Archäologische Zone und Jüdisches Museum

  • Der Ausbruch eines Feuers in diesem Gang ist wohl weniger zu befürchten, als dass sich Rauchgase an dieser tief gelegenen Stelle sammeln. Und für den Brandschutz wagt heutzutage halt keiner mehr den Kopf hinzuhalten.


    Es ist natürlich sehr bedauerlich, dass der Kanal somit für die Allgemeinheit gesperrt wird, so geht wieder etwas "Erlebniswert" dieses Museums verloren.


    Ich glaube allerdings nicht, dass es völlig unmöglich ist einen Notausgang als zweiten Rettungsweg zu bauen, immerhin hat der Kanal schon eine gewisse Länge.. Allerdings lässt diese Grafik auch nicht erkennen bis wohin der freigelegte Kanal nun genau geht. Aber ich denke man kann den Kanal wohl noch weiter freilegen/verlängern und an einer sinnvollen Stelle einen Ausgang anlegen. Natürlich wäre dies mit weiteren Kosten verbunden, an die man sich natürlich, bei den eh schon gestiegenen Kosten für dies Museum, jetzt nicht heran traut. Dies wird man wohl der zukünftigen Generation überlassen müssen.

  • Ein kurzer Abriss zur Geschichte des Projektes in der Kölnischen Rundschau.


    Geplante Baukosten 2010:48 Millionen Euro, von denen das Land 36 Millionen Euro, die Stadt 12 Millionen tragen sollten. Aktuell werden die Baukosten auf ca. 77 Millionen beziffert. Der Fertigstellungstermin, vor kurzem noch mit 2019 angegeben, aktuell 2020.
    Zu erwähnen ist noch, dass das ganze Objekt auch noch abgespeckt wurde. Kein Café, kein Museumsshop, kleinere Ausstellungsfläche.


    https://www.rundschau-online.d…chte-der--miqua--28944188

  • Grundsteinlegung MiQua am 28.06.18

    PM (Auszug): "Im Beisein von Ministerpräsident Armin Laschet wurde am heutigen Donnerstag, 28. Juni 2018, in Köln der Grundstein für ein bundesweit einmaliges Museum gelegt. Derzeit entsteht vor dem Historischen Rathaus das "MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln" gleichsam als Hülle über einigen der bedeutendsten Funde der Kölner Stadtgeschichte, die Teil der Ausstellung sind.


    Nach seiner Eröffnung im Jahr 2021 wird das MiQua mit dem Praetorium und dem mittelalterlichen jüdischen Viertel sowie dem Goldschmiedeviertel in einem 600 Meter langen Parcours über 2.000 Jahre Kölner Geschichte barrierefrei erlebbar machen. Bauherrin des rund 77 Millionen Euro teuren Museums ist die Stadt Köln, betreiben wird es der Landschaftsverband Rheinland (LVR). [...]"


    Die komplette Pressemeldung der Stadt Köln gibt es hier. Die Hochbaustahlarbeiten des leider fast fensterlosen Baus sollen 2019 beginnen. Auf unter der PM ist außerdem ein YouTube-Video verlinkt, in welchem das Projekt nochmal schön bebildert und visualisiert erläutert wird.

  • Leider bekommt Köln, gerade gemessen an anderen deutschen Städten, in Architekturforen bisweilen kaum die Bachtung zu, die diese Stadt allein aufgrund ihrer Geschichte und ihrer Größe eigentlich verdient. Ich starte heute ein umfängliches Baustellenupdate zur City.


    Wir beginnen mit dem Bau des Jüdischen Museums unweit des alten Rathauses. Zum Verdruss aller Beteiligten hat sich hier ja über Jahre eher recht wenig getan bzw. alles fand unterhalb der Oberfläche statt, aber es geschehen noch Wunder und es sind erste Fortschritte auch obererdig zu sehen.




    Hier nochmal die Visu, meiner Meinung nach hätte man hier architektonisch viel mehr rausholen müssen als diesen Steinkasten.


    Alle Bilder von mir von heute.

  • Die eigentlich geplante Eröffung des MIQUA im 1. Halbjahr 2021 wird sich wohl um zwei Jahre verzögern. Auch die derzeit mit 77 Millionen Euro angesetzten Kosten werden wohl nicht zu halten sein.

    Sicherungsarbeiten am Historischen Rathaus und den historischen Funden, Blindgänger, diverse Rohrleitungen, Kabel und Kanäle, die verlegt werden mussten u.a. haben zu Verzögerunghen geführt. Mehrere Aufträge müssen, bedingt durch die Verzögerungen neu ausgeschrieben werden.


    Einen neuen Termin - und Kostenplan will die Stadt Ende kommenden Monats vorstellen.

    https://www.ksta.de/koeln/deut…jahre-verzoegern-36343936

  • Ein zwar schon 2 Jahre altes - aber dennoch sehr informatives - Video über das "MIQUA - LVR-Museum im Archäologischen Quartier". Über die Bauarbeiten, Statik, Visualisierungen der Bauabschnitte, des Gebäudes, der Rundgänge...


  • Es geht langsam voran mit dem MiQua, aber es geht voran. Jetzt steht die erste Seitenwand, noch ohne die finale Fassade. Bis März 2024 will man mit dem Bau fertig sein. Der Baufortschritt hängt aber von den Stahllieferungen und den Fortschritten in der Gründung der archäologischen Funde ab, für die noch tief ins Erdreich gegraben werden wird. Immerhin bekommen wir jetzt eine Idee für die echte Raumwirkung des Gebäudes.


    Bericht der Kölnischen Rundschau mit Bild:

    https://www.rundschau-online.d…es--miqua--steht-38157422

  • Jüdisches Museum


    Es geht langsam - aber dafür entsteht mit diesem Bauwerk in Köln eine selten gesehene hohe Architektur Qualität! Alleine die filigranen Sichtbetonelemente des Sockel bzw. Erdgeschosses sind einer Würdigung wert.


    Werde mir demnächst mal die Baustelle im Detail ansehen und bin gespannt wie sich die Optik weiter entwickelt. Jetzt übertrifft es meiner Ansicht schon das Modell bzw. die Visualisierungen im Vorfeld.


    Über die Kosten bzw. die Kostensteigerung möchte ich hier erstmal nicht diskutieren. Ist halt kein Bau von der Stange wo man auf Erfahrungs- und Kostenkennwerten aufbauen kann.

  • ^^^ Tolles Video! Hier entsteht die hohe Kunst das Altertum der Neuzeit zu präsentieren. Kein Wunder das lange im Untergrund gearbeitet wurde, was bautechnisch sehr anspruchsvoll ist. Gut Ding braucht eben Weile, Kostensteigerungen (leider) fast unumgänglich bei Projekten dieser Dimensionen mit vielen Unbekannten, Zeitverzug geschenkt, ärgerlich für die Anwohner allemal aber auch ein Mehrwert für die Gesellschaft. Wird mal wieder Zeit für einen Köln-Besuch, ich freue mich jetzt schon auf das Museum in 2024. Hoffentlich!:daumen:

  • Der Eine oder Andere wird sich vielleicht erinnern: Ich hatte damals (2013) die Facebook-Seite Pro-Archäologische-Zone / Jüdisches-Museum Köln gestartet, weil ich es einfach nicht fassen konnte, wie Teile der Stadtgesellschaft und ganz besonders auch Stadtanzeiger/Rundschau damals gegen dieses Projekt Stimmung gemacht haben. Im Grunde ist es mir bis heute nicht begreiflich - und was ich auch nicht begreife ist, wie konsequent unter dem Radar dieses Projekt in der lokalen Wahrnehmung und Wertschätzung noch immer läuft. Diese Archäologische Zone zusammen mit dem Museum sind nichts geringeres als eine Sensation für die Kulturstadt Köln und haben internationale Strahlkraft. Ein größeres archäologisches und historisches Alleinstellungsmerkmal gibt es weder in Deutschland, noch nördlich der Alpen! Der Fluch "unserer" Stadt ist tatsächlich, dass wir keine überregionale Zeitung haben - wäre dies ein Münchner oder Frankfurter Projekt, stünde hier ein paar Mal im Jahr etwas im Feuilleton der FAZ oder SZ... aber wir sind leider "allein gelassen" mit einem Lokal-Journalismus der letzten Güte. Der folgende Artikel in der TAZ ist ein Beweis dafür - so eine Einordnung des ganzen Projekts (aber auch der vielen, leider bitteren historischen Fakten) und seiner internationalen Bedeutung werden wir hier in Köln in den Blättern niemals zu lesen bekommen; man wäre gar nicht in der Lage zu einem solchen Niveau - daher hat man sich ja auch für das kleinkarierte Gegenteil entschieden: die Betonung der Kosten, damit hat man immer recht, muss sich aber dann auch mit nichts mehr befassen. Insofern heißt es beim Folgenden - ganz genau lesen:


    https://taz.de/Juedisches-Leben-in-Koeln/!5748613/


  • Der Fluch "unserer" Stadt ist tatsächlich, dass wir keine überregionale Zeitung haben - wäre dies ein Münchner oder Frankfurter Projekt, stünde hier ein paar Mal im Jahr etwas im Feuilleton der FAZ oder SZ...


    Lustige Betrachtung, aber sicherlich zutreffend.

    Dieses Projekt ist eine einmalige Chance - nicht nur für die Stadt, sondern auch isoliert betrachtet - rein meseumsdidaktisch - sicherlich ein absoluter Glücksfall. Es braucht genau solche Orte, an denen sich historisch-kulturelle Vorgänge in dieser Dichte erlebbar und vor allem auch ihrer Wechselwirkung dokumentieren lassen.

    Ich empfinde es in unserer von abgeschlossenen "Narrativen" vereinnahmten Zeit zunehmend als wohltuend, wenn Historie nich als abgeschlossene, idealisierte Momentaufnahme gezeigt wird, sondern in all ihrem Prozesshaften, nicht-linaren, dialoghaften. Wir haben immer das Gefühl dass unsere jetzige Welt so hilflos komplex ist, aber sie war schon immer ein Chaos - aber rückblickend ein sehr erkenntnisreiches. :)


    Und auch wenn ich mit der Architektur am Anfang etwas gefremdelt habe - je mehr ich davon sehe, desto gelungener finde ich sie für diese Bauaufgabe.