Wohnen in Düsseldorf

  • Aus irgendeinem (unerfindlichen) Grund möchten junge Familien gerne in ein Haus mit eigenem Garten ziehen, auch wenn dieser nur so groß wie ein Badehandtuch ist. Und gerade diese Leute möchte man in der Stadt halten.


    Auch das Strategiepapier - wie ebenfalls manche Vorredner - schreibt, diese Familien gehören zu jenen, die die innenstädtischen Gründerzeitquartiere als Nachfragepräferenz sehen. Ich bin überrascht, wie weit manche diese eindeutig beschriebene Präferenz dehnen. Ob in den Blockinneren oder auf dem ehemaligem Reitzensteinkasernengelände, man kann auf den gleichen Grundstücken Reihenhäuser oder etwas dichter bauen, damit die gleiche Fläche mehr ergibt. Auch im zweiten Fall kann man die unteren Wohnungen mit kleinen Privatgärten ausstatten. Zu den mir gut bekannten Bauprojekten gehört beispielsweise eins, in dem die zwei unteren Geschosse je zwei zweigeschossige Wohnungen (mit Privatgärten) belegen, über den es ein paar kleinere Geschosswohnungen (und die TG darunter) gibt. Es befindet sich inmitten eines Villenviertels, aber es wirkt gar nicht als Fremdkörper. Keine der Wohnungen stand bisher lange leer.


    Oft werden die steuerlichen Einkünfte erwähnt, die angeblich nur beim exzessiven Umgang mit der Fläche möglich sein sollten - leider ohne die erhöhten Kosten der Erschließung pro WE gegenzurechnen. Hier fand ich eine Studie, die die Erschließungskosten und die steuerlichen Einkünfte bei verschiedenen Szenarien gegenrechnet - leider aus den USA. Wird es in Deutschland überhaupt nicht errechnet?

  • Die WZ hatte in ihrer Samstagsausgabe und jetzt auch Online einen Artikel über die Umwandlung von Bürogebäuden in Wohnhäuser.
    Als bekanntes Beispiel wurde das Objekt "The Henry´s" in Oberkassel vorgestellt.
    The Henry’s beherbergt 66 Wohnungen von 70 bis 250 Quadratmeter Größe und wurde für insgesamt 20 Millionen Euro von Grund auf saniert.
    Seit Vermietungsbeginn im April, sind mittlerweile 80% der Wohnungen vermietet, im Schnitt liegt der Quadratmeterpreis bei 14,50€ und geht hoch bis 30€.
    In dem Artikel wird außerdem erwähnt, dass ein amerikanischer Investor daran interessiert war, aus dem Dreischeibenhaus ebenfalls ein Wohnhochhaus zu machen, diese Pläne wurden aber wieder verworfen.




    Eine Vision vom Wohnen (WZ)


    Düsseldorfs erster Büroklotz mit Büro-Vergangenheit (WZ)


    The Henry´s

  • (die Diskussion um Mietpreise gehört eher hierher)


    mit gepflegten Spielplätzen und Sportanlagen, beitragsfreien Kindergärten


    ...ÖPNV, Kultur und gut ausgestatten Schulen. Man bekommt eben durchaus auch einen Mehrwert für sein Geld. Ansonsten gilt, was schon angedeutet wurde: Wenn mögliche Mieter dem Vermieter die Bude einrennen, dann wird er tendenziell mehr verlangen als wenn er immer wieder Leerstand verkraften muss. Das verrät schon der gesunde Menschenverstand. Billig ist es dort, wo kaum einer wohnen will. Dort wird dann aber meistens auch kaum gebaut.


    Ein anderer Aspekt ist der wachsende Anspruch der Nutzer (und der Gesetzgeber): Man denke an Brandschutz, Fassadendämmung und Isolationsfenster, aber auch an Balkons, Fahrstühle (Barrierefreiheit), PKW-Stellplätze. Das muss irgendwie refinanziert werden.

  • Die Durchschnittsmieten liegen statistisch in Köln etwas höher als in Düsseldorf.


    Düsseldorf hat eine durchschnittliche Kaltmiete von 7,96 Euro, Köln 8,11 Euro.


    DerWesten

  • aktuelle Bilder vom Bauvorhaben monastere von Gentes Bau an der Piwipp in Unterrath





    nachdem hier anfangs lange nichts passierte, dürfte wohl dieses Jahr noch die Übergabe stattfinden.


    alle Bilder: mamamia

  • Düsseldorf Kaiserstraße/Gartenstraße

    Ich hoffe ich bin hier halbwegs im richtigen Unterforum unterwegs, wenn nicht bitte ich darum diesen Beitrag einfach zu verschieben. :)


    Seit einiger Zeit frage ich mich wann endlich dieser hässliche Fassadenschutz des Wohnhochhauses auf der Kaiserstraße Ecke Gartenstraße gegenüber des Finanzamtes wieder entfernt wird. Weiß vielleicht einer von Euch mehr?


    Eigentlich finde ich die Fassaden Gestaltung recht ansprechend.



    Bitte entschuldigt die miese Qualität, die für 'nen Schnappschuss mit'm Handy aus dem fahrenden Auto noch ganz ok sein dürfte.

  • Da es hier allem Anschein nach um schwerwiegende Baumängel bei der erst vor wenigen Jahren erfolgten Fassadensanierung gehen dürfte; gehe ich davon aus, dass hier noch gestritten wird, wo die Verantwortlichkeiten liegen und wer eine erneute Sanierung bzw. den Austausch der betroffenen Fassadenelemente zahlt.
    Anders kann ich mir soetwas über diesen Zeitraum nicht vorstellen.

  • ^^ Soweit ich weiß, streiten Eigentümer, Architekt und Hersteller der Verkleidung darum, wer die Kosten für die Überarbeitung zu tragen hat. Bis zum Abschluß der Gerichtsverfahren (Landgericht, Oberlandesgericht und evtl. BGH, jeweils sicherlich mit umfangreichen Sachverständigengutachten) wird eher nichts passieren. Und wenn dann die entsprechende Partei pleite ist, erst recht nichts.


    Sind das eigentlich Eigentumswohnungen? Unten ist ja Einzelhandel (Büro, Karneval) und Büros (Debeka). Weiter oben weitere Büros (u.a.Finanzministerium).

  • Ich glaube das hatten wir noch nicht:


    PDI baut für 17 Mio. Euro bis zum 2. Quartal 2012 ca. 50 Mietwohnungen mit insgesamt 6.000 qm in Pempelfort an der Ecke
    Beuthstraße / Adlerstraße
    . Es werden ganz verschiedene Wohnungskonzepte verfolgt, unter anderem werden auch Town Houses mit eigenem Garten in das Haus integriert.




    Quelle: PDI Gruppe
    Hoster: abload.de


    Gefällt mir ganz gut.
    Besonders herausragend ist allerdings die Aussicht auf das schönste Schulgebäude der Stadt... :lach: Da hilft wohl nur ein Abriss...

  • Das Projekt zeigt, dass durch die Maßnahme auf dem ehemaligen Güterbahnhof auch die ganze Umgebung für Investitionen interessant wird. Für die Ecke ist es auf jeden Fall eine Verbesserung, das dort noch stehende Bürogebäude ist wirklich "Ersatzwürdig".


    Sicherlich wird dort, rund um das Quartier Central, den nächsten Jahren noch mehr in dieser Richtung passieren; ähnliches war ja auch in Nachfolge der Umwandlung des Handelshafens zum Medienhafen in Unterbilk zu beobachten.


    Das angesprochene Schulgebäude ist typisch für derartige Bauten der 60er und 70er Jahre; es gibt aber durchaus schlimmere Schulbauten in Düsseldorf. Das Problem hier sehe ich nicht zu erst in der Architektursprache oder der sicherlich guten inneren Organisation der Gebäude, sondern in der Anordnung der Baukörper im Häuserblock - der fehlenden städtebauliche Integration.

  • Dem Ist-Zustand muss man schon gewisse Eleganz bescheinigen, besonders dem mit Metalpanelen belegten Bürogebäude. Der Entwurf zeigt zur Straßenkreuzung hin schon wieder einmal die übliche weiß-graue Optik, über die ich erst gestern im Artikel in einer populären Zeitschrift las, dass diese den Dogmen der Moderne entspreche. Mich erinnert sie an Pleasantville. Ich kann nur hoffen, dass der Investor und die Architekten mal Quartier Central besichtigen, worauf sie rechtzeitig in ein paar Kübel Farbe investieren.

  • Das Bürogebäude ist in der ganzen Umgebung sicherlich das letzte, was ich aus städtebaulicher Sicht abreißen würde. Diese Schule hingegen gehört besser heute als morgen eingestampft.

  • Dem Ist-Zustand würde ich auch Eleganz bescheinigen, wenn auch die dunkle Materialwahl, vor allem in Kombination mit der (mit Sicherheit vom Architekten nicht vorhergesehenen) Leuchtreklame, die Wirkung schmälert.
    Das neue ist an dieser Stelle sicher ein Gewinn; bei der Farbwahl würde ich auch berücksichtigen, wie stark befahren diese Straße ist - wie stark der Schmutz von Gummirabrieb und Abgasen ist, lässt sich am Ist-Zustand und dem Umfeld gut ablesen. Somit bleibt das geplante Weiß nicht lange Weiß.
    @L'emigrant: Yep, die Schule ist arg übel, aber vor allem wegen der von Mamamia angesprochenen Einordnung ins Blockgefüge. Auch schlimm: Eine Kreuzung vorher steht noch ein Altbauzahn in einer sonst leeren Kauleiste!

  • Der Ist-Zustand ist übrigens seit einigen Wochen ein War-Zustand, sowohl das Eckhaus als auch sein rechter Nachbar sind Geschichte.

  • Einbrungen

    Einbrungen im Norden Düsseldorfs ist begehrt im WAZ-Portal. Das Neubaugebiet wird seit den 1990er Jahren errichtet, es bietet inzwischen 2600 Menschen ein Zuhause. Derzeit werden auf einem 5200 Qm großen Grundstück nördlich von der Einbrunger Straße fünf Häuser mit 40 Luxuswohnungen gebaut. Eine Veränderungssperre soll die Entwicklung verlangsamen und die der Meinung der Lokalpolitiker nach zu hohe Dichte verhindern. Es wird über einen Masterplan unter dem Namen Agenda 2015 diskutiert, in dem die weitere Entwicklung festgelegt wird.

  • Einbrungen steht ja nicht unbedingt für gute und zeitgemäße Architektur; auch der im Bericht erwähnte Wohnpark im Vertrieb von Böcker Immobilien stellt keine Bereicherung der Düsseldorfer Architektur dar.
    Eines dieser langweiligen Bauträgerprojekte, welches in Randbereich jeder Großstadt stehen könnte.

  • Schön, dass der schlichte, stillvolle Altbau "Haus der Gießerei-Industrie" eingebunden wird. Mich wundert allerdings, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht und baulich so stark verändert werden darf.

  • ^ Wie jemand mal irgendwo schrieb, nicht jedes Gebäude im Bauhaus/Moderne-Stil kann unter Denkmalschutz stehen. Mich wundert eher, dass man bei bescheidenen vier Etagen statt stellenweise zumindest 5-6 belässt. Oben auf dem Plan sieht man zwar Villen, das benachbarte Gebäude in der unteren rechten Ecke ist jedoch ein Hochhaus.


    Zum Wohnen gibt es diesen Artikel der Welt - nach den Angaben des Rings Deutscher Makler kosten Neubau-Wohnungen im Schnitt 13 EUR/Qm Kaltmiete, im Altbau sind es 11. In den letzten Jahren gab es durchschnittlich 1650 neue Wohnungen p.a. - nach den Berechnungen der Stadtverwaltung werden 2400 benötigt. Die Grünen haben eine das Mietniveau beschränkende Milieuschutzsatzung für Teile Oberbilks und der Friedrichstadt gefordert, der Antrag wurde jedoch im Stadtrat abgelehnt.


    Zur Gesamtentwicklung in der Friedrichstadt wurde kürzlich hier (#145-#148) geredet. Da die Düsseldorfer Arkaden in der Friedrichstadt liegen, wundert mich mächtig, dass man den Investor mit Vertragsstrafen zum Bau der begehrten Wohnungen zwingen muss. Eigentlich müsste er darum betteln, ähnliche Wohnhochhäuser bauen zu dürfen, wie sie Pandion im Quartier Central ähnlich nah der Bahngleise ab diesem Jahr bauen will.


    Am Adersplatz (#75, #78, #80) wird ein Hotel mit nur 7 Etagen - wo jetzt ein Bürohaus mit 8 steht - geplant, jemand ruft nach einem Bürohochhaus. Angesichts des Wohnungshungers in der Friedrichstadt könnte man über den Bau eines Wohnhochhauses nachdenken, eventuell eines Hotels mit dem Wohnturm über den Hoteletagen. Ähnliches halte ich an dieser Stelle für denkbar - Wohnungen statt des früher anvisierten Hotels sind bereits im Gespräch.