Frankfurter Stadtgespräch

  • Gebäudeschutz --> Nichtstun wäre töricht

    Die vordergründige Aufgabe ist die Ermittlung der Ursache und die (hoffentlich) irgendwann früher oder spätere Täterermittlung / Festnahme. Nicht mehr und nicht weniger.


    Hallo svenb, Dein Einwand ist nicht von der Hand zu weisen. Die Polizei sollte hauptsächlich die Tatermittlung abdecken und daher auch nicht den Schwarzen Peter zugeschoben bekommen.


    Zu ihren Aufgaben zählen aber eben auch der Gebäudeschutz (ganz besonders in Frankfurt mit den vielen Banken) und viele andere präventive Maßnahmen, die vor allem der Abschreckung dienen. Diese aufzuzählen sprengt an dieser Stelle den Rahmen.


    Aber zurück zur Ermittlung beim Brand der Dornbusch-Kita: Laut heutiger FAZ (Druck) erkennt die Polizei mittlerweile ein Muster. Auch beim Brand im Juli 2017 des Atzelbergturms in Kelkheim (Link) will man dasselbe Vorgehen der Täter erkannt haben. Die Feuer brechen stets um 3 Uhr morgens aus und sind sachkundig gelegt, so dass die Feuerwehr trotz schneller Reaktionszeit meist nichts mehr retten kann. Die Polizei ermittelt also scheinbar in Richtung „Serientäter“, da sich das Muster stets wiederholt.


    Angesichts dieser Lage würde ich es für einen schwerwiegenden Fehler halten, wenn man nun die bekanntesten Holzstrukturen der Stadt (Goethehaus, Haus Wertheym, Goldene Waage, Römer-Fachwerkbauten, Weihnachtsbaum) nicht unter eine Bewachung stellen würde. Die Wiederaufbaukosten wären weitaus größer als die Kosten diese Häuser unter Bewachung stellen zu lassen. Besonders die (noch) menschenleere Neue Altstadt empfinde ich als besonders gefährdet. Wer jetzt nicht handelt, hat die Ernsthaftigkeit dieser Bedrohung noch nicht ganz verstanden.

  • Waldorf-Kindergarten Dornbusch

    .... wurde definitiv angezündet, berichtet die hessenschau heute. Ein technischer Defekt kann laut den Brandermittlern ausgeschlossen werden.


    Nichts Neues aber zum Stand der Goetheturm Ermittlungen.

  • Über der Uniklinik steht eine mächtige Rauchsäule ...


    ... die sich schon wenige Minuten später verzogen hat. Dank schnellem Feuerwehreinsatz jetzt nur noch ein Dampfwölkchen.

  • Der Brickegickel (wer kennt ihn nicht) wird am kommenden Freitag und nicht erst im Frühjahr 2018 montiert!


    Seit 2013 wird das Tier saniert und diesen Freitag, am 17. November, auf seinen angestammten Platz zurückkehren. Kwelle auch mit Bildcher dazu, ist die
    FNP

  • Soeben macht es die Runde:
    Frankfurt ist im Rennen um den Sitz der Bankenaufsicht ausgeschieden.
    Paris und Dublin sind aktuell wohl noch im Rennen.

    Einmal editiert, zuletzt von Micha81 () aus folgendem Grund: Ergänzung.

  • Frankfurt ist "staatlich anerkannter Tourismusort" !

    Was Kurtaxe ist, wissen wir alle. Das Problem dabei: nur die wenigsten Orte taugen als Kur- oder Erholungsorte, Frankfurt etwa hätte nie eine Chance Kurort zu werden, folglich auch keine Aussicht auf Kurtaxe. Um auch weniger bemittelten Orten einen Zugriff auf die Geldbeutel der Reisenden zu verschaffen, hat der Landesgesetzgeber letztes Jahr das Kommunalabgabengesetz geändert und die Erhebung eines Tourismusbeitrages ermöglicht. Voraussetzung dafür: die Anerkennung als Tourismusort.


    Damit alles mit rechten Dingen zugeht, wird die Anerkennung nach einer „Verordnung über die Anerkennung als Kur-, Erholungs- oder Tourismusort“ vom 24.11.2016 (GVBl. , S. 218) verliehen, nach allen Regeln der Kunst mit Antrag, Prüfung durch ein Expertengremium, Verleihung und Urkunde. Den Antrag hat der Magistrat sofort gestellt und am 29.5.2017 hat der Minister Al-Wazir die Anerkennungsurkunde unterzeichnet. Damit aber auch Geld fließen kann, bedarf es einer Abgabensatzung, die der Magistrat jetzt zur Beschlussfassung vorgelegt hat. Danach sollen Auswärtige, die nicht zu beruflichen, sondern zu privaten Zwecken hier übernachten, eine Tourismusabgabe von 2,00 € pro Person & Nacht berappen, eingezogen von den Hoteliers, die sie auf die Hotelrechnung aufschlagen und an den Kämmerer weiterreichen. Mit einem Aufkommen von 4 Mio. € rechnet der Magistrat. Anscheinend wird angenommen, dass 20-25% der jährlichen 8-9 Mio. Übernachtungen private, mithin abgabenpflichtige Aufenthalte sind.


    Q: M_227_2017 v. 24.11.2017

  • Kann mir mal jemand erklären, was zurzeit in dieser Stadt los ist? Es nervt mich gewaltig, dass...


    • der Goetheturm von einem Brandstifter abgefackelt wurde, der wahrscheinlich auch die beiden Pavillons auf dem Gewissen hat und der immer noch nicht gefasst wurde
    • die Neubebauung in der Ostbahnhofstraße dermaßen qualitativ nach unten korrigiert wurde, dass es schmerzt
    • die Neuentwicklung des alten Polizeipräsidiums mit einem Hochhaus von der Stadt so torpediert wird, dass am Ende wohl nur Mittelmaß rauskommen wird
    • der Bahnhofsumbau sich noch weiter verschiebt
    • der Riederwaldtunnel anscheinend im Jahr 2030 noch nicht fertig wird
    • der Pavillon am Tel-Aviv-Platz doch keine Gastronomie beherbergen soll
    • der Porsche Design Tower 20 Meter kürzer wird
    • und der geplante Wohnturm des Grand Ouest jetzt einem monströs hässlichen fetten Klotz weicht


    Was läuft denn hier gerade schief? Und warum?

  • ^Geldmangel. Oder Gier (was letztlich auch nur eine Form von Geldmangel ist). Der Rest sind seelische Störungen wahlkämpfender Politiker und brandschatzender Pyromanen.

  • Vollkommene Zustimmung Miguel. Und dass zu allem Überfluss auch noch die EBA nicht nach Frankfurt, sondern ausgerechnet nach Paris verlegt wird macht es nicht wirklich besser :Nieder:

  • Ich kann Miguel nur beipflichten, Frankfurts Verwaltung tut sich gerade sehr schwer und entscheidende Weichen wurden und werden nicht gestellt. Der Modus Operandi im Feldmännschen Magistrat, der sich wie Mehltau über die Stadt gelegt hat, lässt sich schnell zusammenfassen. Man ruht sich voll und ganz auf den Lorbeeren aus Petra Roths Glanzzeiten 1995-2012 aus (d.h. Fertigstellung Neue Altstadt, Fertigstellung des Historischen Museums, Europaviertel, Ausbau Westend-Campus, Fertigstellung Frankfurt School Campus, Bockenheim Kulturcampus, usw.) und lässt sich für diese „fremden Federn“ ordentlich abfeiern. Laut diesem FR-Artikel von heute ist die CDU Frankfurt alles andere als „amused“, dass sich der einstige Altstadt-Gegner Feldmann nun im Glanze des Ruhms sonnt, für den er selber keinen Finger rühren wollte.


    Entscheidende Weichenstellungen für die Innenstadt und Stadtplanung bleiben seit 2012 komplett ungelöst und verschlimmern sich eher:

    • Teilweiser Rückfall des Bahnhofsviertels und Taunusanlage in längst überwunden geglaubte Krankfurt-Zeiten
    • Provinzielles, durchschaubares Taktieren bei Modernisierung des Schauspiel Frankfurt und Oper Frankfurt, so dass sich erstmal gar nichts tut
    • Keinerlei Perspektive für Beseitigung des Konstablerwache-Podests (oder Umgestaltung der Konstablerwache)
    • Keinerlei Perspektive für Beseitigung des Hauptwache-Kraters (oder Umgestaltung der Hauptwache)
    • U-Bahn Stationen (d.h. Zuständigkeit VGF) wie “Hauptbahnhof“, die an Unwirtlichkeit und Nutzerfeindlichkeit kaum noch zu überbieten sind, bleiben unverändert
    • Bahnhofsvorplatz-Umbau frühestens in 7 Jahren fertig während die B-Ebene als Einfallstor als erste Visitenkarte eine einzige Blamage darstellt
    • Keinerlei Fortschritt beim Polizeipräsidium-Areal, Fraspa-Areal oder Rhein-Main Arena, da warten wir lieber auf das Platzen der nächsten Immo-Blase
    • Berliner Strasse bleibt als fußgängerfeindliche, stadtteilende Exklusiv-Strecke für Pendler aus Hanau und Offenbach auf unbestimmte Zeit erhalten
    • Fortschritt beim Kulturcampus in Bockenheim ist erschreckend langsam, Impulse kaum vorhanden, Senckenberg-Umbau lässt Schlimmstes erahnen
    • Investoren-abschreckende Hängepartie um die DFB-Akademie an der Pferde-Rennbahn
    • Honsell-Dreieck und Molen-Hochhaus entwickeln sich derzeit in Richtung „vertane Chance“ aufgrund von schablonenhaften Copy & Paste aus der Mottenkiste
    • Englischsprachiges Kino, Eisbahn oder Eisstockschießen am Rossmarkt, Badeschiff oder kulturelle Nutzungen am Main, öffentliche Toiletten am Main? Dafür müsste man ja sowas wie Initiative oder Interesse zeigen
    • Abgang von erstklassigen, prägenden Figuren aus Frankfurts Kulturleben (Max Hollein, Oliver Reese mit Ensemble)
    • Zentrale Gaumer-Immobilien bleiben bis auf alle Ewigkeit als Ruinen erhalten, ohne jegliche Gegenmaßnahme der Stadt
    • Diese Liste ließe sich beliebig verlängern, aber sprengt hier den Rahmen


    Man merkt den mangelnden Fortschritt in Frankfurt seit 2012 an allen Ecken und Enden, es war eine verlorene Zeit für die Stadt, die durch die gute Konjunktur bzw. Brexit wenigstens etwas aufgefangen werden konnte. Bei der OB-Wahl am 25.02.2018 darf man dann wieder auf Besserung hoffen, denn so inspirationslos darf es nicht weiter gehen.

  • Ich bin was die OB-Wahlen angeht sehr skeptisch.
    Ich verspüre null Wechselstimmung und weder Union, noch Grüne oder FDP schlagen irgendein Kapital aus dem Totalausfall der Grinsekatze. Einem Großteil der Wähler ist somit nicht bewusst, was für ein Totalausfall die Grinsekatze ist und ich fürchte, dass sich das im Wahlergebnis niederschlagen wird.

  • Ich sehe kein Desinteresse oder eine Gleichgültigkeits-Stimmung in der wählenden Bevölkerung. In Zeiten von Brexit, Trump, Le Pen, beinahe Katalonien-Exodus, Abgleiten vieler osteuropäischer Länder und der Türkei in den Autoritarismus und dem Aufschwung der AfD innerhalb eines Jahres (!!!) wurden die Wähler schon ausreichend aufgeschreckt und mobilisiert. Die Message ist klar: Politik ist so relevant wie lange nicht. Ich erkenne besonders unter den zuvor eher desinteressierten und von Fakebook eingelullten "Millenials" ein ganz neues Interesse hieran.


    Zudem gibt es dieses Mal keinen CDU-Kandidaten wie Boris Rhein, der sich mit Eintracht-Fans und den Fluglärm-geplagten CDU-Stammwählern in Sachsenhausen anlegt. Feldmann wurde OB, da Rhein polarisierte. Dieses Mal sieht es doch etwas anders aus, denn Law & Order ist aus meiner Sicht jetzt DAS stadtbewegende Thema (siehe Bahnhofsviertel, Brandstifter-Serie, etc.) und nicht mehr Nachtflugverbote.

  • ^


    Aber bist du wirklich der Meinung, das Problem sei allein Feldmann (und seine Partei)? Man sollte Feldmann erst einmal zu Gute halten, dass er die erste Hälfte seiner Amtszeit nicht Teil der Römer-Koalition war und die zweite in einer große Dreier-Koalition eingebunden ist. Letzteres wäre auch ein Problem für Weyland und die Grünen-Kandidatin. Erstere wiederum fährt in ihrer Wahlkampf eine unfassbar depperten Wahlkampfopportunismus, dass es sich bei mir kraust. Also, dass deine Liste mit ihr schrumpfen würde, wage ich bei ihr zu bezweifeln. Speziell geht es mir um ihre Positionierung zum neuen Stadtteil, weil sie zu glauben scheint, die Wahl werde bei Steinbachern und Kleingärtnern gewonnen.


    Im Gegensatz dazu bin ich gerade bei Josef der Ansicht, dass er durch aus Schwung in die Stadt bringt. Ich bin auch kein Fan aller Entscheidungen, Vorhaben und Konsequenzen, aber die meisten kann ich zumindest nachvollziehen (auch was das Sturstellen angeht). Gerade Kommunalpolitik ist ein aushandeln von entgegengesetzten Interessen und die Verantwortung dafür allein bei den SPD-Politikern abzuladen, ist schlichtweg unfair.


    - Beim Bahnhof und Bahnhofsviertel spielen neben Stadt noch Bahn,Land und teilweise sogar der Bund mit.
    - Beim Alten Polizeirevier das Land.
    - Bei Konsti und Hauptwache Stadt und Bahn
    - Bei der Multifunktionshalle Stadt und das dauerklamme OF
    etc. pp.


    Und das in Anbetracht des neuen Stadtteils, des Frankfurter Haushalts und des Schauspiels/Oper keine neue Debatte um Frankfurts Rolle und Funktion für das Land Hessen im Allgemeinen und die Region im Besonderen entbrannt ist, wundert mich sehr. Frankfurt erfüllt die Aufgaben von Metropolen wie Hamburg, Berlin und München, bekommt aber nur die Zuwendungen einer regionalen Großstadt und da sollte man halt auch einfach mal auf den Finger auf die CDU geführte Landesregierung zeigen, die sich weiterhin auf ihrem Wohlstandsbäuchlein ausruht.


    Und bevor man mich einen Sozen schimpft: Auch die von der CDU besetzten Posten im Römer machen summa summarum einen den Rahmenbedingungen entsprechenden guten Job

  • Ja, dem gesamten Magistrat (zu dem auch die CDU gehört), und nicht nur Feldmann werfe ich im Vergleich zur Roth-Ära Stillstand auf allen Ebenen vor. Gleichzeitig sollte man Feldmann aber auch an seinem zentralen Wahlversprechen messen. Feldmann wollte den sozialen Wohnungsbau forcieren und die Wohnungsnot lindern. Mittlerweile ist die Wohnungsnot in Frankfurt aber so groß wie nie, wo ist man hier entscheidend weiter gekommen? Die Ergebnisse sind bestenfalls mager.


    Im Vergleich zu Roth fehlt mir bei Feldmann vor allem der nötige Mut, die Inspiration und der unbedingte Wille Dinge bewegen zu wollen, die man für eine dynamische, spannende Stadt wie Frankfurt benötigt. So kam es unter Roth zur neuen Alstadt, zum Westend-Campus oder zur Neugestaltung des Mainufers. Eine drittklassige Provinzposse wie jetzt bei Schauspiel/Oper geschehen, wäre ihr sicher nicht passiert. Josef war hier längst nicht der benötigte frische Wind.

  • Auch Frau Roth hat nicht gezaubert. Wohnungsnot lindern klingt gut, ist aber ein Mamutprojekt, das locker 2 Dekaden in Anspruch nimmt, wenns gut läuft. Feldman ist nicht Napoleon, der mal eben seine Kavallerie nach Steinbach schickt...