Leipzig: The Post - Revitalisierung ehemalige Hauptpost

  • Für die Hauptpost gab es schon einige Projekte. Ob dieses tatsächlich realisiert wird? Wir werden sehen.


    Die Sprache der Immobilienverkäufer ist schwer zu ertragen. Aber ich kann mich mit diesem Projekt durchaus anfreunden. Auch mit dem Dachaufbau.


    Wenn die LWB ihren Verwaltungsbau am Wintergartenhochhaus 2015 fertiggestestellt haben wird, werden wohl die drei Plattenbaublöcke am Georgiring recht klein wirken.

  • Leipzig: The Post - Revitalisierung ehemalige Hauptpost (i. Pl.)

    Die Fassade der Hauptpost wurde in der Zwischenzeit alternativ gestaltet. Diesmal war die RCS-Crew wieder am Werk. Statt Chrome wie noch beim Ringmessehaus wurde die Hauptpost jetzt bunt besprüht. Außerdem beinhaltet das Bombing die nächtliche Silhouette von Leipzig. Klasse Umsetzung!




    Hier das neue Graffito.

  • Wahrscheinlich bin ich jetzt wieder zu spießig aber hier handelt es sich um einen schweren Fall von Sachbeschädigung. "Klasse Umsetzung" ist nicht das erste, was mir dazu einfällt.

  • Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich die Gerichte angesichts der bevorstehenden umfassenden Sanierung des Gebäudes einschließlich eines angekündigten Austauschs aller Scheiben der Einschätzung anschließen würden, dass es sich um Sachbeschädigung handelt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/N…echts%C3%A4nderungsgesetz
    http://www.graffitianwalt.de/urteile.php
    u.a. AG Düsseldorf, Urteil vom 9.12.2011 (Ist ohnehin eine Komplettrenovierung erforderlich, sind weitere Tags straflos)


    So ganz allgemein denke ich allerdings, dass das geplante Aufsetzen eines Sattelgeschosses das Baudenkmal viel viel stärker und dauerhafter schädigen wird als das Graffito. Und das sowohl im Äußeren durch starke Veränderung der Kubatur als auch im Inneren durch die dafür notwendigen statischen Umbauten. Vor allem aber ist diese Beschädigung irreversibel im Gegensatz zu dem Bild.


    PS: In einem Artikel in der heutigen LVZ äußert sich Holger Krimmling von der Geschäftsleitung des Leipziger Projektentwicklers KSW. Das Graffito soll nicht entfernt werden. "Das lohnt sich doch gar nicht. ... Die Fenster werden ohnehin ausgetauscht und die Fassade wird erneuert." Allerdings soll die Hauptpost demnächst von Sicherheitspersonal bewacht werden soll. Durch die zerschnittene Werbeplane, die nicht ersetzt werden soll, sei ein Schaden von rund 10.000 Euro entstanden.

  • Ich würde die juristische Entscheidung für oder gegen Sachbeschädigung nicht von den weiteren Plänen der Gebäudeeigentümer abhängig machen. Ich habe aber auch gar keine Lust auf so eine Diskussion.
    Darüber ob man sein Gebäude großflächig besprühen lassen möchte oder nicht, haben doch nicht ein par halbstarke Klapperköppe mit Sprühdosen zu entscheiden. Das ist unabhängig vom Motiv oder der Qualität ganz einfach eine Sauerei. Das Zerstören der Plane setzt dem ganzen ja noch die Krone auf.


    Das in den Visualisierungen zu sehende Staffelgeschoss stört mich im übrigen nicht sonderlich. Ich sehe es sogar als eine gelungene Verbesserung und die zusätzliche Höhe schadet am doch recht großen Augustusplatz nicht.

  • ^ Mein Kommentar bezog sich rein auf das tag, das auf die Fassade gesprüht wurde. Darüber, dass das Besprühen und Zerstören fremden Eigentums bestraft gehört, sind wir uns einig.


    Unter streng denkmalpflegerischen Gesichtspunkten kann man die geplante Veränderung der Hauptpost sicher kritisch sehen, andererseits wurde gerade in Leipzig über die Jahrhunderte hinweg die Gebäude in ihrer Gestaltung verändert, oftmals zum Besseren. Das trifft für meinen Geschmack auch auf den geplanten Umbau der Hauptpost zu.

  • Durch die zerschnittene Werbeplane, die nicht ersetzt werden soll, sei ein Schaden von rund 10.000 Euro entstanden.


    Hinzu kommt, dass Teile der von den Sprayern entfernten Plane auf Leuchtmittel fielen und akute Brandgefahr bestand. Siehe Bild in der LVZ.

  • Und ich dachte, wenn ich die Alte Hautpost ohne Plane bekomme, dann auch im Original... :(



    Nachdem RCS was großes hinterlassen ist, ist nun wieder ORG dran.



    Nahaufnahme.



    Und wer den Plattenbau noch nicht von hinten gesehen hat.


  • Trotz kursierender ... nennen wir es mal Gerüchte um die Zukunft der KSW und der anhaltenden Kritik an dem geplanten Glasaufbau schreibt die LVZ einfach noch mal fast denselben Artikel wie vor ein paar Wochen. Neues erfahren wir nichts.


    Unbedingt zitierwürdig ist dieser schöne Satz: "Der, in Leipzig für seinen Blick auf das Wesentliche bekannte, Projektentwickler KSW hat mit seinem Konzept endlich bei Stadt und Bevölkerung Zuspruch erhalten und einen Weg gefunden, das denkmalgeschützte Ensemble wieder in das städtische Leben einzugliedern."


    Ist das insgesamt noch Journalismus oder schon eine (bezahlte) Anzeige?


    LVZ-Online, 29.04.2014
    Alte Hauptpost "Moderne als Zeichen für die Zukunft"
    Andrea Klaus
    http://www.lvz-online.de/leipz…/r-citynews-a-236819.html

  • Es steht ganz klein über dem "Artikel", dass es sich um eine Anzeige handelt. Aufgrund der vielen peinlichen Interpunktionsfehler würde ich der LVZ aber empfehlen, die optischen Unterschiede zu ihren sonstigen Inhalten etwas deutlicher zu gestalten. Oder kostet eine Kontrolle der Rechtschreibung extra?

  • Tatsächlich, wenn man sehr genau hinschaut, sieht man die "Anzeige".


    Ist zwar offtopic, aber ich habe nun doch mal nach dem Namen der Schreiberin gesucht. Andrea Klaus erschien noch im September 2013 als Verfasserin einer Pressemeldung für fluege.de zusammen mit Dr. Konstantin Korosides (Leitung), Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der beliebten Unister. Da wirst Du geholfen :lach: .

  • Ein Rundgang durch die Hauptpost


    Anfang April 2014 gab mir die KSW die Möglichkeit, einen Teil der ehemaligen Hauptpost zu besichtigen - und einige Impressionen will ich euch nun nicht vorenthalten >>



    Im Empfang.



    Hier liegt echtes (zerkleinertes) Geld auf dem Boden... in Form der schweizerischen Flagge, die zur Buchmesse hier eine Ausstellung hatte.



    Bevor es nach oben geht, schauen wir uns noch kurz unten um.








    Im Haupttreppenhaus.



    Blick nach oben.



    Schließfächer dürfen natürlich nicht fehlen.





    Und das kleine Treppenhaus am ehemaligen Commerzbank-Gebäude.



    In einem der oberen Stockwerke.



    Hier sieht es überall gleich aus, abgesehen von den Vandalismusschäden.



    Ein Traum, in diesem Gebäude eines Tages zu wohnen... :daumen:

  • ^ Danke für die Fotos aus dem Inneren der Hauptpost. Beim Betrachten des Interieurs fällt auf, dass sich die Architektur vor 50 Jahren voll auf Höhe der heutigen Zeit befand.


    Diese ominöse Anzeige oben in #91 ist wieder herausgenommen worden. Es zeugt m.E. von ganz schlechtem Stil, Anzeigen zu veröffentlichen, die wie Presseartikel verfasst wirken. Dagegen ist die selten dämliche Einleitung ("Der, in Leipzig für seinen Blick auf das Wesentliche bekannte, Projektentwickler KSW...") noch harmlos. Eine andere Frage wäre noch, ob die KSW, die für die Vermarktung der Hauptpost sonst keine Kosten und Mühen scheut, es nötig hat, von einer talentfreien Schreiberin Texte für die Öffentlichkeit verfassen zu lassen. Aber jetzt, wo nach zwei Tagen die Veröffentlichung wieder verschwunden ist, war vielleicht alles nur ein Missverständnis.


    BTW, welche Gerüchte kursieren um die KSW eigentlich, LE Mon.hist. (aus gegebenen Anlass besser nur via PM)?

  • ^ Das liegst Du sehr richtig, Cowboy, allerdings ging die ausgefeilte Inneneinrichtung zu lasten der Bauzeit und sprengte den geplanten Kostenrahmen, wie während der Besichtigung zu erfahren war. Aber das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen!
    Ich möchte zu Daves Bilderserie noch einige ergänzende Aufnahmen hinzufügen. Von besonderem Interesse erschien mir neben den von Dave gezeigten Schalterhallen und Treppengeländer auch die Ausführung des Direktoren- und Besprechungszimmer in der letzten Etage. All die ausgeführten Details waren wohl im aufkommenden industriellen Bauen keine Selbstverständlichkeit.
    Ein sehr informativer Rundgang, herzlichen Dank an die Veranstalter!




    Hauptpost – Uhr im Eingangsbereich




    Hauptpost 3. OG




    Hauptpost 4. OG




    Hauptpost 7. OG - ehem. Besprechungszimmer




    Hauptpost – 7. OG - ehem. Direktorenzimmer




    Hauptpost – Blick vom ehem. Direktorenzimmer in den Hof

  • Weitere Bilder in dem Artikel in der


    LVZ-Online, 04.05.2014
    Abschied von Leipzigs alter Hauptpost - Haus soll ab Juli zum Campus werden
    http://www.lvz-online.de/leipz…s-a-237429.html?src=86026


    Viel Neues erfährt man auch hier nicht. Es bleibt bei dem avisierten Baubeginn bald nach der nach der Fußball-Weltmeisterschaft, die am 13. Juli endet und damit auch das "public viewing" auf dem Augustusplatz. Zu den ersten Arbeiten wird der Abbruch „statisch nicht störender Teile" gehören. Die denkmalgerechte Sanierung beginnt im November. Dabei ist in dem Artikel die Rede, dass die Fassade originalgetreu erhalten bleibt. Ob neben der die Kubatur völlig verändernden "Skybar" auch an dem Austausch und der Farbänderung der Scheiben festgehalten wird, hat Jens Rometsch nicht gefragt. "Etliche Elemente" wie z.B. eine meterhohe Postbotin als Metallbiegearbeit sollen restauriert werden, welche bei dem Umbau unter anderem wegen massiver statischer Eingriffe für die Erhöhung verloren gehen, wurde ebenfalls nicht gesagt.


    Jörg Zochert von der KSW-Geschäftsleitung sagte: „Die Hälfte der Flächen werden Studentenapartments und Service-Wohnungen. Als Mieter für den Gewerbeteil stehen schon vier Biotech-Unternehmen und zwei private Bildungsträger fest. ... Wir würden uns sehr freuen, hier auch wieder eine Postfiliale herzubekommen. Ein Haus, wo draußen groß Post dran steht und das diese Geschichte hat, mag ich mir anders kaum vorstellen."
    Auch die übrigen Mieter_innen wurden bekanntgegeben: Im Erdgeschoss und auf einem neuen Campus im ersten Stock sind eine privat betriebene Mensa, zwei Restaurants (Marché, Sausalitos), Bio- und Supermarkt und anderes mehr geplant. Der geplante Neubau auf der Rückseite des Areals, das bis zur Querstraße reicht, soll eine medizinische Nutzung erhalten.

  • Zum 1. Staatsexamen oder Physikum ein Wägelchen als Geschenk

    In der BILD wird die Liste der möglichen Mieter_innen erweitert um "außerdem vielleicht noch ein[en] Showroom für einen Autokonzern, der Nobelfahrzeuge baut." Perfekt für die künftigen Student_innen, die dort wohnen werden. Da können sie gleich Mama und Papa zeigen, was sie sich zum Studienabschluss wünschen. :D


    BILD, 5.5.2014
    Vor dem großen Umbau
    Letzter Blick in die Alte Hauptpost
    http://www.bild.de/regional/le…ptpost-35817036.bild.html

  • ^ Wie es so üblich ist, erwähnte niemand, dass man es der Leipziger Denkmalstiftung am Samstag zu verdanken hatte, dass man den "vielleicht" letzten Blick ins Gebäude mit der Öffentlichkeit werfen durfte.


    Vorhanden ist übrigens auch noch ein Ernst-Thälmann-Wandbild, das mit weißer Farbe übermalt wurde und wieder sichtbar werden soll. Dort soll der Biomarkt einziehen. Geplant war auch ein Apple-Store. Als Drogeriemarkt soll es dm geben.

  • So ganz stimmt es ja nicht. In der LVZ steht: "Bei der Führung, welche die Leipziger Denkmalstiftung veranstaltet hatte, ...", in der BILD ist tatsächlich kein Platz für solche die Leser_innen überfordernden Nebeninformationen.