Archäologische Zone und Jüdisches Museum

  • museumsbau - aus fachsicht

    hier ein fachlicher beitrag zum bau auf koelnarchitektur.de - ich denke, wir können uns sehr freuen, wenn der komplex fertig ist. wenn dann noch die erweiterung des RGM mit ebenso hochwertigen materialien umgesetzt wird wie die fassade der arch. zone, dann hat die altstadt an dieser stelle einen riesenschritt nach vorne gemacht! und den leuten, die bar jeden wissens der historischen situation vom "zubauen eines platzes" bramabasiert haben, kann man nur sagen: JETZT erst entsteht dort, wo vorher nur kriegsbrache war, eine altstädtisch-kleinteilige und platzartige struktur; vor dem museum selbst aber auch vor dem haus neuerburg - sehr schön mit dem brunnen - denn jetzt erst werden diese räume von allen vier seiten organisch-altstätdisch gefasst und umschlossen. das kann man sehr schön auf der visualisierung sehen. nicht zu vergessen auch die neu entstehende platzsituation vor dem rathausportal. eigentlich echt wahnsinn, wie sich selbsternannte "besorgte kölner" solange gegen dieses projekt sträuben konnten. ich würde behaupten, dass seit dem wiederaufbau in der unmittelbaren nachkriegszeit kein neubau im herzen der altstadt auch gleichzeitig soviel stadtreparatur war, wie dieser! :daumen:


    http://www.koelnarchitektur.de…de/news-archive/12794.htm

  • Ich finde es auch super, dass der Platz bebaut wird. Die Argumente der Gegner der AZ waren in meinen Augen schwer nachzuvollziehen: ich habe dort nie jemanden gesehen, geschweige denn jemanden, der diese Freifläche zum Verweilen genutzt hätte.


    Was mich aber etwas irritiert, ist das Fassadenbeispiel, das längere Zeit neben den Ausgrabungen stand. Die Materialien an sich, aber auch die Kombination derer haben auf mich keinen überzeugenden Eindruck gemacht. Das sah super artifiziell aus und hat mich mit dem beige-braun Stich mehr an "Die Dinos" auf Super-RTL erinnert als an eine ernstzunehmende Museumsfassade... Was meint ihr dazu?

  • Die Synagoge München sieht wirklich stark aus. Auch die anderen Projekte des Büros gefallen mir gut. Hoffen wir, dass die gleiche Qualität auch in Köln entsteht. :daumen:

  • Im Stadt-Anzeiger steht heute, dass sich der Erweiterungsbau für das WRM weiter verzögert. Irgendwie bekommt man die Ausschreibung für den geplanten Investorenwettbewerb nicht hin.


    Außerdem bricht eine politische Diskussion über die Finanzierbarkeit des Projekts RGM-Kurienhaus-Stadtmuseum auf dem Roncalliplatz aus.


    und beim Jüdischen Museum ist noch längst nichts in trockenen Tüchern...


    Ich kommentiere das jetzt mal nicht weiter... - wir könne ja schon froh sein wenn wir eine(n) OB gewählt bekommen :nono:

  • Offensichtlich haben die Bauarbeiten begonnen.




    Bild: tieko

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  • happy-end

    ich finde, dass das folgende zitat aus dem artikel der rundschau tatsächlich als eine art happy-end der ganzen geschichte bezeichnet werden kann - die fertigstellung des museums wird für 2018 angegeben :


    "Dann soll der Landschaftsverband Rheinland (LVR) das Museum betreiben und das weltliche Herzstück der Kölner Stadtgeschichte präsentieren – von den Ruinen des römischen Statthalterpalastes bis zu den Resten eines der bedeutendsten jüdischen Stadtquartiere Europas."


    http://www.rundschau-online.de…hristliche-koeln-23843516


    eine archäologische zone, die die zeitschichten in köln begehbar und somit direkt erlebbar macht, ist genau das, was in köln immer gefehlt hat - auch im vergleich zu anderen europäischen städten, deren geschichte und sehenswürdigkeiten-mix eine ähnliche genese hat wie in köln; und wo köln in deutschland auch tatsächlich unter den großen städten ein echtes alleinstellungsmerkmal hat - dieses hat nun endlich auch einen echten ort und rückt damit auch mehr ins bewusstsein! im hinblick auf die touristische außenwerbung der stadt ein riesiger hinzu-gewinn! ich glaube, das wird man erst so richtig begreifen, wenn es am ende fertig ist, was das bedeutet. wenn ich als tourist in eine alte europäische stadt fahre, dann will ich ja doch genau so etwas besichtigen können! :daumen: überlegt mal: neben dem "neuen" baptisterium kann kölntourismus binnen kürzester zeit eine weitere top-sehenswürdigkeit in einem "amtlichen" gewand präsentieren!


    ps: noch ein weiterer artikel dazu - im hinblick auf die findung geeigneter vortragsräume für die "arch.zon/jüd.mus." müssen stadt und lvr noch eine lösung finden:


    http://www.rundschau-online.de…n-den-ratskeller-23837038

  • Freut mich, dass es endlich losgeht mit dem Projekt. Zum einen natürlich, das es ein spannendes Museum werden kann, zum anderen aber auch, weil der Zustand des Bereichs vor dem Haupteingang des Rathauses alles andere als ansehnlich ist. Damit meine ich nicht mal die Ausgrabungsfläche, sondern vor allem den Platz vor der Laube, der - wenn ich mich recht entsinne - bisher teilweise von einer Asphaltschicht überzogen ist. Mit Abschluss der Bauarbeiten wird diese Schicht dann ja nicht mehr nötig sein.

  • Die Ausschreibung für den Investorenwettbewerb für den Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums hat am 13.04. nun endlich begonnen:


    http://www.stadt-koeln.de/poli…museum-fondation-corboud#


    Interessierte Investoren können die Teilnahmeunterlagen bis zum 06.06. anfordern: https://vergabe.stadt-koeln.de…ssData.do?method=showPage


    Mal schauen, ob es nun tatsächlich in die Gänge kommt. Wenn die Bauarbeiten mit dem Bau des Jüdischen Museums einhergehen würde, hätten wir in 3-4-5 Jahren ein vollständiges Rathausumfeld...?

  • Seit dem 05.07. steht auf dem Gelände ein Pfahlbohrgerät, mit dem nun 384 bis zu 30m tiefe Löcher gebohrt und betoniert werden (Quelle: report-K). Bis Ende des Jahres sollen die Pfahlbohrarbeiten abgeschlossen sein, anbei eine Aufnahme vom 07.07.



    -Bild von mir-

  • Vor allem lobt der LVR einen Namenswettbewerb für das neue Museum aus:


    http://www.lvr.de/de/nav_main/…aufruf/az_jm_aufruf_1.jsp


    http://www.ksta.de/koeln/archa…-museum-heissen--24497620


    Eigentlich keine schlechte Idee - das schafft Identität. :daumen:


    Ein "Expertengremium" aus LVR und Stadt Köln soll aus den Vorschlägen den Namen wohl letztendlich auswählen. Beim LVR kann ich mir vorstellen, dass etwas gutes, prägnantes, passendes dabei rauskommt, die Vertreter der Stadt Köln wählen bestimmt wieder so einen kölschen Unsinn wie "Kamellestübsche" oder so... :nono: :D

  • Da es keinen Spender gibt, der mit einem Namen zu würdigen wäre und ein Name, welcher sich nur auf jeweils einen Teil des Museums beziehen würde nicht durchsetzungsfähig wäre (Nur Archäologische Zone oder Jüdisches Museum), sollte man halt den zukünftigen Betreiber mit in den Namen aufnehmen. Also wie wäre es mit:


    "LVR-Museum für römisch-jüdische Geschichte (in) Köln"


    Zu lang soll der Name ja nicht werden, soll aber wenigstens den wichtigsten Inhalt des Museums wiedergeben. Und irgendwelche Fantasienamen fände ich auch nicht angebracht. Die Präposition "in" kann man mit aufnehmen oder weglassen, ist Geschmackssache, je nachdem, ob man noch extra betonen will, dass das Museum ja keinen Anspruch auf die allgemeine Geschichte hat. Genauso könnte man schreiben "römische & jüdische Geschichte", weil es ja eher um die mittelalterliche Geschichte der Juden in Köln geht. Aber ich finde, man wird bei solchen Feinheiten zu intellektuell. Wer sich halbwegs fürs Museum interessiert, wird sich vorher informieren, was er da vorfinden wird. Letztendlich geht's doch darum einen halbwegs prägnanten Namen fürs Türschild, den Briefkopf und den Eintrag in Verzeichnisse zu haben.

  • "LVR-Museum für römische und jüdische Geschichte Köln" würde dem näher kommen, da es wohl keine gemeinsame römisch-jüdische Geschichte in Köln gibt.


    Wahrscheinlich wird sowas wie "Forum Romanum-Judaicum Coloniensis" (bisschen sperrig) oder so bei herauskommen. ;-)

  • "MiQua" - LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln soll's nun heißen - um das Thema hier mal trotz der abgelaufenen Aktualität kurz aufzugreifen...


    "Museum im Quartier" in Anlehnung an die Mikwe - welches Quartier? - Köln hat 86 Veedel. Klingt nach einer Bürgerinitiative in Nippes! Dann doch lieber "Alaafium" - genauso bezuglos!


    Aber wir wollen ja nicht immer meckern, sondern die Dinge einfach mal sein lassen... ;)


    http://www.wp.de/kultur/koeln-…ne-miqua-id209026013.html

  • concerning MIQUA

    ich hatte mal ein bewerbungsgespräch beim LVR wg. einer regionalen forschungsgeschichte und da wurde mir gesagt, dass ich schon damit leben müsste, dass man für jeden ausflug aus dem büro formale wege gehen müsse bzw. anträge stellen - ich will damit sagen: man macht sich keinen begriff davon, wie unfasslich träge, kompliziert, bürokratisch und letztendlich "wahnsinnig" es beim LVR (wie in jeder behörde und jedem amt) zugeht - das ist auch der grund, warum alles so langsam voran geht: diese strukturen sind PERFEKT fürs nichtstun, weil man die dinge immer schön weiterreichen kann (deswegen geht auch in köln nichts vorwärts). man überlege sich mal, ein privat-unternehmen müsste so etwas wie einen namen beschließen und würde dafür einen derart aufwendigen weg beschreiten - das ist realsatire pur, denn gerade beim LVR setzt sich am ende doch nur wieder der "verkomplizierendste" entwurf durch, weil ja dann doch "alle relevanten informationen" in dem namen unterkommen müssen, dafür sorgen dann schon die alten platzhirsche ganz oben. ein privates unternehmen hätte einfach MIQUA genommen - denn, wir erinnern uns, es sollte ja um etwas griffiges gehen, weil "Archäologische Zone und Jüdisches Museum" als zu sperrig erachtet wurde. beim LVR kriegt man dann als lösung dieser frage: "MIQUA − LVR-Archäologisches Quartier und Jüdisches Museum Köln" - dazu muss man eigentlich nichts mehr sagen - hoffen wir nur, dass das museumskonzept nicht so gähnend langweilig wird, wie bei den anderen LVR-museen oder auch dem RGM. sven schütte hat mir mal auf einer führung gesagt, als er noch der leiter war, was ihm für ein konzept für das museum vorschwebe - das war total modern und direkt; ich glaube, er musste am ende auch deshalb gehen, weil er nicht zu dieser verschnarchten amts-kultur-"elite" gehörte und neue wege gehen wollte, schade eigentlich. dennoch: die zone wird toll! das kann man gar nicht vermurksen!

  • Ein Bericht über die laufenden Bauarbeiten in der Kölnischen Rundschau. Hier vor allem über einen sog. "Sporn", ein großer Stahbetonwinkel, der zur Zeit betoniert wird und der später einen großen Teil der eigentlichen Gebäudelast tragen wird.


    http://www.rundschau-online.de…he-museum-tragen-28615210


    Bereits vor 2 Wochen erschien jener Artikel mit der Information, dass mit Eröffnung der "Miqua" gleichzeitig der Bestandsschutz für das bisherige Praetorium erlischt, was heißt, dass diese dann als Bestandteil der neuen Miqua aktuellen Richtlinien hinsichtlich Brandschutz/Fluchtwegen usw. genügen muss. Dies tut lt. Artikel der römische Abwasserkanal nicht, vor allem, da er im Brandfalle (was soll da bitte brennen?) keine Fluchtwege habe. Die Konsequenz. Mit Eröffnung der Miqua wird der Abwasserkanal nicht mehr öffentlich zugänglich sein.


    War doch der Abwasserkanal, zusammen mit Praetorium und den neuen Ausgrabungen ein nicht unwesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts "Archäologische Zone" - so erstaunt mich die lapidare Berichterstattung, die mir vorkommt wie ein schulterzuckendes "Tja, ist eben so...". Gibt es hier keine Alternativen, wie ein neuer Ausgang am Ende des Kanals oder Anderes? Stellungnahmen der Fachämter? Gibt es keine?


    http://www.rundschau-online.de…kunft-schliessen-28545164