Frankfurter Stadtgespräch

  • Stadt schließt "Hamburger am Turm" im November

    Frankfurter Kinogänger werden es kennen: Die Fast-Food-Bude "Hamburger am Turm" zwischen Metropolis-Kino und Fleming's Hotel in der Nähe des Eschenheimer Turms. Seit 17 Jahren wird hier eine bunte Vielfalt der beliebtesten Fast-Food-Speisen von Döner über Pizza bis Currywurst angeboten, doch damit ist wohl schon in naher Zukunft Schluß. Der Grund: Die Bude steht in den geschützten Wallanlagen und die Stadt Frankfurt ist bestrebt "Fremdeinflüsse" zu bereinigen, sprich, die Bude muss abgerissen werden. Die Pächterin hat bereits im Mai 2008 die Kündigung zum 30. September 2008 erhalten, doch durch einen anwaltlichen Widerspruch einen Aufschub von einem Jahr erwirkt. Im November muss der Laden wohl nun endgültig geräumt werden, elf Beschäftigte verlieren ihren Job. Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel ist zwar der Meinung, dass so ein Imbiss zwar auch zu einer Großstadt gehöre, jedoch sei der Abriss "unvermeidlich".


    Artikel in der Rundschau und Fotos.

  • Das kan ja wohl nicht war sein :nono:. Die Wallanlage ist schon historisch schon dermaßen ausgefranzt, dass eine gastronomische Einrichtung wie diese sich nur positiv auswirkt, weil sie dem Passanten zeigt, dass sich dort überhaupt eine öffentliche Grünanlage befindet und nicht nur irgendwelche Privatgrundstücke fragmentarisch verteilter mehrgeschossiger Bauten.


    Nebenbei sollte man, wenn schon die Bude abreißen will, diese 1:1 auf der Zeil wieder aufbauen. Würde dort mit der Leuchtwerbung super hinpassen. Sowohl stilistisch, als auch insofern, dass viel Licht Graffitisprüher und Eckenpinkler vertreibt ;).

  • ^Das finde ich bedauerlich. Habe zwar noch nie dort was gegessen, aber die Bude trägt viel zum urbanen Character der Ecke bei und verbreitet den Charme der 70er Jahre Frankfurter Wasserhäuschen.
    Ähnliches gibt es doch auch an anderer Stelle an der Wallanlage (Friedberger Anlage /Ecke Zeil FA /Ecke Friedberger Landstraße) und Seckenberganlage.
    Schade ist das schon, auch wenn der Laden tagsüber nicht besonders hübsch war, so fand ich ihn Abends mit seiner Beleuchtung richtig klasse.

  • Sorry, wenn ich jetzt mal ganz naiv frage, aber würde da evtl. eine Petition
    oder so was helfen? :confused:


    Ich wohne einen Steinwurf von der Bude entfernt und habe sie nie als
    störend empfunden, sondern eher als ein kleines Stück Urbanität.


    Dachte immer, der aktuelle Trend gehe dahin, Leben in die Grünanlagen und Parks zu bringen (denke da an das kleine Café mit Bestuhlung im Holzhausenpark).


    LG


    Octavianus, Lower Nordend

  • Schade, schade, aber wenn die Stadt nun nach 17 Jahren merkt, daß die Bude in den Wallanlagen steht, dann muss sie halt weg:D


    Wie pervers ist dass denn, wenn einerseits z. B. auf der Zeil neue Pavillons mit längeren Öffnungszeiten errichtet werden, auch und gerade um spät abends eine gewisse "soziale Kontrolle" zu ermöglichen und die Ecke nicht den Dealern und sonstigen Assozialen zu überlassen und andererseits dieses Büdchen, daß bis 4 Uhr morgens geöffnet hatte, schließt.


    Erkläre das mal einem normal denkenden Menschen...:confused:

  • Für mich ist das Ganze einfach nur ein Skandal! Die Bude ist großartig. Das Essen schmeckt und ist wahnsinnig vielfältig, die Bude zieht Leute in die Wallanlage, was schließlich auch der Zweck der Anlagen ist, sie sollen als Lebensraum in der Großstadt diehnen.


    Wer entscheidet denn so etwas!?! Einfach nur skandalös!:Nieder:


    Wenn ich nicht wüsste dass ich da ganz schön alleine wäre würde ich mich dranketten wenn die Bagger kommen :D

  • Die Schließung wäre ein Rückfall in ganz alte Zeiten und eine massive Fehlentscheidung, die man noch bereuen wird. Das alte kleinkarierte Haudrauf-Denken und amtliches Geltungsbedürfnis der 60er und 70er schlägt hier mit voller Wucht zu. Alleine die beamtendeutsche Formulierung "Bereinigung von Fremdeinflüssen" ist schon ein Skandal an sich.


    Es handelt sich hier ja nicht um eine seelenlose Imbissbude 0815, sondern um eine stadtbekannte Institution wie das Best Worscht of Town oder dem Maincafe. Warum ohne Not Dinge zunichte machen, die funktionieren? Eine Stadt wie Frankfurt, die sich über seine Toleranz und urbane Vierfältigkeit definiert, hätte hier deutlich mehr Gelassenheit und Fingerspitzengefühl an den Tag legen können.


    Wenn die Stadt wenigstens konsequent wäre in ihrem Drang "aufzuwerten". Die Aufhübschung des Bundesrechnungshofs, der Berliner Strasse oder des Sudfass Areals laufen völlig ergebnislos seit mehr als 10 Jahren vor sich hin. Ein schöneres Stadtbild ist nicht unerwünscht, aber dann bitte dort wo es dringend nötig tut und nicht dort wo es kaum stört.

  • "Bereinigung von Fremdeinflüssen" - dazu würde vor allem gehören, den ganzen Müll aus den Frankfurter Grünanlagen zu entsorgen. Dazu würde meiner Meinung nach auch gehören, die Grünanlagen für die Bürger attraktiv zu halten.
    Ein Faktor, der mit in Frankfurt sehr stark auffällt: Parks und Grünanlagen sind sehr wenig einladend, weil sehr wenig gepflegt. Da wuchert alles kreuz und quer. Da verkommen Ecken, die mit kleinstem Aufwand wunderschöne Flächen sein könnten, wenn sich nur jemand darum kümmern würde.


    Ich finde es traurig und halte es auch für etwas lächerlich, dass in Frankfurt die Aufwertung an den Punkten beginnt, die niemanden stören. Eine Imbissbude muss weichen, die sich in das Stadtbild integriert. Schlechte Wege, Müll, ungepflegtes Aussehen bleiben.
    Meiner Meinung nach sollte man gerade in den Grünanlagen Gastronomie bieten, um dort zum Verweilen anzuregen. Dies funktioniert beispielsweise in München ganz wunderbar. Ein schöner Biergarten kostet eventuelle Investoren keine Unsummen, die Stadt verdient mit, für den Gast bleibt es bezahlbar und somit wird eine großer Teil der Bevölkerung angesprochen.


    Frankfurt - das könnt ihr sicher besser!

  • Sehr wenig einladend? Sehr wenig gepflegt? Da geht der Lokalpatriotismus mit mir durch, da muss ich entschieden widersprechen! Zugegeben, besonders die Wallanlage ist in einigen Teilen nicht "wie aus dem Ei gepellt", jedoch sicherlich auch nicht ungepflegt und vermüllt. Andere innenstädtische Parks (Rothschildpark, Mainwiesen, Grüneburgpark) sind jedoch im Gegenteil in sehr gutem Zustand und bieten teilweise zusätzlich die von Dir eingeforderte Gastronomie. Sehr positiv an nahezu allen Frankfurter Grünanlagen ist das uneingeschränkte Recht, den Rasen betreten zu dürfen - darunter leidet vielleicht die Optik, aber die Aufenthaltsqualität steigt gewaltig. Hier könnten viele Städte von Frankfurt lernen.


    In Sachen Hamburgerbude muss ich Dir aber "leider" Recht geben. Diese Schließung IST peinlich ;-)

  • Also ich finde es hauptsächlich für die Leute, die dort arbeiten, schlimm, das die Bude wegsoll.
    Aber mir hat sie dort nie wirklich gefallen und das Essen ist eben Imbißbuden-Qualität. Ich hätte mir halt gewünscht, das man dort an der Stelle Gastronomie beläßt, aber es eben modern oder passend entwickelt und den jetztigen Betreibern die Möglichkeit gibt, so ihr Geschäft weiterzuführen, aber auch den Ansprüchen an die Wallanlage gerecht werden.


    Interessant ist doch auch, das das Thema erst jetzt auftaucht, wo doch schon vor einem Jahr die Kündigung kam.

  • Kurze Info.


    Auf der Seite von Frankfurt.de gibt es eine neue Version der Luftbild-Karte. Die Bilder sind vom Sonntag den 12.04.2009 und werden ab November auch in noch höher aufgelöster Form als DVD verkauft.


    Hier der Link

  • Gegenüber kenne ich das Suppenrestaurant Ecke Öderweg und Eschersheimer Landstraße und das Metropolis mit seinen Restaurants im Erdgeschoß. Ist der Dönerladen neu?

  • Noch ein Wort zur Hamburger Bude. So ungerecht und unangemessen ich das Vorgehen der Stadt finde, ist die exponierte Lage der Bude sicherlich der Hauptverursacher.


    Sie fällt pikanterweise mitten in die Achse "MyZeil-Metropolis-Hilton Hotel", also eine Gegend in der die Stadt besonders Eindruck schinden will. Bald befinden sich in diesem Dreieck drei 5 Sterne Hotels (inkl. Jumeirah). Außerdem benutzt das gesamte Holzhausenviertel den Oeder Weg um in die Stadt zu kommen und muss durch dieses Nadelöhr an der Bude vorbei schlendern. Mit anderen Worten: Ein Hamburger Schuppen passt wohl aus Sicht mancher Entscheidungsträger nicht mehr ins Milieu. Ich vermute, dass man einen "Starbucks" oder "Vapiano" an dieser Stelle wohl eher nicht verjagen würde.

  • Frankfurt im Städteranking mal wieder vorne

    Städterankings haben es ja so in sich, die ausländischen Surveys sehen Frankfurt jedenfalls immer ein bisschen weiter vorne als innerdeutsche Rankings:
    Beispiel von heute Platz 3 im "European Cities Monitor 2009"

  • Sport Scheck eröffnet im türkisgrün gekachelten Neubau in der Schäfergasse (siehe hier und die darauffolgenden Beiträge) am 5. November. Laut Webseite sind an den ersten vier Tagen "großartige Aktionen" geplant.

  • Frankfurt als "City of Sustainability"

    Auf der Expo Real in München teilte Wirtschaftsdezernent Markus Frank mit, Frankfurt wolle sich künftig als "City of Sustainability" positionieren.


    Zusammen mit der Frankfurter Umweltdezernentin Manuela Rottmann und dem Planungsdezernenten Edwin Schwarz solle eine Expertenkommission einberufen werden, die Kriterien für ein neues Markenzeichen „City of Sustainability“ erarbeiten soll:


    =6167353"]http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2855&_ffmpar[_id_inhalt]=6167353


    Eher früher als später wird eine Großstadt (Freiburg also mal außen vor) in Deutschland bzw. Europas die Marke "grüne Stadt" im Schilde führen wollen, und wenn tatsächlich Frankfurt dies schaffen würde, so wäre das eine großartige Errungenschaft für die Stadt von nicht zu unterschätzende Bedeutung!
    Man stelle sich vor, Frankfurt als erste Stadt mit grüner Skyline ...

    Die Vorteile wären enorm, sowohl in Bezug auf nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften als auch zur Verbesserung des (überregional bislang eher mäßigen) Images Frankfurts als lebenswerte Stadt.

    Bleibt zu hoffen, dass es sich hier um ein ernst gemeintes Bemühen handelt und nicht um bloße Podiumsreden. Die bereits zu sehenden Ansätze verleihen den Absichten der Stadt zumindest eine gewisse Glaubwürdigkeit.

  • "Hamburger am Turm": Satiremagazin will Imbissbude retten

    Es kommt Leben in die Diskussion um die Imbissbude am Eschenheimer Tor: Das in Frankfurt ansässige Satiremagazin TITANIC will die Bude zum Kunstobjekt umgestalten und vielleicht, analog zum Grüngürteltier (Info), ein "Brutzeltier" erfinden. Einige TITANIC-Redakteure seien auch bereit sich an der Imbissbude festzuketten um den Abriss zu verhindern.


    Inwieweit man dieses Engagement ernst nehmen kann ist bei der TITANIC natürlich schwer zu sagen, doch die Diskussion hat jetzt die breite Öffentlichkeit erreicht. Bei der Frankfurter Rundschau sind Dutzende Leserbriefe eingegangen, die den Erhalt fordern. Eine ausgelegte Unterschriftenliste im Imbiss gegen die Schließung ist bereits sieben Seiten lang. Die Junge Union spricht sich dafür aus, die Entscheidung zum Abriss zurückzunehmen.


    So sieht es auch die Mehrheit der Teilnehmer einer Online-Umfrage der FR: 91% sprechen sich für den Erhalt aus, lediglich 6% finden die Entscheidung richtig.


    FR-Artikel

  • European Cities Monitor 2009

    Die wichtigsten Business cities in Europa 2009


    1. London (Vorjahr: 1.)
    2. Paris (2.)
    3. Frankfurt (3.)
    4. Barcelona (5.)
    5. Brüssel (4.)
    6. Madrid (7.)
    7. München (9.)
    8. Amsterdam (6.)
    9. Berlin (8.)
    10. Mailand (13.)
    11. Genf (11.)
    12. Hamburg (17.)
    13. Zürich (10.)
    14. Birmingham (21.)
    15. Düsseldorf (12.)


    Auch noch interessant:


    - Die Top 3 haben sich seit 1990 nicht verändert, wobei London und Paris konstant einen großen Abstand zum drittplatzierten Frankfurt aufweisen.
    - München und Hamburg holen auf, Berlin und Düsseldorf fallen züruck. Düsseldorf, 1990 noch auf Platz 6, landet nur noch auf Rang 15.
    - Die bekanntesten Business-Städte sind London und Paris gefolgt von Barcelona auf Platz 3. Brüssel und Frankfurt teilen sich Platz 4.