Leipzig: Gebäude f. Wissenschaft, Kultur, Medizin, Bildung, Sport

  • In der LVZ vom Freitag, den 27.2., steht ein längerer Artikel über das PPP-Modell mit den fünf Schulen, die auch mit Bild vorgestellt werden. Im großen und ganzen sind es aber die oben gebrachten Informationen. Zum Schluß kommt die Begründung für die Auswahl dieser Schulen. Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD): "... Aber ich gehe davon aus, dass die fünf Schulen nicht gefährdet sind. Die Schülerzahlen haben sich weitgehend stabilisiert. Die Geburtenzahlen steigen. Außerdem haben wir Schulen ausgesucht, die zentrumsnah liegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sind."


    Die Kuh in Böhlitz-Ehrenberg ist noch nicht ganz vom Eis. Die Ortsvorsteherin Karin Teubner hält offenbar nicht viel von einer demokratischen Abstimmung, bei der der Haushaltsantrag zum Neubau einer Grundschule in B.-E. abgelehnt wurde, und strengt nun eine Klage auf Einhaltung des Eingemeindevertrages gegen die Stadt vor dem Verwaltungsgericht an. Wer spendiert der guten Frau und den Richter_innen mal eine Führung durch Leutzsch und die dortige sanierte und leerstehende 57. Mittelschule, in der die Mittelschüler viel Platz und Entfaltungsmöglichkeiten hätten?

  • Auch am HTWK-Neubau hat sich einiges getan. Es geht langsam dem Ende zu.


    Bauupdate: 08.03.2009


    Blick: Gustav-Freytag-Strasse



    Blick: Karl-Liebknecht-Strasse

    Bilder: Dr.Faust

  • Positiv an diesem Bau ist auf jeden Fall, daß er wieder einen geschlossenen Baublock schafft, nur habe ich Angst, daß er den benachbarten Gründerzeitbau in der Karl-Liebknecht-STraße optisch erschlägt. Dies endgültig zu bewerten vermag man natürlich erst, nachdem die Gerüste gefallen sind!
    @ Dr. Faust: herzlichen Dank für die Photos!

  • ^ Von der Kubator her gefällt mir der HTWK-Neubau ganz gut, aber ich vermag schon jetzt zu urteilen, wenn ich unter die Gerüste schaue, dass mir die Fassade ganz und gar nicht gefallen wird.

  • ^ Ja, in der Tat, das sind einfache glatte weiße Flächen. Mit etwas strukturierterem Putz oder anderen Oberflächenmaterialien (Holz o. wie in #51) würde das Ganze sicherlich besser wirken. Ich wette weiterhin, dass innerhalb des ersten Monats die ersten Tags und innerhalb des ersten halben Jahres ein großes Bombing die großen weißen Flächen zieren werden. Hier hat man hoffentlich entsprechende Maßnahmen ergriffen.

  • Zum von AndyJa vorgestellten Schulneubau ein paar Fakten:


    • Erster Schulneubau seit 20 Jahren
    • Ganztagsschule mit integriertem Hort im Passivhausstandard
    • Baustart: 2010
    • Architekten: JSWD (Köln)
    • Investitionsvolumen: 15 Mio Euro


    Ich kenne mich mit der baulichen Situation vor Ort wenig aus, aber wie ich aus diesem lizzy-Artikel entnehme, entsteht die Schule auf dem nördlichen Gelände der alten Plattenbauschule, die nach der Errichtung des Neubaus nebst Plattenbauturnhalle abgerissen wird. Auf dem durch den Abriss frei werdenden Gelände sollen im Anschluss Wohnungen gebaut werden.


    Für mich sehen diese Vorhaben sehr nach Aufwertung aus. Alle 23 eingereichten Entwürfe sind bis zum 26. März im Schulgebäude Breitenfelder Str. 19 ausgestellt.

  • ich wohne in direkter sichtweite zu besagter schule und kann schon allein von diesem kleinen foto her schließen: es wird ein solides stück stadtreparatur ;) mal sehen wie sich der baulärm auf mein gemüt auswirken wird.
    ob natürlich die ebenfalls vorgesehene eckbebauung realisiert wird, bleibt abzuwarten. immerhin wird dann die unansehnlichste freifläche der südvorstadt wieder entscheidend ins städtebauliche raster zurückgeführt.

  • ^ Der städtebauliche Ansatz ist in jedem Falle hoch zuloben. Einen Kubus, der das Raster der Südvorstadt aufnimmt, finde ich dort jedenfalls weitaus angebrachter, als einen "crazy" solitär, der auf dicke Hose macht. Sehr schön auch, dass auf dem Gelände, auf dem sich heute die beiden Plattenbauten befinden, endlich mal wieder eigenständiger Geschosswohnungsbau in der Südvorstadt stattfinden sollen, auch wenn das Ganze nach zur Nedden noch nicht ins Details geplant ist. Insofern volle Zustimmung an ungestalt: definitiv solide Stadtreparatur.

  • Ich sehe das ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Immerhin War ich 4 Jahre auf dieser Schule und hab viele Erinnerungen an diese Zeit...*Schwärm*


    Der Neubau gefällt mir gut, auch das er Hort und Sporthalle integriert. Wenn ich mich nicht irre entsteht der Neubau ab 2010 auf dem nördlichen Teil des Schulgeländes wo jetzt noch der Schulsportplatz ist.

  • Laut Baunetz-Meldung ist noch nciht klar, ob der 1. Platz gebaut wird. War jemand mal in der Ausstellung und hat gesehen, ob es vielleicht noch ein paar zeigenswerte Alternativen gab? Die ersten Plätze sind ja alle recht kubisch.

  • ja, die neue schule wird für schüler und stadtbild einiges bringen.


    grundsätzlich ist es ja auch kein problem, wenn eine schule ähnlichkeiten mit einem parlamentsgebäude aufweist. (wobei es schwierig ist, anhand zweier skizzen auf eine ähnlichkeit zum stuttgarter landtag zu schliessen.) falls dem so wäre, würde es vor allem bestätigen: was vor 50 jahren noch als richtungsweisend für öffentliche bauten galt, hat sich bewahrheitet und findet heute selbst bei schulbauten anwendung.
    (genau darum wäre es auch falsch, heute zu spotten, der stuttgarter landtag sähe nur aus wie eine x-beliebige schule. im gegenteil: mit der zahl der kopien steigt der wert des originals.)


    LE Architekt : ich war auch auf so einer plattenschule. die durch die bauweise bedingten mängel haben mich schon damals gestört. neben den engen gängen und schmalen treppenhäusern betraf dies vor allem das fehlen einer aula. nicht verwunderlich also, dass sich der neubau an anderen vorbildern orientiert.

  • Man kann sich auch alles schön reden. :D


    Davon abgesehen find ich den Neubau am geplanten Standort noch am unempfindlichsten und nicht so störend wie als wenn man einen Kubus in eine vorhandene Blockrandbebauung oder neben vorhandene gründerzeitliche Bausubstanz gequetscht hätte, da er so allein als solitär dasteht und wirken kann. Negativbeispiel: Siehe HTWK-Neubau.


    Durch die geschlossene, quaderförmige Blockform und die recht großzügigen Ausmaße ergänzt er quasi die bestehenden Blockrandbebauungen im Umfeld. Somit sehe ich es ebenfalls so, dass in gewissem Maße Stadtreparatur betrieben wird; wenn auch auf einer qualitativ anderen Ebene.

  • ^ Trotzdem würden mich deine Alternativvorschläge interessieren: wie würdest du die speziellen Anforderungen einer Ganztagsgrundschule, eine 3-Felder-Sporthalle, innenliegende Spielplätze, sicherlich auch behindertengerechten Aufbau etc. in einem Gebäude unterbringen?


    Aber schön, dass du hier auch mal den städtebaulichen Aspekt betrachtest und nicht nur die Fassade.

  • Ich beachte eigentlich fast nur den städtebaulichen Aspekt! In einem gründerzeitlich geprägten Stadtteil kann ich nun mal nicht einfach so einen modernen Block hinrotzen. Vor allem nicht ein Neubau, der eine Lücke in einer bestehenden Blockrandbebauung ergänzt. Aber genau das passiert bei vielen Neubauten. Und das leider mit Absicht. Was dem einen oder anderen hier ja auch gefällt. :glubsch:
    Daher auch meine Kritik bei fast jedem Neubau. Leider. Vielleicht sollten wir hier doch mal einen Strang aufmachen, in welchem Neubauten eingestellt werden, die sich in Form, Farbe, Fenstergestaltung, etc. der bestehenden Bebauung anpassen und diese damit harmonisch ergänzen, statt sich dieser entgegenzustellen. Um damit quasi auch mal positive moderne Beispiel aufzuzeigen, statt uns immer nur an den Negativ-Beispielen aufzureiben. Auch die gibts nämlich in Leipzig.


    Zu deiner Frage: Scheinbar sind es auch die überfrachteten Anforderungen unserer heutigen Zeit, die viele Architekten zum Verzweifeln bringen und nicht wissen wo sie anfangen sollen. Da ist der bekannte Kubus wohl grundsätzlich das Schnellste und Einfachste. Ich kann das auch durchaus verstehen. Wenn die Fassade sowieso keinen interessiert und alles so günstig wie möglich sein soll, warum dann viel Zeit für die Gestaltung einer hochwertigen Fassade verschwenden?


    Und da viele Architekten "modern erzogen wurden", wundern mich auch die identischen Ergebnisse dieses Wettberwerbs nicht. Ein "traditioneller Architekt" hätte sicher auch eine andere mögliche Lösung gefunden. Aber wie gesagt: Dadurch dass die Schule allein dasteht, stört sie ohnehin nicht so sehr.


    Ich persönlich frage mich nur, ob Leipzig nun, da vieles des historischen Bestandes saniert wurde und in den nächsten Jahren vermehrt Neubauprojekte zur Debatte stehen werden, den selben Weg gehen wird wie die "West-Städte", oder ob man hier dann vielleicht doch eher etwas strenger hinschaut, und auf die Erhaltung der Harmonie mit der bestehenden Bebauung pocht. Das ist für mich eine generelle Frage. DAS wäre dann nämlich wirklich mutig! ;) Zumindest in den gründerzeitlichen Stadtteilen. Dabei denke ich vor allem an die teils miserablen Stadthäuser. Eines der furchbarsten steht in der Elsterstraße. Positiv fallen mir spontan die Stadthäuser in der Industriestraße ein, wo der gute Wille wirklich erkennbar ist und die durchaus auch eine ordentliche Fassadengestaltung besitzen.

  • In einem Protokoll des Lindenauer Stadtteilvereins zum 4. Workshop Block Josephstraße am 18.09.2008 gibt es auch eine erste Visualisierung bzw. die Vorstellung erster Planentwürfe zum geplanten Buchkindergarten in der Josephstraße durch das Architekturbüro Ilg/Friebe/Nauber:


    http://www.lindenauerstadtteil…ll/josephstr_20080918.pdf
    S. 5 f.


    Auf deren Website fand ich noch nichts: http://www.ilg-friebe-nauber.de/


    Kürzlich gab es auch einen Artikel in der LVZ [ http://www.lindenauerstadtteil…2009_02_25_buchkinder.pdf ] als Teil einer ganzen Serie in den nächsten Jahren zum neu kreierten Bildhauerviertel rings um die Josephstraße, also Schadowstraße, Hähnelstraße, Schillingstraße oder Siemeringstraße u.a.:
    http://www.lindenauerstadtteil….de/planung/bildhauer.php


    Losgegangen ist es bereits mit Abbrucharbeiten im Bereich der Hinterhäuser (sog. Asbestbaracke), demnächst erfolgt wohl nun auch wirklich der schon längere Zeit angekündigte Abbruch der Gründerzeithäuser Josephstraße 9 (und 11 ?).

  • Hier noch mal der Bauplatz:
    http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000


    Das jetzt abzureißende Hinterhaus war im Juli 2003 abgebrannt. Von den Löscharbeiten wurde ein Video erstellt, wozu auch immer: http://www.myvideo.de/watch/21…pzig_Josephstr_v_30_07_03


    Die im Protokoll erwähnte noch anzupachtende Teilfläche des Flurstücks 1214/1 (Garten Lützner Straße 29 HH) ist die baumbestandene Fläche südlich des großen Hinterhauses, in der jetzt noch einer meiner Lieblings-A und Vs drin ist und in das irgendwann einmal die bereits vorgestellten Pläne für Wohnateliers im Rahmen des Kulturaustauschs Schweiz-Deutschland ( http://www.mosaic.ch.vu/ ) verwirklicht werden sollen.

  • Seit dem letzten Besuch an der Werner-Heisenberg-Schule hat sich richtig vie getan. Was mir persönlich gefällt it, daß viele Säulen verwendet werden bei dem Neubau.


    Bauupdate: 13.04.2009







    Bilder: Dr.Faust

  • Nachdem der Stadtrat von Leipzig wieder auf peinliche Art Weise auf sich aufmerksam macht, indem er die Schulsanierung verhindert und das PPP Projekt für 5 Schulen ablehnt, gab es für 2 andere Schulen ein Wettbewerbsergebnis. Leider bleibt wieder die Bildung auf der Streckte weil man im Stadtrat von vielen Dingen keine Ahnung hat. Aber nun zu den 2 positiven Projekten:


    http://www.lvz-online.de/slide…tekturwettbewerb.html?s=9


    Es sind dort die erstplatzierten Ergebnisse abgebildet. Sicher gute Lösungen für die angesprochenen Objekte. Bei beiden geht es jeweils um die Schulen + Turnhallen.