Frankfurter Stadtgespräch

  • Zitat

    Weiterhin würde nach jahrzehntelanger Diskussion um die Zooverlager die endlich getroffene Entscheidung zum Standort revidiert und bereits getätigte Investitionen ...


    So sehe ich das auch. Völliger Blödsinn. Wenn man den Zoo hätte verlegen wollen, hätte man das in den 1990-er Jahren machen müssen und nicht nachdem man seit 2001 den Katzendschungel, eine neue Robbenanlage, den großen Borgori-Wald, den neuen Eingangsbereich mit Shop, das Ukumari-Land (Brillenbären und -affen) sowie die neue Pinguinanlage gebaut hat (letztere noch nicht fertiggestellt). Man sollte die Idee also schnell wieder beerdigen, auch, um nicht jetzt einen Investitionsstopp zu verursachen. Eine neue Anlage für Nashörner und Nilpferde ist dringend nötig.

  • Bisher ging es in puncto Zoo weniger um eine Verlagerung, sondern um eine Außenstelle. Anfang der 70er Jahre entstanden erste Tiergehege am Rande des Ginnheimer Wäldchens in den Niddaauen, feierlich wurde der sogenannte Niddazoo 1975 eröffnet. Ohne Eintrittszahlungen konnten vor allem verschiedene Huftiere und Vögel auf weitläufigem Gelände beobachtet werden. Doch wie so oft in der Geschichte des Frankfurter Zoos kam es anders: Wegen der Ausrichtung der Bundesgartenschau musste der Niddazoo weichen. Stattdessen sollte der Außenzoo nun am Niederurseler Hang verwirklicht werden.


    Mitte der 80er Jahre hatte der Magistrat Pläne für eine Zoo-Dependence am Niederurseler Hang vorgestellt, etwas nördlich der heute diskustierten Stelle und östlich der A5, 1987 beschlossen die Stadtverordnete die Aufstellung des B-Plans 674 „Zoo und Universität am Niederurseler Hang“. Auch dabei ging nicht um eine Verlegung des Zoos an den Stadtrand, sondern nur um eine Außenstelle für Huftiere und Elefanten.


    Knappe drei Jahre später kam der Mauerfall, in dessen Folge die Stadtplaner andere, richtig große Aufgaben zu stemmen hatten; grob gesagt die Konversion der sukzessive augegebenen Militärgelände, Umzug der Universität usw. - kurzum: am B 674 wurde nicht weiter gearbeitet, er geriet mehr oder weniger in Vergessenhheit, weil sich die Prioritäten verschoben hatten.


    Wir haben von „Zoo und Universität am Niederurseler Hang“ erst wieder gehört, als der rot-grüne Magistrat das Gewerbegebiet Am Martinzehnten und das Baugebiet Riedberg auf's Gleis setzte. Zusammen mit der Aufstellung B 803 "Riedberg" wurde im September 1996 die Einstellung des Verfahrens B 674 beschlossen - die Zoo-Dependance war damit vom Tisch.


    Jetzt also mal wieder eine neuer Standortvorschlag, garniert mit den Vorschlag einer Komplettverlagerung.

  • Mod: Beiträge aus dem Projektstrang zur Paulskirche.
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    Um der Diskussion vielleicht etwas das Pathos zu nehmen: Der Geburtsort der deutschen Demokratie liegt weiter unten am Main, nämlich gegenüber seiner Mündung. Die erste deutsche Demokratie war die Mainzer Republik.


    Die war zwar räumlich wie zeitlich arg begrenzt und hatte ihre Fehler, aber ich finde es trotzdem immer seltsam, dass sie so unterschlagen wird.


    Was die Bedeutung der Paulskirche als Symbol für die deutsche Demokratie natürlich nicht völlig in Abrede stellen soll!

  • B-Ebene wieder mal im Diskurs

    In der FR wird die B-Ebene wieder thematisiert. Aus meiner Sicht sind die "Klagen" berechtigt.


    https://www.fr.de/frankfurt/trostlos-verlassen-11759706.html


    Jedes Mal, wenn ich da durch laufe, denke ich mir: Auf der einen Seite putzt sich die Stadt mit Rekonstruktionen und neuen Luxustürmen raus, aber basale Aspekte wie einen Hauptverkehrspunkt, bekommt die Stadt nicht gebacken.

  • B-Ebene zumauern?

    Die B-Ebene ist ein problematisches Bauwerk, sie ist aus der Zeit gefallen.


    1. Vermietung an Gastronomie erweist sich aus baulichen Gründen zunehmend als problematisch, weil in die Abwasseranlagen nur unter allergrößtem Aufwand Fettabscheider eingebaut werden können. Die Abwasserleitungen sind alt und von zu geringem Durchmesser um mehr Abwasser aus der Gastronomie zu bewältigen, der Einbau von Toiletten geht eigentlich gar nicht. Sie können auch nicht ohne weiteres erneuert werden, weil die Durchlässe durch Decken und Wände zu klein sind. Man könnte also nur zu kleine alte Leitungen durch zu kleine neue Leitungen ersetzen. Jede andere Lösung erforderte teure Betonbohrungen im verwinkelten Bestand.


    2. Vermietung an nicht-gastronomische Betriebe scheitert z.T. an der mangelhaften Andienungsqualität. Um diese zu verbessern ist der VGF der Einbau eines zeitgemäßen Lastenaufzugs genehmigt worden (Rossmarkt, etwa Höhe Rossmann). Ob und wann der eingebaut wird, wisse mer net. Durch ihn erhoffte sich die VGF, vor allem die ehemals zur Kaufhalle/Sportarena gehörigen Ladenflächen am Westende (also zwischen Steinweg und Sportarena) aufwerten und besser vermarkten zu können.


    3. Aber all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Konzept der unterirdischen Ladenpassagen aus den 60er Jahren nicht mehr stimmt. Gebaut wurde ein Verkehrsbauwerk (Kreuzungsbahnhof), dessen Resträume und -flächen irgendwie vermarktet wurden. Das funktioniert nicht mehr, Änderungen in den Einzelhandelskonzepten, geänderte Fußwegebeziehungen und was sich sonst noch in den letzten 50 Jahren verändert hat, sind an den einbetonierten Verhältnissen da unten vorbeigegangen. Das ist auch kein Frankfurter Phänomen, sondern in allen Städten zu beobachten.


    Eigentlich könnte man die reinen Zugangswege zu den Verkehrsstationen aufwerten ohne Rücksicht auf Läden und den Rest einfach zumauern oder zur self-storage-Anlage umbauen, Gastronomen würden sich freuen, ihre Sommer-Möbel in der Nähe über den Winter zu bringen. Die B-Ebene ist Murks und bleibt es auch, selbst wenn man noch so viel Geld reinsteckt; ein Umbau muss einfach zu viele bauliche und statische Zwangspunkte berücksichtigen.


    Und je attraktiver die Stadt oben wird, desto unattraktiver wird der Untergrund.

  • Aktuelle Bevölkerungszahl zum 31.12.2018

    Die aktuellen Bevölkerungszahlen mit Stand zum 31.12.2018 wurden vor kurzem veröffentlicht.


    • Der Bevölkerungsaufbau bremst sich gegenüber den Vorjahren etwas ab. Gegenüber dem Vorjahr wuchs die Einwohnerzahl um 6.755 Personen. In 2017 war es noch ein Einwohnerzuwachs von 11.469 Personen. Grund für den schwächeren Bevölkerungsaufbau waren vor allem melderechtliche Vorgänge rund um die OB-Wahl im Februar 2018. Insgesamt wurden deshalb 9.250 Einwohner abgemeldet, die vermutlich aus Frankfurt weggezogen sind, ohne die Meldebehörde zu informieren. Es handelt sich hier überwiegend um EU-Bürger
    • Seit 2000 ist die Bevölkerungszahl um 122.686 gestiegen.
    • Seit 2010 ist die Bevölkerungszahl um 91.424 gestiegen.
    • Seit 2014 ist die Bevölkerungszahl um 39.305 gestiegen.
    • Der Ausländeranteil stieg leicht um 0,2% auf jetzt 29,8%. Die Zahl der Deutschen wuchs um 2.909 (+0,6%) und die Zahl Ausländer um 3.846 (+1,7%).
    • Am meisten wuchs die Bevölkerung in den Stadtteilen im Gallus (+1.120), Kalbach-Riedberg (+868) und Bockenheim (+802).
    • Noch mehr Einwohnerzuwachs gab es in Niederrad (+1.240). Dies liegt aber in einem Verschieben der Stadtteilgrenze hin zur A5 begründet auf Kosten Schwanheims.
  • Danke sweet_meat .


    Außerdem hat die Stadt Frankfurt vor zwei Tagen vermeldet, dass man am 18.02.2019 die 750000er Marke überschritten hat. Seit dem Tiefstand im Jahr 2002 ist damit die Einwohnerzahl um 130.000 Einwohner (das entspricht grob 6,5mal dem Riedberg) gestiegen. Mitte der 2020er Jahre erwartet man nun das Erreichen der 800000er Schwelle.

  • Vielleicht dazu noch noch ein Blick in den Rückspiegel. Nach Erreichen des historischen Einwohnerhöchststandes von rd. 691.000 EW etwa zur Zeit der Volkszählung 1963 sank die Einwohnerzahl bis 1986, also in 23 Jahren um rund 99.000 EW auf etwa 592.000 EW.


    Seit 1986 ist die Einwohnerzahl um rd. 158.000 auf jetzt 750.000 gestiegen. Der bisherige Einwohnerhöchststand von 691.000 EW ist irgendwann im Laufe des Jahres 2013 eingestellt worden, d.h. es hat weitere 27 Jahre gebraucht, den Exodus der 60er-80er Jahre auszugleichen. Seit Einstellung des Einwohnerrekords von 691.000 ist die Einwohnerzahlung um weitere 59.000 gestiegen.

  • Frankfurt ist die jüngste Großstadt Frankfurts

    Die FAZ berichtet aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der typische Frankfurter ist 40,6 Jahre alt und somit ein bis zwei Jahre jünger als in den anderen sogenannten A-Städten (z.B. München, Köln, Stuttgart, Hamburg, Berlin und Düsseldorf). Im Vergleich zum Durchschnittsdeutschen ist der typische Frankfurter sogar vier Jahre jünger.


    Auch in anderer Hinsicht liegt Frankfurt vorne: Nirgendwo in Deutschland sinkt das Durchschnittsalter schneller als in Frankfurt. Lag es 2007 noch bei 41,9 Jahren, waren es zehn Jahre später knapp 16 Monate weniger. Das unterscheidet Frankfurt von München, Köln, Hamburg und Düsseldorf, wo das Durchschnittsalter nur um etwa einen Monat sank und vom "hippen" Berlin, wo das Durchschnittsalter gar nicht sank.


    Zu einem gewissen Teil ist die Verjüngung Frankfurts durch eine statistische Besonderheit zu erklären. Frankfurt hat ein relativ kleines Stadtgebiet. Das wirkt sich auf den Altersdurchschnitt aus, weil junge Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren in die Innenstadt ziehen. Wenn diese dann älter werden ziehen sie in Berlin und München lediglich in die Außenbezirke, in Frankfurt aber oft in die eigenständigen Landkreise vor der Stadt.

  • Kein Zweckentfremdungsvebot & Teil-Aufhebung der Mietpreisbremse

    Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ist drauf und dran, seinen Frankfurter Parteimitgliedern und auch Planungsdezernent Josef ein richtiges Ei ins Nest zu legen.


    Das Frankfurt Journal berichtet, so will der hessische Wirtschaftsminister kein Verbot der Zweckentfremdung und außerdem die Mietpreisbindung in Hausen, Praunheim, Bergen-Enkheim, Eckenheim, Nieder-Erlenbach und Sindlingen aufheben, da dort die Mieten ein solches regulatorisches Mittel nicht hergeben.


    Das sieht die Gegenseite natürlich völlig anders, wie z.B. hier nachzulesen ist. Interessant an diesem Artikel ist zum Beispiel, dass diesmal die Kritik am Mietpreisspiegel von der SPD kommt, die diesen sonst immer gegen die Immobilienbranche in Schutz nimmt. Grund ist, dass in Sindlingen die Mieten von 9,60€/qm in 2016 auf 8,86€/qm im Jahr 2017 gefallen sein sollen.

  • ^ In dem vom Journal Frankfurt verlinkten FR-Interview mit Al-Wazir, spricht der Minister davon, den Kommunen die Möglichkeit einzuräumen, die Umwandlung in Wohnungseigentum zu untersagen.


    Zitat

    "Jede Wohnung, die unnötig leersteht, ist ein Ärgernis. Das gilt vor allem, wenn damit spekuliert wird. Dagegen müssen die Städte im Ballungsraum vorgehen – und zwar konsequent. Dazu werden wir ihnen ein rechtliches Instrument an die Hand geben, das sehr schnell und sehr gut wirkt: Städte mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt sollen die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen untersagen können. Wenn Frankfurt das dann konsequent nutzt, entfällt der Grund für den spekulativen Leerstand."


    Da dürfen wir gespannt sein, wie er das machen will, weil es dafür m.W. derzeit keine Rechtsgrundlage gibt. Es müsste das Wohnungseigentumsgesetz geändert bzw. ergänzt werden um eine entsprechende Verordnungsermächtigung für die Länder einzufügen, unter bestimmten Voraussetzungen ein solches Verbot gebietsweise auszusprechen. Ich habe bisher von keinem diesbezüglichen Gesetzgebungsvorhaben gehört. Ich wüsste daher nicht, wie die Hessische Landesregierung das konkret ins Werk setzen könnte.


    Ein früherer Versuch der Städte, bei der Umwandlung von Altbauten die Abgeschlossenheitsbescheinigung zu versagen mit der Begründung, eine Wohnung, die hinsichtlich Schall- und Brandschutz nicht den im Zeitpunkt der Umwandlung gültigen Bauvorschriften entspreche, sei nicht abgeschlossen, ist an der Rechtsprechung des Gemeinsamen Senats der Obersten Bundesgerichte gescheitert: das WEG enthalte keinen Verweis auf bauordnungsrechtliche Anforderungen, die bei der Teilung erfüllt sein müssten, folglich sei die Verweigerung der Abgeschlossenheitsbescheinigung rechtswidrig; das war Anfang der 90er Jahre.

  • Mod: Beitrag geteilt, folgende drei Postings aus dem Thread "MyZeil seit der Eröffnung 2009" hierher verschoben.


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    Ich bin von ECE enttäuscht, dass jetzt 50 Cent für die Benutzung der Toilette fällig werden. Das geht gar nicht, zumal gerade auch durch die "Foodtopia" viele neue Restaurants hinzukommen. Ist es das wert, die Kunden zu verärgern? Die paar Euro, die dadurch eingenommen werden? Zumal es auch keine Bezahlmöglichkeit mit Karte oder Handy gibt, stattdessen muss Personal für die Barzahlung eingesetzt werden. Echt jetzt?

  • Ich glaube es geht nicht um Mehreinnahmen, sondern eher darum das Inventar zu schuetzen. Im Center haengen auch sehr viele Jugendliche rum und die Toiletten waren zum Schluss in einem richtig schlechten Zustand, jedes zweitklassige Bahnhofsklo sah da besser aus (und das ist keine Uebertreibung). Dann zahle ich auch gerne mal ein wenig.

  • Ganz einfacher Anspruch als Kunde: Wenn irgendwo gewerbsmäßig Speisen und Getränke verkauft werden, erwarte ich als zahlender Kunde, eine einwandfreie und kostenlose Toilettenanlage vorzufinden. Gerne mit Personal, aber in jedem Fall ohne Bettelteller.
    Wenn sich das nicht trägt, stell den Betrieb ein - es wird sich jemand finden, der es kann.


    Wenn der Umsatz der Einzelhändler im MyZeil und die Mieterträge keinen Betrieb einwandfreier Toilettenanlagen für Kunden und Bummler hergeben, reißt die Anlage ab und baut Wohnhäuser oder macht einen Park draus, aber lockt nicht Tausende von Menschen jeden Tag an.


    Ein Einkaufszentrum, das auf mehrstündigen Aufenthalt ausgerichtet ist und für die Benutzung von Toiletten Geld nimmt, hat mich das letzte Mal gesehen - es gibt genug Händler, bei denen ich mein Geld loswerden kann. Dann aber bitte nicht über die böse Onlinekonkurrenz heulen.

  • Das ist leider auch im Skyline Plaza nicht anders. Deutschland bleibt nach wie vor eine Servicewüste. Anstatt zu verstehen, dass es genau funktionierende, saubere, kostenfreie Toiletten sind, die den Aufenthaltswert in solchen Zentren massiv erhöhen, macht man diese kostenpflichtig oder manipulativ kostenpflichtig. In Australien gibt es überall kostenlose, meist saubere Toiletten. Wieso können die das schaffen und wir nicht?

  • Die Unsitte für Toiletten Eintritt zu nehmen hat sich in Deutschland leider bereits zu stark etabliert. Ohne dass da der Gesetzgeber aktiv wird und es verbietet, wird sich das nicht mehr ändern. Man kann wählen zwischen verdreckten kostenlosen Toiletten und etwas weniger verdreckten kostenpflichtigen Toiletten. Saubere Toiletten sind wirklich eine absolute Ausnahme und hat erstmal nichts damit zu tun ob sie kostenlos- oder pflichtig sind. Keine Ahnung was daran so schwer ist die doch bestimmt eher geringen Personalkosten für die Pflege der Anlagen auf die Mieter umzulegen, oder direkt von anfang an einzupreisen. Ist wohl einfach eine Frucht der deutschen Geiz ist geil-Mentalität, die kaum irgendwo so ausgeprägt ist wie in diesem Land.