Hochhaus an der Matthäuskirche (in Vorbereitung)

  • Hochhaus an der Matthäuskirche (in Vorbereitung)

    Modhinweis: Wegen konkreter werdenden Bauabsichten vom Thread "Neue Hochhäuser - der Spekulierstrang" abgetrennt.
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    Hier ein Bild des Geländes hinter der Matthäuskirche, aufgenommen vom Pollux beim Wolkenkratzer-Festival. Laut Entwurf für den neuen Rahmenplan soll ja hinter der Kirche ein 130m hohes Hochhaus gebaut werden dürfen. Das Gelände ist allerdings nicht gerade groß, eher sogar ziemlich klein, frage mich ob da überhaupt genug Platz ist?
    "Oben" und "rechts" anschließend liegt das Gelände der Falkschule mit dem schönen Altbau, kann mir nicht vorstellen, dass dieser Bereich auch für die Bebauung vorgesehen ist. :confused:



    Bild:Gizmo23

  • Ich denke schon das man hier genügend Platz findet. Man könnte den "Garten" hinter der Kirche und das kleine danebenstehende Haus als Bauplatz verwenden oder man baut einmal ein dreieckiges Hochhaus. Ein Hochhaus muss ja nicht immer nur quadratisch sein. Ein Problem wird es dann eher geben wenn man Baugeräte einsetzt.


    und danke für das schöne Bild.

  • Hochhausplanung Matthäuskirche

    Aus der FAZ von gestern, 25.07.:


    - Für Herbst rechnet der Evangelische Regionalverband mit einem noch nicht genannten Interessenten für das Grundstück. Die Stadtverwaltung weiß davon noch nichts.
    - Das Frankfurter Kirchenparlament hat 1999 den Verkauf beschlossen, die Hoffnungsgemeinde, zu der die Matthäuskirche gehört, hatte vor einem Kirchengericht dagegen geklagt.
    - Der Verband rechnet mit einem großen Druck der Öffentlichkeit, das Gotteshaus stehen zu lassen.
    - Über den Hochhausrahmenplan wird voraussichtlich im September oder Oktober entschieden.


    Außerdem ein Interview mit Architekt Jochem Jourdan:


    - Er plädiert dafür, die Kirche stehen zu lassen.
    - Kirche und 150m-Hochhaus sollen durch ein zwei bis drei Stockwerke hohes, gläsernes Gebäudeteil verbunden werden.
    - Ein Teil der Kirche soll als Eingangsportal zum Hochhaus umfunktioniert werden. Gottesdienstraum im Ober- und der Gemeindesaal im Untergeschoss blieben der Kirche erhalten, würden aber verkleinert.
    - Das Erdgeschoss der Kirche soll zur Friedrich-Ebert-Anlage hin geöffnet werden.

  • Mehr Informationen aus dem Artikel von FR-Online:


    - Investoren haben Interesse an dem Grundstück bekundet.
    - Gespräche werden geführt, bestätigt ein Sprecher des Evangelischen Regionalverbandes (ERV).
    - 2 Varianten werden erwogen: Kompletter Erhalt der Kirche oder nur Erhalt des Kirchturms.


    Bei diesem Projekt scheint wirklich Bewegung drin zu sein.
    Der Vorschlag nur den Kirchturm zu erhalten kann aber doch nicht
    ernst gemeint sein, ... oder? Ein Kirchturm ohne Kirche?

  • interessante Lösung, auch wenn ich die Kirchenleute nicht verstehen kann, sollte die Lösung mit der Kirche als Entree kommen.
    Ich glaube mir wäre ein Abriss immernoch lieber als eine "Entweihung" durch Nutzungsänderung. Kann mir das nur so erklären, dass die Gläubigen den Abriss einer Kirche bildlich ähnlich schmerzhaft assoziieren wie zB das Verbrennen von Büchern.

  • Und welches Gebäude wird abgerissen? Doch hoffentlich nicht die Villa an der Hohenstaufenstraße. Das Einzige was man dort abreißen kann ist dieser eine Flachdach-Nachkriegsklotz.

  • Sowohl den Kirchenbau im Würgegriff als auch den Standort halte ich für verfehlt. An diese Stelle gehört meiner Meinung nach kein Hochhaus, und noch ist der Hochhausrahmenplan 2007 auch nichts weiter als ein Entwurf.


    Instinktlos der Evangelische Regionalverband, dem die Dollarzeichen vor den Augen offenbar die Sicht nehmen. Ort und Entwurf werden Kirche und Bürger polarisieren. Nach vielen Jahren wird ein Hochhaus wieder für negative Schlagzeilen sorgen, eine langwierige öffentliche Diskussion ist zu erwarten.


    Nochmals zu Gizmos Bild in Beitrag #1: Welches Gebäude soll denn abgerissen werden? Der weiße Kasten ist ein Mainova-Technikgebäude und steht auch gar nicht auf dem Areal. Also wahrscheinlich der kleine Altbau an der Hohenstaufenstraße zwischen Kirche und Eckhaus zur Ludwigstraße, oder?

  • Für dad Grundstück der Kirchengemeinde sprechen sicherlich die gleichen unschlagbaren Standortqualitäten wie für das PWC-Hochhaus in der Nachbarschaft... ABER warum muss das Hochhaus in diese Lücke hineingezwängt werden, und noch dazu diese merkwürdige Sache mit der Kirchen(-um?)nutzung, etc., wenn es doch wie Schmitti sagt, noch andere nette Grundstücke in der Nähe gibt, wo man den Augenschmerzen verursachenden Bestand abreißen könnte/sollte... :bash:

  • Grundsätzlich freue ich mich natürlich über das neue Hochhaus an der Matthäuskirche, aber das mit der kommerziellen Nutzung der Kirche wird sicher nicht auf viel Gegenliebe stoßen und hätte man anders lösen können. Insbesondere bei 10 Jahren Verhandlungsdauer hätte man schon erwarten können, dass die PERFEKTE Lösung zustande kommt! :D


    Ich bin sehr auf den Entwurf gespannt.


    Auch das zusätzliche Hochhaus am Polizeipräsidium hört sich gut an - ich glaube die Pläne dafür existieren auch schon seit mindestens 10 Jahren...

  • So sehr ich mich über neue Hochhäuser auch freue, aber das mit der Villa hat einen sehr sehr bitteren Beigeschmack, dass ich in diesem Fall sogar auf ein Scheitern des Projektes hoffe. Einfach nur pervers wie jetz wieder mit Altbauten in Frankfurt umgeganen wird.

  • Nach einem Bericht der FAZ ist eine Verwirklichung des Hochhauses wahrscheinlicher geworden, nachdem der Vorstand der evangelischen Hoffnungsgemeinde dem Verkauf zugestimmt hat. Dies unter der Bedingung, dass die Kirche weitestgehend erhalten bleibt, das heißt Turm, Kirchenraum im 1. OG, Fenster, Kanzel sowie Sandsteinrelief an der Chorrückwand. Die Kindertagesstätte muss neue Räume in der Nähe finden.


    Eine große Bank soll bereit sein, das Hochhaus zu bauen. 130 Meter könnten genehmigt werden, eventuell, unter weiteren Bedingungen, auch 150 Meter. Fünf Architekten sollen aufgefordert werden, Vorschläge für die Gestaltung des Hochhauses zu machen. Für das Grundstück sind wohl deutlich mehr als 30 Mio Euro zu zahlen. Noch haben aber nicht alle Gremien der Kirche zugestimmt, insbesondere steht die Genehmigung des Evangelischen Regionalverbands noch aus.


    Nach wie vor will es mir nicht einleuchten, warum nicht alternativ das Areal des ehemaligen Polizeipräsidiums in Betracht gezogen wird. Das Land als verkaufswilliger Grundstückseigentümers sollte daran doch Interesse haben und an die Stadt oder gleich an den Investor herantreten. Die Gebäude gammeln vor sich hin und ein Neubau anstelle der dortigen Nachkriegsbebauung (unten weißer Pfeil) wäre städtebaulich deutlich wünschenswerter als ein hinter die Kirche gewürgtes Hochhaus. Und wenn es unbedingt ein Zugang von der Friedrich-Ebert-Anlage sein soll, bleibt immer noch der Bau (roter Rahmen) zwischen Matthäuskirche und dem denkmalgeschützten Teil des ehemaligen Polizeipräsidiums aus der Gründerzeit. Selbst ein Teil dieses Areals könnte die Kirche fast vollständig erhalten, auch die kleine Villa mit der Kindertagesstätte an der Hohenstaufenstraße (blauer Pfeil) könnte stehen bleiben.



    Bild: Gizmo23

  • Gehört denn der rot markierte Bereich der Kirche? Dann wäre dieser Standort doch die bessere Lösung: die Kirche (als Organisation) bekommt Geld aus dem Grundstücksverkauf, die Kirche (als Gebäude) bleibt stehen und ebenso die kleine Villa. Und es wäre dem Augenschein nach an dieser Stelle mehr Grundfläche für's Hochhaus vorhanden, das zudem direkt an der Friedrich-Ebert-Anlage stehen würde.


    Dass ein Hochhaus auch gut hinter's ehemalige Polizeipräsidium passen würde (weißer Pfeil), ist klar. Aber das wäre dann ein zusätzliches Projekt, so wie es ursprünglich ja auch geplant war. Davon hätte die Kirche ja nichts.

  • Nein, der rot markierte Bereich gehört meines Wissens auch dem Land Hessen. Zur Zeit wird das Gebäude als Künstlerhaus genutzt. Da das von Anfang an nur als Zwischennutzung vorgesehen war, wurden wohl auch keine Mietverträge mit langer Laufzeit abgeschlossen. Außerdem gibt es nur ein paar Meter weiter das viel größere Künstlerhaus "atelierfrankfurt" (linke untere Bildecke, Foto).


    Für einer Erschließung von der Friedrich-Ebert-Anlage her würde ein Teil dieses Areals genügen. Das Hochhaus könnte dann beispielsweise ca. 15 Meter nach Süden verschoben werden, also in Richtung des Mainova-Technikgebäudes mit der weißen Fassade (oder/und einen eher länglichen Grundriss erhalten). Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Ankauf dieses Teilstücks teurer wäre als das aufwändige Gebastel an der Kirche. Außerdem würden sich auf diese Weise wahrscheinlich auch die in dem Artikel erwähnten Probleme mit der Tiefgarage lösen lassen. Und man könnte die Kirche vollständig erhalten und 20 Meter höher bauen.


    Hier markiert das Grundstück der Kirche, das nicht mit der Kirche selbst und der Kita bebaut ist, plus erwähntes Teilstück. Mit dem orangen Teilstück zusätzlich, das vermutlich der Mainova gehört, ergäben sich noch mehr Möglichkeiten.



    Bild: Google

  • Das es bessere Grundstücke in Frankfurt gibt ist dem Investor wohl auch klar. Anscheinend hat so ein Hochhaus mit einer halben Kirche für manche ihren Reiz und ist irgendwo ja auch was besonders.


    Schmittchen, ich kann deine Bilder nicht sehen, liegts an mir?

  • Evangelischer Regionalverband stimmt Verkauf zu

    http://www.fr-online.de/frankf…frankfurt/?em_cnt=1253926
    Aus der Rundschau, 7.12.07


    - Entscheidung mit 64 gegen 3 Stimmen
    - ERV-Vorstand kann nun den Verkauf des Grundstücks einleiten
    - Bedingung ist, dass die Kirche samt Turm bestehen bleibt und kirchlich genutzt wird
    - Verhandlungen sollen laufen mit einer der fünf größten deutschen Banken
    - Vorläufiger Name: Matthäus-Tower

  • Das sind ja super Nachrichten und es steht für eine ganz besondere, neue Form des Pragmatismus im Umgang mit einander scheinbar gegensätzlichen Standpunkten (Alt/Neu, Soziales/Ökonomie) die im Moment typisch ist für Frankfurt.

  • Wie waere es den Kirchturm abzureissen und einen 500 Meter hohen neuen Kirchturm zu erbauen, wo der Turm im ungenutzten Aufstiegsbereich eine Bueronutzung erhaelt?


    Aber persoehnlich kann ich mir dem Standort auch wenig anfangen, da gibt es in Frankfurt sicherlich bessere.

  • Was heißt denn hier "beschämend"? Die Alternative wäre gewesen, dass die Kirche komplett abgerissen wird. Wäre das etwa besser gewesen?


    Es sieht doch so aus, dass die Kirche das Geld aus dem Grundstücksverkauf braucht. Jetzt bekommt sie es und die Kirche bleibt trotzdem stehen. Und dann der Name "Matthäus Tower", den hat man doch sicherlich nur als vorläufigen Arbeitstitel gewählt weil eben noch kein anderer Name ausgedacht wurde ...