallen ebenfalls keine Verluste für die öffentliche Hand an. Ganz ehrlich, solche Pläne eines Klinikneubaus würden in anderen deutschen Städten das Glanzlicht einer ganzen Wahlperiode sein.


    Kann man dem Artikel hinter der Bezahlschranke entnehmen, wie genau die Gebäude an der Querstraße angeordnet werden? Ich würde auf den Parkplatz auf folgendem Luftbild tippen, oder?

  • ^ Ja, genau. Die geplante "Edel-Klinik" füllt die von lguenth1 gezeigte Brache an der Querstraße aus. Ich muss mir vor Ort auch noch mal ein Bild von der städtebaulichen Situation schaffen. Auf dem Luftbild sieht ja alles ziemlich gruselig aus.


    Und da der fleißige Dave bei der Aussellung war, hier noch einmal die Visualisierungen der geplanten Klinik. Städtebaulich wie architektonisch in meinen Augen eine große Bereicherung für diese Ecke.



    Da oben wo "Ärztehaus" steht, kommt der geplante Neubau hin




    Und so soll die Klinik für Medizintouristen Ende 2016 aussehen



    Bilder: Dave_LE
    Visualisierung: Fuchshuber Architekten (Leipzig)

  • Vergleichbare Objekte haben Warmmieten von 10 bis 15 Euro pro qm. KSW wird an dieser speziellen Lage sicher auch eher am oberen Ende dieser Spanne planen. Was hat das mit "hirnlosem Bashing" zu tun, wenn dort quasi ein "Edel-Campus" entsteht, den sich nicht mal ein Durchschnittsstudent leisten kann?


    Es ist hirnloses Bashing. Was sich der sog. Durchschnittsstudent leisten kann oder nicht, entzieht sich Deiner Kenntnis. Im übrigen ist es das Unternehmerrisiko des Investors eventl. an der Realität vorbeizuplanen. Ein Innenstadtbau hat nicht die Verpflichtung sich allen gesellschaftlichen Schichten zu öffnen. Aus Dir spricht eher der Neid, wohl nicht zur Zielgruppe zu gehören aber dafür kann niemand was. Im übrigen siehe Beitrag von lguenth1.

  • Im Inneren der Hauptpost wird schon fleißig gewerkelt. Richtig losgehen soll es wohl dann doch erst im November. Derweil durfte die Radicals-Crew offensichtlich ganz offiziell den Bauzaun gestalten. Das riesige RCS-Logo erfolgte nach diversen Medienmeldungen noch illegal.




    Auf der Rückseite des Komplexes in der Querstraße erfolgt in dieser Lücke der Neubau für die Edelklinik.
    Bilder: Cowboy

  • Derweil durfte die Radicals-Crew offensichtlich ganz offiziell den Bauzaun gestalten. Das riesige RCS-Logo erfolgte nach diversen Medienmeldungen noch illegal.


    Den Bauzaun hat der graffitiverein.de gestaltet. RCS gehört da sicher nicht dazu.

  • Dave, auf dem zweiten Foto bekennt der RCS-Bulle, der eine RCS-Kette trägt, "Leibsch bund (zu) mochn". Kleiner steht neben der Kette "Graffitiverein". Und daneben prangt ein großer Radicals-Schriftzug auf dem Zaun. Was könnte das wohl bedeuten?


    PS: Cowboy und ich schreiben in exakt der gleichen Minute von einem Bullen als Logo. Laut Farbsucht.de bzw. graffitileipzigtv handelt es sich aber um eine Kuh: http://www.youtube.com/watch?v=kaSmoYt0A6M Und es gibt noch andere Versuche, durch Beobachtungen in freier Wildbahn das Geschlecht des Tieres zu bestimmen: http://geheimtipp-leipzig.de/die-blaue-kuh/ Und auch das offizielle Merch-Zeugs spricht von der Quhl-Kuh: http://www.quhlangezogen.de/ / https://www.facebook.com/quhlangezogen .