Frankfurter Stadtgespräch

  • Sorry, krugold, natürlich ist es für den Finanzplatz Frankfurt hochdramatisch, wenn die Deutsche Börse aus Frankfurt-Eschborn ihre Unabhänigkeit und damit ihre Fähigkeit, Standards und Regeln zu setzen, verliert.


    Die Bedeutung der Kapitalsammelstelle "Deutsche Börse" kann man gar nicht überschätzen, auch und gerade für die Folgeindustrien Wirtschaftsprüfer, Anwaltskanzleien, Wirtschaftsmedien etc.


    Also, Daumen drücken für eine dominante Deutsche Börse und sich nicht mit einer zweiten Reihe abfinden, sondern die Region, das Land und Europa wettbewerbsfähig halten!

  • Mit Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfern hat die DBAG GARNICHTS zu tun! Diese Wirtschaftszweige hängen mit dem Banking zusammen, nicht jedoch mit dem Sitz des Unternehmens DBAG (zumindest nicht über direkte (vernachlässigbare) Effekte hinausgehend). Nicht vergessen: die DBAG ist kein Finanzunternehmen sondern ein IT-Dienstleister. Wie geschrieben: Agglomerationseffekte im Zusammenhang mit der DBAG gibt es kaum, viel wichtiger für die Bedeutung und Wirtschaftskraft ist, dass große Banken bleiben, da dadurch auch der Rest der Industrie (Kanzleien, WPs, Asset Management) an Frankfurt gebunden wird und Frankfurt dadurch auch für weitere Banken attraktiv bleibt.

  • Zu #404 von RMA:


    Ein echter Schandfleck! Es ist mir absolut rätselhaft, wieso da von Seiten der Stadt noch nicht durchgegriffen wurde, und da komme mir jetzt keiner mit irgendwelchen Eigentümerrechten.


    Da ich 4 Jahre lang im Frankfurter Westen gewohnt habe, bin ich mit der Situation in Höchst ein wenig vertraut. Der Niedergang des Arbeiterviertels dauerte ja über mehrere Jahrzehnte. In den 60ern und 70ern zogen gutsituierte Leute aus Höchst ins grüne Umland wie dem Taunus, die leer stehenden Wohnungen wurden mit Migranten und sozial Schwachen "gefüllt" (was zu weiteren Wegzügen führte). Der Bau und die fortlaufende Erweiterung des MTZ gab den Geschäften in der "Kö" zusätzlich den Rest.


    Unter diesen Voraussetzungen finde ich es eigentlich erstaunlich, wie sich Höchst in den letzten Jahren zum Guten gewandelt hat. Die Höchster Altstadt ist tiptop saniert und inzwischen auch bei besser Betuchten heiß begehrt. In Frankfurt sucht sie ohnehin ihresgleichen, dagegen ist die Situation in Altsachsenhausen erbärmlich.


    Die Stadt kann freilich nur bei Dingen durchgreifen, die ihr auch gehören. Die Sanierung des Mainufers (ist m.E. ganz toll geworden) und der Parkanlage am Höchster Bahnhof sowie der Eisenbahnbrücke über die Königsteiner Straße zeigt, dass sie dazu auch gewillt ist. Bei Häusern im Privatbesitz sind ihre Möglichkeiten begrenzt. Wer nicht sanieren will, kann dazu auch nicht verdonnert werden.

  • Krugolf, die Börse in Frankfurt ist ein absoluter Leuchturm und Zugmaschine in der Region. Hoch vernetzt mit allen möglichen! Hoch wertschöpfend und ein großer Magnet!


    Klar, die IT wird gebraucht, um Transaktionskosten zu senken und economies of scale zu erzielen. Je niedriger die Handelskosten, desto attraktiver der Platz! Deswegen die Börse auf ein It- Unternehmen zu reduzieren ist aber etwas eindimensional für ihre Wirkung.


    Wenn zukünftiig anderswo gehandelt wird, gelten auch andere Regeln, die anderswo befolgt werden müssen. Dann werden hier halt viel weniger Anwälte und Wirtschaftsprüfer gebraucht. Auch die Banken würden leiden, wenn hier Unternehmen nicht mehr über die Börse an Eigenkapital geführt werden.


    Die DIN-Normen wirken weltweit als eine Art Zaubertrank für die deutsche Exportindustrie, ähnlich mit umgekehrten Hebel wäre es, wenn die europöische Börsenkonsoldierung Frankfurt von der Landkarte fegt.

  • Och Immobilienmogul, bitte. Es steht doch nicht zur Debatte die Börse abzuschaffen, insofern hätte es keinerlei Auswirkungen auf die Möglichkeiten von Unternehmen gegeben sich Eigenkapital zu beschaffen. Es wäre nur das Management von NYC aus gemacht worden. Ein Börsenunternehmen ist kein Finanzplatzteilnehmer im eigentlichen Sinne, für Frankfurt wäre es wurscht gewesen, wenn es zu dieser Fusion gekommen wäre. WPs und Kanzleien machen auch praktisch kein Geschäft mit der Börse, die machen ihr (kapitalmarktbezogenes) Geschäft mit den Banken, Investoren und Kunden. Der Finanzplatz war nicht gefährdet, der Finanzplatz könnte marginalisiert werden, wenn die Deutsche Bank mal geht.

  • Mod: Beitrag verschoben. Bezieht sich auf linksradikale Krawalle im November 2008 auf dem Campus Westend.
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    Das ist ja wohl das letzte. Diese scheiß "Studenten" machen immer so eine Aufruhr. Das zeigt sich jetzt in Griechenland wo Sie wieder eine Aktion der Polizei für Ihre Gewaltorgien ausnutzen und war damals in Paris so. Diese Leute gehören alle eingesperrt, voll zur Rechenschaft gezogen, von der Universität sofort ausgeschlossen und zur Begleichung des Schadens herangezogen.

    Wie kann man gegen den Einfluß der Wirtschaft protestieren, ohne Diese Gelder könnten diese Trottel garnicht studieren bzw. überhaupt Arbeit finden. Was ein dummes und verlogenes Volk.

    Zum Glück sind ja nicht alle Studenten solche linksradikalen Idioten.

  • Die, die am meisten protestieren daß alles gratis sein soll und das ohne Gegenleistung, sind genau jene, die man aus dem Unibetrieb ausschließen müßte. In meiner gesamten Unilaufbahn (8 Jahre) konnte ich mich mit keiner einzigen Demo anfreunden bzw. konform gehen. Mich wundert fast, was die Politik denen alles durchgehen läßt.

  • Der Angriff auf das House of Finance ist tatsächlich kein Ruhmesblatt für die Frankfurter Universität. Weder konnte man die Beschädigungen und Körperverletzungen des Personals verhindern, noch wurde sie später von der Asta ausreichend verurteilt.


    Schlimmer noch, die 400 "Demonstranten", welche hauptsächlich dem Schwarzen Block (Antifa) zuzuordnen waren, wurden von einer der Asta Vorsitzenden sogar noch gelobt. Diese Aussage wurde später wieder zurückgezogen, aber sie ist doch sehr repräsentativ für eine anti-kapitalistische Grundhaltung. Gerne kann man solch eine Meinung vertreten, aber rechtfertigt sie keine Gewalt gegen Uni-Personal.


    Nun wird es wohl Zeit vor das House of Finance dauerhaft Sicherheitspersonal zu postieren um die Asta-geduldeten Krawallos abzuhalten. Schöne neue Welt!


    Zum Glück steht ja in ein paar Wochen die Hessenwahl vor der Tür: Da wird man sehen, ob man durch solche Aktionen auf Zuspruch gestossen ist.

  • ^


    Ja Wachposten vor der Uni. Kein Problem. Wird dann zu den Studiengebühren die ab 2009 wieder eingeführt werden draufgerechnet.

  • Die Studiengebühren sind längst abgeschafft und werden jetzt zum Vorwand benutzt solches Verhalten auch noch irgendwie nachträglich zu rechtfertigen. Sollen bald ebenso alle Porsche Cayenne Fahrer außerhalb der Stadt parken und die Goethestrasse schliessen damit sich ja keiner darüber aufregen muss?


    "Reiche Eltern für alle" wird dann von der Asta gerne gefordert, wie wär's mal mit "Gleiches Recht auf körperliche Unversehrtheit für alle"?


    Der Kostenpunkt für Sicherheitspersonal vor dem HoF ist eine lächerliche Summe im Vergleich zu den Schäden, die sonst zu beheben wären.

    3 Mal editiert, zuletzt von Golden Age () aus folgendem Grund: Grammatik

  • Das ist ja wohl das letzte. Diese scheiß "Studenten" ...


    eine klitzekleine Minderheit der Studenten findet so etwas gut, vermutlich waren noch nicht einmal alle von den kümmerlichen 400 Leutchen bei der "Demonstration" Studis, und vermutlich waren unter den Studis noch viele Studenten anderer Unis. Alle Studenten, mit denen ich gesprochen habe (auch linksorientierte) fanden die Aktion völlig daneben, das zeigt sich auch hier:


    http://www.ipetitions.com/peti…genGewalt/signatures.html


    Allerdings finde ich die Reaktion des AStA ("super Aktion", mittlerweile zurückgezogen, aber es gab keinerlei offizielle Distanzierung, weder von der Randale noch vom Statement) und der Uni (roter Teppich zum Dialog für diese Deppen) skandalös. Hätten Nazis eine solche "Demo" im Institut für Islamwissenschaften veranstaltet, wäre doch sofort ein Volkstrauertag anberaumt worden.

  • Und was nützt es wenn Du mit vielen anderen Gesprochen hast und diese fanden es alle daneben, wenn es trotzdem noch 400 von denen gibt die solche Aktionen gut heißen.

    Nichts.

    Solche Leute gehören direkt verhaftet und eingesperrt. Ach nein nicht eingesperrt, sondern wie schon in meinem ersten Post, zur Kasse gebeten.
    Nur so kann man abschrecken.

  • Wenn in Deutschland das Semester auch mindestens 5000€ Gebühren kostet, wie in den USA, kommt solches Assi-Pack garnicht mehr auf den Campus....


    Die können dann da hin, wo sie in solchen Ländern, die ja unser Vorbild in sachen Wirtschafts und Bildungspolitk sind schön längst anzutreffen sind---im White-trash Ghetto.


    Prostmahlzeit.


    (ich hab noch nie so antirevolutionäre Studenten gesehen wie in den USA----aber wer traut sich schon mit ausstehen Studienkrediten im Sechsstelligen bereich, etwas gegen die UNI zusagen)

  • Hi,
    mich ärgert doch selbst am meisten, was da angerichtet wurde. Vor allem, da der Steuerzahler jetzt den Eindruck bekommen kann, dass wir undankbar sind. Das sind wir nicht, den allermeisten Studenten und restlichen Mitgliedern der Uni gefallen die Zustände am Campus Westend (so mein Eindruck) sehr gut!
    Es ging übrigens nicht nur am HoF ab, auch im Cafe Rotunde wurde geplündert, ferner wurden außerhalb des HoF Scheiben eingeschmissen und rumgesprüht.
    Aber nochmal: auf breiter Basis wird das nicht getragen.

  • Wundert mich nicht dass sowas passiert ist. Zumal nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Architektur für solche Leute ein rotes Tuch ist. Schade dass man das nicht schon im Vorfeld verhindern kann, zum Beispiel durch soziales Ausgrenzen solcher Krawall Brüder. Bei den Neo-Nazis geht das doch auch, wieso ist man bei den Linksradikalen immer so nachsichtig? Vermutlich weil sie Sympathien in Leuten in einflußreichen Positionen (Medien /Politik) haben. Die ganzen 68er welche damals genauso randaliert haben und jetzt an den Schalthebeln der Medien, Gerichten und Parteien sitzen fühlen sich vermutlich an ihre Jugend erinnert. Gerade Frankfurt war eine Hochburg Spontis und im Pädagogenturm (Afe-Turm) kann man an den Wänden in den Toiletten jede Menge pro RAF Sprüche lesen. Jedenfalls war das so Ende der 1990er. Dauert wohl noch eine Generation bis das Pendel wieder in eine andere Richtung schwingt.

  • ^ Eine äußerst zutreffende Analyse aus England, Wahnfried! Genau das ist der Grund, warum die Uni selbst (!) die Polizei nicht sofort zu Hilfe gerufen hat, als die Krawalle anfingen. Diese Idioten haben eine ganze Stunde lang randaliert, und die Polizei stand draußen vor dem Campus und hat nichts gemacht, weil sie niemand gerufen hat. Ich arbeite im House of Finance, war aber selbst nicht dabei, als das passierte (war unterwegs zwecks Forschungsarbeit). Meine Kollegen haben es mir jedoch detailliert erzählt.


    Jetzt kommt der Knaller: die Gründe, warum die Polizei dann doch nach einer Stunde erst einschreiten durfte, sind a) dass die Uni jahrzehntelange Erfahrung mit dieser Art von Leuten hat und es mit (härterem) Vorgehen der Polizei (angeblich) hätte noch schlimmer kommen können, und b) dass diese Randalierer nach aller Erfahrung speziell in Frankfurt nicht bestraft werden, weil die Frankfurter Uni neben der Sorbonne und Berkeley eine der Keimzellen der 68er-Bewegung war. Daher ist (angeblich) die Durchdringung von Politik und Justiz mit Sympathisanten dieser Altlinken hier besonders groß. Das hat man mir allen Ernstes erzählt, und ich als zugewanderter Bayer konnte nur den Kopf schütteln... Leben wir in einem Rechtsstaat oder nicht?


    Ich will ja die 68er Reformen nicht schlecht machen, da ist einiges Gutes rausgekommen. Aber zum einen muss so eine Demo nach dem Vorbild der 68er immer gewaltfrei ablaufen, und zum anderen haben diese Deppen den Zeitgeist nicht erkannt und protestieren grundlos: die Studiengebühren sind schon abgeschafft und werden auch nach einem Sieg von Schwarz-Gelb im Januar nicht wieder eingeführt, und zum anderen werden die kritisierten (und zerstörten) Videokameras nur in Ausnahmefällen eingeschaltet, wenn z. B. ein Buch geklaut wird, wenn eine Notausgangstür geöffnet wird, oder einfach wenn ein Vortrag über Internet nach sonstwohin übertragen werden soll. Es kann also nicht von Überwachung gesprochen werden, da ich als Dozent die Kameras in den Vorlesungsräumen selbst ein- und ausschalte und steuere (und ich habe sie noch nicht ein einziges Mal eingeschaltet).


    Was auch erwähnt werden sollte: nach einer groben Einschätzung meiner Kollegen waren ein Drittel der Demonstranten Studis der Frankfurter Uni, ein weiteres Drittel Studis der Frankfurter FH und ein weiteres Drittel zugereiste Chaoten, die nur auf Krawall aus waren (und wissen, dass sie damit in Frankfurt ungeschoren davonkommen). Ich glaube auch, dass die Mehrheit der Frankfurter Studis den neuen Campus schön und die Gewalt zum Kotzen findet.


    Im Übrigen, um noch die Kurve zum Thema Architektur zu kriegen: die Proteste waren auch gegen die "monumentale Architektur" gerichtet, "die das Individuum klein und unbedeutend erscheinen lassen will", und die "faschistische Architektur" des IG-Farben-Konzernsitzes aufgreift... :nono::nono::nono:


    Noch was: es wurde auch dagegen protestiert, dass die bösen Finanz-Leute, BWLer und Juristen jetzt in den modernen Gebäuden arbeiten und die Gesellschaftswissenschaften auf dem alten, gammligen Campus Bockenheim residieren müssen... und dagegen protestiert man dann, indem man die neuen Gebäude verunstaltet, und zwar eine Woche vor dem Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt, in den dann genau jene Gesellschaftswissenschaften aus Bockenheim einziehen sollen? Wie blöd kann man eigentlich sein?

  • Diese "Vollversammlung" war eine reine linke Propaganda-Veranstaltung, die "begrüßenden" Worte des Asta-Vorsitzenden lauteten "Hier auf dem Campus laufen die Bullen rum. Verpisst euch!". Da hats mich dann auch nicht mehr lange auf dem Campus gehalten. Als Erstsemester, der hier noch keine Ahnung hat, dachte ich mir, "kommst, gehst mal hin und hörst es dir an", aber das hätte ich mir auch schenken können. So eine Zeitverschwendung. Der Asta, zumindest deren Vorsitz, gehört mindestens abgewählt.

  • Slykine Plaza

    Bin eben am Slykine Plaza Gelände vorbeigefahren, dort steht heute in der Mitte des Geländes ein großes Bohrgerät und ein Raupenbagger, könnte dies der Startschuss sein?!

  • Bona, daß wäre fast zu schön um wahr zu sein.


    Diese Geschichte ist ja fast nicht mehr auszuhalten.


    Ich hoffe, daß es wie geplant, spätestens Anfang/Frühjahr 2009 hier endlich los geht. Das EKZ sowie das Hotel als auch das Kongresscenter wären dann rechtzeitig zum Konjunkturaufschwung fertig! Das paßt doch!!:)