Frankfurter Stadtgespräch

  • "Hamburger am Turm"

    ^Sehr schön. Also, könnte man sagen ein Sieg der Politik über die Beamten in der Verwaltung. Werde jetzt auch mal in der Hamburgerbude am Turm essen gehen. Kult-Imbisse sind ja jetzt schon eine Weile in. Hatte vor einigen Jahre mal eine Doku über Frankfurter Imbisbuden gesehen. Eine Bude war eine Fernefahrer Bude mit üppigen Fleischklöpse, eine andere das Best Worscht in Town (Snak Point) im Grüneburgweg, eine weitere war das Gräfvöllsing (Erfinder der Rindswurst) in der Hanauer und zuletzt das Bubis in der Taunus Str. Das Bubis gibt es leider nicht mehr, der Snak Point hat ziemlich expandiert. Ableger gibt es nun im Nordwest Zentrum, in der Bergerstrasse und in der Hanauer. Den Fernfahrer Schuppen habe ich nie besucht, aber mittlerweile gibt es ja auch einige neu populäre Läden.
    Nahe dem gemalten Haus in der Schweizer Straße gibt es ein Curry Wurst Laden, ähnlich dem Snak Point. Nahe dem Messeturm hat ein Ex-Banker eine Würstschen Bude aufgemacht und war damit schon in einigen Talkshows. Leider habe ich den Laden noch nicht ausgemacht. Könnte aber der Laden am T185 sein. Am Osthafen nahe dem Hochbunker wurde ich bei einer Stadtführung auf eine Bude aufmerksam welche angeblich die besten Schnitzel in Frankfurt haben soll, leider weiß ich den Namen nicht mehr.

  • Mäcklers neues Buch: Hessens schlimmste Bausünden

    Ein neues Buch von Architekt Christoph Mäckler und Kulturjournalist Manfred Schuchmann prangern auf 136 Seiten die schlimmsten "Architektursünden in Hessen" an (so auch der Titel des Buches). Bahnhofsvorplatz, Konstabler- und Hauptwache dürfen da natürlich nicht fehlen (zum Glück werden ja alle drei angegangen). Verwunderlich ist die Erwähnung der Louisenstraße in Bad Homburg, die für mich eher zu den gelungeneren Fußgängermeilen im hessischen Bundesland zählt. Die Forderung des Buches: Mehr Anpassung an das bauliche Umfeld. Ebenso müssten Gestaltungsbeiräte, Bausatzungen und Wettbewerbe unter Architekten her.


    Hier die Quellen:
    FNP: http://www.fnp.de/fnp/interakt…30566.de/index.php?skip=0
    FR: http://www.fr-online.de/in_und…und-Nachkriegsbauten.html


    Vor knapp einem Jahr gab Mäckler ein Interview in der Welt in der er mit dem Großteil deutscher Städte ("potthässlich") hart ins Gericht geht. Unrecht hat er damit nicht, obwohl man schon auf recht hohem Niveau klagt.
    http://www.welt.de/kultur/arti…e_sind_potthaesslich.html

  • Schillerstraße 29

    Juhuuu DAFs,


    ich frage mich jetzt schon seit einiger Zeit was es mit dem leerstehenden Gebäude in der Schillerstraße an der Ecke zum Turm hin auf sich hat!?
    Das Gebäude liegt an einer stark frequentierten, zentralen Stelle - steht aber seit Ewigkeiten leer. Ich könnte mir vorstellen das egal ob Gastro
    oder Einzelhandel, in den oberen Etagen evtl. Büros an dieser Stelle eigentlich schwer zu finden sind. Warum ist da bisher nichts geschehen!?
    Vielleicht weiss ja einer von Euch was!?


    Anbei zwei PICs vom Objekt (Sorry wegen der schlechten Quali):




    Bilder von mir (sieht man doch :lach:)

  • Danke ImmoMogul. Da frage ich mich doch: Wie zestritten kann man sein, wenn man anstatt sich die Einnahmen eines solchen Grundstücks irgendwie aufzuteilen, das ganze lieber verotten und vergammeln lässt. Zerstritten ist an der Stelle ja beschönigt, dumm umschriebt das ganze wohl treffender!? :nono:

  • Diese Ursache für Gammelgrundstücke gibt es in Frankfurt noch öfter - das zweite Grundstück links von der Royal-Neubebauung in der Schäfergasse zum Beispiel.


    Und ist nicht auch eine Erbengemeinschaft an der nicht-Neubebauung des ehemaligen Stoltze-Hauses am Mainufer beteiligt?

  • Schäfergasse 12

    Das wäre meine nächste Frage gewesen Xalinai. *LoL*
    Die Schäfergasse 12 ist seit ich zurück denken kann,
    von dieser mit Plakaten verklebten Holzwand verbaut.
    Hat jamend eine Ahnung was da früher mal war???


    :confused:

  • Ein weiteres Beispiel sind mehrere nebeneinander liegende Grundstücke im Holzgraben direkt hinter dem ehemaligen Kaufhaus Wronker. Wobei hier wenigstens die Ladengeschosse und die ausgedehnten Kellerräume noch vorhanden sind.

  • Das sind tatsächlich noch Trümmergrundstücke. Meines Wissens im Besitz desselben Frankfurter Immobilienunternehmers, der seit über sechs Jahren den ehemaligen Kaufhof an der Leipziger Straße umbauen lässt. Ebenso wenig wie dort ein Ende in Sicht ist, dürfte eine baldige Veränderung am Holzgraben zu erwarten sein.


    In #787 meint sweet_meat bestimmt das Grundstück Schäfergasse 16.

  • zu #789:


    Mühsam nährt sich das Eichhörnchen (oder besser langsam...). Die Fassadenarbeiten beim ehemaligen Kaufhof sind abgeschlossen, vor ein paar Tagen wurde der Gehweg neu gepflastert (zwar nicht sonderlich eben, aber immerhin neu gepflastert), und dm hat schon ein Schild angebracht, dass auf eine baldige Neueröffnung hinweist (das Schild hängt allerdings schon 4 Monate).

  • Ja, genau das sind sie. Wobei das interessanteste unter der Erde liegt, das ausgedehnte und vollständig erhaltene Kellergewölbe. Der Zugang dazu befindet sich in einem der völlig zerstörten Hofgebäude, wo nur noch der Eingang und ein bisschen Treppenhaus und Erdgeschoss vorhanden ist. In den 1980ern war dort eine Discothek untergebracht und bis vor ein paar Jahren meiner Erinnerung nach eine Videothek.


    Übrigens, das Grundstück westlich davon ist auch nicht wieder komplett aufgebaut worden. Ich glaube so eine Art Fabrik. Auch hier sind besonders im Hinterhof deutlich Kriegsschäden erkennbar. Noch ein Stück weiter westlich ist das nächste Trümmergrundstück, auf dem sich ein Parkplatz befindet. Und das mitten in der Stadt.

  • Sind die Kellergewölbe denn vorgründerzeitlich (was nicht selten selbst unter Gründerzeitlern zumindest im Neustadtbereich der Fall ist)? Ansonsten sind mir die Gebäude auch schon ins Auge gefallen, wenn man genau hinguckt, kann man sogar noch rußgeschwärzte Partien an den Resten des Oberbaus erkennen, die wohl bis auf die Bombennacht im März 1944 zurückgehen... und das 64 Jahre nach Kriegsende! :Nieder:


    Dass die Hinterhöfe zwischen Töngesgasse und Holzgraben so mit das älteste sind, was an der Grenze zwischen Neu- und Altstadt noch erhalten ist, kann man aber auch so schon an den vielen hier wie in der Wüste stehenden Brandwänden sowie dem intakten Renaissance-Treppenturm erkennen, in dem das Stoltze-Museum untergebracht ist.


    Auf diesem (meinem) Luftbild vom Maintower kann man ein bisschen was davon erkennen:


    http://upload.wikimedia.org/wi…Maintower_aus_gesehen.jpg


    Ansonsten auch hier bei Bing Maps:


    http://www.bing.com/maps/defau…&scene=29591702&encType=1

  • Nicht weit weg von dieser Nachkriegsidylle findet man ein weiteres Traumgrundstück – die Kreuzung An der Staufenmauer / Fahrgasse.


    Was hat man hierzu schon geplant und geschrieben....


    z.B. Planen + Bauen Herbst 2008
    (in diesem Heft finden man auch die ursprüngliche Planung der Zeil-Pavillons)



    http://www.planen-und-bauen-ffm.de/html/archiv.html


    oder auch hier:


    http://cdu-fraktion-frankfurt.…hr=2007&monat=11&&id=1578


    Bis heute hat sich hier fast nichts verändert, von der Neugestaltung der Tiefgarageneinfahrt hinter der Deutschen Bank abgesehen. Ab und zu wird der zum Boden getrampelter Maschendrahtzaun aufgerichtet um Obdachlose fern zu halten.


    Für so eine Ecke würde sich jedes Dorf schämen – in Frankfurt führt man Touristen dorthin. :confused:

  • Sind die Kellergewölbe denn vorgründerzeitlich ...


    Ja - ich habe mich mal dort in der Hauseinfahrt mit einem älteren Ehepaar über das Haus unterhalten.
    Sie haben dort vor dem Krieg gewohnt und eine Wäscherei im Hof betrieben.


    Das Kellergewölbe ist schon groß (ca. 500qm) und weitgehend erhalten, nur der Zustand entspricht dem Rest – völlig nass – ein Sporenparadies.

  • Das Gewölbe ist in der Tat vorgründerzeitlich (schönes Wort), da die Bebauung deutlich in`s 19te Jahrhundert zurück reicht. Das das Gewölbe völlig nass sein soll, ist mir allerdings neu. Zumindest vor einigen Jahren war es dort unten noch Staubtrocken. Ich war allerdings nicht in allen Räumen dieser wiklich ausgedehnten Anlage.

  • Also vorgründerzeitlich bedeutet nach Frankfurter Definition vor 1866, erst nach der Annektion durch Preußen legte der Wohnugsbau in Dimensionen los, den man als "gründerzeitlich" bezeichnen kann. Zumal in Frankfurt im Grunde bis in die 1860er hinein größtenteils in einem schmucklosen Klassizismus gebaut wurde. Die Beschreibung klingt aber sehr interessant, ist das Kellergewölbe denn noch (oder für Eingeweihte) irgendwie zugänglich? Kannst mir auch gerne eine PN schicken, wenn das nicht unbedingt öffentlich breitgetreten werden soll...


    Zur Staufenmauer könnte noch ergänzt werden, dass sie die älteste aufrecht stehende Bausubstanz im ganzen Stadtgebiet ist (von der Justinuskirche in Höchst und den ahistorisch drapierten Römer- und Pfalzresten vor dem Technische Rathaus mal abgesehen) – selbst die Saalhofkapelle wurde nach neuesten dendrochronologischen Untersuchungen erst um 1208 errichtet. Insofern wäre eine Verbesserung dieser geschichtsträchtigten Ecke, wo bis 1944, an eben die Mauer gelehnt, auch das Geburtshaus des vielleicht wichtigsten Frankfurter Malers überhaupt, Adam Elsheimer, stand, an das auch nichts mehr erinnert, höchst wünschenswert.


    Nach dem CDU-Beschluss hatte ich ja auch Hoffnung gefasst, dass sich etwas bewegen könnte – leider habe ich das dann selber wieder aus den Augen verloren und realisiere erst jetzt, dass es wieder ins Stocken gekommen ist. Stand das vielleicht auf der Liste der Projekte, die wegen des Gewerbesteuereinbruchs eingefroren wurden - evtl. kann Schmittchen was dazu sagen?

  • Die Beschreibung klingt aber sehr interessant, ist das Kellergewölbe denn noch (oder für Eingeweihte) irgendwie zugänglich? Kannst mir auch gerne eine PN schicken, wenn das nicht unbedingt öffentlich breitgetreten werden soll...


    Ich würde einfach mal schauen, ob das wieder vermietet ist. In diesem Fall dürfte es zugänglich sein. So habe ich es damals auch gemacht.