Karlsruhe: Neues Wildparkstadion

  • Also das Konzept, das ich mal gesehen habe (in Form eines Zeitungsausschnittes das bei uns an der Fakultät bei den Geodäten hing) sollte die Sportinstitute auf den Wildpark verlagern, und die freiwerdenden alten Sportinstitute sollten den Erweiterungsbedarf der übrigen Institute aufnehmen.

  • Weg in den Süden?

    Ich habe in einem Leserbrief vor ein paar Tagen ein ganz interessantes Modell gelesen: Ein neues Stadion außerhalb der Stadtgrenzen, direkt an der A5, aber weiter Richtung Süden (etwa 4-5 km nach der Autobahnausfahrt KA-Süd), mit direktem Zugang zur Autobahn, an der S-Bahn, ohne Problem mit gewaltigen Umbauten wie dies bspw. bei dem Modell bei KA-Durlach der Fall wäre.


    In der Tat dürfte es den Fans egal sein, ob sie sich wie heute 30-40 Minuten durch die Stadt quälen und dann irgendwo einen Parkplatz finden, der noch 1-2 km vom Stadion entfernt ist oder ob sie auf ein paar Kilometer auf der Autobahn fahren - oder noch besser - einfach mit der S-Bahn direkt ans Stadion. Ich war vor ein paar Monaten in Düsseldorf im Stadion, dort gibt es einen großen S-Bahnhof direkt am Stadion. Sobald das Spiel aus ist, stehen dort schon 6, 8, 10 Bahnen mit diversen Wagons und können 1000de Fans in wenigen Minuten in alle Richtungen abtransportieren.



    Ganz interessant auch der Aspekt sich in der Mitte des "Badenerlandes" zu platzieren, denn schon heute kommen viele Fans aus Richtung Rastatt, BAD und Offfenburg. Auch aus Pforzheim käme man gut dort hin. Dort hätte man eine gute Lage in Relation zu den anderen nennenswerten Clubs in alle Himmelsrichtungen.


    Auf alle Fälle scheint mit dies ist ein Modell, das sich lohnt genauer zu analysieren.

  • .. und warum nicht einfach die Tradition Wildpark behalten, behutsam ausbauen, Haupttribüne erhalten, Gegentribüne abreißen und als neue Haupttribüne an den Spielfeldrand ziehen und Gäste- und Heimblöcke direkt hinter die Tore, anstatt eine beliebige XYZ-Arena mit Autobahnanschluss im Nirgendwo zu bauen?
    Wegen der Parkplätze und den Bequemlichkeiten des 21. Jahrhunderts eine bald hundertjährige Tradition an dieser Stelle aufgeben ist unumkehrbar.


    Beim Fußball geht es nicht nur um Geld und Sitzheizung, sondern auch um Identität. Siehe St. Pauli, siehe Bremen, siehe Union, Dortmund, ...

  • @ Jenny


    Gibt aber auch viele KSC-Fans die aus Bruchsal und Umgebung kommen (auch wenn da Hoffenheim in der Nähe ist)…. die hätten es dann z.B. weiter.


    Offenburg ist ja dann auch schon teilweise wieder Einzugsgebiet für den SC Freiburg im Süden.


    Also warum das Stadion nicht in Karlsruhe lassen wo es hingehört! :)

  • Novaearion :
    Tradition schoen und gut, aber wenn es einfach zu viele negative Aspekte gibt, sollte man sich davon trennen.
    Ich weiss nicht, wie die verkehrstechnische Situation bei den von Dir genannten Vereinen ist, aber hier besteht Handlungsbedarf, der dem Wald an die Substanz gehen wuerde.
    In der dritten Liga ist das ja alles recht unproblematisch, aber wenn der KSC wirklich mal wieder erstklassig sein will, braucht er auch eine entsprechende Heimstaette.
    Die Parkplatzsituation wuerde ich dabei keineswegs als Problemchen abtun, gerade wenn die von Dir beschriebene Variante wohl eine Erhoehung
    der Kapazitaet bedeuten wuerde, die soweit ich weiss auch angestrebt wird.
    Es geht ja nicht darum, dass die Fans von entfernten Parkplaetzen laufen muessen, sondern darum, dass der gesamte Bereich voellig verstopft wird.

  • Das Stadion selbst sehe ich am alten Standort nicht als Hauptproblem. Öpnv, Parkplätze, An-und Abfahrt sind m.E. dort aber nicht wirklich sinnvoll zu lösen. Wenn wir von einer Kapazität von 40.000 sprechen und 10-15 Spielen/Jahr mit mehr als 25.000 Besuchern (mittelfristig) ist die Infrastruktur sehr unzureichend. Bei dem Pokalspiel gegen Freiburg stand die Hälfte der Besucher noch im Stau als der Siegtreffer fiel...
    Ganz abgesehen davon, dass KA ein Teil der frei werdenden Flächen sinnvoll für das KIT nutzen könnte.

  • ...achja, der Fan aus Bruchsal fährt einfach zwei Ausfahrten auf der A5 weiter und wäre 10/15 Minuten am Stadion. In dieser Zeit wäre er heute nicht mal am Durlacher Tor... ;)

  • Öpnv, Parkplätze, An-und Abfahrt sind m.E. dort aber nicht wirklich sinnvoll zu lösen.


    In München ist es vom Stadioneingang bis zur Stadionhaltestelle etwa 1km. Dort fährt nur eine Linie ab.
    Vom Stadioneingang bis zum Durlacher Tor sind es 1,2km, also nur 200m mehr, bis zum Marktplatz 1,6km, die man mit neuen Zugangswegen abkürzen könnte. Damit sind fast alle Karlsruher Linien zu erreichen. BESSER geht eine ÖV anbindung fast gar nicht. Die Fans verteilen sich von ganz alleine auf mehrere haltestellen und sind abreagiert bis sie an der Bahn sind was die Inneneinrichtung schont.
    Auch mit den Fahrrad ist die Arena super zu erreichen.

  • Auch wenn der Zugang zum Oeffentlichen Nahverkehr etwa gleich weit sein mag, ist er sicherheitstechnisch viel besser zu kontrollieren.
    Ausserdem liegt Froettmaning ziemlich exponiert im Vergleich zu den zentralen Haltestellen in KA, so dass die nicht alle mitten durch die Innenstadt rammeln.
    Muenchen kann aufgrund seiner Groesse diese Fanmassen auch besser aufnehmen als wir.
    Die Parkplatzsituation mag ich dabei gar nicht mal vergleichen.

  • Das Münchner Stadion und die Situation dort ist sicher eine spezielle, aus diversen Gründen (Fanstruktur, Einzugsgebiet etc.). Da gibt es viel passendere Beispiele.


    Es geht ja auch darum ein Stadion für das 21. Jahrhundert zu bauen. Da gehört eine optimale ÖPNV-Anbindung, aber auch eine optimale Zu-/Abfahrt für alle, auch für VIP-Gäste (die braucht man alleine schon wegen der Finanzen) sowie eine vernünftige Parkplatzsituation zwingend dazu.


    Man sollte in Karlsruhe nicht nur wieder so ein 75% Lösung hinstricken, die dann im Alltagsverbetrieb nervt, sondern zukunftorientiert bauen. 60-70 Millionen für einen 75% Lösung sind in meinen Augen zu viel.


    P.S.: Im Übrigen ist aber die Allianz Arena in München ein gutes Beispiel, dass ein komplett neues Stadion, an einem ganz anderen Ort (ohne jede Fußballaura), bei Fan und Spieler durchaus deutlich besser ankommen kann, als das alte Olympia Stadion. Ich kenne keinen, der dieser alten Schüssel nachtrauert.

  • Frankfurt: 800m zum ÖV (zu beiden Haltestellen)
    Sinsheim: 1,1km zum ÖV (Station Museum/Arena)
    Stuttgart: 400m (Stadtbahn), 600m (S-Bahn), viele laufen aber auch zum Bf Bad Cannstatt (1,6km)
    Augsburg: 700m zum ÖV


    Das sind jetzt die Stadienneubauten bzw bedeutenten Umbauten der letzten Jahre in Süddeutschland wo ich so war. Einen gewissen Mindestabstand zum ÖV hat jeder. Und der Vorteil bei der heutigen Sitation ist dass man nahezu ohne Sonderverkehr auskommt und nach Vollendigung der Kombi an Durlacher Tor immerhin 6 Bahnsteige zur Verfügung hat.


    Auch wenn der Zugang zum Oeffentlichen Nahverkehr etwa gleich weit sein mag, ist er sicherheitstechnisch viel besser zu kontrollieren.


    Wenn man den Adenauerring einfach komplett dicht machen würde, würde das schon funktionieren. Und komplett heißt nun mal bis Durlacher Tor.


    Ausserdem liegt Froettmaning ziemlich exponiert im Vergleich zu den zentralen Haltestellen in KA, so dass die nicht alle mitten durch die Innenstadt rammeln.


    Bloß dass die U6 die alle bis zum Odeonsplatz/Marienplatz/Sendlinger Tor karrt wo dann alle wieder umsteigen müssen. Und das in sowieso schon überlasteten Knotenpunkten. Erst mal am Durlacher Tor/Marktplatz muss fast keiner mehr umsteigen.
    Zumden gehen einige nach den Stadion noch was in der Stadt erledigen (z.B. was drinken) und fahren erst später nach hause. All das entlastet den ÖV.


    Es geht ja auch darum ein Stadion für das 21. Jahrhundert zu bauen. Da gehört eine optimale ÖPNV-Anbindung, aber auch eine optimale Zu-/Abfahrt für alle, auch für VIP-Gäste (die braucht man alleine schon wegen der Finanzen) sowie eine vernünftige Parkplatzsituation zwingend dazu.


    Zumindest VIP-Gäste können doch bereits heute bis an das Stadion heranfahren.

  • Zum einen kann man Dinge in Karlsruhe einfach mal besser machen als die anderen das vorgemacht haben. Zum anderen macht es durchaus Sinn, sich Projekte anzuschauen, die nicht nur umbauten alter Stadien sind, sondern wo man wirklich mal versucht hat die Gesamtsituation zu optimieren (Stadtentwicklung, Verkehr, Umwelt, Fans, Verein, mögliche Synergieeffekte mit anderen Nutzungen etc.) und nicht nur den irgendeinen Kompromiss gewählt hat, der verhindert hat, dass das ganze Vorhaben scheitert. Da lohnt sich durchaus der Blick auf internationale Ebene.


    Den ganzen Fall Hoffenheim kann man dabei außen vorlassen. Nicht mal Herr Hopp würde das ganze Projekt als sinnvolle Lösung betrachten, ich kenne die Planungen aus meiner Rhein-Neckar-Zeit da ging es um ganz andere Konzepte (zwischen HD und MA). Die Lösung in Hoffenheim war ja wirklich nur die 4 oder 5 Alternative. Weil man sich anderenorts einfach zu dämlich angestellt hatte.

  • In München hätte man ohne Probleme einen Stadionbahnhof 150m vom Stadion entfernt bauen können.
    In Augsburg hätte man die extra Stadionstrecke auch noch näher ans Stadion heranführen können, hätte man das gewollt.
    Man will eben den Abstand haben damit die Fans unterwegs die Aggresion abbauen und nicht die Bahn verwüsten. Darum wirst du kaum ein Stadion finden wo du direkt in die Bahn fallen kannst. Eine Ausnahme ist villeicht das Benz-Stadion in Mannheim.

  • Interessante These, sicher nicht ganz verkehrt.


    Schau dir mal die Konzeption der Amsterdam-Arena und der Esprit Arena in Düsseldorf an. Beides top was die An-/Abreise mit ÖPNV angeht.


    Ich war in Düsseldorf beim Police-Konzert, ausverkauft, gut 40/45.000 Leute. War echt perfekt. Direkt nach Konzertende standen 6-8 Züge mit jeweils 4-5 Wagons direkt im Bahnhof und alle 1-2 Minuten kamen neue nach. Das ging alle ruckzuck.

  • Bloß haben wir in KA Fahrzeugtechnisch gar nicht die möglichkeit Sonderverkehr zu fahren. Sie AVG musste sich ja schon Fahrzeuge aus Saarbrücken borgen, nur um den Regelbetrieb zu gewährleisten.
    Auch das ist ein Nachteil der Standorte am Stadtrand. In KA-City braucht man längst nicht so viel Sonderverkehr...
    Und auch dass Fans mit den Rad zur Arena fahren ist im Wildpark wahrscheinlicher als z.B. auf der Hulb. Würde man im Wildpark mal ordendliche Fahrradabstellanlagen bauen dann hätte man da auch einen deutlich höheren Anteil.


    Das einzigste Verkehrsmittel das nicht so gut zum Wildpark kommt ist der Autoverkehr. Aber gerade hier in der Region KA ist der nicht alternativlos.

  • Das mit den Saarbrücker Bahnen war in der Tat ein spaßig. Zumindest was die Situation mit den Trams angeht, sollte sich die Lage ab Sommer etwas verbessern, ab Juni hat der TÜV die neuen Bahnen freigegeben, die u.a . wegen mangelhafter Bremsen nicht eingesetzt werden durften.:nono: Wenn die S41 dann demnächst fremdvergeben wird, kann KVV/AVG die dann dort sinnvoll einsetzen. :lach:


    Die Sache mit Rad sollte man in der Tat untersuchen. Würde mich interessieren wie viele Fans im Umkreis von bspw 3 km wohnen. Gerade im Herbst/Winter sind weitere Anfahrtsweg mit Rad wohl unrealistisch.

  • Das mit der S41 ist noch lang nicht sicher. Außerdem werden dann wohl einfach weniger neue Bahnen bestellt, die Hochfluhrer werden wohl zum nächsten Verkehrsvertrag nicht mehr zugelassen. Die Gesamtoption belief sich ja auf 75 Stk, da hat man schon in der Hinterhand dass einen was weggestrichen wird, wie z.B. die S5 zwischen PF und Bietigheim. Übrig bleiben würde wohl nur was wenn man die S31/S32, die S9 und das obere Murgtal komplett verlieren würde. Wie gesagt, 35 Bahnen stehen zur Ausmusterung an.


    Die Sache mit Rad sollte man in der Tat untersuchen. Würde mich interessieren wie viele Fans im Umkreis von bspw 3 km wohnen. Gerade im Herbst/Winter sind weitere Anfahrtsweg mit Rad wohl unrealistisch.


    Auf Folie 8 sind hier die Entfernungen zum Marktplatz eingezeichnet. 5km = die nennenswerte Karlsruher Bebauung. Und dort findet ich im Winter stärkerer Radverkehr statt.
    http://www.karlsruhe.de/b3/ver…w2ra7E/VEP-Radverkehr.pdf

  • Interessant Folien ;).
    Ich meinte das aber umgedreht: Wie viele der Besucher wohnen in einer fahrradrelevanten Entfernung (bspw. 3-4 km um das Stadion)? Wer würde davon auch in Winter,abends und bei schlechtem Wetter mit dem Rad kommen.

  • Fahrradanteil Karlsruhe (25%) x Anteil der Fans die in den inneren Karlsruher Stadtteilen wohnen.
    Wenn wir mal von 25-50% ausgehen dann sind das etwa 12,5%-6,25%. Wobei das Fahrradptenzial zum Staion sogar höher sein könnte, da der MIV-Anteil bzw der Fuß-Anteil von Stadtbewohnern zum Stadion bestimmt eher geringer ist als im Stadtdurchschnitt.
    10-20% Radanteil könnten villeicht schon drin sein, ordentliche Abstellanlagen vorrausgesetzt und man bleibt im Wildpark.

  • Nettes Zahlenspiel, ich dachte an eine ein kleinwenig wissenschaftlichere Untersuchung ;). Für den Einstieg könnte man mal schauen, wo die Dauerkartenbesitzer herkommen und befragen etc.
    Jetzt bin ich mal gespannt, wie die Stadiongespräche weiter gehen. Ich gehe zumindest von einem Ergebnis zur Jahreswende aus, nach dem sich OB Mentrup ziemlich stark unter Druck gesetzt hat.