Frankfurter Stadtgespräch


  • Was hingegen mMn zugenommen hat ist die Durchsetzung, dass man abends nach 22/23 Uhr reingehen muss.


    Nach der SperrzeitVO vom 27.6.2001 gibt es generell nur eine Sperrzeit von 5.00 bis 6.00 Uhr, also eine Öffnungszeit von 23. Stunden ist möglich, drinnen wie draußen; eine feste Schließungszeiten für Außenbewirtschaftung von 22.00 oder 23.00 Uhr gibt es nicht. Aber in Einzelfällen kann die Ordnungsbehörde bei Vorliegen eines öffentlichen Bedürfnisses oder besonderer örtlicher Verhältnisse für einzelne Betriebe den Beginn der Sperrzeit vorverlegen, das Ende der Sperrzeit hinausschieben oder die Sperrzeit befristet oder widerruflich aufheben. Sie kann die Aufhebung der Sperrzeit jederzeit mit Auflagen versehen.


    Das passiert immer dann, wenn sich Nachbarn beschweren. Dann wird gemessen und je nach Baugebietstyp kommt es auf bestimmte Grenzwerte an. Entweder die Nachbarn und der betroffene Wirt einigen sich, oder eben nicht, dann ...


    Es kommt also wirklich auf die örtlichen Verhältnisse an. Wo praktisch nur noch Hausmeister wohnen, etwa rund um die Katharinenkirche, kannst auch um 4 Uhr früh noch draußen sitzen, aber an der Schweizer-/Ecke Textor, wo sehr viel gewohnt wird, hat dann ein Betrieb wie das Mescal schon mal ein Problem mit den Nachbarn, dann ist um 22 Uhr Schluss, während drei Häuser weiter beim Wagner auch um 1.00 Uhr noch draußen bedient wird.

  • Mal wieder interessant, was die Presse so schreibt oder der OB gesagt hat (?):


    Angeblich sollen 1,4 Mrd. Euro Investition satte 35.000 Arbeitsplätze bringen. Also wenn solche Zahlen beim Frankfurter Flughafen schon immer kritisch beäugt werden (und dieser schließlich dauerhaft betrieben wird), sollte man hier vielleicht einmal nachrechnen... Also es geht um einmalige Bauleistungen von 1,4 Mrd. Euro, nehmen wir mal einen Lohnkostenanteil von 30% der Bauinvestitionen an (das ist echt hoch, schließlich sind in den 1,4 Mrd. auch Grundstückskosten und Finanzierung enthalten) und teilen das ganze durch die 35.000 Arbeitsplätze => 12.000 Euro Bruttojahresgehalt ergeben demnach einen Arbeitsplatz! Interessantes Ergebnis, erklärt wohl auch warum der OB meint, Normalverdiener können sich in Frankfurt keine Wohnung mehr leisten, und sich so für den sozialen Wohnungsbau stark macht... ;)

  • Ja, aber noch viel schlimmer ist doch, wie die Presse es unkritisch übernimmt, dass die ABG mal eben für unvorstellbare 1,4 Mrd. € Geldschöpfung betreibt und sich dass Geld zusammenleihen will um dann teuer zu bauen und unter Kosten vermieten will. Als steuerzahlender Bürger ist das für mich viel zu viel des Guten.

  • ^
    Die ABG Holding ist ein grundsolides Unternehmen, es würde an Dämlichkeit grenzen in diesen Krisenzeiten, wo dem deutschen Staat und deutschen Unternehmen das Geld zu niedrigsten Zinsen hinterhergeschmissen wird, das Investitionsvolumen nicht zu erhöhen.


    Etwa 1 Mrd. Euro für Investitionen waren Plan, es wurde um 40% aufgestockt auf 1,4 Mrd. €. Wieviel davon insgesamt ursprünglich als Wohnungen für die Mittelschicht gedacht waren ist mir leider nicht bekannt, jedoch sehe ich die jetzige Schwerpunktverteilung als Glücksgriff an.


    Es ist auf jeden Fall eine tolle Nachricht und genau das was Frankfurt gebraucht hat, inwieweit Feldmann, als ABG Vorsitzender, seine Finger im Spiel hatte lassen wir mal außen vor, jedoch ist er der "Überbringer" der frohen Botschaft und das rechne ich ihm an.


    Als steuerzahlender Bürger sollte es Immobilienmogul freuen, denn hier wird kein Cent an Steuergeldern verschwendet, sondern Mehrwert für die Stadt und die ABG geschaffen. Alles Geld kommt wieder rein! Private Investoren finanzieren sich zu einem großen Teil auch aus Krediten, deswegen Vorsicht mit solcher Kritik und ob die Aussage, die ABG baut teurer als die meisten privaten Investoren, halte ich doch für reichlich unfundiert.


    porteño
    Da muß ich dir recht geben :daumen: Obwohl es hat nicht der OB behauptet laut FNP, sondern Frank Junker von der ABG Holding.

  • Ich bin auch wieder mal sprachlos über den OB Feldmann - und finde sicherlich Anklang hier im Forum.
    Wie kann es jemand wagen, wie beschrieben, zu diesen herausragend günstigen Konditionen Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen, um Wohnungen zu bauen, an denen es ja in Frankfurt lediglich mangelt. Dass sich diese Investition wahrscheinlich mittel- bis langfristig für Frankfurt rechnet (aus finanzieller und und sozialer Perspektive), sollte keine Rolle spielen!
    Gleichzeit schafft es der Herr Feldmann nicht, sich zu den Banken zu bekennen, die den Steuerzahlern Geld erwirtschaften und keinerlei Kosten verursachen. Ein Unding.
    Ich denke, Feldmann täte gut daran, nun auch etwas für die Bänker zu tun: mir fällt auf, dass die gehobenen Wohnungen inzwischen von ca. 600.000 - 1000000 Euro wesentlich teurer geworden sind und die Preise für vergleichbare Wohnungen nun zwischen 1.5 - 3 Mio. Euro liegen. Um mehr Vorstände anzulocken, sollte man an eine Subventionierung in diesem Gebiet denken. Das wäre für Frankfurt das richtige Signal!

  • Richtig. Vom Aushandeln der Kreditkonditionen über Ankauf von Grundstücken bis hin zur Entwurfsplanung, alles macht der kleine Herr Feldmann. Mit links, zwischen Hausbesuchen am Ben-Gurion-Ring und bevor er Hannah um 17.00 Uhr aus dem Kindergarten abholt. Beneidenswert.


    Und schon freue ich mich auf Pressemitteilungen, wie sie bestimmt bereits vorbereitet in der Schublade liegen: Wie Herr Feldmann einst das Rad erfand. Und dass wir ihm auch die Dampfmaschine und das Penicillin zu verdanken haben.

  • 4.000 neue Wohnungen bis 2017 für 750 Mio €. Das wären rechnerisch 187.500 € pro Wohnung. Oder sind in der Zahl von 4.000 auch die zu sanierenden Whg. enthalten (dann wären es aber keine neuen Wohnungen)?


    Bei 750 Mio € für 4.000 Wohnungen dürfte jede Wohnung rechnerisch nicht mehr als 187.500 € kosten, je nach Größe ein bisschen mehr oder weniger. Unterstellt, die ABG baute zu ähnlichen Kosten wie alle anderen Bauherren auch, würde sie bei mittlerer Art und Güte ca. 3.000-3.200 €/m² Wohnfläche aufwenden (Kann man auch billiger bauen?) Eine solche Wohnung hätte dann im Schnitt eine Wohnfläche von 50-60 m².


    Um eine solche Wohnung dauerhaft kostendeckend, also ohne Gewinn, aber verlustfrei zu bewirtschaften, müsste die Miete die Kapitalkosten decken, eine gewisse Eigenkapitalverzinsung erbringen, das Mietausfallwagnis, eine Instandhaltungsrücklage, die Verwaltungskosten und natürlich die Betriebskosten. Ohne Eigenkapitalverzinsung und ohne Betriebskosten käme ich bei einem Zinssatz von 2,5% fürs Baugeld bei einer 50 m²-Wohnung auf eine Kostenmiete von knapp 460,00 €/Monat, das entspricht einer Nettomiete von mindestens 9,20 €/m² zzgl. Betriebskosten. Rechnet man die Betriebskosten im Neubau incl. Heizung mit 2,00 €/m² landet man bei einer Bruttomiete von mindestens 560,00 € für 50 m². Da hier die Eigenkapitalverzinsung noch nicht berücksichtigt ist, wären das also eher Mindestbeträge. Das wären für Bezieher kleiner Einkommen (z.B. Erzieherin, Straßenbahnfahrer, Polizeibeamte, VerkäuferInnen) keine geringen Mietbelastungen.


    Und überhaupt sollen ja 150 der 750 Mio € für (wieviele denn eigentlich?) Eigentumswohnungen aufgewendet werden. Also müsste man die Rechnung noch mal mit 600 Mio € machen, dann kommt man aber garantiert nicht auf 4.000 Wohnungen.
    Hat das Konzept Hand und Fuß? Kann das funktionieren? Oder liege ich völlig daneben?

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    Tja, im Moment kann man nur raten...


    Ich denke mit den veranschlagten 3.000 - 3.200 €/qm Wohnfläche liegst du viel zu weit oben, das wären wirklich Wohnungen im Luxussegment. Realistisch wirds bei der Hälfte. Die Größe der Wohnungen ist auch viel zu klein, denn die Wohnungen richten sich ja explizit an mittelverdienende Familien und da sind die Ansprüche größer, 70 - 90 qm und 3 - 5 Zimmer. Aber sorry, leider wissen wir nicht was es im Endeffekt wird, also ist es alles nur Raten ins Unbekannte und da sollten wir alle vorsichtig sein.


    Bei der Miete liegst du goldrichtig :daumen: Es sollen ja nicht nur Sozialwohnungen gebaut werden, es soll der große Druck vom Immobilienmarkt genommen werden und damit Bürgern erspart werden in Zwangslagen bei überteurten Wohnungen zuzuschlagen, solche Zwangslagen können berufsbedingte Zuzüge nach Frankfurt mit einem gewissen Zeitdruck sein.


    In der Mitteilung stand nicht, dass die ETW ausschließlich dem Neubausegment zuzuordnen sind, vielleicht sind auch ein paar Sanierungsfälle dabei.


    Schön das es ein Konzept gibt und eine Finanzierung. Die Anzahl der Wohnungen steht fest und das Investitionsvolumen, insoweit wird die Ausführung an den zwei Kriterien bemessen, denn wenn 4.000 Wohnungen gebaut werden sollen, dann werden es auch um die 4.000 Wohnungen. Vielleicht sollte man dann nicht so extrem große Hoffnungen an eine ästehtisch ansprechende äußere Erscheinung der Wohnhäuser hegen, obwohl es ja eigentlich nicht viel kosten muß. Also bitte schraubt alle eure Erwartungen runter und lasst euch von der Zukunft überraschen, so wird man auch nicht enttäuscht im Endeffekt.


    Der Zeitplan ist erfreulicherweise relativ straff, so werden wir in kürzester Zeit mehr Informationen über zukünftige Projekte der ABG bekommen.

  • Man darf gespannt sein, ob die ABG dieses Investitionsprogramm stemmen kann. Zum einen wird die ABG noch nicht alle Grundstücke entschieden haben geschweige denn besitzen. Außerdem sprechen wir hier von durchschnittlich 280 Mio. Euro über die nächsten 5 Jahre. Man wird ein Heer von Planern und Ingenieuren benötigen, da die Projekte ja nicht wie ein Skyline Plaza sind, wo man auf einen Schlag 400 Mio. ausgegeben hat, sondern vom Durchschnitt wahrscheinlich eher zwischen 20 und 50 Mio. Euro bei Neubauten liegen werden, d.h. alleine hier werden es 15 bis 40 Projekte sein. Dazu noch die Sanierungen im kleineren Rahmen von sagen wir mal 10 Mio. durchschnittlich, also noch einmal 65 Projekte...


    Für die ganzen Threads kann Schmittchen schon einmal Speicherplatz fürs DAF kaufen... :)

  • Wohnungs-Not macht erfinderisch - 4000 neue Wohnungen realistisch

    Das "Wohnungsbau-Programm 2017" für mittlere Einkommen ist längst nicht so abwegig wie es hier aufgenommen wird.


    Die im FNP Artikel vorgestellten Flächen ergeben doch schon eine Masse von 2040 Wohnungen, also schon mehr als die halbe Miete von den angepeilten 4000 Wohnungen:
    Bockenheim Kulturcampus: Bis zu 1500 Wohnungen
    Höchst Klinik: 300 Wohnungen
    Niederrad Umwandlungen: 120 Wohnungen
    Gas-Union Gelände: 120 Wohnungen


    Nicht mitgerechnet sind Wohnprojekte für höhere Einkommen wie Henninger-Areal, Degussa oder Europaviertel. Gerade in Niederrad, Merton, Kaiserlei und Gallus liegt durch Büroflächen-Leerstand noch enormes Wohnflächen-Potenzial in bezahlbaren Gegenden brach. Ich sehe hier das Glas eindeutig halbvoll, denn (Wohnungs-)Not macht bekanntlich erfinderisch.

  • Mousonturm-Chef beging womöglich Selbstmord

    Die FAZ berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, man habe am Dienstag den neuen Leiter des Mousonturms, Niels Ewerbeck, tot aufgefunden. Die Polizei geht im Moment von einem Freitod aus.


    Ewerbeck war seit Jahresbeginn Chef des im September nach achtmonatiger Renovierung wiedereröffneten Mousonturms.

  • Untere Berger Straße, Hausnummern 6 und 8

    Reden wir von diesen beiden Häusern?
    Das sind doch die Nummer 6 und 8 (und nicht 5 und 7).
    Immerhin sind die Plakatierungsverbotsschilder schön einheitlich...
    :lach:
    ...


    Die Hausnummer 6 soll zumindest zeitweise eine künstlerische Verwendung finden. Mehr dazu auf diese Website: www.pdlc.de
    Die Hausnummer 8 wird derzeit gerade ebenfalls dafür hergerichtet.


    Eigene Fotos:


  • Occupy - leben Totgesagte wirklich länger?

    ^ Ja, die sind wirklich ganz putzig. Und wenn man mal drauf achtet, entdeckt man sie auch an viele Stellen der Stadt wieder, meist etwas erhöht. Beispielsweise in diesem Bild, oben an den Schornsteinen des ersten Hauses an der Goethestraße.


    Eigentlich wollte ich ja zeigen, wie schnell man mit Rollrasen eine Belagerung vergessen machen kann, denn vom vormals ziemlich angegriffenen (bzw halb zerstörten) Park ist nichts mehr zu sehen. Wobei die Gruppe, die sich an den Sitzbänken zum Willy-Brandt-Platz hin breitgemacht hat, immer noch da ist, epizentrum hat das hier schonmal gepostet.



    Doch ich war noch nicht ganz von Ecke A nach Ecke B gelaufen, da hatten schon wieder ein paar Aktionswütige trotz Absperrung Biertisch- und bänke auf den Rasen geschleift, begleitet von einem übelst lauten Ghettoblaster. Wie lange die Aktion ging, weiß ich nicht, so lange wollte ich nicht warten.



    -Bilder von mir-

    Einmal editiert, zuletzt von Robbi () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Dafür findet leider Opernplatz on Ice um Lucae Brunnen erneut nicht statt. Namhafte Sponsoren standen bereits parat und die Stadt gab ihr Ok. Leider fehlten (mal wieder) die nötigen Zusagen zum entscheidenden Zeitpunkt. Was in jeder größeren Stadt Europas oder auch in Wiesbaden seit Jahren problemlos funktioniert, wird hier zum Dauerärgernis. Peinlich sowas.