Entwicklung der Frankfurter Skyline

  • Hi MonsieurLoi,


    ich denke das liegt insbesondere an 3 Dingen:


    1) Diese Länder sind viel zentralisierter aufgestellt als Deutschland. Moskau, London, Paris & Istanbul erzeugen einen Großteil des BIP ihres Landes. In Deutschland verteilt sich unsere Wirtschaftskraft viel gleichmäßiger auf viele Städte (Frankfurt, Ruhrgebiet, Stuttgart, München, Hamburg, Hannover etc.)


    2) Einhergehen mit PUnkt 1) ist auch die Bevölkerungsstruktur zentralisierter als bei uns. Die Städte die du nanntest sind alles Millionenmetropolen, mit entsprechen viel Arbeitsplätzen & dementsprechent lässt sich dort leichter ein 300m Turm füllen, als im schmucken Frankfurt mit seinen nicht mal 700.000 Einwohnern.


    Das gilt auch für andere Städte, es gibt ja überall "Hochhäuser", nur sind die meistens kleiner als 100m, weil er die Einwohnerzahl meist nicht über ein paar Hunderttausend hinaus geht. München & Köln möchten ihr historisches Stadtbild nicht verlieren.


    3) Fläche: Hamburg z.B. hat zwar viel Wirtschaftskraft & viele Einwohner & auch ein paar Bürotürme (kein Vergleich zu Frankfurt), aber wie Berlin auch eine extrem große Fläche, so dass die Arbeitsplatznachfrage in der breite mit günstigen Flachbauten gedeckt werden konnte. Anders als NewYork oder Shanghai, die gemessen an ihrer Einwohner- & Arbeitsplatzzahl viel weniger Fläche haben.


    Fazit: mehr Zentralisierung, mehr Einwohner / Arbeitsplätze bei im Verhältnis weniger Fläche bzw. höherer Bevölkerungsdichte, führen dazu, dass man halt höher baut als hierzulande. ;)

  • Vergleiche mit London, Istanbul und Moskau sind sinnlos. Wenn Frankfurt 10 mal so gross und die in jeder Beziehung wichtigste Stadt des Landes wäre, könnte man vielleicht vergleichen. (Zu Madrid: da passiert jetzt nach der Fertigstellung der 4 Supertürme nun nicht besonders viel.)


    Insgesamt hast Du aber Recht. Deutschland ist nicht besonders aktiv, was Hochhausbau betrifft. Selbst Städte, mit denen man Frankfurt eher vergleichen könnte, wie Rotterdam oder Warschau scheinen mehr zu bauen und das obwohl nicht so eine Platznot herrscht, wie in London oder Istanbul. Wäre Frankfurt nicht Frankfurt, wäre es sehr düster in Deutschland. 2011 wird aber wohl ein interessantes Jahr für frankfurter Hochhausfans sein.


    Was in Deutschland leider kaum ausgeprägt ist, anderen Ländern aber eine Flut an Hochhäusern beschert, ist der Wohnhochhausbau. Wenn das Wohnhochhaus hier nicht so verpönt und durch Auflagen für Investoren weniger interessant wäre, würden deutsche Städte mit Sicherheit mehr Hochhäuser bauen und man müsste in der Debatte nicht neidisch auf Nachbarn schauen oder sich nur auf Frankfurt verlassen.

  • In Frankfurt herrscht nun mal auch gesunder Menschenverstand, denn HHer sind fast überall in der Welt am wirtschaftlichsten, wenn ihre Höhen sich zwischen 170 und 230m bewegen.


    btw.: FFM befindet sich in meinen Augen in Sachen HHer immer noch in der Spitzegruppe in Europa (Top 5).
    In diesem Zusammenhang: Nach der Fertigstellung des Tower185, der EZB-HHes und nun des Taunusturms wird FFM - was HHer mit einer Höhe von mehr als 150m betrifft - zu Paris aufschliessen (14 Stück jeweils, wobei sie in FFM im Schnitt höher sind) und würde damit den geteilten 2. Platz nach Moskau belegen.
    Momentan ist es sogar so, dass ausser Moskau nur FFM über 5 (mit dem Tower185) HHer mit mehr als 200m Höhe besitzt.


    Allerdings wird sich das zugegebener Maßen in den nächsten Jahren verändern, aber nicht gravierend. Denn die wirtschaftliche Situation in Ländern wie Spanien oder Frankreich aber auch England ist nicht gerade rosig ... mal sehen, was in den Städten an HHern dort am Ende tatsächlich realisiert wird.

  • Wie die internationale Finanzbranche hat sich auch die "City of London" wie auch "Canary Wharf" aus der Krise schon mehr oder weniger wieder erholt. Allerdings ist Frankfurts relative Bedeutung als Sitz des "Power Brokers" EZB eher gestiegen, welches sich auch auf die Bautätigkeit auswirken könnte. Ebenso sollte man nicht die Bedeutung des Flughafenausbaus unterschätzen, der so manches Unternehmen dazu verleiten wird Frankfurt als Europastützpunkt auszusuchen. Zu guter Letzt wird Deutschlands rasantes Wirtschaftswachstum im Ausland sehr genau registriert und wieder als legitime Anlage eingestuft.


    Schon jetzt ist es doch erstaunlich was sich beispielsweise an der Bockenheimer Landstr in den letzten 12 Monaten alles getan hat (und tun wird). Derzeit werden völlig zurecht erstmal Projekte aufpoliert, die lange in der Pipeline fest steckten (Taunusturm, Degussa). Ebenso schreien Türme wie die noch leer stehenden PalaisQuartier Türme, Hat64 an Bleichstr, der Skylight Bürokomplex (Ex-UBS) an Stephanstr/Bleichstr, das Polizeipräsidium oder die Turm-Center Bauruine an Eschenheimer Landstr ja geradezu nach internationalen Investorengeldern bzw. solventen Mietern. Sogar der Campanile ist wieder eine realistische Alternative. Soll heissen: Es gibt erstmal genügend bestehende Immobilien aus dem letzten Zyklus ab zu arbeiten, bevor völlig neue Projekte aus dem Hut gezaubert werden.


    Leider werden die "Niederigsteuer-Oasen" Eschborn, Taunus und Kaiserlei auch zukünftig wichtige Projekte aus Frankfurt abzweigen. Trotzdem scheint die Stadt hierauf mit den "Gateway Gardens" und der Niederrad Aufwertung adäquat zu reagieren. Alles in allem, kann sich dieses Forum aber scheinbar auf ein sehr erfreuliches 2011 gefasst machen.

  • Unterschwellig hat man hier manchmal das Gefühl, "wir" im Sinne von wir aus Frankfurt und/oder Deutschland würden unseren Nachbarn in Europa ihre Hochhausprojekte nicht gönnen. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich freue mich auch über jedes ästhetisch anspruchsvolle Hochhaus in anderen europäischen Metropolen. Klar, dass Wettbewerb und ein bisschen "Längenvergleich" ;) dazugehört, aber das sollte doch eher als fairer Wettstreit denn als Neid angesehen werden!


    Mit Paris, London, Istanbul etc. lässt sich Frankfurt nicht besonders gut vergleichen, und zwar nicht nur wegen der Größe der Städte, sondern auch wegen der unterschiedlichen politischen Unterstützung. In einer Hauptstadt gelten Hochhäuser bzw. Skylines eben nicht nur als Aushängeschilder der jeweiligen Städte, sondern auch gleich der ganzen Länder, zumindest eher als in anderen Städten. Die politische Unterstützung für Wolkenkratzer ist in der Stadt Frankfurt auf jeden Fall gegeben, zumindest von den Nicht-Linksparteien. Es gibt freilich auch solche, die Hochhäuser in ihrer Höhe gerne mal begrenzen, als Beispiel sei die Kürzung der Marieninsel im Hochhausrahmenplan durch die Grünen genannt. Dass die politisch geplanten Höhen nicht immer etwas mit der gebauten Realität zu tun haben müssen, ist eine andere Frage. Aber in Hauptstädten kommt - spekuliere ich einmal - auch noch eine nationale politische Unterstützung dazu. Ein gutes Beispiel hierfür wäre sicher Moskau.


    Eine Stadt haben wir hier noch vergessen, mit der man Frankfurt sehr gut vergleichen kann: Mailand. Beide Städte sind nicht die Hauptstädte ihrer Länder, aber beide sind wirtschaftlich stark, wichtige Finanzzentren, bedeutende Messezentren, verfügen über große Flughäfen und bauen gern in die Höhe. Wobei der letzte Punkt in Mailand erst in den letzten paar Jahren zu beobachten ist, was mich wundert. Wer die Wohnungsmieten in Mailand und das allgemeine Immobilienpreisniveau kennt, muss sich wundern, dass die Stadt nicht schon viel früher mehr Hochhäuser gebaut hat. Jetzt hat Mailand aber 3 Gänge hochgeschaltet und baut, was für eine Stadt mit Stil, wirtschaftlicher Potenz und italienischer Eleganz angemessen ist. Schön.


    Was die "Wirtschaftlichkeitsgrenze" bei der Höhe von Wolkenkratzern angeht, muss man immer mit einberechnen, dass es technischen Fortschritt gibt, der diese Grenze nach oben verschiebt. Beispiele: hochfeste Materialien, die weniger Platz verbrauchen, leichtere Fassaden, weniger Klimatisierungsaufwand, Fahrstühle mit zwei Kabinen in einem Schacht, etc. - alles Dinge, die das Verhältnis von Erschließungsfläche zu Nutzfläche verbessern und damit größere Bauhöhen wirtschaftlicher machen.


    Noch ein Wort zu "think big": da ist meiner Meinung nach was dran, die Mentalität und Kultur eines Landes - auch die Geschichte - spielen hier sicher eine Rolle, was wiederum die politische Unterstützung beeinflusst. In vielen Städten Deutschlands sind Großprojekte eher nicht angesagt. Auch in Frankfurt war es bis hinein in die 70er Jahre so, dass Hochhäuser von vielen abgelehnt wurden. Viele Leute haben beim Brand des Selmi-Hochhauses in der Rohbauphase Beifall geklatscht. Dass heute die meisten Frankfurter stolz auf ihre Skyline sind, hat schätzungsweise etwas damit zu tun, dass die Hochhäuser heute Markenzeichen der Stadt sind, es eine Clusterbildung gibt, die die Altbausubstanz schont, und dass sich die Qualität der Gebäude stark gesteigert hat.

  • ^ Es kam die Frage auf, ob der Büroturm denn aufs zweite Bild passen würde. Wahrscheinlich würde er gerade oben abgeschnitten. Auf dieses Foto würde er aber garantiert passen. Zwischen Opernturm und Galileo sieht man die andere schmerzhafte Lücke, die der Frankfurter Sparkasse.



    Bild: epizentrum

  • TishmanTurm

    Ich hab mir mal die Frechheit erlaubt epizentrum's Bild unter den Nagel zu reisen
    und meinen "Paint'künsten" freies Wüten erlaubt.
    Ich hoffe ich habe die Proportionen einigermaßen hingekriegt, als schmanklerl müsste es aber reichen :D



    Bild von epizentrum
    Verunstaltung geht auf meine Kappe :D

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  • Du legst den Finger schonungslos in die Wunde, epizentrum, die Stadtpolitik muss auf die Perspektiven im DAF viel mehr Rücksicht nehmen und Projekte entsprechend vorantreiben :D . Trotzdem möchte ich die Frage absetzen, ob das Hochhaus der FraSpa hier nicht vom Gallileo verdeckt würde. Es stünde m.E. doch näher am Japan-Center als am alten Pfeiffer-Belli - Haus. Abgesehen davon, dass ich für die Sparkasse eine Höhe von rund 130 Metern im Hinterkopf habe, und das ist nicht überragend - so oder so.


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    Mod: Beiträge aus dem Taunusturm-Projektstrang hierher verschoben.

  • FraSpa/WürttHyp/HRE-Tower

    Ach so, nein, ich meine den 197-Meter-Turm nach Entwurf von KSP in der engen Kurve der Neuen Mainzer / Ecke Junghofstraße. Siehe hier. Die FraSpa wäre daran beteiligt gewesen - auch wenn die Hypo Real Estate und damals wir WürttHyp aus verschiedenen Gründen involviert gewesen wären. Die schlanken und abgestuften Doppeltürme hätten mir an dieser Stelle schon immer gut gefallen. Gleichzeitig gibt es aber im Anschluss in Richtung Süden noch mindestens einen weiteren Hochhaus-Standort: den Ersatz der jetzigen FraSpa-Zentrale am Japan-Center. Das 130-Meter-Haus darf ebenfalls gerne gebaut werden, auch wenn es aus dieser Perspektive kaum oder gar nicht sichtbar wäre :)

  • jo.ker, ich denke epizentrum meint eher das 197 m hohe HH der Fraspa/Württembergischen Hypobank, für das sogar schon ein Architekturwettbewerb entschieden wurde. (Sieger: KSP Engel & Zimmermann, damals noch).


    Du meinst ein weiteres HH der Fraspa aus dem Rahmenplan von 1998 direkt ggü. des Maintowers, dort wo sich jetzt auch schon eine Filiale/Hauptsitz? der Fraspa befindet.


    Hhmm..irgendwie bin ich dieser Tage immer ein bisschen spät, naja man wird halt älter :-)

  • @epizentrum, skyliner : Vielen Dank, dass Ihr auf meinen Beitrag noch eingegangen seid; in der Tat meinte ich das nur der Sparkasse zuzurechnende 130m Hochhaus aus dem Rahmenplan 1998. Der 197 Meter - Doppelturm trägt (in der Bezeichnung, die ich normalerweise verwende) einen Doppelnamen, in welchem die Sparkasse ebenfalls auftaucht, nämlich "Frankfurter Sparkasse / Württembergische Hypothekenbank", und er wäre natürlich auch zu sehen, ganz klar... Da wegen des - offenbar doch nicht so unmittlbar bevorstehenden Baubeginns - die alten Bestandsgebäude seinerzeit geräumt wurden und somit auch das Antiquitätengeschäft schließen musste, in dem meine Mutter gearbeitet hat, existiert hier sogar ein persönlicher Bezug :) .


    Eine schöne Übersicht zu den diversen City-/Entwicklungs-/Rahmenplänen habe ich übrigens hier gefunden; nicht erwähnt wird allerdings, dass der Standort Frankfurter Sparkasse / Württembergische Hypo auch kurzzeitig für die EZB im Gespräch war, und zwar unmittelbar, nachdem Frankfurt am Main den Zuschlag erhalten hatte. Mir ist noch das Zitat erinnerlich, dass die Stadtregierung hierfür "jede nur denkbare Nutzungsdichte" genehmigen würde.


    @RaZor : Schöne Simulation!

  • Perspektive mit Taunusturm und Marieninsel

    Das brilliante Foto aus RMAs letztem Beitrag im Tower 185 - Strang habe ich zum Anlass genommen, die bekannte Perspektive um Taunusturm und Marieninsel zu ergänzen:



    Bild: RMA, Manipulation: jo.ker


    Dabei habe ich für die Simulation der beiden Hochhäuser nicht die bisherigen Visualisierungen herangezogen, sondern das genommen, was auf dem ursprünglichen Bild schon da war - jeder wird leicht erkennen, dass für den Taunusturm das alte BfG-Hochhaus "herhalten" musste und für die Marieninsel der MainTower. Dass die tatsächliche Massenverteilung wohl anders aussehen wird, ist klar, aber mir ging es darum, ob die beiden Wolkenkratzer die - wie ich finde - unschöne Lücke in der Skyline links neben dem Commerzbank-Hochhaus füllen können. Auf dem manipulierten Bild scheint dies so zu sein, ich stelle aber gerne zur Diskussion, ob ich die beiden Gebäude an der richtigen Stelle positioniert habe oder nicht. Falls ja, ist der Bau der Marieninsel schlicht eine fotoperspektivische Notwendigkeit... ;)


    Hier noch der Link zur großen Version des Bildes.

  • Schöne Simulation, allerdings stünde die Marieninsel (leider) aus dieser Perspektive weiter rechts. Ich glaube sogar, dass die größtenteils von der Commerzbank verdeckt wäre. Die Marieninsel würde vom Eisernen Steg aus wohl etwas links von der Coba auftauchen, aber nicht aus dieser östlichen Main-Perspektive. Dafür bräuchte man ein Hochhaus auf dem Gelände der Bundesbank an der Taunusanlage (direkt "rechts" neben dem Skyper) - ich habe nie verstanden, wie man dieses Grundstück mit einem Flachbau bebauen konnte. Und das war erst in den 90ern, soweit ich weiß...


    Ich glaube, dass diese Ansicht (nach dem Taunusturm) als nächstes um das Grand Hyatt Hotel und das Maintor-Projekt ergänzt wird, bevor die Marieninsel kommt.

  • Danke für Deine Antwort, Miguel. Wenn ich mir die jetzt die Satellitenkarte betrachte, habe ich inzwischen fast den Eindruck, die Marieninsel stünde aus dieser Perspektive sogar noch zwischen Commerzbank und MainTower. Wenn ich mich wirklich so verschätzt haben sollte, nehmen wir "meine" Marieninsel als Simulation für das von Dir genannte Hochhaus neben dem Skyper ;)


    Ansonsten denke ich, dass Du auch mit der von Dir genannten Abfolge bei den Hochbauten recht behalten könntest. Bis wir wissen, wie die Marieninsel wirklich aussieht, fließt noch viel Wasser den Main runter bzw. Beton in andere Verschalungen.

  • Skyline 2011 vs. Stadtmodell


    Bilder: Gizmo23


    In rot v.l.n.r.:


    MainTor Panorama, 64m, Baubeginn 2012
    MainTor WinX, 110m, Baubeginn 2012/13
    MainTor Porta, 70m, Baubeginn 2012
    Kaiserkarree, 135m (nicht realisierter Entwurf, stattdessen TaunusTurm, 60 + 170m, in Bau seit 2011)
    Bankhaus Metzler, 175m
    MAX, 228m
    Frankfurter Sparkasse, 197m

  • Konkurrenz

    Ich bin erst seit kurzem hier angemeldet, verfolge das Forum aber schon eine Weile. Also ich hoffe ich bin in diesem Thread richtig.


    Also die Frage ist wieso in Frankfurt immer kleiner gebaut wird die Tendenz soll ja meinen Informationen nach in richtung 100m Türme gehen.:Nieder:
    Was das Maintor/Winx und der Hotelturm des Hyatt ja auch deutlich zeigen.


    Wie schafft es dann die Konkurrenz in London gleich zwei 300m Riesen zu bauen. Die beiden Projekte heißen Shard London Bridge und The Pinnacle, womit Frankfurt den Wettkampf um das höchste Gebäude in Europa bzw. in der EU verlieren wird oder so zu sagen schon verloren hat. Auch Paris hat das ein oder andere Projekt vorzuweisen. Doch in Frankfurt wird das wohl nicht so recht, seit Jahre wurde alleine die 200m markal nicht mehr durchbrochen.:nono:
    Warum finden diese Städte die nötigen Ankermieter und wir nicht:confused:
    Oder besteht von Seiten der Stadt auch kein Interesse?
    m.M.n. sollte die Stadt sich bemühen die Skyline wachsen zu lassen weil sie für uns ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist!!!

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  • Beim Hochhausbau geht es in erster Linie um das Schaffen von Nutzflächen in der Vertikalen, weil die Horizontale keinen genügenden Platz mehr bietet. Keiner baut anbetrachts von Baukosten, die selbst beim einem international von den Dimensionen eher kleineren Projekt wie der EZB kaum noch unter einer Milliarde Euro zu halten sind, besonders hoch oder prächtig rein zu Zwecken der Repräsentation.


    Auch sollte man nicht vergessen, dass die großen Boomjahre im Hochhausbau wohl erstmal vorbei sind, die meisten Großbanken haben in den letzten Jahrzehnten ihre Zentralen entweder modernisiert oder neu gebaut, so dass aus dieser Ecke mittelfristig kaum neue Aktivitäten zu erwarten sind, von den Auswirkungen der Finanzkrise noch ganz zu schweigen.


    Und schließlich sollte man bei der Höhe auch nicht vergessen, dass es ab einer gewissen Höhe (ich meine mal sogar schon oberhalb von 350 Metern gelesen zu haben) schlichtweg ökonomischer Stuss ist, noch weiter nach oben zu gehen. In Dubai kann man sich den guten Ton eines Durchschnitts von 400 oder 500 Metern doch auch nur wegen der Dumpinglöhne leisten, für die dort gebaut wird. Was die Erschließung und Unterhaltung dieser Gebäude langfristig kostet, und was für Folgen das hat, wenn das Öl mal ausgeht, darüber hat glaube ich keiner nachgedacht und mir gruselt es ehrlich gesagt schon beim Gedanken daran. Da lebe ich doch lieber im biederen Deutschland, wo der Technikpositivismus schon überwunden ist.


    Entgegen Frankfurt am Main haben das von dir genannte London und Paris bisher keine besondere Hochhauslandschaft zu bieten, insofern ist es eigentlich nachvollziehbar, dass der Hochhausbau dort nun anzieht. Anbetrachts der abartigen Immobilienpreise in den genannten Städten gibt es ja auch durchaus Gründe dafür, in die Höhe zu gehen. Allerdings braucht Paris ganz sicher keine Hochhäuser als Alleinstellungsmerkmal.


    Ich sehe am ehesten in hochwertigen Wohnhochhäusern (also der Antithese zur Platte) nach New Yorker Vorbild die Chance für eine Renaissance des Hochhausbaus, wenn wohl auch nur für die oberen Zehntausend. In Frankfurt am Main dürfte damit aber auch langfristig nicht in größerer Zahl zu rechnen sein, da es einfach immer noch mehr als genug Flächen gibt, die nachverdichtet werden können. Eventuell ist auch mit dem Umbau ehemaliger Bürohochhäuser zu diesem Zweck zu rechnen (wobei die jüngeren Ereignisse in dem Zusammenhang natürlich nicht gerade Mut machen).

  • Also das mit dem Alleinstellungsmerkmal war jetzt garnicht auf Paris sondern eher auf Frankfurt bezogen. Aber alles in allem heißt das, dass der Bedarf für solche Bauten von europäischen oder deutschen Unternehmen gedeckt ist. Naja was den ökologischen Teil anbelangt ist mir klar das es unmengen Geld verschlingt. Auch wenn HH wie der T185 zeigen das es auch anders geht. Das heißt also das der Millenium Tower gar kein so schlechtes Projekt ist, wenn wie du sagst der Bedarf eher an exklusiven Wohnimmobilien steigt.

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  • In Dubai kann man sich den guten Ton eines Durchschnitts von 400 oder 500 Metern doch auch nur wegen der Dumpinglöhne leisten, für die dort gebaut wird. Was die Erschließung und Unterhaltung dieser Gebäude langfristig kostet, und was für Folgen das hat, wenn das Öl mal ausgeht, darüber hat glaube ich keiner nachgedacht und mir gruselt es ehrlich gesagt schon beim Gedanken daran. Da lebe ich doch lieber im biederen Deutschland, wo der Technikpositivismus schon überwunden ist.


    Dumpinglöhne ist der falsche Terminus. Die Löhne in Dubai sind so wie sie sind Marktlöhne. Es wird an den Löhnen nichts subventioniert, noch verknappt, noch sonstwie manipuliert.
    Wenn die Löhne nicht ausreichend wären, würden die Arbeiter, die für diese Löhne arbeiten, nach Hause gehen.
    Der Grund wieso in Dubai ein solch großes Lohngefälle zwischen Niedrig-Qualifizierten Berufen (z.B. Bauarbeiter, LKW-Fahrer, Taxi-Fahrer, Handwerker, etc.) und Höher-Qualifizierten Berufen besteht ist der Markt.
    Es gibt sehr viele Menschen in den umliegenden Länder (Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch, etc.) die für diese "niedrigen Löhne" in Dubai arbeiten wollen. Da es keine Einheimische Konkurrenz gibt, die in diesen Berufen arbeiten will, ist der Markt offen für jeden.
    Ausserdem ist die Staatsquote in Dubai sehr niedrig im Vergleich zu Deutschland, wo der Staat bei jedem ausgegebenen Euro (Löhne, Material, etc.) 40% abgreift.
    Schon von daher wäre der Bau eines Hochhaus wie die EZB in Dubai 35% günstiger als in Deutschland. Die Aufwendungen für die Bauvorschriften, Bau-Genemigungen und Bürokratie dürften ebenfalls ein Kostenvorteil fürs bauen in Dubai bringen.
    Die Löhne der Arbeiter sind niedriger, dafür ist aber auch die Produktivität der Arbeiter schlechter, die Qualität der Arbeitsleistung ist in Deutschland wohl höher.
    Für die Zeit nach dem Öl gibt es Ausweich-Pläne. Dubai und ganz Arabien ist prädestiniert für den Betrieb von Solarkraftwerken. Ähnlich wie das Desert-Tec Projekt, könnte man in Arabien Solarkraftwerke bauen und damit den Energiehunger der aufstrebenden neuen Wirtschaftsmächte in Asien stillen.