Archäologische Zone und Jüdisches Museum

  • Nun zieht auch der KStA nach:
    http://www.ksta.de/innenstadt/…en,15187556,19514080.html


    Ganz im Allgemeinen muss ich sagen, dass ich dieses Projekt mit Spannung erwarte und dafür bete, dass es realisiert wird.
    Aber trotz der positiven Meldungen der letzten Wochen befürchte ich Schlimmstes. Dafür arbeiten - meiner Ansicht nach - bei diesem Projekt einfach zu viele Personen/Lobbys/Selbstdarsteller gegeneinander. Anders ist das ganze Hickhack der letzten Jahre nicht zu erklären.


    Mit diesem Beitrag möchte ich mich des Weiteren hier im Forum vorstellen.
    Zwei Jahre lang war ich nur stiller "Mitleser". Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass ich mich auch aktiv einschalte. :)


    Grüße
    Martin

  • Den wesentlich ausführlicheren gehaltvolleren Artikel bietet euinmal mehr die Rundschau.


    http://www.rundschau-online.de…t-,15185496,19587032.html


    Nach zweiseitigen Gesprächen der Fraktionen von SPD, FDP und Grünen auf der Seiten der Landschaftsversammlung und des Stadtrates wurde Übereinstimmung erzielt, dass der LVR den Berieb und die inhaltliche Begleitung des Museums zu 100 % übernehmen will. Die Stadt bleibt für den Bau verantwortlich und bleibt auch Eigentümer des Gebäudes und des grunstückes.


    Da die genannten Fraktionen die Mehrheit sowohl in Rat als auch in der Lanschaftsvertretung stellen darf man sehr zuversichtlich sein.
    Die Landschaftsvertretung will einen entsprechenden Beschluss noch in diesem Jahr fassen, lt. Quander könne im nächsten Jahr bereits Baubeginn sein.

  • Nach Zustimmung des LVR zur Übernahme der Betriebskosten erfolgte jetzt erwartungsgemäß die Zustimmung des Kölner Stadtrates mit Stimmen der SPD, Grünen und FDP zum Bau der Archäologischen Zone und des Jüdischen Museums.


    Für den Link zum Artikel im Stadtanzeiger siehe hier.

  • thema

    mich würde jetzt mal interessieren, was an einem museum mit "diesem thema" überflüssig ist, betterboy? köln war eine der grössten und ältesten jüdischen gemeinden nördlich der alpen. das jüdische viertel lag genau an der stelle des museumsbaus und die grabungen inklusive grabungsfunde plus jüdische kultur könnten an diesem ort hervorragend präsentiert werden. ausserdem wurden bereits fördergelder für die ausgrabungen gezahlt und den betrieb des museums finanziert der landschaftsverband. den gegenwind mit schlechten computergrafiken zu erklären halte ich für genauso weit hergeholt. der grund liegt wohl eher bei "diesem thema"....

  • Erstmal halte ich den Platz für viel zu eng vorm Rathaus, um dort ein Kubus hinzubauen. Ebenso kann ich den Hype um alte Mauerreste nicht nachvollziehen, auch wenn es Gesteiner einer der ältesten Synagogen nördlich der Alpen sind oder Steinbrocken eines spätrömichen Kastells am Rheinboulevard. Sorry, dafür bin ich wahrscheinlich zu pragmatisch holländisch.


    Wieviel Besucher will man eigentlich im Jahr dort haben? Gibts da irgendwelche Zahlen?

  • rathausvorplatz

    man kann natürlich den platz für zu eng halten. köln ist aber eine mittelalterliche stadt und der "platz" war ursprünglich eben genauso dicht bebaut wie es jetzt wieder geplant ist, was man ja auch auf alten stichen bzw. bildern sehen kann. die pragmatische art der niederländer mag ich ja sehr - trotzdem bin ich beim jüdischen museum anderer meinung :lach:

  • Seit Jahren steht die Thematik im Raum und nichts rührte sich. ]



    Ich denke, dass dies genau der Grund ist. Die Thematik stand zwar im Raum, aber es wurde so schwammig darüber gestritten und debatiert, dass man null Anhaltspunkte hatte. Jetzt stehen wenigstens die schöngerechneten Kosten im Raum.


    Es scheint mir so, als ob der Rat der Stadt Köln unbedingt an dieser Stelle ein Museum haben will. Thematik wird durch die Mauerreste vorgegeben, das genaue Konzept und Analysen folgen erst noch (komischer Weise).


    Das erinnert mich an den Bau der Ringe in den 1880er Jahren. Als die Ringe fertig waren baute man, es musste ja irgend ein representativer Bau am Rudolfplatz stehen, die für Kölner völlig überflüssige Oper. Kein Mensch ging hin.

  • Ich weiß nicht, was der Grund ist, aber hier ist auf jeden Fall ein klares Muster zu erkennen, das nichts mit dem konkreten Fall des Museums zu tun hat: "Bürgerschaftliches Engagement" erwacht immer erst viel zu spät. Das war beim Godorfer Hafen so, der längst im Rat beschlossen war; das war beim Schauspielhaus so, als diese Initiative für Kultur plötzlich kurz vor Abriss und nach jahrelangen Debatten und Entscheidungen in der Politik auf die Straße ging. Und das ist nun auch wieder so, nachdem das Museum bereits jahrelang in Planung ist (und diffus war die Lage gar nicht; über die Verhandlungen, die Planung und die Interessenslagen zwischen LVR und Stadt war man immer informiert).
    Dieses Aufbegehren im Namen der Bürger (obwohl es sich meistens um Splittergruppen mit klaren Eigeninteressen handelt) ist meines Erachtens auch zwar nicht der einzige, aber ein wichtiger Grund dafür, dass sich Projekte immer so sehr verzögern. Das wird immer der Politik in die Schuhe geschoben. Aber die kann oft gar nicht wirklich was dafür.


    Dennoch muss ich in diesem konkreten Fall wohl einräumen, dass man ggf. wirklich die Archäologische Zone etwas aufschieben sollte. Denn das Geld ist nun ja wirklich nicht da.

  • So_Ge  
    Wahre Worte... man sollte Gesetzlich verankern das bei fixen beschlüssen keiner mehr dazwischen Quatschen kann. Durch solche teilweise Blinden Aktionen werden Millionen verbrannt...

  • OH! MEIN! GOTT!!!
    Die Contra-Argumentation von diesem Herrn Peters ist ja sowas von substanzlos!
    Und schon im zweiten Satz wird Stuttgart 21 ind Feld geführt. Unglaublich.


    Der KStA berichtet zeitgleich, dass die Initiative eine Petition gestartet hat:
    http://www.ksta.de/koeln/unter…um,15187530,21434178.html
    Ich staune immer wieder darüber, dass die Kölner Presselandschaft solchen Initiativen immer solche Aufmerksamkeit schenkt und das alles unkommentiert lässt. Dass sich einer der Redakteure in einem Kommentar mal positiv zu solchen Projekten äußert, ist mir noch nie aufgefallen.


    Nun ja. Hoffen wir mal, dass die Initiative im Sand verläuft und die Politiker - anders als beim Streit ums Schauspielhaus - standhaft bleiben.

  • Unglaublich. Ich fasse es nicht. Damals hatten wir „Mut zu Kultur“. Jetzt also die neue Anti-Bewegung, und zwar mit dem absolut originellen Namen (Achtung, festhalten): Mut zu Verzicht! Dazu gleich die passende Petitionsseite auf der jeder, der irgendwie gegen irgendwas ist, seinen Frust abladen kann. Kommentieren kann man da natürlich anonym. Und unterschreiben kann man selbstverständlich auch anonym. Und eine große Kölner Tageszeitung, die sich irgendwann einmal als „unabhängig und überparteilich“ definierte, spendiert dieser seriösen Petitionsseite gleich einen kostenlosen Werbeartikel mit Direkt-Verlinkung.
    Manchmal schäme ich mich auch ein bisschen für diese Stadt...

  • Jetzt muss ich mal ganz ehrlich sagen: so sehr ich den Bau des Jüdischen Museums/Archäologische Zone (aber nur) mit dem Entwurf von Wandel Hoefer Lorch + Hirsch architektonisch und städtebaulich befürworte, man muss doch auch mal bedenken, mit welchen Kosten der Bau und Unterhaltung des Komplexes, trotz Betriebs durch den LVR langfristig für die Stadt Köln verbunden sein werden.


    In Zeiten, wo die Stadt ihren finanziellen Verpflichtungen und die Unterhaltung ihrer Kultureinrichtungen und Gebäude kaum noch nachkommen kann, muss man wirklich mal ernsthaft überlegen dürfen, ob der Bau eines weiteren Museums tatsächlich zwingen erforderlich ist. Die nachhaltige und ausreichende Finanzierung des Bestandes hätte für mich dabei Vorrang zur Sicherung der kulturellen Qualität und Vielfalt in der Stadt.


    Irgendwo muss wirklich mal Halt gemacht werden...

  • In Zeiten, wo die Stadt ihren finanziellen Verpflichtungen und die Unterhaltung ihrer Kultureinrichtungen und Gebäude kaum noch nachkommen kann, muss man wirklich mal ernsthaft überlegen dürfen, ob der Bau eines weiteren Museums tatsächlich zwingen erforderlich ist.


    Und um diese Diskussion in Gang zu bringen muss man eine derartige Kampagne fahren? Schau dir mal die Petitionsseite an, lies die Kommentare dann weißt du, wieviele Leute hier wirklich „ernsthaft überlegen“ wollen. Das ist zum Großteil reiner Frustabbau. Die einen wollen allgemein kein neues Museum, die anderen wollen mehr Sozialausgaben, die nächsten stoßen sich an der Architektur, wieder andere allgemein an städtischen Großprojekten, andere finden Politik allgemein doof, andere wollen den Rathausplatz nicht verlieren usw.usw.
    Es ist so simpel heutzutage eine Gegenkampagne zu organisieren, wenn man jegliche Gegenströmung mit ins Boot holt. Das finde ich nicht seriös und daran stoße ich mich hauptsächlich.